Fraternitas Saturni
Johannes Goeggelmann / Saturnius

Beispiel einer Skandalisierung

Versuch einer Chronologie von Peter–R. König
August 2013
Johannes Goeggelmann Saturnius Fraternitas Saturni


Die Wahrnehmung der Fraternitas Saturni (F.S.) wird vor allem durch den Blick auf ihre Protagonisten geprägt. Nebst ihrem Gründer Eugen Grosche (Gregor A. Gregorius), den Grossmeistern Guido Wolther (Daniel), Walter Jantschik (Jananda), Johannes Maikowski (Immanuel) und ein paar wenigen Anderen, ist es auch Johannes Göggelmann (Saturnius), der zum Bild der Loge beiträgt.[1]


Geboren ist Göggelmann am 10.7.1905, sein Eintrittsdatum in die F.S. bleibt auf den Mitgliederlisten unerwähnt, er selber berichtet von den 1920er Jahren. 1969 wird er als 14° aufgeführt. Da die F.S. ab 1950 33 Grade aufweist, hat Göggelmann also zumindest bis dahin keine grosse Logenkarriere hingelegt. Auch im zivilen Leben arbeitet er bis zu seiner Pensionierung lediglich als Postangestellter, d.h. als niederer Beamte. Das Todesdatum ist nicht bekannt,[2] er dürfte im zweiten Drittel der 1970er Jahre gestorben sein, also ungefähr in jenem Zeitraum, in dem die F.S. stark ins Visier der Boulevard–Presse gerät. Die kolportierten Todesumstände sind okkulten Stereotypen zuzuordnen und scheinen zur Legendenbildung im Nachhinein aus Göggelmanns eigenen Schriften herausdestilliert worden zu sein. Johannes Goeggelmann


Göggelmann schickt seinen Grossmeistern (für ihn jeweils "hochachtbare Eminenz" oder "Mein Hochwohlgeborener Meister vom .'. Stuhl") an die tausend Seiten Briefe und Zeichnungen.[3] Diese Schriften scheinen skurril und manchmal völlig ausserhalb des saturnischen Universums zu sein, werden jedoch zumindest von Eugen Grosche (von Beruf Buchhändler) als kreativ und inspirierend wahrgenommen. Andere halten seine Ideen aber für bedrohlich, was sich in der Boulevardpresse zeigt, wo er einen schattenhaften Platz neben den sexualisierten Texten und Zeichnungen des Chemikers Guido Wolther und des Justizvollzugsbeamten Walter Jantschik findet. In diesen Zusammenhang fallen die Namen des Nicht–F.S–Mitgliedes Dipl.–Volkswirt Dr. phil. Adolf Hemberger und der des Journalisten Horst Knaut.

Es ist festzuhalten dass das magische Schaffen und die Ideen von Hemberger, Wolther, Jantschik, Göggelmann und seinem Freund, dem Postangestellten Horst Kropp (die alle in diesem online–Text Erwähnung finden), zu ihrer Zeit kaum repräsentativ für die meisten der damaligen, doch eher passiv in der Loge treibenden Mitglieder der F.S. zu sein scheinen, obwohl sie die Sicht der Aussenstehenden auf diese fast ausschliesslich im deutschsprachigen Raum existierende Geheimgesellschaft prägen. Im Kontext der Wirkungsgeschichte gehören diese Herrschaften jedoch unlösbar dazu und erklären durch die Sogwirkung ihrer Wahrnehmung vieles vom Profil der diversen heutigen Saturn–Logen– und Bruderschaften. Im Folgenden sei jedoch der Blick auf Göggelmann gerichtet. Biographische Details zu anderen Protagonisten und Historien im Kontext der verschiedenen Saturn–Logen sind in meinen Print–Büchern zu finden.[4]




Johannes Göggelmann in seinen eigenen Worten 1969



""Saturnius " Friedrichshafen,31.6.69
" Salutem in Nomine Demiurgi Saturni!"
Seiner Eminenz!
Mein Hochachtbarer Grossmeister: Jananda!
[Geboren am 9.11.1939, ist der Ordensswinger Walter Jantschik seit dem 28.3.1964 Mitglied der F.S. Berlin. 1969 wird er für ein halbes Jahr Grossmeister – über ihn später mehr.]
Mein verehrter Grossmeister: Jananda, glauben Sie, mir ehrlich es war eine große Freude wie eine Genugtuung für meine so arg verfemte gehaßte dämonische Kreatur. Teile Ihnen, für meinen aufrichtigsten Dank in steter Treue u. Liebe für Sie, wie fur meine liebgewonnene Mutterloge. Es würde mich von ganzen Herzen eine große Freude bereiten, wenn mein so viel diskutiertes wie verfemtes magisches Tagebuch allen den suchenden ehrlichen anständigen Brüdern wie Schwestern endlic im Druck eines Buches erscheinen könnte! Leider habe ich mehr Feinde ja selbst meine eigene Sippschaft ist mir dem Satansbraten sehr feindlich eingestellt, man sehe lieber wenn ich ins Scheeol [Totenreich] in die Grube mit lebendigen Leib hinunterführe! Aber da ich ein Saturngeborener bin mit einem Doppelleben im:" Oben wie im Unten" bin ich immer der, der ich von Anfang der Zeiten war u. ich bleibe es auf Gedeih oder Verderb, das ist mein ewiger Wahlspruch da kann mich niemand abbringen Leider besitze ich keinen eigenen Arbeitsraum, so bin ich gezwungen, mich vor meiner eigenen Frau ein Versteckspiel zu arrangieren, wie die Zeit auf allerlei Art einfach abzustehlen Es stimmt schon ich kann manchmal sehr einschneidend u. bitte wie sauer sein in meiner Glorie der urgöttlichen Dämonia. Es stehen mir aber viele kosmische transzendale wie Kräfte der ewigen Natur zur Verfügung , sonst wäre ich schon längst nicht mehr im Fleische, denn ich lebe mehr dem Geist, mein Geist herrscht über meine Körpersphäre, somit kann ich viele unstoffliche Aggrate ansprechen u. daraus schöpferische Jdole sammeln u. das ist schon ein Leben wert um zu Leben! Lege ein Zeichnung bei die Ihnen, mein Ehrwürdiger Grossmeister: Jananda sehr viel sagen u. bedeuten kann, wie auch meine dämonische Art sublimiert u. ganuliert wie neutralisiert u. versöhnt! Mein Ehrbarer Grossmeister: Jananda, eines muß ich Ihnen, noch berichten, ich war einst ein Priesternovize bei den gelehrten Franziskanern in der Clause wahren echten Wissens der okkulte Mystik und Magie, da haben drei gelehrte Patres mich durch ih damalige schwarze Magia zu einem Heiligen machen wollen, es war so schon als Kleinkind war ich schon ein sehr heller schlauer aber böser Ziniker dem man nicht so leicht einschücht konnte, auch war ich viel weiter im Geistesleben wie der wahr Erkenntnis als alle Pfaffen u. Scholastiker waren! Bin schon im Mutterschoß von der Asteriosa wie eine Matrize geprägt, ich sah viele Erreignisse wie Totesfälle usw. im wahrsten Sinne voraus, natürlich habe ich sehr darunter gelitten, man wich mir aus fast alle fürchteten sich vor mir, habe auch den Zerfall von unserer danaligen Loge, wie Totesfall u. noch mehr deutlich gesehen, auch war ich schon in meiner frühesten Jugendzeit ein vertrauter Astralwaller, es führte dadurch zweimal zum Scheintot, aber trotz ich eiskalt dalag u. Ärtzte wie meine Eltern u. Verwandte wie Bekannte um mich bangten, sah ich alles, ich trat einfach aus meinem stinkenden Kadaver heraus, ich ging durch alle wie Wänden hindurch. Es wurde sogar einmal ein Totenschein ausgefüllt, ja ich lag da schon im Sarge, es wurde mir vor dem sterben nicht bange, nur hatte ich Angst ich könnte Lebendig eingescharrt werden, mein damaliger Vater ging zu drei Ärzten es ware Logenbrüdern u. die haben mich einfach zurückgeholt u. somit fing meine Logentätigkeit an wie bei den damaligen Spiritisten, Anthrosophen, Theosophen, Martinisten u. in verschiedenen Zirkeln, Vereinigungen wie in der damaligen Thelema [Kreis um Thelema der Martha Kuentzel?] wo ich den damaligen Meister: Gregorius [Eugen Grosche, den Gründer der Fraternitas Saturni] kennen lernte, wir waren wie Vater u. Sohn, habe auch damals in den zwanziger Jahren das Leben des Meister: Gregorius gerettet als die Trennung u. Spaltung [von Heinrich Tränkers Pansophie] sich vollzog u. wir eine eigene Loge der " Fraternitas Saturni" gründeten! Aber stat ein Heiliger wurde ich ein Diener u. Bruder des dunklen Lichts, aber ein treuer ehrlicher wenn auch nicht immer lieber Bruder, der die Abgründe des Himmels wie der Mutter Erda u. Hölle d.h. Astralwelt ergründen sich zu seinem Metier gemacht hatte, liet natürlich sehr während der Naziezeit, aber der Geis hat mich gerettet ich Lebe wo andere schon längst in der Grube faulen. Mein lieber Achtbarer Grossmeister: Jananda, seien Sie, sehr in Vorsicht denn nicht alle meinen es ehrlich, auch vor einem Verkehrsunfall müßen Sie, sich vorsehen, auch in Ihrem, Arbeitsbereich müßen Sie, auf alle Fälle gut wapnen, daß nicht eine gefährliche Situation für Sie, spürbar entsteht, ein unerwarteter Totesfall steht bevor! Will mich gewiß nicht in irgend einer Art wichtig machen oder projezieren, aber der Geist gibt mir u. ich kann nichts anderes tun, bin direckt dazu gezwungen Ihnen, das zu sagen, obwohl ich Sie, persönlich ja gar nicht kenne noch Ihren, Freundeskreis, Bekannte Familie, wie Ihre, Arbeit. Fragen Sie, mich bitte nicht u, vergessen Sie, was ich da in meiner Besessenheit niedergeschrieben habe! Werde demnächst den fälligen Logenbeitrag per Zahlkarte einzahlen, von April bis September 1969––!
Meine Ehrbare Eminenz Grossmeister:
"Jananda" wünsche Ihnen,
viel Glück u. Erfolg in
Ihrem, anvertrauten Amt.
Herzliche Brudergrüße in steter treuer
Gefolgschaft.
Ihr
ergebener
Fr. Saturnius"
[5]




Womit beschäftigt sich Göggelmann in seinen Schriften in den 1950er Jahren?



Es ist ein Changieren zwischen esoterischen Banalitäten, Visionen, literarischen Beschreibungen von Beschwörungen und Erinnerungen an Kriegs– und Nachkriegserlebnisse.


Ohne die einzelnen Texte hier wiederzugeben, seien lediglich ein paar Überschriften zitiert, zum Beispiel:


  • Der Wahrheitssucher !
  • Saturnische Gnosis !
  • Einweihung in die saturnalische Gnostik !
  • Die Quelle der Wahrheit !
  • Die Grundkräfte der saturnalen esoterischen Lehre !
  • Ra !
  • Polarität der saturnalen gnostischen Sprache !
  • Kurze Übersicht über den Werdegang des magischen Erwachten !
  • "Imitatores meiestote sicut et Ego!" Attesto; eines wahren ringenden Sucher u. Wissenden ![6]
  • Carducci; "Inno a Satana." Maurerisches für Brüder.'.[7]
  • Kunst u. Natur
  • Der Finger der Ewigkeit !
  • Einige Beschreibungen über eine[n] im saturnalen Erkennen !
  • Wort der Kraft !
  • Ein Astralexperiment !
  • Das andere Ufer !
  • Geisterkampf !
  • Gnade !
  • Entscheidung !
  • Erwachte Seele !
  • Kampf u. Lüge !
  • Tat twam asi !
  • Selbst–Erlebnis ! [Eine Anrufung "des Fürsten 'Exorial'" gemäss der gleichnamigen Erzählsammlung Grosches, ausgeführt von Göggelmann am 17. Mai 1954. Bei Grosche ist das Exorial jedoch weiblich. Eugen Grosche kann sein spätestens 1951 fertig gestelltes Buch erst 1960 veröffentlichen. Davon später mehr.][8]
  • Freie Liebe !
  • Losungswort !
  • Die Grundelemente saturnaler Gnosis !
  • Im Grundlicht der Verdammnis !
  • Die Welt inmitten im Vernichtungsfeuerbrand des Nichts !
  • Im ersten Erkenntnisfeld des saturnalen Aspektes !
  • Einweihung in tiefste saturnale Mystik !
  • Die saturnalen entbundenen geistigen Kräfte !
  • Vom saturnalen magischen göttlichen dämonischen alchemistischen Menschen !
  • Vom Leiden u. Entsagen im Kampf u. Sieg des ersten erwachten saturnalen Eingeweihten in der urgöttlichen Dämonie !
  • "Gottvater Saturni" "Runen vor Mitternacht !"
  • Nur der Starke erzwingt die Götter !
  • Was heisst eigentlich das wirkliche Leben zu Leben !
  • Der Mensch das unbekannte Wesen !
  • Das Urgöttliche dämonische saturnale Urgesetz !
  • Faust !
  • Astralwanderung !
  • Ein Mysterium des hohen saturnalen Lebens !
  • Freiwillige freudige saturnale Erkenntnis im Nichts stehenden !
  • Das hohe Erleben im saturnalen Erkennen !
  • Der Kampf mit Gott !




Johannes Göggelmann an Walter Jantschik am 17.5.1969



"Saturnius Friedrichshafen,17.5.69
"Salutem in Nomine Demiurgi Saturni!"
Seiner Eminenz Großmeister: Jananda!
Hochlöblicher Großmeister Jananda, mit Ihrer Gunst u. Erlaubnis teile ich Ihnen meinen aufrichtigsten Dank mit! Es freute mich ehrlich, daß Sie, meine Arbeit in Würde aufgenommen haben, zwar bin ich nicht mehr der jüngste werde anfang Juli vierundsechzig Jahre alt. Bin aber noch sehr aktiv in geistigen wie in bürgerlicher Ver
[?]ung, [?] Mann mit den vierziger Jahren!
Sie, mein Hochachtbarer Großmeister: Jananda, haben schon das Richtige erfaßt: daß wir vor einer neuen Ära eines dämonischen Zeitalters stehen, eigentlich schon in der Mitte stehen! So besteht meine ureigene Auffassung, daß das Dämonische in der reinen Praxis noch mehr an die Materie gefesselt werden muß, um den allmählichen Auflösungsprozeß der Entmaterialisation zu verhindern, oder zummindestens so weit hinauszuschieben bis sich ein engro der Menschheit zu den urkosmischen urgöttlichen dämonischen Gesetzen unterstellt hat im positiven Sinn nach! Magie ist ja nichts anderes als eine Strahlungswissenschaft die nach der Struktur der Atome im kosmischen wie in der Erdaura durch bestimmte elektronische Magnetfelder in positiven wie in negativen Aspekten sich vollzieht!
Nur derjenige kann es erfassen u. begreifen der durch eine sehr harte Schule gegangen ist, sich im vollsten Bewußtsein der Großen Einsamkeit u. der Askese gewidmet hat durch Trennung seines Astrallichts vom Fleischleibe hinweg, nur der erkennt, was hinter den Dingen an sich ist ist ein großes: 'NICHTS!' Der erwachte u. unerschrockene Geistmensch taucht ein in die Urtiefen der unstofflichen Daseinsebenen u. deren Hierarchien denn nur : 'ER' erkennt u. schaut das urschöpferische das aus dem Chaos in einer Jntervall eines Siebenstrahls das gesamte All u. unsere Mutter Erda dauernd bespickt ansaugt anzieht u. neutralisiert. So ist Magie nichts anderes als eine höhere kosmische naturhafte stetige Magie der Ein= u. Ausschwängerung, eine Mathematik in der Auslese u. Befruchtung gewisser Jndividuen, es gibt gewisse Jndividuen die den dämonischen schöpferischen Samen schon im Mutterleib aus dem Astralgestirn in sich tragen, sei es zum Aufbau oder zum Niederbruch seiner Selbst oder ganzer Völker das ist eine karmische Belastung u. Tat oder Untat seines uralten ewigen Egos Herbestimmung! Selbstverständlich ruhen in allen Jndividuen latent diese urgöttlichen dämonischen schöpferischen u. chaotischen Faktoren, darum kommt es darauf an erster Stelle daß sich der Mensch erkenne u. sich dementsprechend sich der kosmischen natürlichen wie menschlicher Gesellschaft unterstellt. Es gibt weder weiße noch rote noch schwarze Magie. Denn Magie heißt soviel wie 'mehr wissen u. mehr können'. Der Urmensch, wie der Frühmensch, wie die Götter, denkt in Bildern. Und er, der das erkannt hat u. richtig anwendet der hat den Kosmos u. Natur am Busen erfaßt, so einem Jndividuum steht viel zu, aber leider nur sehr wenige Jndividuen wagen es pp. über ihren eigenen Schatten zu springen weil sein hochgezüchteter Jntellekt ihn daran hindert, denn solcher Mensch vermeint sein Leben verlieren zu müssen. Darum ist für viele Jndividien wie gereifte gute Geistwissenschaftlern leichter sich mit" Empirie2
[sic] zufriedenzugeben u. einem unwahren Gefüge von Lug u. Trug nachzujagen. Es ist noch nicht allzulange her wo man über primitive einfache Naturvölkern gelacht hat, aber unsere hochgezüchtet Zivilisation u. Technik ja Übertechnik lehrt uns heute schon was uns in etlichen Jahrzehnten an Angst u. Schauder erwartet das Atom auch zu den friedlichsten Aufgaben der Menschheit bürgt sehr große Gefahren, man ist heute schon nicht mehr in der Lage den Atommüll in sichtbare Gewahrsame zu Unterbringung. Nun von meinem unfreiwilligen Abstecher der Zivilisation u. Technik zurück zur Magie u. Dämonie in jeder Menschenseele schlummert das große Transendent in der Natur wie im All ist alles eine sprudelte Bewegung nichts totes oder gar Stillstand. Wie gesagt muß der spirituelle Pneumatike oder Terapheut das transzendale in sich zur Entwicklung bringen das heißt er muß von Innen nach Außen, von Außen nach Innen schauen u. wircken kennen! Er muß sich seinen ureigenen Gott Dämon Teufel Schadiay zur Geburt ins Fleisch schwängern durch eines freiwilligen Ritualopfers denn alle Söhne Gottes ob im Licht oder der Finsterniß verlangen das Opfer, nur muß der Magus seiner Selbst sicher sein, daß er nicht einem fremden Gott sein Opfer darbietet sonst wäre er verloren u. verfiele mit der Zeit dem Wahnsinn, Auflösung seiner Persona, er würde zum Werkzeuge fremder: " JCH!" Ja lasst sie so weiter installieren dann haben ir nur noch hochgezüchtete Roboter u. Maschinenmenschen u. noch mehr Verbrecher u. krimminelle Jndividien die nur nach einem bestimmten Plan von auserlesenen Jntellekten arbeiten, das nicht immer zum Aufbau u. Guten hinführt, sondern zum radikalen Trotz der Vernichtung durch Gewalt u. wenn sie noch so feine verlockende Formen darstellt! Magie entsteht durch plastisches Denken durch eine gesunde lenkbare kontrollierte Imagination mit energetischen dynanischen starken übermenschlichen Willen im Wollen Denn alle Beherrschung beruht auf Aneignung, Bindung, Verdichtung, u. Lenkung wie Neutralisierung u. Gestaltung, in dem man das eigene wie das fremde Sein einem neuen Formgesetz unterwirft, we der eigenen Welt einverleibt, so wie der Körper sich die Nahrung assi miliert. Aller Kampf um Herrschaft ist also ein Kampf feindlicher Strukturen, ein Kampf der Formen. Form ist nichts Totes, Äußerliches, Wesenloses, sondern Träger von Kraft ein Mystisches urgöttliches dämonisches magisches Urgesetz. Das sich Auswirkt in dem Sinne der Bild=u. Werdegesetz im:" Oben u. im Unten, Links u. Rechts!" Und nur wer die geheimen Naturgesetzen der Formen, Dinge, Bilder, Zeichen, Ton, Farben, Sprache, Geste, Mimik kennt u. beherrscht, der Allein vermag Formen, Dinge, Bilder, Zeichen usw. zu gestalten zum Leben schwängern, d.h. seinem Gesetz zu unterwerfen u. so in die der Kausalität im seiner Person wie Weltgeschen u. Weltall einzugreifen u. beherrschen. Denn alles Geformte ist Zeichen ist Zentrum von kosmischen wie natürlichen Tiefenkräften, die mit dem Gesamtkosmos in Verbindung stehen, also alle mystische magische dämonische allegorische Bilder, Zeichen, Monograme, Stellungen, Gesten, Anrufungen Beschwörungen durch das Wort sind Knotenpunkten der Weltdynamik. Dinge sind nichts anderes als verdichteter Geist, Kraftherde des Universums, wie der Mensch seksbt nur mit dem unsterblichen Unterschied im: " Oben u.im Unten, denn das Unsichtbare ist das getreue Spiegelbild des Sichtbaren, der Mensch soll das Untere in das Obere mit anderen Worten zu Licht führen, der Mensch soll nach kosmischen natürlichen Gesetzen Leben!
Mein Hochvereherter Grossmeister: Jananda, habe einen Versuch gewagt um Ihnen, eventuell eine Freude zu bereiten um vielleicht etwas aus meinem Brief zur Veröffentlichung in der " Vita Gnosis!" [der damaligen Logenzeitschrift]
Mit
treuen
herzlichen
Brudergrüßen
Ihr
Fr. Saturnius"
[9]




Wie gelangt Johannes Göggelmann zu seiner Berühmtheit?



Der Umstand, dass die F.S. ungefähr 30 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in den Fokus der Boulevardmedien gerät, steht in Wechselwirkung mit einem schriftlichen Bericht Johannes Göggelmanns, dass er am 8. Januar 1955 eine Katze im Wald zu rituellen Zwecken getötet haben will.
Dieses Manuskript gelangt an Eugen Grosche, der dieses Detail jedoch scheinbar nicht für sonderlich erwähnenswert hält, sondern die ihm zugänglichen Briefe und Schriften in toto gebündelt am 11.11.1958 an den erst seit dem Oktober 1958 als Grosslo­gen–Archivar fungierenden Karl Wedler (Giovanni)[10] weitergibt.


Grosches "Auftrag und Weisung" an Wedler lautet:

"Dieser Mann ist absolut in der saturnischen Sphäre aufgegangen ,wenn auch meist im astralen und dämonischen Sinne.
Doch das eingesandte Material enthält so viel wertvolle Aufsätze die es wert sind durchgearbeitet zu werden und der Nachwelt durch das Archiv der Loge überliefert.
So trennen Sie als Aufgabe das Nebensächliche vom Wertvollen !
Es kann diese Arbeit Jahrelang dauern.
Aber sie wird sich lohnen.
Legen Sie dafür eine Sonderakte an !
Es ist auch erlaubt,wenn Sie Bruchstücke zusammen setzen und daraus mit eigenen Ergänzungen einige neue Abhandlungen selbst schreiben unter Benutzung dieses Materiales.
Es auch möglich ,vorhandene komplette Aufsätze nochmals stilistisch durchzuarbeiten und mir nochmals einzusenden oder später einen Nachfolger zur Veröffentlichung in unseren Studienheften.
[11]
Das Material ist ja so eigenartig und ohne Beispiel,dass man evtl. sogar einen Teil der Zeichnungen veröffentlichen könnte.
Ich habe dazu leider keine Zeit mehr in den wenigen noch vorhandenen Jahren meines Lebens,
Für Sie ist es eine schöne Aufgabe und zugleich der Beweis meines Vertrauens !
Einen Teil des Materiales hatte ich Ihnen ja schon früher übergeben !"
[12]
Eugen Grosche an Karl Wedler ueber Johannes Goeggelmann


Diese Sammlung wird "Magisches Tagebuch des Frater Saturnius" genannt und seitdem in zwei Bänden als Manuskript herumgereicht. Die oft kaum leserlichen Seiten sind auch heute noch im Umlauf. Sie umfassen ein circa 9 Zentimeter dickes Konvolut aus Briefen und handschriftlichen Manuskripten. Saturnius Magisches Tagebuch Briefe Johannes Goeggelmann


1961 erwähnt und zitiert das F.S.–Mitglied Karl Spiesberger (Eratus)[13] erstmals Johannes Göggelmann in seinem Buch "Elementargeister — Naturgeister" in der Öffentlichkeit, ohne jedoch die Katzen–Episode (über die nach dem folgendem Zitat ausgiebig gesprochen werden wird) zu berühren:

"Einen wilden Aufruhr der Elemente, ausgelöst durch eine Beschwörung von Fr. Saturnius, in seiner Umgebung als Schwarzmagier verschrien. Bei der Bewachung beschlagnahmter Güter im süddeutschen Raum vollzog er sie 1945 in einer hellen Mondnacht im August. Völlig unvorbereitet, ohne jede magische Schutzmaßnahme; eigentlich nur zum Spaß zum Ergötzen seiner Kameraden, ehemaligen Kriegsgefangenen verschiedener Nationalitäten. Allein was er damit bewirkte, war geradezu gigantisch; sofern wir seinen Schilderungen glauben schenken wollen. Aber geben wir ihm selbst das Wort: 'Ein gewaltiger Sturm hub an. Die großen schweren Eichentische und wuchtigen Schränke, ja selbst schwere Maschinen purzelten und flogen durcheinander, obwohl selbst 10 starke Männer die Maschinen kaum hoch heben konnten. Meine fünf Kollegen und die zwei französische Offiziere ergriff panischer Schrecken. Der Spuk dauerte von Mitternacht bis zum Hahnenschrei um fünf Uhr Morgens. — Mir selbst standen, offen gesagt, die Haare zu Berge. Trotzdem hatte ich eine diabolische Freude, dass es mir gelungen war, im Freien die Luftgeister ohne jede Vorbereitung zur Manifestation veranlasst zu haben. Die Evokation klappte wie am Schnürchen. Blitz folgte auf Blitz. Ich zwang die Sylphen, mich in einem Wirbelwind in die Lüfte zu erheben. Tausendmal wurde ich etwa entführt und schließlich in einem Hopfengarten sanft niedergelassen. Alle dachten, der Teufel habe mich bei lebendigem Leibe geholt. Die beiden hohen französischen Offiziere liefen zu den Fahrzeugen und fuhren rasch davon. Ich kam gesund und wohlbehalten aus dem Hopfengarten hervor gekrochen. Meine fünf Wachmänner glaubten bei meiner Wiederkehr, einen Geist zu erblicken. Als sie sich beruhigt hatten und wiedergekommen waren, erzählten sie mir, dass sie geglaubt hätten, jetzt zur Höllenfahrt dranzukommen.'
Saturnius aber lachte, lachte wie ein Besessener, was die vor Furcht schlotternden Männer angesichts der um sie tobenden Naturgewalten nur umso grauenhafter empfanden. Auch die Bevölkerung des nahen Ortes 'hatte Blitz und Sturm aus heiterem Vollmondhimmel recht bewusst miterlebt.'"


Die angeblich getötete Katze kommt erst 1967 via Adolf Hemberger alias Klingsor in dessen Werk "Experimental–MAGIE" (Bauer Verlag, Freiburg im Breisgau, 1967) einem grösserem Publikum gegenüber zur Sprache. Da das Buch aber auf äusserst krude Art und Weise alle möglichen und unmöglichen magischen Orden, Logen, Behauptungen und Rituale vermischt (so wird auch Göggelmanns Katzen–Episode mit zusätzlichen Anmerkungen, Interpretationen, ja sogar Zeichnungen versehen), deren Herkunft oft nicht nachweisbar ist, bleibt seine Wahrnehmung die nächsten drei Jahre lang fast ausschliesslich auf die Kreise der Esoteriker und Okkultisten beschränkt, wo es sich bis heute grosser Beliebtheit erfreut. Adolf Hemberger alias Klingsor Experimental–MAGIE Bauer Verlag 1967




Adolf Hemberger 1966



Der 37jährige Akademiker Adolf Hemberger nimmt im Juni 1966 Kontakt mit der Fraternitas Saturni auf — aus der noch vorhandenen Korrespondenz geht hervor, dass er sogar noch im September desselben Jahres die Logenpublikationen nicht zu kennen scheint, da ihm diese von der Logenleitung unter Beilage eines Probeexemplars zum Verkauf angeboten werden: Mit dem Hinweis, dass Rundschreiben jedoch "interne Logenangelegenheiten" seien und Aussenstehenden nicht zur Verfügung ständen. In Anbetracht der langen Vorbereitungszeit für Printpublikationen im vordigitalen Zeitalter wirft Hembergers baldige Veröffentlichung der "Experimental–MAGIE" (die sich mit den vermuteten Lehren der F.S. beschäftigt) im darauffolgenden Jahr Zweifel an seiner Arbeitsweise auf.


Hembergers Schriften werden bis heute wissenschaftlich ignoriert, da es unmöglich ist, aus seinem verwirrenden Mahlstrom von Details, Mutmassungen, von eigener Hand überzeichneten Bildern, in abgeschrieben Texten handschriftlich eingefügten Notizen und unchronologisch aneinandergereihten Fotokopien die Fakten herauszulösen. Die wissenschaftlich orientierte freimaurerische Forschungsloge Quatuor Coronati denkt sogar an "den Vorwurf böswilliger Verleumdung."[14] Adolf Hemberger Klingsor




Vergleich zwischen Göggelmanns Original der Katzen–RitualSzene von 1955 und Hembergers publiziertem Transkript 1967




Saturnius Katze



Im handschriftlichen Manuskript nennt Göggelmann keine Jahreszahl, Adolf Hemberger setzt in seinem Transkript für sein Buch "Experimental–MAGIE" das Jahr 1952 ein. Hier irrt Hemberger, denn aus dem von Hemberger nicht transkribierten Kontext schreibt Göggelmann von seinem 50. Lebensjahr. Demzufolge datiert diese Katzengeschichte aus dem Jahr 1955. Göggelmanns Original ist mit "Beschwörung" überschriftet und stammt möglicherweise aus dem undatierten "2. Brief Einweihung in die saturnalische Gnostik".



Johannes Göggelmann

„Am Tag; dem 8. Januar dieses im Zeichen meines Eigentümlichen im Erleben! begab ich mich mit dem Fahrrad auserhalb der Stadt, wo eine alte zerfallene Ruine steht.[15] Dort nahm ich um 22 Uhr bis 24 Uhr eine Beschwörung des eigenen Genius vor! Laut meiner Navigation mit den Mundanaspekten u. des laufenden Gestirn u. der Lunaraspekten versprach ich mir einen Erfolg! In der Ruine auf den Steinfließen, beschrieb ich den Kreis u. zeichnete die Signaturen wie Pentagramme u. Ruf, mit Schutzzeichen! Mit dem Blut einer schwarzen Katze, die ich unter dem gewißen Handeln u. Anrufung schächtete u. das Blut in einem neuen Tongefäß unter Rührung vorbereitete.
Außer [?] zwei geweihte Wachskerzen wie ein Räuchergefäß war ich mit Räucherdrogen u. Bilsensamen, Beladona, Stechapfel u. Teufelsdreck räucherten. Die Signaturen der betreffenden Loslösung meines ureigenen Dämons; zeichnete ich mit Katzen– u. meinem Blut darauf. Vor Kälte u. Nässe schützte ich mich daß ich in der Nähe ein Feuer machte; wo ich auch das Fleisch der Katze mit einem Schädel verbrannte. Trotz des Feuer fror mich u. die Zähne schlugen auf sich! Aber ein innerer Zwang, ja ein Gebot, trieb mich in die kalte u. nasse Nacht hinaus, um das Werk zu beginnen. Zur Wärmung hab ich einen halben Liter Kirschenschnaps bei mir, um mich innerlich zu wärmen, trank dazu etwas vom Blute der Katze! Ich beschwor unter der Lockung wie Drohung meines ganzen Willens u. Gemüth ohne jegliche Pause einzuschalten volle zwei Stunden u. mit einem neuen Messingblech u. ein Buchsbaumstäbchen schlug ich die Töne Vokale dazu! Ich hatte nie geglaubt daß ich so schnell erhört werde; hätte fast vergessen ich trug aus einem großen Trauerflor wie ein Umshlag das schwarzes Gewandt ein
Schutz
[?] mit dem [?] dämon "Vegtael" usw., daß noch aus meiner früheren elektischen, gnostischen–Loge stammt u. mein Name trägt wie die eigenen Signaturen der bestimmten Gestirne u. in hebräisch eine Schutz u. wie eine Anrufung von bestimmten Wesen im Astral u. eigenem Ich nur [?]gert sind!
Auf einmal sah ich mich einem hohen sehr alten Rabbi gegenüber; zuerst erschrack ich und dachte
[?] wo kommt denn der her; er hatte meine Gedanken erfaßt u. lächelte mi[?] u. weise mich an. Er sagte er sei von meiner Mutterseite also mein Urahn, er sah mein ungläubiges Gesicht, denn ich wollte doch etwas anderes — dem Sinn nach bezwecken. Er sprach dann du hast doch dein ureigenes Genie eingeflochten dein saturnales schwerblütiges Blut, das du von deiner Mutter ererbt hast; denn deine Mutter stammt aus meinem Samen aus dem Stamm Juda!" So wurde mir dann Mär, u. Legende mit Freuden– u. Leidenszeit wie der dauernde Verfall der jüdischen Rasse kund, wie ihre Erlösung in dem [?] Aera des noch im fernen liegenden –„" – Zeitalter – laut Gesetz u. Kündung „Jesus".
Dieses Experiment erinnert mich an eine eigene Loslösung meines „Ich", in einer Vision im astral–mentalen wie in der Psyche, oder einer Abspaltung vom „Ich" mit einem Dialog eines früheren, latent schlummernden ins Leben gerufen; durch die Rufung an den ureigenen Genius, sich in dem Archetyp einer Verschiebung ins Oberbewußtsein! Da ich doch auch die Dämonen von Saturn wie dessen Stundenengel u. Intelligenz riefte; kann die Möglichkeit bestehen daß durch meine eigene Einflechtung im Experiment, sich eine Kräfteverlagerung im eigenen Ich u. Wesen entstand! Es war eigentlich mein erstes interessantes Erlebnis; da ich nicht geschwächt u. beeinflußt an meinem Gemüth wurde, ich trotz Kälte die mir sehr zugesetzt hat, bis zum Erscheinen des
[?] des [?] im eigenen Ich u. im astral–mentalen, mache– wie [???] aus der Asche entstieg, ja wie mit einem neuen Geiste u. Körper, wie ein junger Gott aus dem Experiment entstieg. In dieser Nacht wurde es mir ganz klar u. eine Unterscheidung zwischen Schein — Leben u. Phantasie wie[?] Da ich jetzt auch dieses Jahr in das fünfzigste Lebensjahr kam; u. ein sehr abgef[?] Fuchs bin u. das Leben in allen Höhen u. Tiefen wie der Leidenschaften kenne; Lass ich mich nicht hinters Licht führen, bin nicht Abergläubisch oder gar ein Hasenfuß. Mußte in meinem Leben schon manche Rolle auf der Bühne der Leben spielen, manche Rollen sehr gut, manche schlecht.
Durch Diplomatie Schlauheit Ver
[?]ten Heiligkeit wie Unwissen u. dennoch im Wissen; ja im dem fernsten Erkennen u. in der Möglichkeit was sein u. nicht sein kann. Was nützt u. nichts nütz
„Chabberom Chaisse salute en Bachata!"
Gez. Frater.'. Saturnius „"

Adolf Hemberger

„Am Saturntag, dem Samstag, dem 8. Januar 1952, begab ich mich mit dem Fahrrad außerhalb der Stadt (T . .. g), wo eine alte zerfallene Ruine steht. Dort nahm ich von 22 Uhr bis 24 Uhr eine Beschwörung des eigenen Genius vor. Gemäß meiner Nativität, den Mundanaspekten, dem Kairos und Transit des laufenden (herrschenden) Gestirns wie den Lunaraspekten versprach ich mir Erfolg. In den Ruinen beschrieb ich auf den Steinfließen einen magischen Kreis und zeichnete die Signaturen, Pentagramme, Rufungs–, sowie Schutzzeichen auf mit dem Blute einer schwarzen Katze, die ich unter dem ritualgemäßen Handeln und den Anrufungen schächtete[1] und das Blut in einem Tongefäß auffing, um damit die Sigille, Charaktere, Pentakel und Pentagramme zu zeichnen. Ich verwandte zwei geweihte Wachskerzen. In einem Räuchergefäß verbrannte ich Bilsenkrautsamen (Hyoscyamus niger), Tollkirsche (Atropa belladona), Stechapfel (Datura stramonium) und Teufelsdreck (in jeder Apotheke erhältlich!). Die Signaturen für die Beschwörung meines ureigenen Dämoniums zeichnete ich mit Katzenblut und eigenem, aus dem linken Unterarm und Mittelfinger entnommenem Blut.
Vor Kälte und Nässe schützte ich mich dadurch, daß ich in der Nähe ein Feuer anmachte, wo ich auch das Fleisch der Katze mit einem (Menschen–)Schädel verbrannte[2].
Trotz des Feuers fror mich und die Zähne schlugen auf sich. Aber ein innerer Zwang, ja ein Gebot, trieb mich in die kalte und nasse Nacht hinaus, um das Werk zu beginnen. Zur Erwärmung hatte ich einen halben Liter Kirschenschnaps bei mir. Außerdem trank ich dazu vom Blute der Katze[3].
Ich beschwor unter der Lockung wie Drohung meines ganzen Willens und Gemüts, ohne eine Pause einzuschalten, volle zwei Stunden. Mit einem neuen Messingblech (Gongersatz) und einem Buchsbaum–(für magische Geräte wichtiges Holz)stäbchen schlug ich die Töne dazu und intonierte lautmagisch. Ich hätte nie geglaubt, daß ich so schnell erhört würde. Ich vergaß zu erwähnen, daß ich aus einem großen Trauerflor mir ein schwarzes Gewand wie eine Art Umhang gefertigt hatte. Auf der magischen Stirnbinde hatte ich ein Pentagramm aufgeklebt. Ein silbernes Schutzzeichen trug ich auf der Brust mit dem Sigill des Monddämoniums: ,Vegtael'[1],
 
Vegtael
 
das noch aus meiner früheren ekklektischen, gnostischen Loge stammt und meinen Namen trägt, wie die eigenen Signaturen der bestimmten Gestirne[2] und in Hebräisch eine Schutzglyphe (der eigene Name in hebräischen Buchstaben), sowie eine Anrufung von bestimmten Wesen im Astral und das Symbol des ureigenen Ich. —
Auf einmal sah ich mich einem hohen (wohl großen) sehr alten Rabbi gegenüber. Zuerst erschrak ich und dachte: ,Wo kommt denn der her?' Er hatte meine Gedanken erfaßt und lächelte mich mild und weise an. Er sagte, er sei einer meiner Urahnen mütterlicherseits. Er sah mein ungläubiges Gesicht; denn ich wollte doch etwas anderes bezwecken. Ich glaubte ihm nicht so ohne weiteres. Sodann sprach er: ,Du hast dein ureigenes Ingenium evoziert, dein saturnales (und sacerdotales), schwerblütiges Blut, das du von deiner Mutter ererbt hast; denn deine Mutter stammt aus meinem Samen, aus dem Stamm Juda.'[1]
So wurde mir dann Mär, Mythe, Legende, Geschichte, Freuden–und Leidenszeit, Aufstieg und Niedergang des ,auserwählten Volkes', d. h. der jüdischen Rasse, kund; aber auch ihre Erlösung im Äion des Saturnius, wenn er im Steinbock erhöht steht, Saturn — Steinbockzeitalter[2], laut Gesetz und Verheißung Jawes. Es folgt jetzt ein Abriß der Leiden des jüdischen Volkes im Alten Testament, dessen Verrat am JHVH und Verehrung Baals. Zentrale Bedeutung nimmt die Darstellung der Brustplatte mit den 12 Steinen und das Ephod ein. — Aarons Brustplatte habe dann in weiterer Zeit viele Wanderungen durchgemacht, bis sie schließlich über Tarik, den Eroberer Spaniens, nach Spanien, dann zu Isabella und Ferdinand von Kastilien kam. Endlich gelangte sie an einen hohen Eingeweihten, den Ashkenasim und deutschen Juden Chan Lerski. über eine Deborah schließlich kam sie an eine geheime, magisch–esoterisch arbeitende, schottische Loge AASR, die mit ihr das Wissen um die Urim und Thumim hütet."

Saturnius fährt fort: „Dieses Experiment der Beschwörung des Ich–Dämons erinnert mich an meine eigene (seltsame) Loslösung meines Ichs (Spaltungsphänomen) in einer Vision im Astral–Mentalen, wie in der Psyche, oder einer Abspaltung vom Ich mit einem Dialog eines früheren, latent schlummernden, durch die Evokation ins Leben gerufenen ureigenen Genius, wobei sich dieser Archetypus durch eine Verschiebung des Bewußtseins im Oberbewußtsein einschiebt (Besessenheitsphänomene!). Da ich doch auch die Dämonen von Saturn, wie dessen Stundenengel und Intelligenz rief, kann die Möglichkeit bestehen, daß ,Ich' wie mein Wesen getäuscht wurden."
Saturnius berichtet dann weiter, daß dieses Experiment ihn im Gegensatz zu anderen Praktiken gestärkt habe und er sich wie neu geboren, gleichsam wie nach einer Art Katharsis, fühlte. Er schließt diesen Bericht an seinen Großmeister mit den Worten: „Chabberom Chaisse salute en Bachata! –"




Hembergers Fussnoten:

"1 Vgl. das schottisch–druidische Taighaim–Ritual; es handelt sich hier um eine wörtlich übernommene Originalberichterstattung, bei der nur stilistische und grammatikalische Unebenheiten geglättet wurden, sowie kleinere magische Einzelheiten der Vollständigkeit halber vom Autor ergänzt wurden. Der Autor enthält sich jedes Kommentars, da er — wie in der ganzen Arbeit — bestrebt ist, die Folklore wissenschaftlich exakt darzustellen, ohne sie in irgendeiner Form zu verfälschen. Glauben und Handeln obliegen der Verantwortung jedes einzelnen. Die Ergänzungen in Klammern stammen vom Autor des Buches. Das Manuskript befindet sich in den Händen des Autors.

2 Vgl. die Beschwörung des Samiel durch Kaspar im III. Akt des Freischütz von Kind/C. M. v. Weber „... des Zauberers Hirngebein".

3 In der Heimatstadt des Autors und in der Bodenseegegend existiert ein ritueller Brauch der Metzger, vom ersten an einem Tage geschlachteten Tier das Blut aus der Milz zu trinken — zweifelsohne im Ursprung ein magisches Blutzeremoniell!


1 Dem Autor unbekannt; bei Agrippa von Nettesheim: Magische Werke, Band 4, S. 134 ff. nicht auffindbar.

2 Die Mitternachtsstundenengel sind (Norden): Mael, Vuael, Valnum, Baliel, Balach, Humastrau (so auch Gregorius).
Hasmodai
Dämon des Mondes ist Hasmodai, seine Zahl 369, sein Zeichen:
Oberster Dämon des Mondes ist Schedbarschemoth–Scharrhathan, seine Zahl 3321, sein Zeichen: (Vgl. das Kapitel „Magie der 7 Planeten")

Schedbarschemoth–Scharrhathan 3321

1 Frater Saturnius berichtet an anderer Stelle seines Manuskriptes, daß er mütterlicherseits teilweise jüdische Ahnen hat.

2 Nach esoterischer Ansicht sind die Juden die Kinder der schwarzen Sonne Saturn. Das = Saturnius. Saturn regiert im Zodiakzeichen Steinbock."






Aus Klingsor: "Experimental–MAGIE", Freiburg im Breisgau 1967, Seiten 80–83. Die wiederkehrende Neuzählung der Fussnoten ergibt sich aus dem Seitenbruch: Hemberger verteilt den kurzen Text nämlich auf drei Seiten.


Adolf Hemberger publiziert seine eigenwilligen Umschreibungen, Zusätze und Interpretationen unter dem Kapitel–Titel "Die Magie nach Abramelin". Mit Abramelins Anweisungen hat Göggelmanns Text jedoch wenig gemeinsam, ist doch eines der Ziele der so genannten Abramelin–Operation die Beschwörung des eigenen Schutzengels und nicht die Herbeirufung von vermuteten Vorfahren.

Leider führt Hembergers fehlerhafte Zuordnung des Göggelmann–Textes zum Abramelin–Text in der Folgezeit zu weiteren Fehlinterpretationen und Fehlrezensionen der Person Göggelmanns. So hält der Freimaurer Jürg von Ins 1988 Göggelmann (Saturnius) für Aleister Crowleys Nachfolger Karl Germer (Saturnus) und schreibt in seinem Buch über Abramelin: "Unter dem Pseudonym Dr. Klingsor veröffentlicht Adolf Hemberger 1967 die Notizen Karl Johannes Germers zur Praxis der Magie nach Abraham von Worms. Der Text zeigt, wie weit die Praxis heute von der Lehre Abrahams entfernt sein kann. Erstaunlicherweise taucht allerdings hier der Gong als Ritualgerät auf, was auf die rituelle Tradition der Falashas, also auf einen uns nicht vorliegenden, vollständigeren Text zurückweisen könnte.
Germer wird unter dem Ordensnamen Frater Saturnius zitiert.
Das Beschwören des eigenen Genius ging nach Frater Saturnius folgendermaßen vonstatten:"
etc. etc.[16]

Hemberger transkribiert in seinem Klingsor–Buch zwei weitere Textauszüge. Diese sind hier nun aufgrund der besseren Lesbarkeit gemäss Hemberger wiedergegeben. Es sind diejenigen Textstellen, die vermutlich auch die Grundlage um die späteren Mutmassungen über Göggelmanns kolportiertes Ableben bilden, die gegen Schluss dieses online–Artikels zitiert werden:


Evokation — Bericht des Magus Frater Saturnius von Sylphen


„Mein hochgeschätzter, hochlöblicher Meister und Magus ... vom Stuhl ,'! Sie haben mir im letzten Brief mitgeteilt, ich solle mir die beiden Nummern der Zeitschrift ,Die 7 Tage' besorgen. Zwei meiner Getreuen, meine Spione, haben mir die Zeitungen von Tettnang, meinem früheren Wohnort, gebracht. Da gab es viel zu fragen und zu erzählen. Ganz Tettnang wußte von den Neuigkeiten. Allerdings sah man mich schon seit je als einen Angehörigen des ,schwarzen Magus' an, ja, ich sei noch hundertmal schlimmer; denn ich habe dies hundertfach durch meine Schwarzkunst bewiesen. Zum Beispiel mit dem Spuk in der großen Hopfendarre, die einem Fabrikanten namens L... in T..., einem guten, frommen Katholiken (der Autor distanziert sich von den Ironien, zitiert aber wörtlich, um das Colorit der Darstellung zu erhalten)
[= Hembergers eigener Einschub], gehört.
Im Jahre 1945 wurden in der großen Hopfendarre beschlagnahmte Möbel aus Heeresgut, wie aus Fabriken und sonstigen Institution von den Franzosen aufbewahrt. Anfangs standen die früheren Gefangenen, also Russen, Polen und Serben, Wache, später französische Soldaten, die durch zuverlässige Deutsche ersetzt wurden. Auch ich war dabei. Im August, in einer schönen, hellen Mondnacht, wie sie hierzulande selten vorkommt, habe ich zu Spaß und Ergötzen meiner Kameraden eine Beschwörung aus dem Stegreif vorgenommen, ohne magischen Kreis oder anderweitige Sicherungen, da ich nie geglaubt hätte, daß eine solche Wirkung möglich sei. Ein gewaltiger Sturm hub an. Die großen schweren Eichentische und wuchtigen Schränke, ja selbst schwere Maschinen purzelten und flogen durcheinander, obwohl selbst 10 starke Männer die Maschinen kaum hochheben konnten. Meine fünf Kollegen und die zwei französischen Offiziere ergriff panischer Schrecken. Der Spuk dauerte von Mitternacht bis zum ersten Hahnschrei um fünf Uhr morgens. Mir selbst standen, offen gesagt, die Haare zu Berge. Trotzdem hatte ich eine diabolische Freude, daß es mir gelungen war, im Freien die Luftgeister ohne jede Vorbereitung zur Manifestation veranlaßt zu haben. Die Evokation klappte wie am Schnürchen. Blitz folgte auf Blitz. Ich zwang die Sylphen, mich in einem Wirbelwind in die Lüfte zu erheben. Tausendmal wurde ich etwa entführt und schließlich in einem Hopfengarten sanft niedergelassen. Alle dachten, der Teufel habe mich bei lebendigem Leibe geholt.
Die beiden hohen französischen Offiziere liefen zu ihren Fahrzeugen und fuhren rasch davon. Ich kam gesund und wohlbehalten aus dem Hopfengarten hervorgekrochen. Meine fünf Wachmänner glaubten bei meiner Wiederkehr, einen Geist zu erblicken. Sie sprangen entsetzt mit weit aufgerissenen Augen und schlotternden Knien davon. Als sie sich beruhigt hatten und wiedergekommen waren, erzählten sie mir, daß sie geglaubt hätten, jetzt zur Höllenfahrt dranzukommen. Drei von ihnen waren katholisch, zwei evangelisch. Den fast 50jährigen hätte das Experiment beinahe das Leben gekostet, da er seit dem ersten Weltkrieg an einem Herzfehler litt. Dieser Mann, Ernst Eis ..., war sehr nüchtern, realistisch und pragmatisch eingestellt: Gott und Teufel, Kirchen und Glauben samt allem Okkultismus galt ihm gleichviel. Er sah alles als Aberglaube oder — wie er sich ausdrückte: 'Dummes, überflüssiges, unnötiges, zweckloses Zeug und Hirngespinste!' — an. Seit Jahrzehnten hatte er keine Kirche mehr betreten. Er erlitt einen solchen Schreck, daß er immer wieder von vorne zu beten anfing: 'Unser Vater, der du bist...', weiter gelangte er nicht. Er kam mir vor wie ein Kleinkind, das in höchster Gefahr unter Tränen vor lauter Angst bloß noch Mama rufen kann. Besonders entsetzlich fanden die Männer, daß ich, während es immer stärker blitzte, donnerte und rumpelte und sie vor Furcht aufheulten, wie ein Besessener frenetisch dazu lachte. Ich empfand ihr Geschrei belustigend. Ich kam mir vor, wie von Satan besessen. Obwohl in einiger Entfernung in manchen Häusern Licht brannte, erschien niemand von der feigen Meute. Die Bevölkerung hatte Blitz und Sturm aus heiterem Vollmondhimmel recht bewußt miterlebt. Der Respekt vor meiner unscheinbaren Person wegen meines Experimentes auf dem Schäferhof wurde in dem reichen Bauernstädtchen zusehends mit Grausen immer stärker erlebt.
Die Älteren bekreuzigten sich vor mir wie beim Anblick des Leibhaftigen, oder sie streckten zwei Finger gegen mich aus. (Der Autor
[= Hemberger]: ein alter abergläubischer Brauch, der insbesondere beispielsweise gegen den bösen Blick oder gegen Vampire im Südosten Europas vor allem angewandt wird.) Meine Kinder wurden gemieden und hatten in der Schule zu leiden. Man sagte offen zu den kleinen, unschuldigen Kindern: .Dein Vater ist mit dem Teufel im Bunde!' Die Kirche kümmerte sich allerdings überhaupt nicht um die ganze Angelegenheit. Die Franzosen hingegen behandelten mich seitdem sehr ehrerbietig."

In der Folge berichtet dann Frater Saturnius, wie er einem seiner größten Widersacher einen Astraldämonen in Gestalt einer Kröte schickte, die sich nachts auf dessen Brust als Nachtmahr setzte. Er betrachtete dies als Vergeltung für die ihm widerfahrene Unbill gerechtfertigt."
[17]


Iznan


„Ich beschwor nach alten, auftauchenden Erinnerungen ein Wesen. In einer eiskalten Nacht stand ich am Gestade des Bodensees, Ich weiß, es war ein Wahnsinn von mir. Aber ich machte die Probe aufs Exempel. Trotz Schneegestöber und eisiger Kälte rief ich den Fürsten Iznan. Mein Wunsch sollte sich erfüllen. Die Wellen des Bodensees fingen an zu rauschen. Der Schneesturm wurde immer wilder. Ehe ich mich versah, war ich in wogende Nebelmassen eingehüllt. Ich fror bald mehr innerlich als äußerlich. Wie in einer Art medialer Trance begannen vor meinem geistigen Auge Jahrhunderte vorüber zu ziehen.
Eine innere Stimme sprach zu mir: „Oh Menschlein, du vergisst, dass der Raum und die Zeit nur Kategorien menschlicher Anschauung sind." Nach einer Weile fuhr das Wesen fort: „Nun bist du in meiner Gewalt. Jetzt bist du mir verfallen."
Ich entgegnete: „Solange ich noch in Fleisch und in Blut bin und meinen Willen sowie die Gedanken kontrollieren kann, vermagst du nicht, mir zu schaden."
In den folgenden Visionen sah ich weltliche und geistliche Würdenträger früherer europäischer Jahrhunderte an mir vorüberziehen. Ich erblickte meine früheren Inkarnationen, sah die Rollen, die auf dem großen und dem kleinen Welttheater von mir gespielt wurden. Ich lernte verstehen, dass mein jetziges Leben das Ergebnis von früher aufgehäuftem Karma ist. Iznan sprach: „Das ist die Schuld deines Lebens.""
[18]


——ooOOoo——



In Göggelmanns weiteren handgeschriebenen Texten lassen sich Worte wie "gefährlich irrisierendes Leuchten in Grün," "Schwefelgeruch," "dreimal Wehe, Wehe, Wehe" entziffern; "das Urböse liegt mir im Blut, das Grauen des Vampirhaften," so z.B. in einem Bericht an Grosche am 1.9.1954. Göggelman weiter im selben Text: "ein Erwachen ein markerschütternder Schrei wie ein Urschrei," "Ich stehe ihm gegenüber Auge in Auge aber mehr ein Mensch in Angst u. Schweiss gebadet, sein Auge Irrleuchtet: ich kenne kein Erbarmen, ich stelle meine und unsere Forderung an den Abtrünnigen Bruder […] er krümmt sich wie ein Wurm."

Angesichts solcher Textstellen erhebt sich die Frage, ob nicht die Katzen–Episode ebenfall eher romanhafter Natur sein könnte. Auch Hemberger lässt dies entfernt durchblicken, wenn er kommentiert, Göggelmann orientiere sich bei diesem Ritual am "schottisch–druidische[n] Taighaim–Ritual," ohne die Leser jedoch darüber zu informieren, was er denn nun genau damit meine oder was seine Quellen sein könnten.[19] Viele Okkultisten wie auch bald deren Gegner ziehen es jedoch vor, alles wortwörtlich zu nehmen.[20]




Beginn der Sogwirkung ab 1968



Der grad aktuelle Grossmeister der Fraternitas Saturni, Guido Wolther (Daniel), ist von Klingsors Buch entgeistert. Am 1.2.1968 wendet er sich einen Herrn Geisler, den er im zuständigen Bauer–Verlag für Hembergers "Experimental–MAGIE" Buch verantwortlich hält:

"Frater Saturnius schreibt mir wörtlich, dass er Frau Grosche nach dem Tode ihres Mannes darum bat die Korrespondenzen ( versteht sich — bei dem Inhalt) wieder an ihn zurückzugeben. Frau Grosche tat das nicht und hat wahrscheinlich rechtswidrig viel Logeneigentum ver… ja wir es ruhig so … verscheuert. […] Das aber ist offensichtlich Diebstahl denn ich müsste die Sachen in Besitz habe, da ich das gesammte Logen–Sekretariat von Berlin übernommen habe. Natürlich wusste kein Mensch was nun alles vorhanden war, denn unser Grossmeister von damals hatte eine sagenhafte — geradezu magische Unordnung in allem was Antiquariat und Loge anbetraf. Zunächst nahm Frau Margarete Berndt das Logensekretariat und nach ihrem Tode der Mstr. Giovanni — mit bürgerlichem Namen Karl Wedler aus Bochum. Ich habe als ich Gr. Mstr. wurde das Ganze genauestens auf seine Vollständigkeit geprüft und dabei in der Tat festgestellt, dass viel aus den Brief ordnern entnommen wordeen war — aber ich machte mir darüber keine weiteren Gedanken — denn wer kommt wohl darauf, dass jemand ohne zu fragen Briefe veröffentlicht die den Schreiber in Gewissenskonflikte stürzen können … hier haben sie es in der Tat getan. Denn Saturnius der bei sehr vielen Menschen in der Tat unter diesem Namen bekannt ist — wird durch seine Praktiken ( Katzenmorden etc. ) nicht gerade zur Idealfigur eines Esoterikers — es schadet dem Ansehen der Fraternitas Saturni — in derem Gesetz steht, dass schwarze Magie aller Art strengstens abgelehnt wird. […] Ich verlange den Namen des Autors."[21]




Selbsteinschätzung 1969



Der ebenso überrumpelte Göggelmann berichtet zwei Jahre nach Erscheinen des Klingsor–Buches dem Grossmeister Walter Jantschik, dem Nachfolger von Wolther in diesem Amt:

"Saturnius" Friedrichshafen, 22. 6. 69
"Salutem in Nomine Demiurgi Saturni"
Meine ehrbare Eminenz.
Mein achtbarer Grossmeister: Jananda, teile Ihnen, aus ehrlichem Bekenntnis für Ihr, wertes Schreiben meinen herzlichsten Dank mit. Sie teilen mir damit daß das viel diskutierte magische Tagebuch in Buchform in Bälde zum Druck kommen sollte. Wie Sie, mein verehrter Grossmeister: Jananda, vielleicht wissen, wurde damals viel Staub aufgewirbelt als das Buch von Dr. Klingsor mit dem Titel: Experimental– Magie im Bauerverlag erschienen ist. Ja man hat mich als einen gemeinen Verräter geschimpft, der so gemein sein kann, um des Mamonwillen, alte u. nur für Logenangehörige Experimenten u. Rituale einfach ohne Wissen des damaligen Grossmeister: Daniel u. des Logenrates ein solches Wissen der breiten Öfentlichkeit preiszugeben! Davon hatte ich gar keine Ahnung, das war ich unter Treueid damals dem früheren Grossmeister: Gregorius, im Vertrauen u. Stillschweigen zur Hand in Briefform übergab, denn ich hatte damals sehr viel an Unannehmlichkeiten mit meiner staatlichen Behörde u. der Polizei durchgemacht, das geht auf keine Kuhhaut. Was habe ich an Versöhnungsgelder an Kirche u. Staat damals bezahlt, denn meine ganze Karieäre stand auf dem Spiele damals, ich hatte nur von überall her Anfeindungen zu erwarten wie Familiäre böse Auseinandensetzungen mit meinem Weibe u. meinen vier erwachsenen Kindern, Geschwistern u. Verwandten das war mein Teil, u. dazu noch in Württenberg der damals noch in Kraft tretende Gauklerparagrph wer Geister oder ähnliches sich öfentlich betätigt kann mit vier Jahren Zuchthaus u. Dienstentlassung rechnen, ja das habe ich damals geerntet u. die Anderen haben durch mein Wissen teuer oft mit dem Leben gespieltes Wissen um des Mamonwillen verkauft! Habe es längst überwunden, als sich alles Aufgeklärt hatte u. wieder den normalen Weg ging, habe ich mich dennoch gefreut, dass ein solches Wissen endlich sich auf den Weg in die Öfentlichkeit fand, wie gesagt bin heute fast darüber ein angesehener Mann in der Literatur u. Geisteswissenschaft, aber an meinem finanziellen Verlust hat mir bis heute niemand geholfen, ich will es auch nicht! Kann nur eines noch dazu sagen als mich damals der frühere Grossmeister: Gregorius, in Friedrichshafen besuchte, sagte er wörtlich damals zu mir, er würde mein Wissen schon an den richtigen Mann bringen, habe damals mich nicht weiter darüber aufgehalten, denn ich wußte u. sagte auch damals zum Bruder: Orpheus
[Horst Kropp — über ihn gleich ein bisschen mehr] wie zum Großmeister: Gregorius, daß seine Zeit bald um ist, unser mein lieber Papa der Großmeister: Gregorius, weinte u. sagte er wisse es, ja ich sollte damals das Amt eines Großmeisters übernehmen, aber ich lehnte höflichst ab, denn ich sah was alles auf uns zukommen würde. [Möglicherweise hat dieses Gespräch 1963 stattgefunden, als Grosche (Gregorius) in Margarete Berndts Auto Walter Englert, Horst Kropp und eben Göggelmann besucht.[22] Auf diesen Reisen verkauft Grosche in entsprechenden Buchhandlungen seine sonst nur Mitgliedern zugänglichen "Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst"] Mein ehrwürdiger Grossmeister: Jananda, mußte es Ihnen, einfach darüb etwas in groben kurzen Zügen berichten. Das mit der Herausgabe des Buches von Dr. Klingsor wäre nicht so schlimm für mich geworden, wenn der Tatort wo anderst hinverlegt, wie vor dem Erscheinen des Buches vom Autor eine Nachforschung angestellt wurde u. über den Stoff wo von meinen magischen Experimenten die Rede ist, wäre mir u. den meinigen viel Kummer, Leid wie in finanzliher Art erspart geblieben. Da ich damals magische Beschwörungen mit positiven Erfolg in der Stadt Tettnang u. später in Friedrichshafen durchführte so mußte es ja Ruchbar werden daß ich es bin, ja man nannte mich überall einen leibhaftigen Satan, ich wäre viel schlimmer als mein dunkler Meist der Grossmeister: Gregorius, sowieso da sehr viel Landbevölkerung lebt u. sehr Abergläubisch veranlagt mit einem gefährlichen Fanatismus, könne Sie, sich vorstellen was mich damals alles an Überaschungen erwartet hatte, seit etwa einem halben Jahr hat sich der Sturm gelegt, aber ich mußte viel an magischen Können ja meine ganze Kraft dazu einsetzen!
Denn es war Leider durch die damaligen Machthabern bekannt, daß ich in verschiedenen Logen wie bei den Freimaurern, Adonisten usw. tätig war so war ich ein sehr schwarzes Schaf u. jede Schandtat oder Gotteslästerung wurde mir zugetraut!
Mein hochverehrter Großmeister: Jananda, habe Ihnen, einiges Material mit Zeichnungen wie eine kurze Biographie meines früheren Lebens geschieldert. Hoffe dass etwas zur Verwendung u. Belehrung dienlich sein kann. Da als Beamter beim Vater Staat bin u. sehr viel versetz wurde, spielte mein früheres Leben mehr in Großstädten ab.
Mein würdiger Großmeister:
Jananda, wünsche Ihnen,
wie Ihrem, anvertrauten
Amt sehr viel Glück u. Erfolg.
Ihr
getreuer
Bruder:
Saturnius.
Werde im Monat Juli gleich den Logenbeitrag: April bis September einbezahlen."
[23]






Auch in der Loge begegnet man ihm mit Distanz. So erkennt Göggelmann selber 1969:

"Mein ehrbarer Grossmeister: Jananda, es ist mir gut bekannt, daß ich nicht besonders belieb bin u. sehr gerne als ein dunkler Magus, ja noch viel schlimmer verschrien bin. Leider kann ich ein bischen mehr als nur philosophieren, es stimmt daß ich oft in schrecklichen Situationen stehe mit Besessenheit u, Auszug meines Astrals bis zur Schwell wo Gevater Tod steht, es stimmt auch daß ich ein harter strenger einsamer oft unverstandener, gehaßter Mann bin. Denn Saturni ist hart aber gerecht, er könnt keine Kompromiße, aber ist ehrlich Treu u. Verschwiegen u. Arbeitsam, aber wenn es sein muß ein abscheulicher Rächer seiner Feinde ob hier oder drüben. Mein Achtbarer Grossmeister: Jananda, lege Ihnen, als ein mediales Geschenk eine Zeichnung bei, wo verschiedene Naturelemente in den Faktoren u. dessen Charackter in der Natur im Kosmos u. im besonders auf veranlagte befähigte dazu geborene Menschen anspricht, in Ein–u. Ausstrahlung der unstofflichen kosmischen Avaters!"[24]




Erinnerungen an Göggelmann viele Jahre später, 1999-2013



Johannes Maikowski, verbunden mit der F.S. seit 1950, Mitglied seit 1955, erinnert sich 1999:
"Von 'Saturnius' habe ich oft bei Gregorius gehört, wenn wieder Briefe von Saturnius als Meisterarbeiten in seinem Büro in der Winklerstraße 9 angekommen waren. Wie oft hat Gregorius zu mir gesagt: 'Hier Immanuel, lies mal!' Und wenn ich mit größter Mühe diese Ausführungen zu lesen versucht hatte, dann waren wir, Gregorius und ich, der Meinung, daß es die konfusen Schriften von einem schwer Geisteskranken sein mußten — nach der Art des Unterschiedes 'zwischen einem Krokodil': Je grüner je schwimmt. Und Gregorius war niemals bereit, dem Bruder Satumius einen anderen Grad für seine Arbeiten als den eines Frater im 4.° zu geben. Von Saturnius weiß ich nur, daß er früher Mönch gewesen war, der trotz lebenszeitlichem Eid aus seinem Orden fortgelaufen war. Saturnius war niemals bei Gregorius in Berlin bei FS–Logen. Er wurde im Ritual aber immer gerufen. Saturnius = Johannes Göggelmann war Briefträger in Friedrichshafen am Bodensee, frühzeitig in Pension wegen Nervenkrankheit. Inzwischen ist er gestorben."[25]

2012 stelle ich Maikowski ein paar Fragen zur Person Göggelmanns. Seine Antworten sind zunächst sarkastischer Natur:

Frage: „Wann haben Sie ihn zum ersten Male kennengelernt?“
Antwort: „Das war im Januar 1961.“
Frage: „Wo war das?“
Antwort: „Das war in Berlin in der Winklerstr. 9 [der Wohnadresse von Eugen Grosche und gleichzeitig dem damaligen Zentrum der Fraternitas Saturni, wo bis zu dessen Tode im Januar 1964 auch die Logentreffen stattfinden].“
Frage: „Was hat er für einen Eindruck auf Sie gemacht?“
Antwort: „Mein Eindruck war überwältigend bei dem Gefühl, vor einem ganz grossen Meister zu stehen.
Frage: „Wie hat er gesprochen,zusammenhängend, mit was für einer Stimme, hoch, tief, schnell?“
Antwort: „Er hat zusammenhängend mit einer tiefen Stimme gesprochen.“
Frage: „Worüber hat er am liebsten gesprochen?“
Antwort: „Er hat am liebsten über die zu schwache Liebe der Frauen und der Männer gesprochen."
Frage: „Wie war er zu den Frauen der Loge?“
Antwort: „Er war äusserst korrekt und hochachtungsvoll zu den Frauen der Loge; er zeigte sich als ein wahrer Verehrer des weiblichen Geschlechtes.“
Frage: „Wie hat sich Eugen Grosche ihm gegenüber verhalten?“
Antwort: „Eugen Grosche hat ihn als sehr grossen Meister verehrt, ja fast „angebetet“.“
Frage: „Wie haben sich die anderen Mitglieder ihm gegenüber verhalten?“
Antwort: „Alle haben ihn verehrt.“
Frage: „War er Vegetarier?“
Antwort: „Ja, er war Vegetarier und zwar ein sehr toleranter unter lauter Fleischessern, so dass er niemanden mit seiner „Tugend“ verletzt hat.“
Frage: „Hat er über seinen Beruf als Postbeamter gesprochen?“
Antwort: „Ja, und zwar begeistert, ein Postbeamter als Vertrauter aller Familien.“
Frage: „Hat er von seiner Mutter gesprochen?“
Antwort: „Ja, und sehr gut; denn sie war ja eine Mutter Gottes für ihn.“
Frage: „Hat er viele Rituale mitgemacht?“
Antwort: „Alle.“
Frage: „Hat er viele Rituale ausserhalb der Loge gemacht?“ Antwort: „Meines Wissens hat er keine Rituale ausserhalb der Loge gemacht. So entfällt die Fortsetzung der Frage: „wenn ja, mit wem?“
Frage: „Wie hat sich [Horst] Kropp/Orpheus [über ihn gleich mehr] gegenüber ihm verhalten: Hat Kropp die Nähe von G.mann gesucht oder umgekehrt?“
Antwort: „Kropp/Orpheus hat die Nähe von G.mann gesucht.“ Also nicht umgekehrt.
Frage: „Haben Sie, lieber Herr Maikowski, ebenfalls den Kontakt mit G.mann gesucht, oder war er Ihnen egal?“
Antwort: „Ich, JM, habe die Nähe von G.mann als einem für mich grossen Meister gesucht.
Antwort auf, was mir sonst noch einfällt: Sein Geruch war nach Olibanum (Weihrauch), er hat sehr gut gehört und zugehört — sogar Gedanken. Seine Manieren waren die einer sehr guten Erziehung, den Damen hat er die Hand geküsst. Ja, er war sehr tierlieb für Katzen und Hunde. Und er war sprachbegabt, er konnte Latein, Griechisch, Hebräisch und Französisch. Ehre seinem Gedenken!"[26]

Maikowski fährt fort, sich sarkastisch zu äussern:
Frage: „Wer hat sich am meisten für Göggelmann interessiert?“
Antwort: „Giovanni [Karl Wedler] wie immer in Geldnot und auch, vor allem [Guido] Wolther/Daniel, der als Berufsspieler wie üblich soeben wieder mal alles Geld verloren hatte.“
Frage: „Was wollten sie alle konkret von ihm?“
Antwort: „Sie alle wollten konkret nur Geld von ihm.
Mir fällt noch ein:
Saturnius/Göggelmann war hilfsbereit. Geld aber besass er keines. Von Geldbeschaffungs–Magie wusste er nichts. Darin war er ein ahnungsloser Anfänger.
[Zur kolportierten Todesursache Göggelmanns, dieser sei auf der Suche nach Nazischätzen im Bodensee ertrunken, später mehr:] Von Nazischätzen hat er nie etwas gewusst. — Blut war im See. Jemand hat es hineingeschüttet Ein skrupelloser Mensch war das wohl, einer der J.G. durch das hineingeschüttete Blut vielleicht absichtlich verläumden wollte. Wir wissen, was Verläumdungen vermögen.
Sie, lieber Herr Koenig, und ich, J.M. —
„Ehre seinem Gedenken!“ sagte ich gestern von J.G. Heute sage ich: „Ein reiner Christ.– Folgt ihm nach!“"[27]

Maikowski schliesst vorerst: "Wir alle habe das selbst damals 1961 erlebt, was Herr G. alles an Sprachen kannte, was er alles übersetzen konnte und in unserer Gegenwart übersetzt hat. Er war sehr bescheiden, und er hat alles, was ich gesagt habe, bewiesen."[28]


Horst Kropp, Walter Englert, Johannes Maikowski, Johannes Göggelmann, Karl Wedler, Margarete Berndt

Auf dem Foto erkennbar gehalten: Horst Kropp (mit normaler Brille), Walter Englert (mit Sonnenbrille und rauchend), Johannes Maikowski (mit normaler Brille), Johannes Göggelmann (mit vor dem Bauch gehaltenen Händen), Karl Wedler, Margarete Berndt.
Osterloge 1962.



Bald drückt sich Maikowski weniger humorvoll aus. Formal benützt er nun die unter Grosche übliche Angewohnheit, im Schriftverkehr Fragen und Antworten zu numerieren.
"1. Wann kennen gelernt zum 1.x?: ...Anfang Januar 1961.
2. Mein erster Eindruck von G. Heute: ...Ein völlig unbedeutender Mensch.
3. Wie haben die anderen Mitglieder auf ihn reagiert? ...Als wenn er nicht da wäre.
4. Wie hat Wedler auf ihn reagiert? ...Sehr freundlich, wie es seine Art bei Neuen immer war, die er gleich geduzt hat.
5. wie Wolther? ...Er hat sich an Göck dran gemacht, als würde G. noch goldene Eier legen.
6. wie Grosche? ...Herablassend, freundlich, eher gleichgültig.
7. wie die Frauen der Loge?...Alle fanden sie ihn abstossend, da er ungewaschen roch. Und *** meinte, dass er schmutzige Unterwäsche tragen würde. Woher sie das nur wusste, konnte ich ja nicht ahnen.
8. War G. ein Einsiedler? ...Ja. Er hat sich den anderen Mitgliedern nicht angeschlossen, und blieb in seiner Ecke sitzen.
9. Kontakt mit Kropp? ...Kropp hat sich an G. angeschlossen und ihm wohl alles geglaubt; denn auch Kropp war ein Einsamer, schon wegen seiner sehr schlechten Augen.
10. Was für Rituale haben die beiden wohl zelebriert? ...Schwarze Rituale, zur Beschaffung von Geld und Frauen, die er als genügsamer Mensch eigentlich nicht zu brauchen schien, wohl aber waren da die Kletten, wie Giovanni und Wolther, die sich wegen ihrer Geldnot an ihn klebten, und bald enttäuscht ihrer Wege auf G. schimpfend gingen. Dagegen hatten sich mit Kropp und Göck zwei gleich unbedeutende Brüder gefunden.
Seine Nähe habe ich nie gesucht; denn ich fand ihn einen unbedeutenden Vielschwätzer, einen Hochstapler, im Beruf ein Nichts als Briefträger, als Kompensation den Kontakt mit allen nur möglichen Geistern, Dämonen, dem Teufel gar? in seiner Darstellung ein höherer Eingeweihter, oder ein Eingeweichter, der sich zu uns armen Sterblichen herabliess. Von Frauen aber hielt er nichts, und sie ihrerseits mieden ihn, wie er sie mied. Ein Egoist, der sich selbst für das Mass aller Dinge hielt. Mich als Dr.md.dent scheint er zeitweilig beachtet zu haben, da Zahnärzte ja nicht gerade arm zu sein scheinen — in einer Loge der Geldnot von ganz oben bis unten.
Das dürften meine spärlichen Erinnerungen an Herrn Göggelmann sein. Den G. hatte ich längst vergessen. Denn es hat mich auch niemand ausser Ihnen, lieber Herr Koenig, jemals an ihn erinnert."
[29]

Zur schriftlichen Behauptung Göggelmanns gegenüber Walter Jantschik 1969: "Gregorius, weinte u. sagte er wisse es, ja ich sollte damals das Amt des Grossmeisters übernehmen,"[30] meint Maikowski: "Das klingt wie abgeschrieben von „Krieg und Frieden“ von Tolstoi: 'Und der Zar weinte...'
Natürlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Gregorius jemals den Göckelmann als GM haben wollte, ganz im Gegenteil. Mir gegenüber hat Gregorius immer so getan, als sei Gögg. ein völlig unbedeutendes, eher lästiges Mitglied.
Mir kommen die brieflichen Äusserungen des Herrn Göggelmann wie die angeblichen geistigen Erlebnisse eines Schizophrenen vor. Nun sind die durchaus üblich unter den 'Auserwählten', die Stimmen hören und durch die Wände sehen und gehen und Visionen einer erträumten Vergangenheit und der Zukunft haben. Bei Sandoz hatten wir einen ganzen Film über die Schizophrenen, vor allem die Künstler unter ihnen, den ich einige Male vor Ärzten vorgeführt und kommentiert habe. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass der sehr nüchtern denkende Gregorius Eugen Grosche auf Gögg. hereingefallen sein soll. Auch in den intimsten Gesprächen, die ich mit Gregorius gehabt habe, ist ein Herr Gögg. nie erwähnt worden, — wie gesagt, ein völlig unbedeutender Mensch, dachte ich bisher, und war im Unrecht, wenn Sie ihn doch so sehr beachten."
[31]

Gefragt, wodurch sich Göggelmanns Visionen von seinen, also Maikowskis Visionen unterscheiden, die er gemäss des Autogenen Trainings nach dessen Erfinder, Johannes Heinrich Schultz (1884–1970), erlebe, meint Maikowski:
"Über die Oberstufe des Autogenen Trainings nach Professor Schultz habe ich viele Jahre nach Gott und Christus gesucht und jetzt erst Erfolge gehabt. Und in der Oberstufe lernte ich das innere Sehen, das meinem Verstand unterliegt, und gut steuerbar ist, und zu Ende ist, wenn die Übung nach einer vorher festgesetzten Zeit zu Ende ist.
Das ist also der Unterschied zu den Schizophrenen, deren Visionen nicht steuerbar sind.
Vorhin habe ich genug über Schizophrene gesagt, derer ich genug als Student und Famulus in der Medizin nach 1956 in der Nervenmedizinischen Abteilung der Charité unter der Anleitung von Prof. Schultz oder seinen Oberärzten kennen gelernt habe, als wir zu Frontärzten ausgebildet werden sollten. Was Sie mir vorhin über Herrn Göck. sagten, passt gut mit den Geisteskranken und ihrer angeblich 'göttlichen Sendung', obwohl Angst zu verbreiten, ja wohl nicht göttlich sein kann."
[32]

Und: "Schon wieder schicken Sie mir die Fantasieprodukte eines armen Nervenkranken, wie ich sie in den letzten Jahren seit dem Ende meines Studiums immer erzählt bekommen und gelesen habe. […] Gregorius war immer für die eigene Praxis und deren Erfahrungen [...] Mit Haschisch, Opium usw. kann man sich also in den Zustand eines Schizophrenen bringen, und ähnliche Dinge erzeugen wie Göggelmann. Nur ist man sich als Mediziner gleich nachher klar, dass es weder Magie noch Zauberei gibt, sondern dass man selbsterzeugten Halluzinationen zum Opfer gefallen ist. […]
Wollen Sie mir noch ein paar 100 Göggelmannscher Ergüsse schicken. Ich muss doch nicht auf jeden Erguss antworten. Irgendwie finde ich es ekelhaft, die Äusserungen armer Kranker der unbedarften Öffentlichkeit preis zu geben. —"[33]


Der Schweizer Richard Tschudi hat Grosche zum ersten Mal auf dessen Urlaub 1963 in Italien getroffen, lebt seit 1966 in Kanada (was sein gebrochenes Deutsch erklärt) und ist heute dortiger Leiter des Ordo Saturni: Richard Tschudi

"Was Goeggelmann/Saturnius betrifft kann ich nur sagen, dass ich ihn nur einmal getroffen habe. Er kam nur selten zu FS Treffen. Als ich ihn traf war er ca. 60 – 65 Jahre alt und hat normal ausgesehen und normal gesprochen. Bruder Orpheus [Horst Kropp] war ein grosser Verehrer von Saturnius. Wie ich durch Gespraeche feststellte war Saturnius hauptsaechlich interessiert 'Beschwoerungen' durchzufuehren. Ich habe gehoert, dass er wenigstens bei einer sochen 'Beschwoerung' eine Katze lebendigen Leibes in einer alten Burgruine verbrannt hatte. Allerdings muss ich sagen das ich das nur gehoert have und nicht gesehen habe. Als ich von solchen Tier–Opfern hoerte war mir der Appetit vergangen und war an Saturnius ueberhapt nicht mehr interessiert. An sochen Beschwoerungen habe ich kein Interesse.
Saturnius war wahrscheinlich ein Angeber. Ein stiller Angeber. Ich glaube er wollte vieleicht nur Orpheus imponieren and andere welche die selben Charaktereigenschaften haben wie Orpheus. Niemand wusste etwas genaues ueber Saturnius und haette Orpheus nicht staendig ueber ihn gesprochen wuerde heute vielleicht niemand von ihm wissen. Saturnius war der geistige Vater von Orpheus. Orpheus ist leider gestorben, er waere eine gute Quelle gewesen fuer Deine Nachforschungen.
Wann und wie Saturnius gestorben ist weiss ich nicht. Niemand hat mir seinen Tod mitgeteilt.
Ich stimme mit Dir ueberein das das Paar Saturnius/Orpheus sehr einsam war. Ich glaube aber nicht dass Orpheus 'ubeliebt' war. Er war eigentlich freundlich aber er liebte besonders 'Beschwoerungen'. Von Saturnius weiss ich nicht ob er unbeliebt war. In vielen Jahren habe ich ihn nur einmal getroffen. Wie ich schon saget in meiner gestrigen e–mail, er hat normal ausgesehen (war also kein 'weirdo' und er hat normal entspannt gesprochen. Er kam mir nicht vor wie ein Fanatiker. Die idee dass er eine Katze verbrannt haben sollte hat mich aber schokiert. Ob er die Katz wirklich verbrannt hat das ist ein Gehimnis welches er in sein Grab mitgenommen hat.

 […]
Es tut mir leid, dass ich Dir nich mehr Informationen geben kann. Saturnius war leider nicht im Zentrum meiner Intressn in der FS."[34]


Eine hier ungenannt bleibende Zeugin und ehemaliges Mitglied der F.S. (eingetreten in der Mitte der 1950er Jahre) will sich demonstrativ "an einen Herrn Göggelmann (Saturnius) nicht erinnern [obwohl sie auf obigem Photo abgebildet ist]. Allgemein möchte ich Ihnen mitteilen, daß ich mich in meiner aktiven Mitgiedzeit [sic] in der Loge verpflichted [sic] habe, keine Auskunft über Logenmitglieder zu geben. Außerdem unterliege ich aus beruflichen Gründen der Schweigepflicht."[35] Höchstwahrscheinlich ist Göggelmann niemals Patient dieser Zeitzeugin gewesen, wie hier insinuiert wird, denn diese hat ihr Staatsexamen erst 1972 gemacht.




Horst Kropp



Gemäss einer Mitgliederliste von 1969 ist Horst Kropp am 24.7.1933 geboren und am 17.12.1960 in die F.S. eingetreten. Sein Logenname: Orpheus. Höhere Grade als der 8°, 12° und der 15° sind bis dato in den Listen nicht zu finden. Von Göggelmann als "meinen innigsten wahren Freund u. Schüler" wahrgenommen,[36] scheint Kropps aktive Mitgliedschaft jedoch bis 1983 eher im Hintergrund stattzufinden. Also bis nach dem Tod von Göggelmann. Davon später mehr.

Rechts: Auf diesem undatierten Foto hält Kropp "Die magische Kraft der Hexenkunst" von Gavin und Yvonne Frost in den Händen. Die beiden gründen 1968 The Church and School of Wicca. Das deutsche Buch erscheint 1976.
°Horst


Johannes Maikowski: "Herrn Kropp habe ich 1961 in Berlin kennen gelernt.
Mein erster Eindruck war der eines verschrobenen Menschen, eines weltfremden 'Dreckmagiers', siehe seine Apotheke! Die anderen Mitglieder haben Herrn Kropp nicht beachtet; er war eben da, das ist alles. Für die beiden lesbischen Damen, die eine hiess Schw. Aquila (der Adler) an den Logennamen der anderen Dame erinnere ich mich nicht. Die beiden Damen schwärmten von ihm, weil er ihnen sehr schönen Schmuck angefertigt hatte. Dafür halfen sie Herrn Kropp bei der deutschen Ausführung seiner Meisterarbeit. Von der Reaktion weiterer Mitglieder der FS, Herrn Orpheus betreffend, weiss ich nichts. Der Hochgradmeister Giovanni (Wedler) hat Orpheus nicht beachtet. Herr Wolther war damals noch kein Mitglied der FS. Grosche hat Kropp so freundlich wie alle zahlenden Mitglieder empfangen. Die anderen Frauen ausser den beiden Lesben da war nur […], die Herrn Kropp nicht beachtet hat. Ja, Kropp war ein Einsiedler. Ich hatte Kontakt mit Kropp, und so hat er mich zu sich eingeladen, seine Apotheke zu besichtigen, was ich getan habe. Bei der Gelegenheit lernte ich auch seine Mutter kennen, als Kropp im Dienst war, und ich auf ihn wartete, den Herrn Staatsbeamten von der Post, wie seine Mutter zu mir sagte.
Ja, ich erinnere mich, dass Kropp der letzte war, der Göggelmann lebend gesehen hat. Er war dabei, als dieser in Blut im Wasser des Bodensees ertrank.
[Davon später mehr] Über Kropp hat niemand jemals gesprochen. Er sah ja dank seiner schlechten Augen niemanden, und wurde auch nicht gesehen.
Das sind also meine recht dürftigen Erinnerungen an Herrn Kropp, der mich von Anfang des Kennenlernens hasste, denn er wollte ja, das Hamupe
[Hartmut Benz] [1983] Grossmeister der FS werden sollte, beide waren sie Schüler von Göggelmann."[37]
"Kropp, der Einsame, nahm die Annäherung der einen oder der anderen Dame als von anderen Mitgliedern wohlwollend bestätigte Zukunftshoffnung, dass er doch noch eine Chance in Richtung auf Frauen hätte. Dafür war er also naiv genug. Dass die Damen mit ihm nur spielten, hat er nicht begriffen.
Kropp liebte erst die eine und dann die andere. Sie taten ihm schön, und nutzten ihn und seine künstlerischen Fähigkeiten aus. Da war die deutsche Meisterarbeit von Orpheus nur ein geringer Lohn. Die Mitglieder sahen dem hochnäsig lächelnd zu, wussten sie doch alle, dass Kropp keine Chance haben würde, mit einer von ihnen ins Bett zu gehen. In der Loge haben die beiden Damen sich abgesondert, und haben für allen anderen Mitglieder eine Mauer um sich gezogen, die von allen respektiert wurde. Die beiden Damen waren als Schwestern, Aquila als Meister (maestra) voll integriert. Für Gregorius war das Dasein der Damen sehr angenehm, da sie beide zahlten. Von einer speziellen Magie weiss ich nichts, so haben die beiden auch niemals etwas davon berichtet. Sie wollten sich nur ihrer Liebe ganz hingeben, und versuchten so wenig Beachtung zu erregen, wie sie konnten. Es waren beides junge Damen im Alter von etwa 25 Jahren. Die Loge konnte von der lesbischen Liebe der beiden nur finanziell profitieren. Beide waren lange Jahre Mitglieder und schlossen sich später den Putschisten unter Giovanni an, so dass ich als 'Verräter' keinen Kontakt mehr mit den Damen hatte. Das obige ist alles, was ich weiss."
[38]
"O.s Meisterarbeit haben zwei Logenschwestern, Ehepaar, darunter Meister Aquila, geschrieben, weil O. ihnen Schmuck angefertigt hat. O. hat es schwer: denn was man mit mehr als 20 Dioptrien sehen kann, können Sie sich vorstellen? Er ist Analphabet. Um so erstaunlicher, dass Drakon [Heinz Conrad, Grossmeister der F.S. von 1978 bis 1982] ihn zum 'Hüter des Rituals der FS' bestellt hat? O. habe ich mal besucht. Und eine sehr dunkle Wohnung mit 'Dreckapotheke'."[39]

Horst Kropp ist über die fehlende magische Arbeit der Brüder und Schwestern bitter enttäuscht. "Bei Gregorius war es noch schlimmer als ich Ihm schrieb das alles [nur] noch auf Bücher verkaufen hinaus lief, da sollte ich aus der Loge austreten."[40]




Die Gemütlichkeit



In der Loge hält man kaum Rituale ab, mehrheitlich wird diskutiert und man pflegt der Gemütlichkeit. Die oftmals seit den 1980er Jahren kolportierte Meinung von Grosches angeblicher Weltanschauung über Feuer und Eis findet sich nur spurenweise in seinen Schriften und kommt, laut Zeitzeugen, niemals über ihr papierenes Dasein hinaus. Ursache dieser Fehleinschätzung sind neue und junge Mitglieder, die Anfang der 80er Jahre dem innerhalb des okkulten Milieus verstaubten Image der F.S. neuen Schwung geben wollen und unliebsame ältere Mitglieder in den Hintergrund zu drängen versuchen.
Leider findet diese rein schriftliche Phantasie Eingang in viele meist von sich als Akademiker tarnenden Okkultisten hergestellten Lexika und andere Rezensionen, die ohne Sorgfalt den Kontext von Grosches eifrigem Schaffen nach dem Zweiten Weltkrieg ausser Acht lassen: Nebst der Logenorganisation, den monatlichen Logenheften, dem Beantworten der vielen meist handschriftlichen und kaum lesbaren Briefe (Göggelmann ist beileibe nicht der Einzige, dessen Schrift nur mit Mühe entzifferbar ist — in der Nachkriegszeit bedeutet die Anschaffung einer Schreibmaschine ein grosser finanzieller Aufwand), der eigenen pekuniären Lebenssituation und dem Unterhalt einer relativ unesoterischen Familie, bleibt höchstwahrscheinlich kaum genügend Zeit übrig, eine detaillierte Weltanschauung aufzubauen und dann auch noch rituell gross weiter als über die damals stereotypen okkulten Freizeitgestaltungen (z.B. Hebeexperimente, Schutzrituale, Meditationen, Evokationen) hinaus zu gehen. Für das Schutzritual schickt Grosche seinen Mitgliedern schon mal kurzerhand eine Fotografie von sich selber: "Stellen Sie das Bild auf und es wird Sie schützen, denn es hat die Kraft eines Symbols, da viele Menschen hinter mir stehen mit ihrem Denken und ihrer Wunschkraft," so in seinem Brief an Göggelmann am 3.8.1954.
Eugen Grosche Fraternitas Saturni Gregor A Gregorius


Grosche stirbt am 5.1.1964. Seine Nachfolgerin im Grossmeisteramt, Margarete Berndt (Roxane), stirbt am 8. Juni 1965, nicht einmal 45jährig. Hermann Wagner (Armi­nius), der Vulkaniseur–Monteur Willi Hauser (Fabian) und Karl Wedler (Giovanni) (Oberinspektor beim Bochumer Ordnungsamt zuständig für die Gaststätten) bilden vorderhand das neue leitende Triumvirat der F.S., währenddem sich Johannes Maikowski (Immanuel) als eine Art konkurrierender Grossmeister in Frankfurt wähnt. Eine Art Neuwahl 1983 scheitert. Davon später ein wenig mehr. Die komplexe Historie der F.S. wird jedoch in diesem online–Artikel in den Hintergrund gestellt — es sei auf meine diversen Print–Publikationen mit den Tausenden von Dokumenten verwiesen. Dasselbe gilt für Guido Wolther und Walter Jantschik, den beiden mit Göggelmann vertrauten Protagonisten, die in der Boulevardpresse ab den 1970er Jahren auftauchen: Details über deren Wirken in der Loge sind in meinen Büchern zu finden.


Guido Wolther Daniel Fraternitas Saturni

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Walter Jantschik Jananda Fraternitas Saturni

Mehr über Walter Jantschik / Jananda



Auch nach Grosches Tod ist wenig von magischer Arbeit in der Loge zu spüren. Dazu Richard Tschudi: "Ich wurde 1963 Mitglied der FS. Ich kannte einig der 'Olttimer'. Unter anderen auch Guido Wolhter und seine Frau. Sowie Roxanne usw. Ich glaube nach dem zweiten Weltkrieg gab es nicht viel magisches Schaffen in der FS. Die FS. wie Du vermutest war mehr ein Treffpunkt von esoterisch interessierten Menschen die miteinander gegessen und getrunken haben und einmal im Jahr das Ritual zelebriert haben.Viele neue Mitglieder hofften un der FS Lehrer zu finden die einem in die richtig Magie einfuehren koennen. Ich war auch ein solcher Sucher, habe aber keine richtig Magie gefunden. Es war aber trotzdem schoen an die Logentreffen zu gehen um mit alten 'Freunden' zu fachsimplen. Wir hatten viel ueber Bardon und H.E. Douval diskutiert. Astrologie war auch ein beliebtes Thema.
Ich vermute, dass waerend der Weimarer Republik in der FS richtig magisch gearbeitet wurde. Aber was da gearbeitet wurde ist alles nur Spekulation. Die Wiedergeborene FS nach dem Krieg war eine 'Literary Society' wo oefters auch Vortraege gehalten wurden. Die meisten okkulten Organisationen sind heute 'Literay Societies' besonders die Rosenkreuzer."
[41]




Die dunkle Seite 1957



Aus Göggelmanns Schriften klingen immer wieder Andeutungen über seine Weltverdrossenheit heraus und es scheint, dass er Grosche gegenüber Selbstmordabsichten äussert. In einem kaum lesbaren Antwortbrief beschwört Grosche nämlich, es wäre "die grösste Sünde wider den Geist und wider Ihre eigne Incarnation und eigne Evolution, wenn Sie so vermessen wären, die jetzige Verkörperung gewaltsam zu beenden ! !"[42] Möglicherweise zur Aufmunterung schickt er ihm am 9.10.1957 ein paar Werbeschriften zum Aufbau eines Studienzirkels und sogar einer Ortsloge: "Es freut mich, dass Sie anscheinend dort Aussicht haben, einen kleinen Studienzirkel zu bilden, aus dem sich später eine Ortsloge entwickeln kann. — Geben Sie den Damen nicht so schwere Kost und vermeiden Sie die dunkle Seite des Demiurgen hervorzuheben, um nicht abzuschrecken. Ich füge einige Werbeschriften bei und müssen ja die Damen zunächst als Mitglieder für die Loge gewonnen werden. Diplomatisch und vorsichtig."
Göggelmann hofft darauf, "dass bald eine erste wahre Stunde im saturnalen dämonischen Aspekte einkehrt in das Leben eines Verachteten Verfolgten wie Verfolger u. Verächter im Fernziel meiner tiefsten Liturgie der Naturdämonen," so in seinem Brief an Grosche vom 3.9.1959.
Die "dunkle Seite des Demiurgen" ist jedoch nicht jedermanns Sache, sicherlich nicht diejenige von Johannes Maikowski, der in der Fraternitas Saturni nur ungern etwas anderes sieht, als eine Bruderschaft Gottes. Auf die Frage, ob er sich denn nicht veräppelt vorkomme, als er erfahren habe, dass sich die F.S. auch mit den sogenannten dunklen Seiten des Demiurgen Saturn beschäftige und er trotzdem am 23.12.1963 von Grosche zu dessen Nachfolger erkoren worden sei, meint Maikowski 2013: "Ehe mir Gregorius die Hand auflegte und mich zu seinem Nachfolger bestimmte, haben wir ausführlich über die saturnische und die katharische Lehre und meine Auffassung von ihr mit dem Ziel der Befreiung durch die erworbene Macht und damit der endgültigen Heimkehr in Gott gesprochen, und Gregorius wusste, dass ich die FS in seinem Sinne und in dem meinen führen würde. Dass ich es nicht konnte, lag an meinen Gegnern, wie u.a. dem Putschisten Giovanni [Karl Wedler].[43] Versucht habe ich es im Gedenken an Gregorius auf jeden Fall. So ist mir der Gedanke an eine 'Veräpplung' nie gekommen; denn ich hatte ja freie Hand, die FS zu führen."[44]




Studienzirkel oder Studienkreise 1965



Was nicht offiziell in der Loge geschieht oder geschehen darf, wird an die sogenannten Studienzirkel delegiert. Diese sichern die Loge gegen strafrechtliche Verfolgung ab, sollten die Arbeiten der Mitglieder gegen geltende Rechtsordnung verstossen. Diese Studienzirkel geben gegenüber der Loge lediglich einen Bericht ab, der dann zumindest im Archiv landet. Sexualmagie wäre so ein Thema, desweiteren fallen Zeremonien mit Drogen, Tieropfer, Evokationsmagie, Spiritismus, Gnosis und Satanismus in den von der Loge abgesonderten Bereich. Diese Zirkel oder Kreise stehen Mitgliedern, wie auch Profanen offen. Dies ist sicherlich im Fall der Sexualmagie von Vorteil. Offiziell gab und gibt es in den Saturn–Logen nämlich kein sexualmagisches 18°–Ritual, wie es von Adolf Hemberger kolportiert wird.[45] Was jedoch in den Zirkeln gemacht wird, bleibt den Mitgliedern überlassen, bleibt privat und ausserhalb der Loge.[46]
Dieser feine Unterschied ist vielen nicht klar und trägt ebenfalls zur Skandalisierung der Loge bei.
Der ehemalige Grossmeister Walter Jantschik berichtet mir in einem Gespräch, dass es nämlich bei ihm genauso geschehen sein soll, wie es Wolther entworfen habe: Über ihm sei im Beisein der damaligen Grossmeisterin Margarete Berndt (Roxane), die nach dem Tode Grosches für kurze Zeit das Amt übernommen hat, dem 18° Hermann Wagner (Armi­nius) und Göggelmanns Freund Horst Kropp (Orpheus) (dessen angeblicher 18° jedoch nirgends in den Unterlagen erwähnt wird) während des rituellen Geschlechtsverkehrs ein Jahr nach seinem Eintritt, also 1965 und kurz vor Frau Berndts Tod, in Frankfurt ein Hahn zum Ausbluten gebracht worden.[47]

"Über unsere [sic] Körper wurde während des geschlechtlichen Verkehrs ein schwarzer Hahn getötet," schreibt Jantschik ebenfalls in einem "Bekenntnis" von 1974 nieder, von dem er aber später behauptet, es sei erfunden worden: Mir gegenüber gibt er jedoch mündlich die Akuratesse dieser Begebenheit zu.[48] Aus der vorhandenen Korrespondenz zwischen Jantschik und Kropp von 1965 ist jedoch nicht explizit erkennbar, ob wirklich von einem 18°–Ritual gesprochen werden kann. Die Rede ist von Klopfzeichen und kleinen Wesen aus dem Astralbereich. Einzig folgende in der Luft schwebende Passagen weisen auf andere Absichten hin: "Bitte Nie Sperma oder Blut verwenden als Kondensator! [...] Das Bild Exorial [davon gleich mehr] mach sich nebenbei auch noch bemerkbar. Wir müssen erst genügend theonische [? unleserliche Stelle in der Handschrift] Kräfte anziehen damit wir nicht von den dämonischen Kräften überwältig werden. Das sage mal Therion [Crowley]."[49] Die beiden diskutieren später, ob für Evokationen auch das Blut eines weissen Huhns genüge und dass man im Erfolgsfalle sich in Geheimhaltung üben müsse. Beim gemeinsamen Tischrücken bei Kropp zuhause hilft anschliessend dessen Mutter mit — den dazu benötigten Tisch hat er sich zuvor eigens zimmern lassen: "Die Geistwelt ist über unseres treffen schon informiert."[50]




Kurze Zwischenbemerkung



An dieser Stelle möchte ich den Blick des Lesers auf die äusseren Lebensumstände von Göggelmann, Jantschik und Kropp hin wenden: Die Familie von Göggelmann scheint seine okkulten Tätigkeiten eher abzulehnen ("Familiäre böse Auseinandensetzungen mit meinem Weibe u. meinen vier erwachsenen Kindern, Geschwistern u. Verwandten"),[51] Jantschiks Familie (ähnlich wie Grosches Familie) steht dem Treiben gleichgültig gegenüber (wie ich bei mehreren Besuchen bei ihm zuhause und seinen eigenen Aussagen zufolge selber feststellen kann), während Kropps Mutter ihrem bei ihr wohnenden Sohn bei einigen Experimenten zu helfen scheint. Wolthers wie auch Maikowskis Gattinnen sind aktive Logen–Mitglieder. Diese heterogene Familienzusammensetzung habe ich übrigens auch in den verschiedenen O.T.O.–Orden beobachtet.




Exorial 1954 und 1966



In der gleichnamigen, fragmentarisch wirkenden Kurzgeschichte aus dem Buch mit demselben Titel von Eugen Grosche wird Exorial, ein weiblicher Dämon und Vampir, mithilfe "eine[r] magische[n] Arbeit im Gradus pentagrammatus,[52]dem magischen Grade des Ordens des O.T.O."[53] in einem Spiegel zur Erscheinung gebracht und "zur Manifestation" gezwungen. Der evozierende Magier erliegt bald darauf einem Herzschlag. Die am Ritual beteiligte Frau begeht Selbstmord. Der Maler, der das Wesen Exorial während des Rituals gezeichnet hat, stirbt, in der Kurzgeschichte, in einem Konzentrationslager. Eugen Grosche Gregor A Gregorius Exorial


Auch Johannes Göggelmann interessiert sich in der Vollmondnacht des 17.5.1954 für das Exorial und die Zahl 9. Im Ritual taucht er ein Siegel in sein eigenes Blut, sein Bericht bleibt jedoch erstaunlich kurz: Rauschen, Licht in den Regenbogenfarben, neunmal ein glockenähnlicher Klang, eine Stimme: "Verhalte dich ruhig und schweige arbeite an deiner Vollendung…" Johannes Goeggelmann Exorial Saturnius


Dafür sind ein paar Briefe seines Mitstreiters Horst Kropp (Orpheus) erhalten geblieben.

Anfang 1966 versucht Kropp, das Wesen auf dem Umschlag des von Eugen Grosche 1960 publizierten Erzählbands "Exorial", auf dem eine junge Frau abgebildet ist, zu beschwören.[54] Kropp ist im Besitz des Originalgemäldes, das in seinem Schlafzimmer hängt. Er fühlt sich von ihm bedroht und "isoliert" es "mit schwarzer Kunstseide mit Pentagramm."[55]
Exorial


Im Januar 1966 erhält Walter Jantschik Rat von Kropp in Sachen Exorial: "Das mit Exorial ist wohl eine Tauchung, es sei denn Sie haben Exorial gerufen! An erotischen erlebnisen können viele Ursachen schuld habe, meistens sind es die Gedanken als einfallstor. Ebenso gestaute Geschlechtskraft die sich dann den weg frei mach durch Pulotine [Pollution?]. Das Betasten ist harmlos u. ist noch lange kein Angriff. Ein richtiger Angriff findet meist nur auf der Astral–Ebene stat und dann müssen Sie schon grauenhafte Schmerzen fühlen. Das Betasten ist ein zeichen von erwachen bestimmter Seelen–kräfte."[56]

Kropp sucht nun Anweisungen beim aktuellen Grossmeister Guido Wolther (Daniel), dem Vorgänger von Jantschik in diesem Amt: "Wie ist es welche dinge macht ein Wesen geneigt das es sich bei einer Beschwörung zeigt liegt es auch oft am Magier, denn meistens arbeitet doch ein Magier ohne ein Medium. Nun wie ich weis kann man das Wesen nicht zwingen zu erscheinen man kann nur die günstigen voraussetzungen schafen. Was mich besonders interesiert, ist, läst sich überhaupt ohne einen Pakt mit einem Wesen etwas erreichen? Wie verhandeln Sie dann? Meistens verlangt doch ein Wesen auch seine Freiheit und das muss man halten? Also praktisch gesehen kann man nur soviel erreichen als man selbst auch dan Freiheit zahlen kann oder? Ein Pakt ist doch auch nichts anders als das man die geleistete arbeit vom Wesen selbst akzpetiert. Ist es möglich das ich mich so isolieren kann das mich Exorial nicht belästigt? Ein Pentagram an Kopfend des Betes hilft nicht! An was mag das liegen? Das Bild hängt in meinem Schalraum [Schlafraum?] und ist mit schwarzer Kunstseide mit Pentagramm Isoliert! In diesen Zimmer kommt aber sonst niemand rein ich mache es selbst sauber."[57]


Kropp (geboren am 24.7.1933) und Johannes Göggelmann (geboren am 10.7.1905) arbeiteten nun magisch zusammen. Details sind nicht bekannt. "Br. Saturnius hat mal geschrieben das Er im Astrall nicht an mein Bett ran kommen konnte. Er wusste natürlich nicht das ich den Dolch an Bett hatte." Kropp macht sich Sorgen: "Was ist mit Br. Saturnius los. Er ist jetzt ganz anders u. schreibt so merkwürdig. Wahrscheinlich wird bald einer sterben, vielleicht haben wir dann ruhe." Dasselbe gilt für Karl Wedler: "Mit Giovanni ist nichts gutes mehr Er ist irgendwie in Angst u. fühlt sich nicht wohl in seiner Haut."[58] Ein paar Tage später richtet Kropp einen Hilferuf an Guido Wolther: "Helfen Sie Ihm das er uns erhalten bleibe."[59] Wolther schickt Kropp daraufhin Meskalin. Dieser beklagt sich aber fortan bei Walter Jantschik über Wolthers mangelnde Unterstützung: "in Kelkheim [dem Wohnort Wolthers] macht man nichts!" Dafür erlebt Kropp mehr mit seinem Besuch aus einer anderen Welt: "Nun das Wesen tut Deinen Körper ablecken, es verrichtet gewissermassen eine Arbeit an Dir. Dadurch bist du denn gut geschütz gegen andere einflüsse, immer ruhig bleiben dabei."[60] Horst Kropp Orpheus

Horst Kropp / Orpheus




Johannes Göggelmann am 22.7.1969 an Walter Jantschik



" […]
Mein hochverehrter Freund Grossmeister: Jananda,sehe etwas wie wenn durch eine gewiße ehemalige amtierte Person, eine kleine Unstimmigkeit u. Hetze gegen andere Logenangehörige entsteht, hoffe nur daß man mich in Ruhe läßt, denn sonst könnte ich mein wahres saturnales satanisches Gesicht voll zeigen. Lieber Freund Bruder Grossmeister: Jananda, glauben Sie, mir ganz ehrlich, dem wo ich die Treue geschworen habe halte ich auf Gedeih u. Verderb genau so im Gegenteil, wenn man mich in eine pure Verleumdung zerrt, ja dann kann ich ohne eine Wimper zu zucken, einen solchen unfairen windigen Hund von einer Kreatur, durch magische Flüche ins Scheeol befördern! Bin sehr lange mit mir ins saturnale esoterische urgöttliche dämonische Gericht gegangen, im grossen Verzicht u. Opferdienst mit der stoischen Ruhe die nur ein Mensche besitzen kann, der allen Verlockungen wie finanziellen Vorteilen wiederspricht! Glauben Sie, mir im vollsten Vertrauen von Bruder zu Bruder, daß meine Wenigkeit zu jeder Zeit in der Lage ist, sich zu wandeln u. einzuzeihen wenn es sein muß, in sich, u. durch mich in eine jede Person hinein zuschlüpfen u. als zweites: ICH zu wirken! Fragen Sie, doch den ehemaligen Grossmeister: Daniel, als die arg verzwickte Affäre mit seiner Ehehälfte im vollsten Gange war, u. der arme gute Freund als Bruder u. Mensch wie Grossmeister: Daniel damals in eine sehr undefinierbare ungute Lage kam.[61] Was ich damals alles durch Gesichte wie magisches Manipulationen aufzeigte, ging bis heute in ecakter Weise in Erfüllung! Oder fragen Sie, den sehr enttäuschten lieben armen Bruder: Dia, der in Scheidung lebt, aber nicht durch seine Schuld in eine solche böse ungute Lage kam. Alles was ich dem lieben Bruder damals wie heute sagte, bewahrheitet sich fast ins kleinste Detail. Oder meinen innigsten wahren Freund u. Schüler den Bruder u. Meister: Orpheus [Kropp]! Mein achtbarer Freund Grossmeister: Jananda, nicht daß sie, von mir eventuell ein falsches Bild bekommen, oder in Versuchung geraten, ich werde mich aufspielen wollen, oder mich als einen Halbgott hinstellen, nein es sprechen nackte Tatsachen, die mich als Mensch selbst als Unheimlich vorkommen u. ich mich vor mir fürchte! Da ich ein Saturngeborener bin, mit einem Janusgesicht, das in guter positive, wie in böse negative Spiralen meines Schicksals (Karma) bis heute haarscharf unerbitlich verläuft, nach dem karmischen saturnalen urgöttlichen dämonischen kosmischen Gesetzen. Was schon der große Nazarener Magus Jeschtar Jesus Christus: sagte du wirst nicht von Dannen kommen, bevor du nicht den letzten Heller bezahlt hast! Habe viel ja zu viel in meinem jetzigen Lebensabschnitt an guten wie wie bösen scheußlichen Jahren, Monaten, Wochen, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden erlebt.
Meine würdige Eminenz, Freund Bruder Grossmeister: Jananda, ich kann nic anderst als ich war u. bin von Anfang der Uhrzeit bis heute. Es ist mir persönlich im vollsten Bewußtsein daß ich keinen natürlichen Tod sterbe, bin ich ein Außgestossener eine Spott u. Dreckkreatur der ohne Gande einst vor dem Hüter der Schwelle steht, als ein dunkler aber ehrlicher Bruder im Raison des dunklen Demiurgen: " Saturni!" Denn auch der im Wissen steht, weis daß er nichts weis, mit zuckenden blutenden Herzen muß er sich vor dem Baumeister aller Zeiten wie ein Wurm im Staube wälzen! Möchte behaupten daß ein Durchschnittmensch leichter bequemer lebt als ein Wissender der von sekunden zu sekunden durch Milliarden von Höllen durchlebt u. dennoch eine armselige sterbliche Kreatur vor den Sönen des Lichts wie der Finsternis bleibt, das ist der größte Schmerz der dem Eingeweihten Halbgott die Eingeweiden verfrießt!
Glauben Sie, mir ehrlicher mein eigener stinkender Kadaver eckelt mich an, ja meine eigene Brut kommt mir vor wie ein Fraß der Götter. In meinem Alter kennt man keine Sentimeitalität auch braucht man kein Mitleid, man steht in den höheren Sphären, der Kegelschnitt ist überrundet, man ist ein Eigener nur der Körper bindet noch an die Materie!
[…]"

Jantschik ist zu Ostern 1969 ins Grossmeisteramt gewählt worden, um die finanziellen Ungereimtheiten seines Vorgängers Guido Wolther (Daniel) zu bereinigen. So beklagt sich Göggelmann, nachdem er trotz korrekter Einzahlungen an Wolther eine Mahnung vom Logensekretär Stanislaus W. Wicha (Andrzey) erhalten hat: "Sehe sicher nicht ein dass ich für etwas zur Verantwortung gezogen werden kann, was damals verbummelt wurde von gewißen Herrn [gemeint ist Wolther].[62] Bin auch zu jeder Zeit bereit in der Loge aktiv mitzuarbeiten, alles Ehrenamtlich! Wie Sie, inzwischen durch meinen vorletzten Brief erfahren haben bin ich genug für rein nichts geschädigt worden an Ansehen wie in finanzieller Hinsicht! Sollte man aber darauf Bestehen, daß ich eine Rückwirkende Zahlung erstatten müßte, dann trete ich aus der Loge aus, so leid es mir tut, denn ich bin kein Krösius bin im Naziereich fast um alles gekommen, durch Verrat einer Teufelin von Weibsperson, u. zudem gehe ich bald meiner Pensonierung entgegen! Da ich leider nur ein kleiner Beamter bin, ist meine Pension nicht zu hoch zum bescheidenen Lebensunterhalt bemessen!" Jantschik beruhigt Göggelmann, Wicha "arbeitet sehr eigenwillig und selbständig" und hofft nach Bereinigung der Unklarheiten auf weitere Zusammenarbeit.[63] Entnervt legt Jantschik jedoch ein paar Monate nach seinem Amtsantritt im Herbst sein Amt nieder und verlässt die Loge. Nach ihm folgt der erst vor einem halben Jahr eingetretene 40jährige Pole Wicha (Andrzey) als neuer Grossmeister, aufgenommen an derselben Osterloge 1969, an der Jantschik ins Grossmeisteramt gerückt ist.




Domino–Effekt 1970



Ab 1970 nehmen die Boulevardmedien die Esoteriker und Okkultisten ins Visier. Allen voran fungiert der Journalist Horst Knaut, der 1970 erstmalig Göggelmann via Hemberger in seinem Buch "Rückkehr aus der Zukunft" für die grössere, nicht–esoterische Öffentlichkeit zitiert. Horst Knaut


Bei Knaut wird Hembergers eigenwilliges Transkript folgendermassen verkürzt:
"Mit einem schwarzen Schleier umhüllt und mit einem menschlichen Totenschädel im Gepäck begibt sich ein Mann zu mitternächtlicher Stunde in eine abgelegene Burgruine. Hier schachtet er eine schwarze Katze und malt mit dem Blut magische Zeichen auf die brüchigen Steinfliesen aus dem Mittelalter. Aus einem Rauchgefäß läßt der Mann Bilsenkrautqualm ins Mondlicht emporsteigen, und in einem Holzfeuer verbrennt er den Menschenschädel. Nach diesem Vorbereitungsritual beginnt er die Geister von Verstorbenen anzurufen. In seinen Visionen führt er Gespräche mit Dämonen, die ihm erscheinen [...].
Der Mann, der nachts mit schwarzem Schleier und Totenschädel in die alte Burgruine zieht, um Geister zu beschwören, gehört als »Frater Saturnius« einem magischen Orden an, dessen Mitglieder vor allem im Rhein–Main–Gebiet, in Hamburg, Berlin und Hannover in tempelartigen Weiheräumen ähnliche magische Riten praktizieren. »Frater Saturnius« ist Postbeamter in Friedrichshafen."
"Denken Sie nur an Frater Satunius, den Briefträger vom Bodensee … Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Mann davon überzeugt ist, er mache der Menschheit und sich selbst ein Geschenk mit seinem Verhalten."
[64]

Hemberger, der ebenfalls Eingang in Knauts Buch gefunden hat, fühlt sich durch diesen falsch dargestellt und meint ausserdem, sich schützend vor Göggelmann stellen zu müssen. "Ich verlange öffentlichen Widerruf, Streichung der entsprechenden Passagen und Diskussion in Fernsehen und Rundfunk mit Ihrem Autor, sowie angemessenen Schadenersatz für den angerichteten idellen und materiellen Schaden. […] Was über Frater Saturnius berichtet wird, ist in entstellter Form meinem Werk entnommen (siehe, Rückkehr... Seite 15 und Seite 43). Alleinbesitzer des literarisch außerordentlich interessanten Werkes des Frater Saturnius, in Handschrift verfaßt, bin ich. Auch seine Ehrenrettung wird von mir hiermit verlangt." [65]


Mittlerweile hat sich Guido Wolther mit Hemberger angefreundet und versorgt ihn mit Interna. Es wird sogar kolportiert, dass er speziell für Hemberger sexualmagische Zeichnungen anfertige, die dieser dann emsig in Umlauf bringe. Oscar Schlag, der Hemberger besucht, erinnert sich mir gegenüber, dass dieser ununterbrochen an der Universität das Kopiergerät für seine Publikationen verwendet habe: Hemberger beginnt ab 1971 in kleiner Auflage im Eigenverlag über die Fraternitas Saturni zu publizieren, d.h. seine Fotokopien zu verkaufen. In der Folge bringt er erneut Göggelmann und andere Exponenten der F.S. ins Spiel[66] und geniesst vorerst noch die Aufregung, die er veranstaltet. So meint er, Feuer durch Explosion zu verursachen, während Oscar Schlag, der selber Einfluss auf viele Okkultisten nimmt, Feuer lediglich durch Reibung erzeuge.




1971, vier Jahre nach seinem Klingsor–Buch versucht sich Adolf Hemberger an einer Analyse:
"Das Magische Tagebuch des Frater Saturnius



"Das seinerzeit beim Großmeister Gregor A. Gregorius (= Eugen Grosche) hinterlegte magische Tagebuch enthüllt Dimensionen der Ritualistik 'schwarz–magischer' Art, die Batailles, Taxils, Rosens, [unleserlich, da von Hembergers Hand überschrieben] 'Dichtungen und Wahrheiten' über den Palladismus, Luziferismus und Satanismus bei weitem übertreffen.
Der Saturnbruder gibt rituelle Zeichnungen und Charakteres, Sigille und Symbole, die für den Kenner der schwarzen Magie an Eindeutigkeit nichts mehr zu wünschen übrig lassen! So gehört zum Beispiel das Tier stets als religiöser Mittelpunkt dazu, das als 'Gott, Dämon und Ahne' (siehe Findeisen) erlebt wird. (Tieferer Sinn der sogenannten Baphomet–Rituale). Die totemistisch ausgeformten Rituale zielen auf den Avatar mit dem als Symbol des Gottes erfaßten Tier hin. Als stärkste Kraft erweist sich für den im animistisch–totemistisehen und fetischistischem Denken verhafteten Menschen die Sexualität, die religiös verwandt wird (So auch sodomistische Rituale).
Die Körper und damit auch die Seelen tauschen sich aus nach magisch–totemistischer Vorstellung. Die Ekstase wird von den templerisch–yezzidischen Yallah– Rufen begleitet.
Frater Saturnius berichtet nicht nur von seiner Kenntnisnahme baphometischer Kulte (Sodomie), sondern auch der Teilnahme an Schwarzen Messen in moderner Form. Er verherrlicht Luzifer als die heilige Schöpferkraft und Satan als den Fürsten des gerechtfertigten Aufstandes.

[Hemberger fügt handschriftlich oberhalb der von Schreibmaschine getippten Zeilen ein: (Als δαίμονας im Immermann'schen Sinne). Schüler des Fra.'.Saturnius ist der Fra.'.Orpheus.] [Horst Kropp]
Jules Bois' Werk über den Satanismus und die Magie scheint für das Fraternitas Saturni–Ritual der zeremoniellen Magie Pate gestanden zu haben. Dessen Arbeiten sind jedoch nicht nur sexual–magischer Art, sondern wie bei Yoga und Tantrismus wird die Schlangenkraft entdeckt und entwickelt, das Männliche und Weibliche als Pol aufs Höchste gesteigert, um durch Verweigerung der natürlichen Erfüllung zur höchsten Vergeistigung durch ihre Sublimierung zu gelangen und angeblich transzendente Kräfte (sichtbar) zu evozieren und sich dienstbar zu machen. (Man siehe hierzu die rituellen Anweisungen der Geheimbriefe der Fraternitas Saturni 1 und 2). Außerdem erstrebt man hiermit philosophische, d.h. erkenntnis–theoretische Ziele. Ferner gibt es eine Praxis des Grauen Ordens, der außerhalb Deutschlands arbeitet, der homosexuelle und lesbische Sexualität für rituell–evokatorische Zwecke zu verwenden pflegt (Die sogenannte Graue Magie). Auch Rituale der Antike, der griechischen, ägyptischen und phönizischen Bockskulte und in der Templer–Gnosis wiederkehrende Praktiken sodomistischer Art (Franz Spunda — Baphomet — Frater Sponsorius — OTO) finden Beachtung. 'Sodom und Gomorrha', 'Aarons Tanz um das goldene Kalb' und Reste mittelalterlicher Tierverehrung haben bis heute noch teilweise in Geheimkulten sich erhalten können. Auf solche Spuren weisen auch die Forschungsberichte über die kretische Stierverehrung, wie der Kult des Heiligen Cyprian in Ägypten oder die von Ovid in der Ars Amandi erwähnte Liebe Pasiphae zu einem prachtvollen weißen Stier hin, der auf seiner Stirne einen Stern als Symbol trug.
Das Saturnritual des Frater Saturnius folgt dem Heptameron in Form und Inhalt einer 7–Tage–Ritualistik. (Man siehe hierzu Strößner–Bachhausen 'Freimaurerei und Magie', der einen Abdruck des Heptameron bringt). Der obere Demiurgus Saturn wird angerufent 'Sanctus Saturnus, Sanctus Saturnus, Sanctus Saturnus. Sedes sapientiae, Causa nostrae laetitiae, Vas honorabile, Rosa mystica tu Patris Filius!'
[letztes Wort handschriftlich]
Es folgt die Lobpreisung Luzifers (der sogenannten Höheren Oktave des Saturns) und eine Abhandlung über Satana (weiblich und männlich gesehen) als Pforte zum magischen Erkennen ('Pit porta Satana').
Sodann folgen Erlebnisberichte über die von Frater Saturnius vorgenommenen Beschwörungen des Dämonen der Saturnsphäre 'Fürst Iznan'. Die saturnische Gnosis endet mit dem Zitat des Carducci–Hymnus:
'Salute o Satana
o ribellione
o forza vindice
della ragione ...'!
Wiederum wechseln Meditation und Reflexionen über Saturn mit Schilderungen vorgenommener Evokationen ab. Frater Saturnius zitiert den Meister Therion
[= Crowley]: 'Ich habe nie gegen das Licht gesündigt. Ich habe niemals gegen das Luzifer–prinzip verstoßen'.[67]
Frater Saturnius Erkenntnisse gipfeln in der Behauptung:
'Das Christentum und die Technik seien Ausdruck höchster Verzweiflung des Menschen. Sie hätten zum Skandalen in philosophischer und existenzieller Sicht geführt. Man müsse deshalb den Menschen den Erlösungsweg der Saturngnosis zeigen.
Dominus illuminatio mea et salus mea quem timebo, Satanos'.
Für den Saturnbruder gilt es, die 'Tat' zu vollziehen, um die Grundkräfte der esoterischen saturnalen Lehre in die Wirklichkeit zu übersetzen. Allerdings muß ein esoterisch– saturnaler Bekenner nach Frater Saturnius durch die tiefste Hölle hindurchschreiten, wie ein Forscher, der notfalls sein Leben für seine Erkenntnisse einsetzen muß. Saturnius glaubt, daß dann die fernen Welten wie kometenbeschwingt kämen, um in das Dasein des im Dienst des kosmischen Prinzips stehenden, erwachten Menschen zu treten.
Die Enderkenntnis sei, daß es zwar viele erscheinende Götter gäbe, aber nur einen einzigen vorhandenen wahren Gott. Dies sei die Endstufe des magisch–erwachten Menschen, Ziel seiner Experimente, Meditationen und Imaginationen, gleichgültig ob es sich um die Beschwörung des sogenannten eigenen Genius gehandelt habe, um durch Gebete invozierte Kräfte oder durch (mit magischen Mitteln) gewaltsam forcierte und zur Personifikation gezwungene Genien der uns angeblich umgebenden größeren Welt.
'Wenn der Finger der Ewigkeit (schreibt Saturnius) uns berührt, vergeht der Glanz der Welt.' Die unerschöpfliche Kraft des Lebens zeige sich im saturnalen Erkennen.
(Siehe Br.'. Saturnius (d.i. Göggelmann, Johannes), Magisches Tagebuch des Frater Saturnius, Fr.'. Sat.'., 2 Bände, Berlin 1958, Manuskript, Friedrichshafen/Bodensee und Tettnang): 'Servus tuus sum ego! Notum fax: mihi, Domine, finem meum, ut sciam, quid desi mihi!'"
[68]




Meine Analyse













Vom psychologischen Standpunkt aus finden sich in den kaum überschaubaren Briefen und Zeichnungen Göggelmanns Verhaltens– und Gestaltungstendenzen, deren gefühlsmässig verstärkte Phsyiognomisierungen den Versuch illustrieren, zu einer fremden Umwelt eine Beziehung herzustellen, indem man ihr ein ausdrucks– und bedeutungsvolles Gesicht verleiht. So wie generell in vielen Kunstwerken der Okkultur veränderte Bedeutungserlebnisse und Beziehungssetzungen Ausdruck finden, deren Tendenz zur Formalisierung (Expressionsunterdrückung, pseudo–wissenschaftliche Erklärungen) der Emotionalität entgegengesetzt scheint und dazu dient, unerträgliche Gefühle zu beherrschen, fällt auch die Reduzierung auf isoliert und verloren wirkende Bildmotive auf, die z.B. Göggelmanns Einsamkeit innerhalb der Fraternitas Saturni aufzuzeigen scheinen; Isolation, die sich auch in Logorrhoe, d.h. einer kaum mehr überblickbaren Anzahl von Briefen und Schriften äussern kann.
Hier öffnet sich ein Ansatz zur Gnosis. Hyperaktive Tendenzen und überbetonte Akzentuierung von Bewusstseinsinhalten (alles wird z.B. saturnisch–satanistisch interpretiert) unterstützen das Symbolbedürfnis nach neuen Bedeutungsträgern. Dadurch entsteht ein Zustand der Veränderung der Wahrnehmungs– und Verhaltenskonstanten. Dies führt zu einem veränderten Ausdruck der Kreativität.

Göggelmanns schöpferischer Ausdruck will ihn sich selbst als Mensch erklären, seine Biologie, seine Beziehung zu Gott (oder den Dämonen) und seine Position innerhalb der Fraternitas Saturni. Göggelmanns Zerrissenheit spiegelt sich im Formalen. In ungelenk wirkenden Zeichnungen finden sich vollkommen isolierte Gestalten, handkehrum wird beinahe jeder Millimeter des Blattes ausgefüllt. Manchmal wirken die Gestalten weich und rund, andererseits fahrig, zackig und beinahe in geometrische Strukturen aufgelöst; manchmal sind die Zeichnungen mit dickem Strich ausgeführt, manchmal erscheinen dieselben Motive eher leicht hingeworfen. Gerne bedient er sich pseudo–wissenschaftlicher Formalismen: Schematischen Darstellungen, Geheimzeichen, Diagrammen, Experimentanleitungen und einer Spezialistensprache. Diese Art Geometrismus könnte als Weghalluzinieren der Geschlechtlichkeit, der sexuellen Wünsche gedeutet werden. Und nährt sich nicht die Sperma–Gnosis / Sexualmagie letztlich von kontrollierter/unterdrückter Sexualität? (vgl. mein Aufsatz über die "Sperma–Gnosis").

In Göggelmanns Unterlagen lassen sich jedoch keine Hinweise auf praktisch ausgeübte Sexualmagie finden.







Für seine Zeichnungen lässt sich Göggelmann gerne inspirieren. Eine seiner Quellen ist ein Buch über Tätowierungen von Maleen Pacha: "Herz in der Hose" (München 1960):






Johannes Göggelmann, 1969: "Sekundärstrahlung des Menschen!"



"Es gibt keinen Stoff, keine Materie, keine Substanz im Weltenraum, die nicht strahlen würde. Vor vierzig Jahre, als man mich damals von gewissen gebildeten Kreisen einen Scharlantan nannte! Gewiß es war zu damaliger Zeit eine sehr gewagte Behauptung, u. doch habe ich durch Versuche einen Beweis erbracht, durch eines Strahlungsexperiment, mit einem lebenden Objekt u. einer Mittelsperson, wie meine Wenigkeit der Operateur! Durch dieses Experiment wurde mir schlagartig klar, spezieller Beziehung auf unsere Sinne sagen können, dass sie eine bestimmte Schwingung benötigen, um wahrnehmen zu können. Betrachten wir in das Gehör, nach dem berühmten Physiker: Savard, der auf dem Gebiete der Akustik wertvolle Arbeiten geliefert hat, wissen wir, dass zu dem tiefsten Ton 16 Schwingungen, u. als Grenze für die höchsten Töne 48000 Schwingungen nötig sind. Es wird für den Bruder wie Schwester interessant sein, wenn ich nebenbei noch anführe, dass tiefste Ton beim Manne 190, der höchste Ton, den er hervorbringen kann, 678 Schwingungen in der Sekunde macht! Die Frau enstimme ist nach unten im Durchschnitt mit 472, nach oben mit 1606 ( Schwingungen pro Sekunde begrenzt!



Wenn Jemand in der Lage ist, noch höhere Schwingungen pro Sekunde wahr zunehmen, was nur sehr wenigen Individien gelingen mag! Wie gesagt wenn noch höhere Schwingungen pro Sekunde zustande kommen, wofür unsere Wahrnehmungsfähigkeit gar nicht mehr ausreicht, nach welchen Gesetzen bestimmen wir dann eine solche Erscheinung der physischen Welt? Wir dürfen ohne eine Wimper zu zucken ruhig zugeben, dass wir durch sehr viele Schwingungen in unserem Dasein gehen, die sehr hoch sind, formen sich dann zu Strahlen der(Licht–Kraftstrahlen), diese Strahlen aber, trotzdem sie abertausende von Schwingungen pro Sekunde erregen, zu schwach sind, um von uns bemerkt zu werden. Außer es ist ein Jndividieum das schon im Mutterschoß mit solchem Vacum des Hören oder Sehens der Allsphären gespikt ist Oder durch strenges hartes Training dazu gelangt dem All wie der — ewigen Natur das große urgöttliche Geheimniss abtrotz, was nur sehr wenigen Jndividien mit großer Mühe, Geduld, Energie mit Überwillen gelingt, aber in den häufigsten Fällen zum Wahnsinn führen kann! Aber gerade diese Tonwellen bzw. Strahlungen, die zu schwach sind, um und in Tönen bemerkbar zu werden, wiederum aber zu nieder sind, um als Lichtstrahlen sichtbar zu werden, gerade diese, in der Mitte schwebenden, Strahlungen besitzt der Mensch in seinem Körper seiner feinsten Organen, u. unter der Kontrolle im erwachten Geistmensch seines Willens, befähigt ihn zur Tat der Magie wie jeden okkulten Tuns! Man kennt dieselben unter dem Wort "Magnetismus", dem ich auch zwecks Erzielung besonderer wie abnormaler Wirkungen den Namen: "Aschwalon... beigelegt habe. Was ich bei Experimenten mit aschwahlonischer Kraftströmungen heraugefunden habe, werde ich demnächst mitteilen! Trotzdem noch heutzutage unsere exakten Gelehrten noch nicht einig darüber sind so werden sie aber noch nie behaupten können, dass der Mensch nur eine Maschine oder ein Körper wenn er stirbt dann verwest u. aus ist. Der nur durch den sogenannten Instinkt geleitet werde, die Zusammensetzung des menschlichen Körpers kennen wir zur Genüge, u. dass derselbe Strahlungen aussendet, wissen wir auch, glaube dass es Andere auch wissen. Notabene dass der Mensch aber ausserdem noch etwas gewisses " Etwas" besitzt, kann nicht mehr geleugnet werden, ob nun dieses " Etwas" ––– Seele, Ego, Spirit, Pneuma usw. genannt wird, bleibt sich gleich, dass aber diesem " Etwas" auch Schwingungen inneliegen, u. dass mit Verbingung der materiell körperlichen Schwingungen eine Strahlung ausgelöst werden kann, die absolut gar nichts mit Phantasmagorien oder Halluzinationen, Visionen oder suggestiven Beeinflussungen zu tun hat, liegt nach den bereits meinerseits sehr vielen exakten klaren Versuchen auf der Hand!


Meine erste Experimenten!

Mein damaliger Freund Alois Haller, wie ein Freund von Haller mit Namen Cherwatzki u. dessen Freunding Luzia Alesandra waren meine Partner bei diesen Versuchen! Keiner von diesen drei Personen waren in irgend einer Weise sensitiv veranlagt, ich mußte mir die größte Mühe geben, sie alle in einen magnetischen Schlaf zu bringen, was mir aber nie ganz gelungen ist. Nun nach verschiedenen Berechnungen auf Grund meiner immer wiederholten Versuchen, Erdstrahlen endlich zu neutralisieren, probierte ich dann folgendes: Mein Freund Haller stand an der gegenüberliegenden Wand des Versuchsraumes (X, siehe Skize ). Ungefähr ein 1/4 der Gesamtlänge des Raumes zwischen Objekt (X) u. Operateur (Q) also mir, stand diese Dame Alesandra, die eine Hand in die Strahlungslinie hielt. Ich stand selbst an der Rückwand (O) u. hinter mir legte ich eine Porzellanplatte (O) mit einem Durchmesser von 19 cm bei 6mm Stärke. Das Objekt hielt die Hände ausgespreizt vor sich hin u. ich begann mit einer + u.= Strahlung verstehe, werde ich am Schlusse dieses Aufsatzes erklären. Die Mittelperson (+) hält nun eine Hand, die Handfläche nach der Strahlrichtung u. kontroliert die Strömung. Sobald nun das Objekt (X) den Zug in seinen Fingerspitzen spürt, trete ich inter die Platte, u. zwar so, das beide Daumen meiner Hände auf die Peripherie derselben zeigen. Fühle ich nun eine Kühlung an den Handflächen, so ziehe ich dieselben von der Platte seitwärtz nach links u. rechts zurück, nach wenigen Sekunden fängt der Rand der der Porzelanplatte an: Blau–grün zu leuchten, es kommt sogar öfters vor, dass sogar, ein weitere leuchtender Ring entsteht, wie wir es von dem Saturn wissen! Es kann auch ein großer Zusamenhang beim Experiment der Fall sein, da ich ein Saturn– geborener bin, denn meine Aura steht stets in dieser Strahlungsatmosphäre.
Die Wirkung ist folgende: Zuerst folgt ein gewaltiger kalter Zug, den das Objekt (X) einfach folgen muß, ob es will oder nicht. Der Drang wie der unheimliche Schauer zu kommen verstärkt sich in dem Verhältnis, als das Objekt sich dessen willentlich u. körperlich sträubt.
Erste Strahlung 222 Erregung.+ , ! Es wäre nicht nur interesant, wenn die Logenangehörige dieses Experiment in einen Versuch nehmen würden' , ich sebst wenn es mir die Zeit erlaubt, bin in der Bemühung dieses aschwohlanische Gebiet noch besser auszubauen u. meine so gewonnen Erfolge den Logenangehörigen zur Verfügung zu stellen!

II. Fortsetzung!

"Sekundärstrahlung des Menschen"!

Dieser Versuch soll vorerst nur eine Übung sein für solche Brüder u. Schwestern, die sich dann ein weiteres Arbeitsfeld im Bereich der okkulten Wissenschaften erreichen wollen. Eigentlich sollte jeder Mensch sich mit den spirituellen pneumatischen Urquellen der Gottheit im vollsten höheren Bewußtsein abgeben. Denn erst der erwachte Geistmensch ist der wahrste Mensch, der Mensch muß über alles Orientiert sein, um sich u. sein Karma zu Erkennen um seiner Talenten u. Fähigkeiten bewußt einzu setzen zu können, das möge der Wahlspruch für viele sein! Aber habt nur Acht in eurer Achtung vor Euch selbst u. Eurem Können, so habt Ihr das beste Mittel, das zu erreichen, was Ihr begehrt. Sage Euch nichts ist soviel wert, als wie Ausdauer mit steeter Beharrlichkeit im Willen des Wollen. Habt aber in sehr großer Acht daß ihr, Euch nicht selbst an die Protosphäre der Auflösung begibt, der Scheidwand von den Dingen an sich, hinter den Dingen steht stetz das große Nichts. Gewiß wäre ein Genie dazu die böste Lösung, aber das Genie zögert, schwankt u. wird auf halben Wege müde, die Beharrlichkeit, Energie mit festen Willen im Wollen reißt alle Schranken des Unmöglichen hinweg!

"So hab ich heute Dir gegeben,
die Richtschnur, die Dich zu
mir weist, Und die in Deinen
Erdenleben so Du mir, u. Dir wünschest,
nie zerreißt"!

Schematische Darstellung eines elektronischen magnetischen kosmischen pneumatischen: Ein u. = Ausstrahlungsfeldes!





Schwingungen!

Um in das Reich der Schwingungen einzudringen, müssen wir verstehen lernen, das Schwingungen dadurch hervorgerufen werden durch Begewung u. das Energie aller Ursache jeder Bewegung ist. Ein ruhender Gegenstand wird durch Energie in Bewegung gesetzt, nenne sie: Stoss, Wurf, Dampf, Hebel, Sturm usw., u. kommt erst wider in den Zustand der Ruhe, wenn die Energie ausgewirkt, ausgeschwungen hat. Die Quelle aller in uns ruhenden Energien ist unser spiritueller pneumatischer transzendaler kosmischer Jmpulz, der die Materie zur Tat befiehlt, gleich dem Zustande der Bewegung. Trennt sich aber der unstoffliche transzendaler kosmischer Jmpulz, das Ego u. Materie, was geschieht, wenn die Bedingungen des Zusammenseins aufgehört haben zu sein, dann tritt der unstofflich Jmpulz, das Ego ein in den Zustand der Ruhe u. die Materie löst sich auf! So folgerte ich vor bald über vierzig Jahren, dem Gebiet des Wahnsinn, dass auch diese Krankheit heilbar ist, das mich durch ganz gewisse Experimente lehrte, dass das, was ich an den damals betreffenden Menschen u. mir selbst fluten sah u. nicht vermag zu benennen wusste, ganz gewisse verkehrte negative Schwingungen seien. Habe damals so eine ähnliche Skize angelegt, dass die Schwingungen vom Knie ausgingen u. zwar durch die Bewegungen setzen des Beins durch einen leichten Stoss oder Druck von einer bestimmten Kniemuskel. Es zeigten sich mir drei Schwingungen:
1. wellenartige, rhythmische, als die der des gesunden normalen Sinnes , 2. unrjytmische, scharfer, wilder Zickzack, als die eines kranken unnormalen Sinnes, 3. eine bestehend aus gradlinigen Schwingung unterbrochen von rhytmischen der Wellenlinien, die ich leider nicht benennen konnte, u. bis heute mir ich noch den Kopf darüber zerbreche aber ohne auf das Geheimnis zu kommen. Aber gewiss ist das zwischen den Extremen Punkt– 1 u. 2 noch sehr viele Variationen von Schwingungen ja von ganz bestimmten Positiven wie Negative Valenzen gibt, muss sich wohl jeder Geistwisschenschaftler im Klaren darüber sein, ohne dass er Okkultist zu sein braucht! Um aber tiefer in das Gebiet der verschiedensten Schwingungen einzudringen ging ich biss zur Grenze des Unmöglichen heran, also zwischen Sein und Nichtsein, erreichte ich durch bewusstes tiefes aber sehr schmerzlichen in der Atemtechnik mit einer äussersten gefährlichen Selbstsuggestion aber im Hellwachsein aller meiner fünf Sinnen, es heist meiner acht herangezüchteten Sinnen, ging ich aus mir heraus, es war u. ist heute noch so wie wenn man Stirbt, eine sehr schmerzhafte Tätigkeit die gleich einem Schüttelfrost mit Fieber bis zum Erbrechen folgt, der ganze Leib erstarrt zur eisigen Kälte aber jeder Nerv wird dadurch belebt, es ist der mystische Tod. Und man kreist um einen Kern gleich dem Atom nur muß man sich hüten daß man nicht vom Sog hinweg gezogen wird, es ist als schrumpfe da alles zusammen u. man befindet sich unter einer azurbläulichen hellen großen Kugel. Begreife hiermit sehr gut dass viele wahre ernste Streber sich vor diesem oft abscheulichen Experiment scheuer u. mit Recht, denn den diese ekelhafte schleimige übelrichende undefinierbare Masse, von halb Tier u. Mensch wie Schlange kann da einem schon die Lust wie Freude nehmen um weiter zu experimentiere Notabene wär aber dieses besteht der hat bestanden, denn der kann sich in alle Naturreiche wie Wesen u. Tieren , Menschen, Sternen bis ins Gestein hinein versetzen, ein solcher Mensch ist ein Magus


II!

Schwingungen!

Also kam ich damals dazu, es heist es ist bis heute noch so bei mir der Fall gegeben, nur leider habe ich schon zwei ganz gefährliche schnell aufeinander folgende Herzinfakte in innerhalb drei Jahren überstanden dadurch, will ich nur damit aufzeigen wie gefährlich so ein Experiment sein kann, überhaupt wenn man über sechzig Jahren ist! Also kann man die Schwingungen anderer Personen wie der unstofflichen Aggregaten im ganzen Volumen der Exalität auf den Nenner hin feststellen u. einwirken je nach dem Umstand nach auch neutralisieren Schwerer aber als dieses war es damals, das geliehen Gut, als unstoffliche, (Geister) die ich rief wieder zu verbannen, ich stand damals vor einer sehr schweren tötlich verlaufenden Operation, verursa durch mein damaliges Motorrad, wo ich in einer steilen Paßstraße verunglückt war, aber im Zustande außerhalb meiner Fleischeshülle stand, das mir damals meine Nervengeister u. mein Blutplasma im portionalen Zustand mich am Leben erheilt! War über achtundvierzig Stunden in einem totähnlichen Zustand befangen, es wurde damals ein Totenschein ausgestellt, ich habe damals schmerzlich darunter gelieten, ich könnte da in einem abnormalen Tranzezustand Lebendig begraben werden, denn ich sah u. hör alles, aber ich ging durch alle einfach hindurch, ja ich lag damals schon im Sarge, es war damals für mic jungen gescheiten u. voller Taten bewußten Mann eine schwere Prüfung, denn ich wollte noch nicht mit vierundzwanzig Jahren in die kalte dunkle Grube hinfahren Alles andere bin ich nicht in der Lage zu geben obwohl ich ein sehr kalter Mensch bin u. sehr hart mit mir heute noch umspringe, keine sentimentalitäten nach mich befasse sondern den gebenen nackten Tatsachen ins Auge sehe, aber dieses grauenvolle Erlebnis habe ich bis heute noch nicht überwinden können, trotzdem ich auch im Kriege war u. so manches erlebt hatte, ist u. bleibt ein dunkler Fleck in meinem Urgrund Mensch zurück!
Bringe noch eine ganz kurze Form meiner Resultate Sinnesschwinungen ein in fünfGruppen 1. Schw.R.l, d.h. der rhythmische, gleich Sonnen u. Wärmewellen. 2. Schw.R.2, d.h. der ruhende, gradlinige. 3. Schw.T. d.h. der Tastschwingungen. 4. Schw.D. d.h. der Differenzschwingung, unrhythmische.
5. Schw.Q. d.h. der Ein=u. Ausschwingungen im gegebenen Polarverhältnis zur Quantität u. Volumen der inderfirtierten Masse zum Verhältnis der Quantentheorie!"




Boulevard 1972



Als Horst Knaut auf Guido Wolthers sexualmagische Rituale und Zeichnungen stösst, publiziert er ab 1972 in den grad auf der modischen 'Sex and Crime'–Welle reitenden konservativen Wochenillustrierten "QUICK" und "NEUE REVUE" des Bauer–Verlags über die "Religion der wilden Lüste" des Schweizer Ordo Templi Orientis, wo er ebenfalls ein von Hemberger in Umlauf gebrachtes 18°–Ritual von Wolther und sexualmagische Elemente aus Eugen Grosches Kurzgeschichtenroman "Exorial" von 1960 zitiert.


Friedrich–Wilhelm Haack (seit 1969 hauptamtlicher Beauftragter der Evangelischen Landeskirche für Sekten– und Weltanschauungsfragen) schlägt in dieselbe Kerbe wie Knaut, und zusammen lösen sie eine La­wine von Boulevard–Artikeln[69] und Berich­ten[70] aus. Friedrich-Wilhelm Haack


"QUICK" wirft sich 1973 in einer Artikelserie mit voller Wucht auf die Okkultisten. Unter dem Titel "Die Satansmörder" wird in der Ausgabe 11 vom 8.3.1973 tüchtig auf die F.S. eingeprügelt und Göggelmann als Beispiel herbeigezerrt: "Bei einem nächtlichen Satansritual quälte der Kultwahnsinnige Johannes G. eine Katze zu Tode. Er zog dem Tier das Fell über die Ohren und verbrannte das Katzenfleisch in einem offenen Kultfeuer. Er wollte ein magisches Ritual zelebrieren und mit 'höheren Mächten' in Kontakt kommen.
Noch etwas ganz Unheimliches geschah bei diesem Gruseldienst: In dem Feuer verbrannte der Mann nicht nur das Katzenfleisch, sondern auch einen Menschenschädel, der aus einem Skelett stammte.
Das geschah am Bodensee." etc. etc.

Der anonyme Autor, hinter dem sich höchstwahrscheinlich Horst Knaut verbirgt, entlarvt den Autor des Klingsor–Buches nun öffentlich als Adolf Hemberger und zitiert auch aus dessen 2. Buch über die F.S., nämlich demjenigen von 1971 (das eigentlich ein Bund Fotokopien ist) mit dem hochtrabenden Titel "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen Bünde im Deutschen Sprachraum Mitteleuropas — Der mystisch–magische Orden Fraternitas Saturni", als Quelle der Göggelmannschen Katzengeschichte. Dies ruft die Pressereferentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft Bonn–Bad Godesberg, Hilke Stamatiadis–Smidt, auf den Plan, von der am 19. Juli 1973 ein Leserbrief publiziert wird. Darin distanziert sie sich ausdrücklich von Hembergers Behauptung, dass er dieses im Eigenverlag erschienene Werk über die F.S. mit Förderungsmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert habe. Dieses Werk sei in keiner Weise unterstützt worden, wird ihm nun öffentlich widersprochen. Hemberger habe lediglich im Jahr 1968 ein dreimonatiges Forschungsstipendium in Höhe von 4490.– Mark bewilligt bekommen. Die Herausgabe des Buches sei aber keinesfalls finanziell unterstützt worden.

Die immer mehr zunehmende Zurückweisung innerhalb okkulter und wissenschaftlicher Kreise macht Hemberger in der Folgezeit schwer zu schaffen. Er stirbt relativ einsam und verbittert im Jahre 1991.



Im Zuge journalistischer Tätigkeiten besuchen Knaut und Haack gemeinsam Walter Jantschik am 22.3.1974 in seiner Wohnung in Lehrberg. Jantschik ist für die beiden Aufklärer von grossem Interesse, ist er doch 1969 für ein halbes Jahr Grossmeister der Fraternitas Saturni gewesen und 1970 hat das F.S.–Mitglied Paul–Günther Diefen­thal im "Auf­trag Ba­phomets" Jantschiks Schwager, den Bauarbeiter Josef Göttler erschossen.[71]
Haack luchst Jantschik nun drei Briefe von Johannes Göggelmann ab und unternimmt den misslungenen Versuch, zwei dieser Briefe und den Text "Sekundärstrahlung des Menschen" zu transkribieren. Haack spricht in seinem Vorwort von "vorrationaler Orientierung""In den 'Saturnius–Briefen' ist von Wissenschaft und Menschenverstand, die durch sinnliche Wahrnehmung kontrolliert werden, nichts mehr zu finden." Der SekundärstrahlungsText findet sich in dieser onlineVersion nun à la Göggelmann oberhalb dieses Kapitels wieder, einer der Briefe an Jantschik ist eingangs dieses Artikels vollständig wiedergegeben, der andere im Kapitel "Selbsteinschätzung 1969".[72]

Unter dem Namen Aythos publiziert Jantschik später selber Interna der F.S. in Haacks Verlag Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen (A.R.W.).[73]

Ob Göggelmann etwas von den Verzerrungen in der "QUICK" mitbekommen hat, ist nicht bekannt. Der ebenfalls an den Pranger des Boulevard gestellte Schweizer O.T.O. erhebt jedoch Klage gegen Horst Knaut und dessen Folgeartikel im Wochenblatt "NEUE REVUE", verliert aber in den meisten Punkten und zieht sich die nächsten Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit zurück.[74]


Um den Blick auf Göggelmann nicht zu verlieren, wird in diesem online-Artikel auf die Skandalisierungen um Guido Wolther und auf den Mord im Umkreis Walter Jantschiks nicht eingegangen. In meinen Büchern finden sich disbezüglich minutiöse Details.




Göggelmann stirbt ungefähr Mitte der 1970er Jahre



Die genauen Umstände bleiben mysteriös.
Dazu Johannes Maikowski:

"… Schätze im Bodensee; die die Nazis dort versenkt haben sollen ... Allerdings kannte ich den ehemaligen katholischen Mönch Saturnius nicht als solchen, aber anschliessend als Logenbruder (Immerhin hat er Gregorius und später auch mich immer als 'Meine Imminenz' angeredet) den Herrn Briefträger und Staatsbeamten Johannes Göggelmann, einen stattlichen gross gewachsenen Herrn 'Magier', den Meister der FS Saturnius, den Kropp/Orpheus und nach ihm als sein Schüler auch der Amtsanwalt Hartmut Benz 'Grossmeister Hamupe' kannten und unbegreiflicher Weise verehrten, da ich nie grosse magische oder religiöse Kenntnisse ganz im Gegenteil bei ihm festgestellt habe, ein Hochstapler, an den die Leute geglaubt haben.. Saturnius Tod im Bodensee soll mit seiner Beschwörung der Nymphen wegen der SS–Schätze, die die Nymphen ihm heraufholen sollten, in der Gegenwart und der Hilfe von Herrn Kropp/Orpheus, zusammenhängen, wobei Saturnius ertrunken sein soll. Man hätte den Leichnam aus dem Wasser gefischt ohne alle Schätze. (Weitere magische Details erspare ich mir, die für Sie sicher nicht ursächlich für das Geschehen sind.)
Zu den magischen Details: Die recht fehlerhafte Magiekenntnis hat natürlich bei Saturnius Vorbereitungen zur Beschwörung der Nymphen zur Beschaffung des Nazi–Goldes ganz versagt; denn das lernt schon jeder Schüler der Magie, dass man Nymphen niemals mit Blut beschwören darf; denn damit unterschreibt man sein eigenes Todesurteil. Und so fand sich der „Magier“ ersäuft blutend im Bodensee wieder und zwar schon ertrunken und ohne Schätze in Gegenwart von Orpheus/Kropp, der als einzige das genaue Todesdatum kennt oder gekannt hat. Er soll ja schon tot sein. Saturnius Todesdatum kenne ich nicht. Mir wurde dieser Tod nur so nebenbei mitgeteilt, nicht 'speziell' als hätte man diesen gewaltsamen Tod schon erwartet. Es könnte Wilhelm [Wilhelm Uhlhart, geboren 1915, Mitglied seit 1953, nach dem Amtsabtritt 1982 Heinz Conrads als Grossmeister der F.S. Berlin deren kommissarischer GM bis zur Neuwahl eines regulären GM 1983. Davon gleich ein wenig mehr] gewesen sein, der mir das als ganz belangslos mitgeteilt hat.
Zu den magischen Details: Wer Nymphen gewinnen will, muss ihnen natürlich Süssigkeiten, vor allem Zucker, zukommen lassen"[75]
"Beim Tod des Saturnius war ich nicht dabei: es ist mir später nur erzählt worden, dass Saturnius das Blut von von ihm frisch geschlachteten Tieren in das Wasser des Bodensees geschüttet hätte, in dem die Nymphen lebten, aus dem Herrn Saturnius die Nymphen die Kisten mit den Nazi–Schätzen an das Ufer des Bodensees holen sollten. Den Rest kennen Sie, dass keine Schätze sondern nur der blutige Leichnam des Herrn Saturnius im Uferwasser gefunden wurde. Das Todesdatum von Saturnius kenne ich nicht. Meines Wissens und dem Wissen meiner Frau nach müsste das vor dem Jahr 1980 gewesen sein."[76]
"Das Todesjahr von Herrn G.mann, in dem er in Gegenwart von Herrn Kropp, dem Berichterstatter, ertrunken wurde, könnte 1977 sein. Meine Frau hat den Herrn G. nicht kennen gelernt."[77]


Auf dem Foto der Osterloge 1978 ist Göggelmann nicht mehr zu sehen.[78]

Auf den früheren Fotos von 1962, wo er erst 57 Jahre alt ist, wirkt er schon ziemlich vergreist.



Rechts: Walter Englert, Johannes Maikowski, Johannes Göggelmann, Margarete Berndt, Karl Wedler.
Osterloge 1962.
Walter Englert, Johannes Maikowski, Johannes Goeggelmann, Margarete Berndt, Karl Wedler


Somit endet hier die Darstellung vom Wirken des Johannes Göggelmann in der F.S. und die unmittelbare Folgewirkung in der Öffentlichkeit und innerhalb der Loge.




Echo 1979


Adolf Hemberger selber wird den Geruch des Okkultismus nie mehr los. Ihm wird von allen Seiten eine zu enge Nähe zu seinen Studienobjekten attestiert und so nimmt sich Knaut 1979 erneut in seinem "Das Testament des Bösen" seiner Person an. Natürlich dürfen die stark gewürzten Ingredienzen des Boulevard, wie "666", "Ritualmord", "Charles Manson", "Aleister Crowley", "O.T.O." "Schwarze Messe von Thelema", "Sexualmagische Experimente" und dergleichen in diesem Machwerk nicht fehlen. Horst Knaut Das Testament des Boesen Reuckkehr aus der Zukunft


Auch Göggelmann findet postum Eingang in das Buch, und zwar unter dem Titel "Woher stammt der Totenschädel?":
"Die magischen Lehren und Praktiken der Geheimgesellschaft Fraternitas Saturni gehören in Bereiche, die stark an die vulgär–okkultistischen Rezepturen und an den Abwehrzauber aus dem »6. und 7. Buch Mosis« erinnern. Ein magisches Experiment, das der in der Fraternitas Saturni angesehene Frater Saturnius (Postbeamter G. aus F. am Bodensee) erlebt haben will, sah so aus:
Frater Saturnius ging bei Vollmond in eine nahe Burgruine, um dort Dämonen zu beschwören, die ihn mit seinen Urahnen in einen geistigen Kontakt bringen sollten. Er hatte sich seinen schwarzen Ordensmantel angelegt, Weihrauch, einen menschlichen Totenschädel sowie eine schwarze Katze mitgenommen. Nach Anrufung seiner magischen Schutzheiligen zog er in der Mitte der Burgruine mit einem Stock einen magischen Kreis, um seinen Standort vor bösen Einflüssen abzusichern. Er entzündete ein Buchenholzfeuer. In die heiße Glut legte er den menschlichen Schädel, schächtete die schwarze Katze und warf das tote Tier mit in die Glut. Die aufsteigenden Dämpfe inhalierte er. Sie inspirierten ihn, mit Dämonen in Kontakt zu treten, die ihm genaue Kenntnisse über seine Urahnen vermitteln sollten. Seine »Inspiration« unterstützte er mit Schnaps. Schließlich seien ihm Gesalten
[sic] erschienen, die für ihn unverkennbar seine Ahnen gewesen sein müssen. Auch ein Rabbi war unter den Angerufenen, und so ist Frater Saturnius sicher, daß seine Ahnenkette bis ins biblische Jerusalem zurückreicht ...
Mag der Postbeamte aus Süddeutschland auch noch so viele Erkenntnisse über seine Ahnenkette gefunden haben, die entscheidende Frage ist doch wohl: Wo hatte er den menschlichen Totenschädel her? Dabei denkt man unwillkürlich an die Crowley–Gläubigen von Kalifornien, die sich ihre Ritualrequisiten stets auf sehr direktem Wege beschafften."
[79]




Verschiedene Grossmeister



Das Grossmeisteramt ist in vielen Orden und Logen ein grosses Diskussionsthema. Der Tod eines Logengründers oder Grossmeisters stellt die Mitglieder immer vor dasselbe Problem, das jeweils auch bei den O.T.O.–Gruppen auftaucht, sobald ein Oberhaupt stirbt: Als was kann die Gruppe weitergeführt werden? Als geistiges Gebilde oder als weltlicher, juristischer Verein? Es entstehen Splittergruppen, die sich oft kreuzen, verschmelzen und sich dann wieder voneinander distanzieren.

Inzwischen ist 1977 Stanislaw Wicha in Abwesenheit "wegen Vernachlässigung seines Amtes ein­stimmig von seinem Posten" als Grossmeister der Fraternitas Saturni abgewählt worden. Der neue Grossmeister wird ein Jahr lang Joachim Müller (Horus). Der Enthusiasmus der Logenmitglieder hält sich jedoch ebenfalls in Grenzen. So folgt ihm 1978 Dipl. oec. Heinz Conrad (Drakon) als Grossmeister, der sich genauso wenig beliebt macht. Er tritt 1982 aufgrund seiner zunehmenden Sehbehinderung zurück, was an der Osterloge 1983 eine Neuwahl erfordert. Interims-Grossmeister ist der 18° Wilhelm Uhlhart (Wilhelm).

Bislang in der Loge eher unbemerkt geblieben, hat mittlerweile Horst Kropp etwas ausserhalb ein Intermezzo im Zusammenhang mit der selbsternannten Satanspriesterin Ulla von Bernus, dem Club Belphegor und einem mysteriösen Ordo Orienti Satani gesucht. [Details dazu in meinen Büchern.]
Bei der umstrittenen Wahl Maikowskis zum Grossmeister zu Ostern 1983 darf er nun jedoch endlich eine Hauptrolle in der Loge spielen: Er stimmt als einziger gegen Maikowski.

Dazu Maikowski: "O[rpheus = Kropp]. ist eng mit Hamupe = H[artmut]. Benz befreundet, den er ja bei der Wahl wie alle anderen Meister zum Grossmeister wählen sollte. Nun tauchte ich Immanuel unerwartet damals in Günzburg auf, und wurde von Wilhelm als Grossmeister vorgeschlagen. Und darauf hin hat die Mehrheit mich zum GM gewählt. So habe ich mir den Hass von Orpheus zu gezogen."[80] Es folgen endlose Querelen und letztendlich unterliegt Maikowski: Grossmeister wird Benz.

Um diese Zeit ist die F.S. Berlin eh schon entzweit. Die ehemalige Ortsloge Bersenbrück hat sich unter Dieter Heikaus (Set–Horus, 1942 –2007) als Ordo Saturni abgespalten. Alle Meister und Hochgrade, die Grosche noch persönlich gekannt haben, laufen spätestens 1987 zu dieser neuen Grossloge über. Einzig Kropp bleibt bei der Berliner F.S. und ist dort das einzige Mitglied, das Grosche noch persönlich gekannt hat. Seine Utensilien gehen nach seinem Tod an die F.S. weiter, so auch das Originalgemälde, das Grosche als Vorlage für den Umschlag seines Buches "Exorial" gedient hat.[81]


Maikowski zieht sich bis zum Jahr 1993 zurück und gründet dann die Communitas Saturni (bald in Communitas Soli umbenannt). 1997 ruft er die Großloge Gregor A. Gregorius Der FS in Kaiserslautern (GAG) ins Leben, die sich (ohne seine Zustimmung) 2003 mit der F.S. zusammenschliesst.
Die alte und ausgelaugte F.S. Berlin unter Benz füllt sich langsam mit neuen und jungen Mitgliedern.
Die Details dieser Ereignisse sind in meinen Büchern nachzulesen.

Rechts: Wilhelm Uhlhart und Johannes Maikowski, circa 1993.
Wilhelm Uhlhardt  Johannes Maikowski




Wandel der Loge



Die modernen saturnischen Logen geben sich heute einen anderen Anstrich, als noch unter Eugen Grosches Zeit, der 1964 verstorben ist. Die boulevardeske Gier verlangt nach Sensationen. Das gilt für Aussenstehende wie auch für einige der modernen Mitglieder. So bin ich selber mehrmals enttäuschten Neuankömmlingen an Logentreffen des Ordo Saturni begegnet, denen das "alles zuwenig satanistisch" schien oder man "hier gar keine Geschäftsbeziehungen knüpfen" könne.

Das esoterische und okkulte Milieu hat sich, pararell zu den gesellschaftlichen Veränderungen im Abendland, ab den 1970er Jahren grundlegend verändert. Im deutschsprachigen Raum wird von politisch wie auch religiös motivierten Kritikern um diese Zeit der Begriff Jugendreligion für einige Neureligionen erfunden, in deren Kontext manchmal ebenfalls O.T.O. und F.S. subsumiert werden.[82]

Und die sexuelle Revolution?
Generell sind von in vereinsähnlichen Logen und Orden praktizierten Formen von Okkultismus kaum neue gender–Codes zu erwarten, denn wer unsichtbar unter den Unisex–Kutten und eventuell Kapuzen steckt, bleibt bedeutungslos, im Vakuum und Stillstand.[83] So haben keine neueren gender–spezifische Denkmöglichkeiten Eingang in die verschiedenen F.S.–Logen und deren okkulte Aktivitäten gefunden, während in internationalen okkulten Gruppen das Bewusstsein von den Klischees Sexualität, gender, männlich weiblich, den Topographien der Geschlechter und deren Repräsentation doch langsam in Bewegung zu geraten scheint. Dass deshalb in den Saturn–Logen, damals wie heute, mehrheitlich die konservativen Stereotypen von weiblich, männlich, etc. reproduziert werden, könnte ein weiterer Grund für die vor allem heute extrem kleine Mitgliederzahl dieser Gruppen sein, die ausserdem fast ausschliesslich im deutschsprachigen Raum anzufinden sind. Mehr dazu in meinem Essay über die Sperma–Gnosis. In der Fraternitas Saturni ist das komplexe Sperma–Thema jedoch keine Achse, um die sich die Loge dreht. Die Koordinaten verbleiben im Sozialkontext. 2005 berichtet ein 36jähriges Mitglied von seinem Wechsel von Mann zu Frau und outet sich in der Loge, obwohl sie "um die homophobe Einstellung einiger meiner Brüder" wisse.

Die neueren Saturn–Logen sind generell eher an starken und schnellen Stimuli interessiert. Das saturnische Personal hat sich massiv verjüngt und verringert, da die Aufmerksamkeitsspanne für die doch antiquiert wirkenden und anstrengenden Schriften der alten Fraternitas Saturni deutlich abgenommen hat. Der Übergang von alt zu neu findet fliessend in den 1970er Jahren pararell zur medialen Skandalisierung und unter sich ständig wechselnden Grossmeistern statt und dürfte 1983, also um die Zeit von Maikowskis umstrittener Wahl (oder Nichtwahl, je nach Sichtweise) zum Grossmeister, seinen definitiven Wendepunkt gefunden haben.
Überspitzt könnte man sogar vermuten, dass ohne Resonanz und die daraus entstehende Sogwirkung in den Boulevard–Medien und in den späteren (d.h. neueren) Saturn–Logen auf Göggelmanns Katzengeschichte die F.S. im Laufe der Zeit ausgetrocknet wäre. So bin ich selber Zeuge, wie Heiner F., der alias Cornelis seine mehrteilige Pseudo–Dokumentation zum Thema "Zeitgenössischer Satanismus" im Ordo Saturni herumreicht, die Schauergeschichte zum Besten gibt, er foltere Katzen im Wald langsam zu Tode, um deren Seele aus den sterbenden Augen zu saugen. Ich vermute, dass Heiner F. seine Geschichte weit weniger enthusiastisch erzählt hätte, wenn nicht auch eine junge Familie mit ihrem Säugling am gleichen Tisch gesessen wäre. Johannes Maikowski berichtet ebenfalls von den Angebereien eines heute noch lebenden Hochgradmitgliedes: "In meinem Leben habe ich nur einen einzigen Menschen kennen gelernt, der absichtlich Katzen und zwar eine pro Woche überfahren hat […]. Ich habe mich damals 1956 an Gregorius gewandt, und habe ihn gebeten, den Bruder […] aus der FS herauszuwerfen. Leider war Gregorius nicht damit einverstanden, sondern hat gesagt: 'Hauptsache, ER ZAHLT!'" "'Ihr werdet sehen, der baut uns noch ein Logenhaus.'"[84]

Stigmatisierung als reines Stilmittel führt auch im Kontext der heutigen F.S.–Logen zu einer Hinwendung an boulevardeske, d.h. wirkungsvolle Elemente (z.B. Rührung, Empörung, Skandalisierung), die aber mehrheitlich nach innen gerichtet sind und sich vor allem in Putschversuchen im Internet äussern und sang– und klanglos in den wenigen Internetforen und digitalen feuilles de fromage versickern, in denen ein oder zwei Moral heuchelnde Protagonisten (zum Teil Ex–Mitglieder mit niederen Graden) verschiedene Internet–Personae generieren, um sich in der aufgeregten und jovialen Manier der Boulevardisierung gegenseitig ihre dem reaktionären Arsenal des Mainstreams entlehnten Stichworte zuschanzen zu können.




Der vorliegende Versuch



Dieser Online–Text ist ein Versuch, ohne grosse Ambition auf Vollständigkeit, das Vorhandene in einen möglichst chronologischen Kontext zu stellen und ein paar Stimmungsbilder von damals einzufangen. Die Fokussierung bleibt dabei auf Johannes Göggelmann und seine Skandalisierung bestehen und demzufolge ist die Sichtweise dieses Artikels (oder Essays) eine einseitige. Eine ausgewogenere Darstellung der Historie findet sich in meinen Büchern.[85]

Über die Interessenlage und Skandälchen der heutigen Saturn–Logen habe ich in "In Nomine Demiurgi Homunculi" und "Der O.T.O. Phänomen RELOAD" ausführlich berichtet. Im Kontext zu Göggelmann, Kropp und Jantschik findet der interessierte Leser in diesen beiden Bänden Hintergründe zu einer aktuellen Belebung des Wesens Exorial in der modernen F.S.–Loge Berlin.
Zu den Methoden der Boulevardisierung: Andreas Huettl und P.R. König: "Satan — Jünger, Jäger und Justiz". Dieses Werk befasst sich u.A. mit der irrigen Meinung, in der F.S. würden rituelle Säuglingsschlachtungen vorgenommen. Eine Fülle von nicht zueinander gehörenden Namen und Organisationen wird von Boulevardjournalisten und Experten hinzugefügt und diese Mischung aus Fakten, Theorien, Meinungen, Fantasien und Verschwörungsangst wird zu einer Neuinformation verwurstet. Neureligionen, Orden und Logen werden so auf einen Haufen geworfen und mit verschiedenen emotionsgeladenen Labeln wie Satanismus oder sogar, wie im Falle des Ordo Templi Orientis, Pädophilie gebrandmarkt.
Diese Art Schuldzuweisung durch Assoziation ist nicht minder abstossend als Rassismus, Unterdrückung von Minderheiten und Antisemitismus. Im Zusammenhang mit der Medienvielfalt werden solche Aussagen bedenklich, wenn nicht sogar gefährlich, weil dadurch aktiv die Manipulation von Informationen betrieben wird.




Endnoten




[1] Es existiert noch ein weiterer Saturnius, Arthur Schn..., geboren 3.7.1930, eingetreten am 11.1.1968, kaufmännischer Angestellter in München, über den hier jedoch nicht berichtet wird.

[2] Das Standesamt Friedrichshafen ist zu keiner Auskunft bereit.

[3] Nach der Grussformel "Seiner Hochwohlgeborenen Eminenz!" folgt oft "Mit Ihrer Gunst und Erlaubnis; mein Hochbetagter Meister.'. Vom Stuhl Fraternitas — Saturni" abgeschlossen mit der astrologischen Saturn–Glyphe. Eine weitere Variation ist: "Mein treuer lieber alles verstehender Freund Lehrer u. Meister.'. vom Stuhl" [abschliessende Saturn–Glyphe]. In der Korrespondenz mit Grosche verwenden weder Göggelmann noch Grosche thelemitische Grussformeln. Diese tauchen erst in der Korrespondenz mit Walter Jantschik auf. In Göggelmanns Texten selber ist kaum etwas von Crowleys Gedankengut zu entziffern, sieht man von sehr wenigen Sätzen ab: "Meister Therion [aka Crowley]; 'Ich habe nie gegen das Licht gesündigt. Ich habe niemals gegen das Luzifer–prinzip verstoßen.'" Woher Göggelmann jedoch dieses angebliche Crowley–Zitat hat, ist bislang nicht eruierbar. Der Begriff Luzifer–prinzip weist eher auf Grosche als Quelle hin, der damit das Luzifer–Prinzip des Saturn gemeint hat, z.b. in "ESOTERISCHE WERTUNGEN. DIE ZENTRALISIERUNG DES GEISTES IM MENSCHEN", in "Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst", Berlin Dezember 1952. Lucifer ist bei vielen Saturnianern der Lichtbringer, so wie auch heute noch von Christen am Karsamstag im Exsultet-Gesang zur Weihe der Osterkerze Christus als wahrer Lichtbringer Lucifer, als der am Ostermorgen aufgehende Morgenstern, gepriesen wird.

[4] Zur Geschichte der Fraternitas Saturni siehe meine Bände: "In Nomine Demiurgi Saturni 1925–1969" (München 1998), "In Nomine Demiurgi Nosferati 1969–1998" (München 1999), "In Nomine Demiurgi Homunculi" (München 2010) und "Der O.T.O. Phänomen RELOAD" (München 2011) (von nun an hier abgekürzt als Saturni, Nosferati, Homunculi, RELOAD). So zum Beispiel RELOAD 1. Band, ab der Seite 209. Im ersten Faksimile–Band "Materialien zum O.T.O." (München 1994) und in "Ecclesia Gnostica Catholica" (München 1998) sind weitere Unterlagen zu vielen Saturni–Protagonisten, zum Beispiel Walter Englert, zu finden.

[5] Johannes Göggelmann an Walter Jantschik, Brief am 31.6.1969, Faksimile in König, Saturni, Seiten 396–397.

[6] Mit diesem Zitat lehnt sich Göggelmann möglicherweise an 1. Korinth. 4;16 an: "Darum ermahne ich euch, seid meine Nachfolger."

[7] Giosuè Carducci ist ein italienischer Geheimbündler des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der 1906 den Nobelpreis für Literatur erhält.

[8] Die für Grosche widrigen Umstände in diesem Zusammenhang mit dem Schweizer O.T.O., der ihm 1951 eine Publikation versprochen hat, sind in meinem RELOAD, 1. Band, ab der Seite 226 nachzulesen. Ein Teil des Briefwechsels zwischen Grosche und Hermann Joseph Metzger, dem damaligen Oberhaupt des O.T.O., ist als Faksimile in meinem "Materialien zum O.T.O.", 50–87 zu sehen.

[9] Unvollständig und fehlerhaft transkribiert in: Friedrich–Wilhelm Haack: "Die Fraternitas Saturni (FS) als Beispiel für einen arkan–mystogenen Geheimorden des 20. Jahrhunderts", München 1977, 36–39.

[10] Wedlers Verwicklungen in den Putsch 1962 und im Gerangel um Grosches Nachfolge bis hin zu Johannes Maikowskis umstrittener Nicht–Wahl zum Grossmeister im Jahre 1983 sind nachzulesen in König, Homunculi, Seite 39ff. und König, RELOAD, 1. Band, Seite 264ff. und 313ff. Siehe dazu auch das Film–Interview mit Maikowski auf Fraternitas Saturni - Part 4 - Caped Crusaders - Brotherhood of Saturn in dem er auf die Beteiligten zu sprechen kommt und sich ausserdem zu Horst Kropp äussert, Interview am 23. August 2011.

[11] In den "Blättern für angewandte okkulte Lebenskunst" (Selbstverlag Berlin ab 1950, anfänglich ohne das Adjektiv "okkult") finden sich schon: "Saturnische Gnosis" (Dezember 1953), dazu Grosche: "Im Studienheft Dezember 53 hat Fra. Saturnius bereits begonnen, auf diese neue Basis hinzuweisen. Eine uranisch tangierende Gnosis wird sich einer Magie bedienen, die sich auf dem Gesetz des neuen Zeitalters aufbaut, der mitleidlosen Liebe ! Siehe auch August 52: 'Saturn Yoga' !" (Blätter, Dezember 1954); "Gott oder Urdämon" (Januar 1955), "Über Esoterik und saturnales Erkennen", (Mai 1955) und "Wissen ist Macht" (Dezember 1957). Weitere Texte sind nicht erschienen.

[12] "Aufgabe und Weisung." Eugen Grosche an Karl Wedler, 11.11.1958.

[13] Der 1904 in Wien geborene Spiesberger siedelt 1932 nach Berlin um, wo er Grosche kennenlernt und bald Mitglied der F.S. wird. "Bei einem Besuch 1956 bei ihm traf ich nur seine Frau, während er für mich nicht zu sprechen war und das trotz Anmeldung. (Ich sollte ihn im Auftrag von Gregorius aufsuchen). Ich hörte: 'Wenn er mir kein Geld bringt, bin ich für ihn nicht zu sprechen.' [...] er war wie gesagt der 1. Aufseher im Ritual. Danach habe ich einmal erlebt, dass er die Hebeexperimente kommandierte. Auch hat er öfter nach dem Ritual Vorträge bei uns gehalten." Maikowski, Email vom 30.10.2009. Was die Erteilung des 18° betriffft, "so war mir eingefallen, dass Gregorius dem Frater Eratus = Spiesberger, der keine speziellen Arbeiten geliefert hatte, die Grade auf Grund seiner Bücher zuerkannt hatte." Maikowski, Email vom 6.11.2009. Spiesberger tritt 1962 aus der F.S. aus, verfasst eine Menge okkulter Werke und stirbt 1992. In seiner postum erschienenen Novelle "Sukkuba" im Erzählband "Magische Novellen" (Berlin 1999) beschreibt er die spiegelmagische Beschwörung des Wesens Exorial.

[14] "Würdigung des Buches von Dr. Adolf Hemberger", 15.12.1972. Faksimile in König, Nosferati, 96–101.

[15] Der Leser des Klingsor–Buches Manuel Wechselberger findet heraus, dass es sich bei der von Göggelmann nicht näher bezeichneten Ruine um die Ruine Altsummerau nahe Tettnang im Bodenseekreis in Baden–Württemberg handelt. Von der wahrscheinlich im 12. Jahrhundert erbauten Burganlage sind Reste des Bergfrieds mit einem gesicherten Gewölbe und weiterhin zahlreichen über deren ganzer Länge gesicherte Mauerreste, d.h. prinzipiell die gesamte Wehrmauer sowie Grundmauern von sonstigen Gebäuden, erhalten. Email vom 29.9.2012. Siehe dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Ruine_Altsummerau.

[16] Jürg von Ins: "Abraham von Worms. Das Buch der wahren Praktik in der göttlichen Magie", München 1988, 231.

[17] Klingsor: "Experimental–MAGIE", Freiburg im Breisgau 1967, 107–109.

[18] Klingsor, Experimental–MAGIE, 73–75. Wiederum angereichert mit Abbildungen, die nicht in Göggelmanns Original zu finden sind.

[19] Klingsor, Experimental–MAGIE, Fussnote 1, 81.

[20] Siehe dazu Fetish, Self–Induction, Stigma and Rôleplay.

[21] Guido Wolther an einen Herrn Geisler, Brief am 1.2.1968. Faksimile in König, Saturni, 347–348.

[22] Details dazu im RELOAD 1. Band, Seite 270.

[23] Göggelmann an Walter Jantschik, Brief am 22.6.1969.

[24] Göggelmann an Jantschik, 11.5.1969. Teilweise unsorgfältig transkribiert in Friedrich–Wilhelm Haack: "Die Fraternitas Saturni (FS) als Beispiel für einen arkan–mystogenen Geheimorden des 20. Jahrhunderts", München 1977, 39–40.

[25] Johannes Maikowski an A.H., Brief vom 1.8.1999, 4. Seite, Faksimile in König, Homunculi, 357.

[26] Johannes Maikowski, Email vom 1.9.2012.

[27] Maikowski, Email 2.9.2012.

[28] Maikowski, Email vom 4.9.2012.

[29] Maikowski, Email vom 5.11.2012.

[30] Göggelmann an Jantschik, 22.6.1969.

[31] Maikowski, Email vom 5.11.2012.

[32] Maikowski, Email vom 5.11.2012.

[33] Maikowski, Email vom 6.11.2012.

[34] Richard Tschudi, Email vom 19.2.2013.

[35] Email vom 19.4.2013.

[36] Johannes Göggelmann an Walter Jantschik, 22.7.1969.

[37] Maikowski, Email vom 15.1.2013.

[38] Maikowski, Email vom 16.1.2013.

[39] Maikowski, Email vom 21.9.2009.

[40] Horst Kropp an Guido Wolther, handgeschriebener Brief am 15.9.1966.

[41] Tschudi, Email vom 1.3.2013.

[42] Grosche an Göggelmann, Brief am 3.8.1954.

[43] Details zu diesem Putsch in Homunculi, 39, und im RELOAD 1;264.

[44] Email vom 3.4. 2013. Siehe dazu das Film–Interview mit Johannes Maikowski auf Fraternitas Saturni - Part 3 - Nachfolger - Grossmeister - 18° - Brotherhood of Saturn am 23. August 2011.

[45] Adolf Hemberger:; "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und frei­maurerartigen Bünde im Deutschen Sprachraum Mitteleuropas — Der mystisch–magische Orden Fraternitas Saturni", Frankfurt 1971, 138. Dann in: "QUICK" 11: "Die Satansmörder", München 8.3.1973, 72. Friedrich–Wilhelm HaackHaack: "Von Gott und der Welt verlassen", Düsseldorf 1974, 118. Horst KnautKnaut: "Das Testament des Bösen", Stuttgart 1979, 174. Jürgen Glowka: "Deutsche Okkultgruppen 1875–1937", München 1981, 70. Das 18°–Ritual gemäss Hemberger ist faksimiliert in: König, Nosferati, Seiten 78–84. Hembergers Resumé der Studienzirkel aus seinem oben genanntem Werk, Seite 169, als Faksimile in König, Homunculi, Seite 170. Ein weiterer 18°–Text, den Eugen Grosche an Walter Englert gegeben haben soll, gibt Hemberger wieder in: "Die Philosophie der Grünen Schlange" III;1, Giessen 1973, 81, Transkript im RELOAD 3. Band Seite 137, mit Maikowskis Kommentar.

[46] Siehe Karl Wedlers Diskussion mit Guido Wolther um den 18° im RELOAD 1, Seite 285. Ähnlich auch Seila Orienta in: "Das Leben und die Erfahrungen eines wahren Hermetikers", Castrop Rauxel 2010, 56.

[47] Einschätzungen zu Jantschik in Andreas Huettl und P.R. König: "Satan — Jünger, Jäger und Justiz", Grosspösna 2006, Seiten 63, 172.

[48] "Bekenntnis" vom 26.3.1974. Faksimile in: König, Nosferati, 154–159.

[49] Kropp an Jantschik, Brief am 19.12.1965.

[50] Kropp an Jantschik, Brief am 22.7.1967.

[51] Göggelmann an Jantschik, 22.6.1969.

[52] Damit ist der Gradus Pentalphae, der 18° der F.S. gemeint. "Das Symbol des Tau [im Tapis der Loge Fraternitas Saturni] ist das Zeichen dafür, dass der Geheimorden O.T.O. in der Loge als Grad verankert ist, resp. im Gradus Pentagram­matus gearbeitet wird." Eugen Grosche: "Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst" 21, Berlin Dezember 1951. Grosche: "Die Symbolik des Tau und des Pentagramm" Logenschulvortrag Heft 3 Klasse A, Berlin ohne Jahr, wahrscheinlich um 1928/1930.

[53] Eugen Grosche, "Exorial", 334. Abbildung in König, Homunculi, Seite 395. Ein Auszug aus der Erzählung in: König, Saturni, 240–246.

[54] Angekündigt sind damals ausserdem "Das Lächeln des Lucifers", "Der Weg ins Dunkle Licht" und "Die Fittiche des dunklen Engels". Werbung im hinteren Teil von Eugen Grosche: "Exorial", Berlin 1960.

[55] Horst Kropp an Guido Wolther, 3.5.1955.

[56] Kropp an Walter Jantschik, Brief am 13.1.1966.

[57] Kropp an Wolther, 3.5.1966.

[58] Kropp an Wolther, 23.10.1966.

[59] Kropp an Wolther, 8.11.1966.

[60] Kropp an Jantschik, 25.8.1968. Zitiert ebenfalls in GOTOS Büste — Egregor — Logendämon.

[61] Details in meinem RELOAD 1. Band, ab Seite 285.

[62] Göggelmann an Jantschik, Brief am 26.6.1969.

[63] Jantschik an Göggelmann, Brief am 30.6.1969.

[64] Horst Knaut: "Rückkehr aus der Zukunft", München und Bern 1970, 15, 43. Göggelmanns Ritual wird seit Hemberger 1967 immer wieder in dessen eigenwilligem Transkript zitiert, so zum Beispiel in "Praxis der weißen und schwarzen Magie" eines gewissen Det Morson von 1998. 2007 wird Göggelmann in einer naiv zusammengeschusterten und nicht ganz faktensicheren Biographie über "Gregor A. Gregorius" als "sehr ungewöhnliche Figur in den Reihen schon ungewöhnlicher Menschen der Fraternitas Saturni," als ein "scheinbar unberechenbarer Geist, der zwar einfach, aber genauso gefährlich war," beschrieben. Alexander Popiol und Raimund Schrader: "Gregor A. Gregorius. Mystiker des dunklen Lichtes", Bürstadt und Walheim 2007, 134.

[65] Adolf Hemberger an die "Herren der Scherz –GmbH", Brief am 7.11.1970.

[66] Adolf Hemberger: "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen Bünde im Deutschen Sprachraum Mitteleuropas — Der mystisch–magische Orden Fraternitas Saturni ", Frankfurt 1971, 228–230. Die Briefe Göggelmanns an Grosche befinden sich in: Adolf Hemberger: "Documentia et Ritualia Fraternitatis Saturni" Band XII, Giessen 1977. Hier nun der Versuch einer oberflächlichen Auflistung von Hembergers Publikationen, die meist aus Fotokopien bestehen, die er in einer Auflage von 50 bis 100 Exemplaren an Bekannte verkauft. Ausser dem einzigen regulär in Buchhandlungen erhältlichen Werk, das er alias Klingsor: "Experimental–MAGIE", Freiburg im Breisgau 1967, unter die Leute bringt: "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen Bünde im Deutschen Sprachraum Mitteleuropas — Der mystisch–magische Orden Fraternitas Saturni", Frankfurt 1971; in dieser Reihe auch: "Philosophie der Grünen Schlange", zwei Bände, Giessen 1973; "Pansophie und Rosenkreuz", drei Bände, Giessen 1974; "Documentia et Ritualia Fraternitatis Saturni", 15 Teile in 17 Bänden ab 1971, Giessen; "Magia Magica", Loseblattsammlung ohne Ort und Datum; "Erziehungsziele — Wesen, Geist und Genesis — Kösener Corps — unter besonderer Berücksichtigung der Kreise, Kartelle, Freundschafts– und Vorstellungsverhältnisse", Giessen 1976–77; "Die adonistischen Lehrbriefe der Ateschga–Taganosyn nach Rah–Omir–Quint­scher", Giessen 1980; "Interrelationen und Verknüpfungen physiologisch–psychologischer Prozesse als Wechselspiel von Soma und Psyche bei Pferden", Giessen 1985; "U–I–E–A–O", Sammlung von über 100 losen A4–Kopien ohne Ort und Datum.

[67] Siehe Fussnote 3.

[68] Adolf Hemberger: "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen Bünde im Deutschen Sprachraum Mitteleuropas — Der mystisch–magische Orden Fraternitas Saturni", Frankfurt 1971, 228–230.

[69] Zum Beispiel "QUICK" 29, München 12.7.1972, 30. "NEUE REVUE" 13, Hamburg 25.3.1972, 86. Erneuter Bericht in: "NEUE REVUE" 13 vom 22.3.1973. Eine Gegendarstellung des Schweizer O.T.O. in: "NEUE REVUE" 26.3.1992.

[70] Hans Baum: "Freimaurerischer Satanismus heute", Stein am Rhein 1986(4). Bücher von Knaut Knaut, z.B. Haack"Von Gott und der Welt verlassen", Düsseldorf 1974. Die Publikationen Haacks zum Thema "Neureligionen" aufzuzählen, würde den Rahmen dieses online–Textes sprengen.

[71] Siehe Seite 166 in König, Homunculi und RELOAD 1;296.

[72] Friedrich–Wilhelm Haack: "Die Fraternitas Saturni (FS) als Beispiel für einen arkan–mystogenen Geheimorden des 20. Jahrhunderts", München 1977, 36–42. Es handelt sich um die Briefe vom 11.5.1969 und 17.5.1969.

[73] Aythos: "Die Fraternitas Saturni — eine saturn–magische Loge", München 1979 — erschienen in der HIRAM–EDITION der A.R.W., die weitere Interna publiziert: Friedrich–Wilhelm Lehmberg: "Magische Sonderdrucke und Interna der Fraternitas Saturni", München 1980, darin enthalten auch ein Werk von Eduard Munninger: "Pansophisch–Gnostische Riten I. Opus hermeticum". Über Munningers Rosenkreuzerisches Schaffen, das in Konkurrenz zu vielen esoterischen Logen und Orden nach dem Zweiten Weltkrieg steht, siehe online Roses in Austria und im RELOAD, 2. Band, Seiten 130ff.

[74] Ausführliche Details dazu im RELOAD 1. Band, ab der Seite 401.

[75] Maikowski, Email vom 27.8.2012.

[76] Maikowski, Email vom 28.8.2012.

[77] Maikowski, Email vom 31.8.2012.

[78] Auf dem Vereinsfoto der F.S. von der Osterloge 1978 ist Göggelmann nicht mehr zu sehen. Siehe König, Homunculi, 179.

[79] Horst Knaut: "Das Testament des Bösen", Stuttgart 1979, 186ff.

[80] Maikowski, Email vom 21.9.2009. Die Turbulenzen um diese Wahlen sind in allen Details im ersten Band RELOAD ab der Seite 313 nachzulesen. Faksimiles der Dokumente sind in meinem Homunculi zu finden.

[81] Siehe RELOAD 1. Band, ab Seite 309.

[82] So sind auch die Logentreffen zwangloser geworden: Weg von der Krawatte und hin zum Jugendzeltplatz, so wie zum Beispiel das Logentreffen der Communitas Saturni im August 2013.

[83] Karl Wedler entwirft 1959 einheitliche Logenmäntel und Insignien für die Grade, die Eugen Grosche als "richtungsgebend" für die Loge akzeptiert. Zeichnungsentwürfe in König, Saturni, 219–225, Fotos von damaligen Protagonisten in ihren Kutten auf den Folgeseiten 226–229.

[84] Maikowski, Emails vom 10.8.2009, 29.12.2009, 5.7.2012 und 5.3.2013.

[85] Für den Kontext: RELOAD 1. Band, ab der Seite 209 — fokussiert und mit vielen Dokumenten der F.S.: Meine drei Bände Saturni, Nosferati und Homunculi.





Zur Quellenlage



Der Stapel von handschriftlichen Aufzeichnungen Johannes Göggelmanns ist oft schwer zu entziffern. Aus diesem Grunde bleibt vieles im Dunkeln. Adolf Hemberger nimmt sich für seine Publikationen ab 1967 ein paar Stellen an und passt diese der gängigen Rechtschreibung an — soweit er ihrer selber mächtig ist. Einige dieser Zitate sind hier gemäss Hemberger wiedergegeben. Die aus der Handschrift entzifferbaren und mit der Schreibmaschine verfassten Briefe Göggelmanns sind orthographisch wie auch grammatikalisch der Syntax der Originale nachempfunden. Dies gilt selbstverständlich auch für die anderen hier vorgestellten Texte.
Die Scans von Texten und Zeichnungen wurden zum Teil von arg mitgenommenen Vorlagen erstellt und für diese online–Version sanft bearbeitet.

Für ein paar Transkriptionen von Göggelmanns Schriften und das Auffinden das Pacha–Buches als Inspiration einiger Zeichnungen danke ich Manuel Wechselberger.

© Peter-Robert König, August 2013.

Ein weiterer Text von Johannes Göggelmann: Saturnische Gnosis

Zeichnungen zum Teil auch in: In Nomine Demiurgi Saturni "1925-1969"



Das Milieu des Templer Reichs - Die Sklaven Sollen Dienen. Gregor A Gregorius - Ordo Templi Orientis - Fraternitas Saturni - Theodor Reuss - Hanns Heinz Ewers - Lanz von Liebenfels - Eugen Grosche, Arnoldo Krumm-Heller - Martha Kuentzel - Friedrich Lekve - Hermann Joseph Metzger - Christian Bouchet - Paolo Fogagnolo - James Wasserman. Unbequeme Aspekte in der Geschichte des O.T.O. und Thelema






In Nomine Demiurgi Homunculi.

Fraternitas Saturni

The third volume on the Fraternitas Saturni. Johannes Maikowski: Fremdenlegionär, Gefangener im Stasi-Gefängnis Berlin Rummelsburg, Zweimal Grossmeister, Communitas Saturni und Communitas Solis, Grossloge Gregor A. Gregorius/GAG. Eugen Grosche: Bittere Nachkriegszeit, Die Stasi-Akten, Alt-Nazis in der Loge. Karl Wedler: Der Kelch, Die Palastrevolution, Die Kopiermaschine. Sexualmagische Unruhen um den 18°. Experimente mit Johannes Göggelmann und Horst Kropp. Der Ordo Saturni von Dieter Heikaus. Grossmeister und Stagnation: Guido Wolther, Walter Jantschik, Stanislaus Wicha, Joachim Müller, Heinz Conrad, Hartmut B., Ralph-Peter T. Zusammenschluss der GAG mit der F.S. Die Logendämonen: Der Meister GOTOS - Egregor? Exorial.
Und: Wolf Rösler, Wilhelm Uhlhart, Richard Tschudi, die Elixiere des Teufels, die Tropfsteinhöhle in Frankreich, Walter Englert, der Berg Ipf, Horst Knaut, Adolf Hemberger, das Saturn-Kloster, Michael Gebauer, Martin S., Federico Tolli, Calix Borealis




Fraternitas Saturni

Myth: The central concept in F.S. lodges is that of the lodge Egregore (group spirit). GOTOS by name and created as a bust. This is also the highest rank in the F.S. (from 'Gradus Ordo Templi Orientis Saturni').
Truth: Johannes Maikowski, Grandmaster of the Fraternitas Saturni, appointed as successor by Eugen Grosche in December 1963, speaks with Peter-R. Koenig in August 2011.


Johannes Maikowski berichtet über die Büste GOTOS.
Was geschah damit nach dem Tode von Eugen Grosche?
Wofür interessierten sich die Mitglieder?
Warum der Name Saturn?


Eugen Grosche ernennt Johannes Maikowski am 23.12.1963 zu seinem Nachfolger als Grossmeister der Fraternitas Saturni.
Wie erfolgte die Erhebung in den 18°?
Was war mit Walter Englerts 18°?


Johannes Maikowski erinnert sich an Walter Englert, Margarete Berndt, Karl Spiesberger, Herman Wagner, Walter Jantschik, Horst Kropp, Guido Wolther und an den Putsch 1962, angezettelt von Karl Wedler und Wolf Rösler


Bis vor seinem Tode war Eugen Grosche (1888-1964), der Gründer der Fraternitas Saturni, völlig gesund.
Es gab keinen Logenraum.
Wilhelm Reichs ORGANON-Kasten.
Was hat Grosche am meisten interessiert?
Was wusste Johannes Maikowski / Immanuel von Grosche?
Ria Grosche war immer alleine.
Gregorius war der Über-Papa.
Eugen Grosche war Mitglied der Evangelischen Kirche.




Eugen Grosche hat nie über seine Emigration in die Schweiz und Italien gesprochen.
Er hat sich auch nie über seine politischen Ansichten geäussert.
Grosche lebte von seiner Buchhandlung und den Mitgliederbeiträgen.
Warum hat Grosche Nazis in der Fraternitas Saturni geduldet?
Es fiel niemals ein antisemitisches Wort.
Miriam Wolther, eine ehemalige jüdische KZ-Insassin, hat sich ebenfalls nie geäussert.


Johannes Maikowski, member since 1950/1955 was appointed as his successor and Grand Master of the Fraternitas Saturni by Eugen Grosche in December 1963. He was re-elected by his own adherents in 1964/65. 1983 there was an election of a new Grandmaster by a competing F.S. which forced him to abandon the name of the lodge in the same year. So in 1993 he founded several lodges, for example the Communitas Saturni and the Grossloge Gregor A. Gregorius der FS in Kaiserslautern (GAG). There were dual memberships with the Ordo Templi Orientis and regular Freemasonry. Maikowski declared his own lodge foundations soon to be null and void. Yet, some of these lodges remain to exist. In 2003 the GAG united with the formerly competing Fraternitas Saturni in Berlin. Maikowski still continues to consider himself the only legitimate Grandmaster.




Autogenes Training - Yoga für den Westen - Johannes Heinrich Schultz - Rückverbindung mit der Gottheit - Anbindung an Gott - Geistseele - Hypnose - Fraternitas Saturni - Traumexerzitien von Gregorius / Eugen Grosche


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