Parareligion · Fraternitas Saturni archive Back to saturn.htm

Documenta et Ritualia Fraternitatis Saturni

Über Esoterik und saturnales Erkennen

Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst · Mai 1955 · Heft 62 · S. 152–156

Fraternitas Saturni, Saturnius, Johannes Goeggelmann

[AI-generiertes Image]

Wenn erst einmal im Leben des geistigen, saturnisch eingestellten Menschen das Licht einer höheren Erkenntnis aufgegangen ist, so gilt er seiner inneren Veranlagung, seiner saturnalen Bestrebung nach, als erleuchtet und steht im Dienste des großen Demiurgen Saturn.

Er folgt nun seinem inneren unumstößlichen Gesetze, diese Erkenntnis und sein erlangtes Wissen weiteren Suchern nach Wahrheit mitzuteilen, weil sie ihn selbst mit einer tiefen Freude erfüllt.

Doch diese Aufgabe ist schwer. Die indifferente Menge, die diesen Lehren kein Verständnis entgegen bringt, ist gewaltig groß. Man soll Unwürdigen, die nur aus Neugier oder Sensationslust dieses Wissen erlangen wollen, es keinesfalls geben !

Wie soll man die Geister scheiden ? - Wie den wahrhaft Suchenden erkennen ?

Hier kann nur eine strenge, jahrelang andauernde Prüfung am Platze sein. Der Suchende muß sich bewähren.

Intellektuelles Denken genügt nicht. Spekulatives Forschen führt meist falsche Wege. Mystische unklare Ideen enden im verwirrenden Mystizismus.

Ein Stück Holz denkt nicht, weil es nicht denken kann. Gott denkt nicht, weil er es nicht nötig hat. Denn Denken ist nur ein Mittel, um zur Erkenntnis zu gelangen, aber wo das objektive Denken aufhört, dort fängt erst die Selbsterkenntnis an, sowie die Verbundenheit mit dem geistigen Absolutum, mit der Gottheit erkannt wurde. Dann erst erkennt der Mensch den Gott in sich !

Dann überschreitet er die Schwelle.- Erst dann leuchten die urheiligen Geheimnisse der urdämonisch-göttlichen Natur im erfassenden Verstande auf, denn in jedem Ego ruht ein winziger Funke des urdämonischen göttlichen Lichtes, den es bedarf, um ihn bewußt zu entfachen zur reinen Flamme einer geistigen Erleuchtung.

Jeder Mensch ist mit seinem Kausalkörper verbunden mit dem Urlicht. Er muß sich nur aus den Hemmungen der astralen und mentalen Sphäre bewußt befreien, dann erst sieht er die Wahrheit hinter den Dingen. Und diese Wahrheit ist reiner schöpferischer Geist, der unablässig in Tätigkeit ist. Leider liegt der Schleier der Maja darüber gebreitet, den der Mensch mit seinen verkümmerten, unzulänglichen Sinnen nicht durchdringen kann. Die Sinne täuschen, nur der, Geist erkennt, denn er findet sich selbst in der Vielfältigkeit der Formen und der Erscheinungen wieder.

So ist die beste Schule das Leben an sich. Man muß es nur bewußt leben in Geistigkeit und mit weit geöffneter Seele. Nicht, wie die meisten Menschen, dahindämmern im geistlosen Tageslauf.

Sie alle sind gebunden an die astralen Schwingen eines materiellen Lebens und haben den Weg zur Selbsterkenntnis, welcher schließlich zu Gott führt, nicht gefunden.

Er taumelt aus Irrtum heraus zu neuem Irrtum. Solange er Gott oder den Teufel personifiziert, gleicht er einem unwissenden Kinde, welches sich in seiner kindlichen Vorstellungswelt eigene Götter schafft im Puppenspiel.

Es ist eine Tragik, daß die meisten Menschen unwissend bleiben für ihr ganzes Leben. Sie spüren weder den Gott, noch den Teufel in sich als geistige oder dämonische Schwingung. Sie vegetieren dahin bis zum Ablauf ihres diesmaligen Lebens. - Die Flucht in die dogmenhaften Irrlehren der kirchlichen Religionen nutzt nur den geistig Armen und bringt keine Erleuchtung im Sinne einer höheren geistigen Erkenntnis.

Sie bemühen sich gut zu sein und sind es in Wahrheit nicht, bis auf wenige Ausnahmen. Die erste Emporwallung triebhafter Instinkte bricht oft ihr mühsam aufgebautes Gebäude von Weltanschauung oder Glauben zusammen und sie stehen da mit leeren Händen oder irrem Geiste einer inneren Verzweifelung. Wer aber in sich den Urdämon als göttlichen Influxus erkennt und entsprechend bewertet, erleidet keinen Schaden, weder an Seele noch an Geist. Er weiß, Gott hat ein helles und ein dunkles Antlitz und wenn er vermessen ist, auch hinter diese Vorstellung zu schauen, so findet auch er ein Nichts

Dann entfallen von selbst die Begriffe von Gut und Böse! Zum Guten kann man nur durch Überwindung des Bösen gelangen, aber man muß das Böse erst erkannt und begriffen haben ! Doch die Erfahrung lehrt bald, wie relativ die Begriffe von Gut und Böse sind und wie diamentral sie sich oft auswirken. Hell und Dunkel vermischen sich und das Weltall ist tiefschwarz und ohne Licht! –

Und das erste Licht ist bereits eine Manifestation der Gottheit- aber diese selbst ist dunkel ! Also erkennt der Wissende, daß der Gottheitsbegriff das Urdämonium und das Urgöttliche in sich birgt im Dunkel einer noch nicht erfolgten Offenbarung! Und als diese erste Offenbarung geschah, teilte sich das Absolutum aus der Einheit in eine Zweiheit. Als Gott sprach: " Es werde Licht!" verneinte er durchaus nicht das Dunkel. So steht auch heute noch hinter dem Lichte das Dunkel, das Urdämonium, das Ursächliche göttliche Prinzip. Per aspera ad astra !- Durch Nacht zum Licht. Und das Licht scheint in der Finsternis! Um das zu erkennen, muß man das Dunkle begreifen.- Das ist aber nur möglich, wenn der Mensch erleuchtet wurde göttlichen Strahl des Lichtes empfing ! Wer ist aber nun erleuchtet ? Der Mensch, in dem die geistige Sonne leuchtet, steht in der Helle und im Lichte. Aber die Sonne ist bereits ein personifizierter Gottheitsbegriff. Wohl sind für den Erkennenden hier bereits die beiden ersten Stufen erreicht, aber nun bleiben die meisten der Suchenden stehen, denn' die Esoterik lehrt: Im Innern der Sonne herrscht Saturn! Hier beginnt das Wissen des dritten Kreises, die dritte Stufe.

Sie liegt im Dunkel, im Inneren des Lichtes, ist umgeben von Licht.

Der Kern der geistigen Sonne ist erreicht, das Ego schwingt im Urdämonium des Lichtes.

Sein geistiges Blickfeld weitet sich aus in ferne Welten. Mehr kann nun hierüber nicht gesagt werden.-


Da das Ego des Menschen nach der esoterischen Lehre unsterblich ist, kann seine Evolution nach der Entfachung des Funkens in ihm Jahrtausende gebrauchen, um zur Erkenntnis des göttlichen Urdämoniums zu gelangen. - Die Zeit ist ja relativ.

Wohl schreitet die Menschheit in ihrem mechanischen, technischen und physikalischen Erkennen immer weiter vorwärts und wird, zumal in dem jetzt beginnenden Zeitalter des Wassermann, noch ungeahnte Höhen erreichen, aber der Gottheit kommt sie deshalb doch nicht näher, denn der intellektuelle Weg führt nicht zu Gott. - Wohl kann sie durch Atomphysik, durch Raumschiffahrt Brücken zu anderen Gestirnen schlagen in der Zukunft, aber nur um zu erkennen, in welchen Grundirrtümern sie befangen war, um dann zu wissen, daß sie nur neue Meilensteine auf dem Wege erreicht hat, der immer wieder ins Nichtwissen führt.

Aber was ist zu tun, um nicht einer verzweifelten Negierung zu verfallen ? Nach wie vor ist eine Kristallisation der wenigen wissenden Menschengruppen zu erstreben, die im Sinne des saturnischen Prinzipes arbeiten, um Wegweiser für den magischen Influxus des neuen uranischen Zeitalters zu werden, denn das Dämonium des Demiurgen Uranus zerstört und zerbricht ganze Erdvölker und löscht sie unbarmherzig aus, wenn sie nicht wissend in seinem Sinne geworden sind. Und um Uranus in seiner höheren Oktave zu begreifen, dazu gehört eine saturnische Reife, ein saturnisches Erkennen. Das ist ein hohes geistiges Ziel.-- Die Wege eines rationalen Denkens, eines intellektuellen Forschens genügen durchaus nicht.

Das Drama „Menschheit“ ist identisch mit der Tragik des verdammten Erd-Demiurgen, den auch der Impuls eines Jesus Christus nicht erlöst hat.- Die magische Einwirkung des großen Siebengestirnes im Kosmos ist noch ungebrochen, das Dämonium des Algol noch in voller Kraft !

Der Intellektualismus unserer Zeit läßt sich zum Werkzeug benutzen. Im Bolschewismus findet er seinen materiell gebundenen Niederschlag. Ein ungeheures geistiges Vakuum ist im Entstehen. Auf der einen Seite ein ins Überdimensionale gesteigerter Rationierungsprozess; andererseits eine gewaltsame Steigerung eines kollektiven Denkens und nivellierenden Bewußtseins, formt absichtlich den Massenmenschen und knebelt dadurch erneut den Erdgeist an die alten Fesseln der Dummheit und des Unverstandes seiner Menschheit.

Dagegen gibt es keinen Umbruch oder eine Revolution. Dahinter steht nur die totale Vernichtung fast der ganzen Menschheit, die geopfert werden muß, um den geistigen Verfall ganz aufzuhalten.

Ob nun höhere Mächte durch Weltkatastrophen eingreifen oder ob sich die Menschheit selbst ans Kreuz schlägt durch entfesselte Atomkriege, ist an sich gleich. Es kann sein, daß selbst der "Eingeweihte" den Daumen nach unten senken muß mit blutendem Herzen!- Denn Saturn ist der Herr des Karmas und der Herr des Todes!- Nur dann kann das entstandene Vakuum mit einem neuen Medium aufgefüllt werden, um eine neue Basis zu schaffen für einen weiteren geistigen Aufstieg für den übrig gebliebenen Rest der Menschheit.


0 Mensch, wer bist Du, daß Du Gott widersprichst! Das ist der Ruf aus der Not der jetzigen Zeit, aus dem tiefsten Erlebnis der scheinbaren Sinnlosigkeit der Existenz, überhaupt.

Die immer mehr in Erscheinung tretende Aufhebung der Verbundenheit zwischen Mensch und Gott als Grundlage der Heilsverkündigung, die immer stärker werdende Vernichtung des Rechtes des Widerspruches und der Knebelung der eigenen Meinung, schafft eine Basis für eine bedingungslose Vorweisung des Göttlichen im Menschen und die Furchtbarkeit einer eigenen Selbstverleugnung, einer eigenen gewollten Neutralisierung und somit ein Selbsterstarren im Anblick des Absolutums, welches nur scheinbar keine konkreten Beziehungen zur Wirklichkeit und zur Daseinswelt hat oder haben will. Das ist die weitere Tragik der Zeit.- Der Glaube an eine bewußte, aber nicht erkennbare Schöpfungsordnung muß erhalten werden! Auch die absolute Hierarchie dieser Ordnung - muß gewahrt bleiben und anerkannt, auch wenn sie außerhalb des verstandesgemäßen und begrifflichen Denkens liegt.

Der Fluch und die Furchtbarkeit eines erstarrten Zwiespaltes wäre sonst unerträglich. Eine totale Erbarmungslosigkeit würde in einer absoluten Verneinung und Negierung einer Evolutionsmöglichkeit für die Menschheit liegen. Eine derartige Weltangst darf nie Platz greifen. Hier liegt eine der wichtigsten Aufgaben für den Esoteriker. Die Verkündigung des Rechtes und der Unsterblichkeit des Lebendigen muß immer wieder erfolgen. Hier liegt die Konkretisierung des letzten Urgrundes, welcher in seiner Erkenntnis die Vermenschlichung des Logos bejaht, denn Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde.

Der Weg zur Quelle des ewigen Seins ist für die Menschheit gangbar, wenn auch in unvorstellbaren Zeiten. Das ist ein Trost und eine Kraft gebende Zuversicht. Der saturnale, gnostische und esoterische Mystiker und Magus ringt stetig um die Lösung dieser grundlegenden Fragen und erstrebt unablässig in sich die Umstellung der Lichter, die zu den höchsten Höhen menschlichen Erkenntnisvermögens führt. Die Formen ändern sich, selbst Gestirne vergehen im ewigen Wandel. Aber der Urgrund -das Absolutum- ist unwandelbar. -Dort liegt das erreichbare Ziel und der Ursprung. Jenseits von Gut oder Böse -nicht berührt von Glauben oder Unglauben- so geht der erkennende Mensch seinen Weg durch die Inkarnationen, nur geleitet von der inneren Sehnsucht nach der Harmonie des Alls.

Und diese Sehnsucht tritt an die Stelle der Abstraktion, die Möglichkeit an die Stelle des Unmöglichen, die konkrete Fülle an die Stelle einer spekulativen Armut.

Nur so oder nur dann ist sich der Mensch seines göttlichen Ursprunges bewußt und zugleich seiner göttlichen Sendung.

Im Geiste des Saturn !

Saturnius in den „Blättern für angewandte okkulte Lebenskunst“

Vier Texte von Johannes Göggelmann / Frater Saturnius, veröffentlicht zwischen 1953 und 1957.

Saturnian context

Diese Seite gehört zum Fraternitas-Saturni-Komplex auf Parareligion.

Search Parareligion

O.T.O. Phenomenon portals