P.R. Koenig
Short english version
Versiune romana: Reich-ul Templier
Man könnte Crowley als politischen
Wendehals auffassen, der sich überall anbiederte und seine Religion (Thelema)
zuerst lediglich als Privatvergnügen betrieb. Je mehr Crowley jedoch mit seinen
politischen, d.h. weltverbessernden Ambitionen scheiterte, umso mehr spielte er
sich als Religionsstifter auf.
Crowley zog Fanatiker aller Couleurs
an. Er war ein Besserwisser (nicht nur in politischer Hinsicht), der eine Religion
für selbsternannte Aussenseiter zusammenstellte. Diese Religion kann man
kaum als menschenfreundlich oder demokratisch betrachten.[1] Thelema will Staatsreligion
werden, egal welchen Staates, und der Religionsstifter biederte sich mit
seiner Religion jedem Staatsgebilde an, egal wie totalitär oder radikal
auch immer. Hauptsache: ein irgendwie anti–christliches Element war vorhanden.
Erstaunlich am Ganzen ist, dass Thelema und der Ordo Templi Orientis (O.T.O.) ja das
Christentum nicht ersetzen, sondern in einen Ur–Zustand zurückversetzen sollen.
So schrieb Crowley 1944, ganz im Stile von Theodor Reuss, dass es die Aufgabe des O.T.O. sei, "to restore
Christianity to its real status as a solar–phallic religion."[2]
Es sollte jedoch nicht übersehen
werden, welch vielfältige Art von Klientel sich von diesem Thema angezogen
fühlt.
Crowleys Antisemitismus und andere
unbequeme Züge dürfen nicht in den Hintergrund gedrängt werden, um Crowley
für den mainstream und die academia schmackhaft zu köcherln.
Ich behaupte nicht, dass Crowley, Thelema
oder der O.T.O. faschistisch oder nazistisch seien.
Crowley unterhielt auch Beziehungen zu Kommunisten.[3] Totalitär wäre wohl das
bessere Wort. Es ist jedoch augenfällig, dass einige menschenfeindliche
Elemente in der Biographie Crowleys, im Konzept von Thelema und in den
Anweisungen zum O.T.O. und in seiner Umgebung zu finden sind. Konzentrieren wir
uns also auf das Auffällige. Und auf die Protagonisten. Und auf die Frage, wer
sich sonst noch in diesem Milieu aufhielt: nämlich okkulte Rassisten. Und
beschäftigen wir uns mit ein paar thelemitischen Mitstreitern.[4]
Crowleys Idee 1937 von der
kommerziellen Verwertung der Swastika auf Porzellantassen oder der Vorschlag, Thelema
"as base for Nazi New Order" [Tagebuch vom 5. Mai 1936] zu
diskutieren, legen die Vermutung eines Liebäugelns mit einer real existierenden
totalitären Gesinnung nahe. So weltfremd kann der in London lebende Crowley
nicht gewesen sein, um nicht zu wissen, worauf er sich da einlassen wollte.
Nach der nationalsozialistischen
Machtergreifung wurden neben den Freimaurern 27 bestehende logenähnliche
Organisationen, darunter auch die Okkultgruppen verboten. Den Schlussstrich
unter die Nazi–Propaganda gegen Freimaurer und alle angeblich ähnlichen Organisationen
setzte der Runderlass des Reichsführers SS aus dem Jahre 1937. Der Gestapo
wurde der Auftrag erteilt, die verbotenen Gruppen aufzulösen, soweit sie dies
nicht bereits selbst schon getan hatten.
Nach dem Ministerialblatt für die
innere Verwaltung vom 7.12.1936.[5]
Freimaurerlogen
- Symbolische Grossloge von Deutschland, nebst Tochterlogen
- Freimaurerbund zur Aufgehenden Sonne, Hamburg, nebst Tochterlogen
- Grossloge zur Sonne, Bayreuth, nebst Tochterlogen
- Grosse Freimaurerloge zur Eintracht, Darmstadt, nebst Tochterlogen
- Grosse Mutterloge des Eklektischen Freimaurerbundes, nebst Tochterlogen
- Grossloge von Hamburg, nebst Tochterlogen
- Deutsch Christlicher Orden Sachsen, Dresden, nebst Tochterlogen
- Deutsch Christlicher Orden deutscher Dom, Leipzig, nebst Tochterlogen
- Grosse Nationalmutterloge zu den 3 Weltkugeln, Berlin, nebst Tochterlogen
- Grossloge von Preussen, genannt zur Freundschaft, Berlin, nebst Tochterlogen
Freimaurerähnliche Organisationen
- Odd-Fellow-Orden
- Druiden-Orden
- Rechabiten-Orden [?]
- Grossloge "Le Droit Humain" (Co-Freimaurerei)
- Internationale Arbeiter-Freimaurerloge
- Arbeiter-Freimaurerbund
- Die Finniere am Offenen Tempel, Winkelloge in Leipzig
- Loge der Schaffenden "Colonis" e.V.
- Orden der Ritter vom Heiligen Gral, Berlin, Frankfurt am Main
- Anthroposophische Gesellschaft
- Mazdaznan-Bewegung
- Ebdar (Ermächtigte Bruderschaft der alten Riten), Orden vom Heiligen Gral im Orient von Patmos - Organisation Bo Yin Ra
- Orientalischer Templer-Orden (O.T.O.)
- Fraternitas Saturni (einschliesslich Esoterische Studiengesellschaft)
- Illuminaten-Orden (gegründet 1896)
- Orion-Bund (Adonistische Sekte Dr. Musallam Sättler)
- Rosenkreuzer-Gesellschaft in Deutschland
- Grals-Orden (*norusnin-Sekte) [Unleserlich. Siehe Scan]
- Grossloge "Wahrer Weg", Hannover, und "Weg zum Licht", Magdeburg, Spiritistische Logen
- Summum Supremum Sanktuarium des Alten Schottischen Ritus der Freimaurerei in Deutschland
- Swedenborg-Ritus der Freimaurerei
- Orientalischer Templer Orden
- Hermetischer Orden der Goldenen Dämmerung
- Misraim-Ritus 90°
- Orientalischer Memphis-Ritus 97°
- Alter und angenommener Ritus von Heredom
- Hermetische Bruderschaft des Lichtes
- Fraternitas Rosae Crucis
- Neue Gnostische Kirche
- Neuer Illuminat
- Allgemeine Pansophische Schule
- Pansophische Societät
Korporative Zusammenschlüsse
- Verein Deutscher Freimaurer, Leipzig
- Freimaurerische Vereinigung "Rat und Tat" in Frankfurt a.M.
- Freimaurerische Jugendvereinigung "Gefolgschaft der Georgsknappen" in Dresden
Ferner
- Deutsche Friedensgesellschaft
- Paneuropäische Union Deutschland e.V.
Am 28.6.1937 ferner verboten
- Bund Deutsche Schlaraffia e.V.
|  |
Dem gesellten sich bald noch die Atlantischen
Adepten (Meister Therion) dazu.
Der Runderlass war wohl der
abschliessende Akt.[6] Zuvor hatte man die Logen bereits
zur Selbstauflösung aufgefordert. Wer dem nicht nach kam, wurde 1937 endgültig
verboten.
 |
Faksimile in "Materialien zum O.T.O.", München 1994, 45 Karl Germer, Crowleys bester Freund, landete im Konzentrationslager.
Dieser KZ–Aufenthalt wird bis heute gerne als Feigenblatt verwendet, um
Vorwürfen faschistoider Tendenzen im O.T.O. zu begegnen.
Der Haftbefehl vom 13. Februar 1935
lautete: "Sie haben durch die ständige Verbindung mit dem im Ausland
lebenden Hochgradfreimaurer Crowley dessen staatsfeindlichen Umtriebe
unterstützt und durch die Verbreitung seiner Lehre versucht, in Deutschland
Anhänger für ihn zu werben."[7]
Germer glaubte, seine Verhaftung sei
im Zusammenhang mit Artikeln im völkisch–antisemitischen
"Judenkenner" zu sehen. [Dazu gleich mehr].
Die FBI–Akten über Germer zeigen
jedoch, dass er gemäss diesen Unterlagen selbst von Herrenmenschen
geschwärmt haben soll: |
"Informant advised that subject
has stated he is of the opinion that HITLER is right in believing Germans are
the 'Master Race'. Subject's conversation is alleged to be violent Nazi
propaganda."
*** that he has often heard of
ALEISTER CROWLEY's being consulted by HITLER concerning his 'Black Magic' and
he has often heard GERMER state that he, GERMER, is a believer of HITLER's
ideology to the extent that he, too, believes that the Germans are a 'Master
Race'.
I have felt worried because his
conversation is violent Nazi propaganda."
|  |
Nur weil jemand im KZ gelandet ist,
heisst das noch lange nicht, dass er keine faschistoide Weltanschauung vertreten
hat. Viele Ariosophen und rabiate Antisemiten wurden von den Nazis
verboten. Lanz von Liebenfels zum Beispiel, der mit seinen Schriften Adolf
Hitler beeinflusst haben soll. Den Nazis war das alles zu undeutsch, zu
schwärmerisch, zu okkult. Mathilde Ludendorff, Verfechterin der völkischen
Weltanschauung, ortete zum Beispiel 1933 im O.T.O. eindeutig ein Brutnest für
"Induziertes Irresein durch Occultlehren".[8]
Crowleys pro–deutsches Interesse
wurde schon in den 1910er Jahren offensichtlich. So gab er zusammen mit Theodor
Reuss, dem Gründer des O.T.O., während des Ersten Weltkriegs pro–deutsche
Propaganda heraus. Durch dieses Wühlen im Untergrund lernte er Hanns–Heinz
Ewers kennen, der angeblich schon seit 1906 in Kontakt mit dem O.T.O. gewesen
sein soll.[9]
Crowley war dermassen von Ewers
begeistert, dass er auf eine Übersetzung seiner Gnostischen Messe ins
Deutsche durch Ewers hoffte.[10] Beide, Ewers wie auch Crowley,
publizierten pro–deutsche Propaganda in der damaligen Zeitschrift "The International".
Es war aber Reuss, der einen Crowley–Text und 1917 die Gnostische Messe übersetzte
und publizierte.
Beachtenswert ist der Verlag: im
selben Verlag von F.E. Baumann wurden auch die pro–deutschen Hetzschriften des Jean
Paar vertrieben. Davon gleich mehr. |  |
| Ewers war verantwortlich für einige
Drehbücher der bekanntesten Filme des Expressionismus der 1920er Jahre, z.B.
"Der Student von Prag". Er schrieb die Romane "Alraune",
"Das Grauen", "Die Besessenen", "Horst Wessel"
(im Auftrag von Hitler), "Nachtmahr", "Mein Begräbnis",
"Vampir", "Zauberlehrling" und eine Reihe von Werken, die
in der Tradition von Crowleys Romanen stehen und Eugen Grosches schlüpfrigen Okkultroman "Exorial" vorwegnehmen.
Ewers Roman "Vampir" von 1920 handelt von Blutdurst, dem Aufschneiden
von Brüsten und dem Trinken von Blut. Motive, die gern von Okkultisten
verwendet werden. |
 |
Interessant ist die persönliche und
politische Entwicklung Ewers'. Er trat 1931 der NSDAP bei, wurde 1934 selbst
von den Nazis verboten und unterstützte fortan verfolgte jüdische Freunde. Kurz
vor seinem Tod 1943 ermöglichte er seiner halbjüdischen Lebensgefährtin die
Flucht in die Tschechoslowakei.
Während des Zweiten Weltkrieges bot
sich Aleister Crowley beim englischen Geheimdienst als Experte für Astrologie
und Okkultismus an, um bei der Verhörung von Rudolf Hess teilzunehmen. Crowley
kannte Ian Fleming (Autor der James Bond Romane) von der "Naval
Intelligence" persönlich. Fleming war jedoch weder im MI5 noch im MI6, die
zuständig gewesen wären. Kopf von MI5 war Sir David Petrie von 1940–1946, Kopf
von MI6 Stewart Menzies. Crowley versuchte nun via Fleming anstatt durch
Petrie, Hess zu treffen.
Hess war in Ham Common inhaftiert.
Nach drei Wochen Befragung durch die Behörden wurde Hess in den Tower von
London überführt und verbrachte den Rest des Krieges in Wales und
Gloucestershire. Ham Common liegt zwischen Richmond und Kingston, im Südwesten
Londons und südwestlich von Richmond Park. Hier soll Crowley dann angeblich
Rudolf Hess getroffen haben. Quelle dieser Behauptung ist ein Wächter von
damals. Weitere Quellen gibt es bislang nicht.[11]
Crowley kritzelte Hermann
Rauschnings "Hitler Speaks" von 1939 ["Gespräche mit Hitler",
1940] mit Kommentaren voll, die ihm bewiesen, dass Hitler für "Mein
Kampf" vom Liber AL kopiert habe. So lautete zum Beispiel ein
handschriftlicher Eintrag Crowleys: "He almost certainly got the
[Swastika] from us. I personally had suggested it to Ludendorff in '25 or
'26 [...]"[12]
Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff
(1865–1937) unterstützte eine zeitlang Hitler und die NSDAP. Für Ludendorff lag
das Übel der Welt bei Christen, Juden und Freimaurern. Bislang ist jedoch kein
Nachweis für Crowleys Behauptung aufgetaucht, Ludendorff getroffen zu haben.
Frau Mathilde Ludendorff hingegen wetterte vehement gegen den O.T.O. und sah
1933 in Crowleys Gnostischer Messe nur "Schwachsinn." |  |
In seinen Tagebüchern notierte
Crowley seine Träume von Hitler. Am 4.2.1938 träumte er "about Hitler
& cigars & Magick & my horse Sultan. I was running Germany for
him," denn "Fascism must always fail because it creates the
discontent which it is designed to suppress." Am 2.6.1939 träumte
Crowley wieder von Hitler. "I had several long talks with Hitler a very
tall man. Forgot subject, but he was pleased & impressed: ordered all my
books translated & made official in Germany." Tagebucheintrag vom
17.10.1939: "Hitler reported dead from a surfeit of raspberries."
Am 24.1.1940 erneut ein Traum mit Hitler und "Phallic geometric
pictures, Satanic parodies of diagrams" etc. Am 29. Juli 43 sah
Crowley einen Zeichentrickfilm: "Saw show of cartoons lampooing Mein
Kampf, with appropriate quotations. Taken in these selected doses, what a
masterpiece! And how patent & profound a debt he owes to AL!"
Nach dem Krieg folgte die
Kehrtwendung: "Himmler, the Schweinhund [sic] & worse who
put Karl Germer on Concentration Camps – chiefly because he was my friend! –
killed himself after capture."[13]
 | John Symonds' Roman über ein angebliches Treffen zwischen Hitler und Crowley. Thame, England, 1991. 350 nummerierte Kopien. |
Bevor wir jedoch den Crowleyanern
die Etiketten totalitär oder Faschist anheften, sollten wir die
Grundzüge des thelemitischen Weltbildes unter die Lupe nehmen. Thelemiten
sehen sich als Subjekt und die Nicht–Thelemiten als Objekt, als
benutzbare "Sklaven, die dienen." Letzteres bezieht sich auf
alle, die nach Ansicht der Thelemiten in Unfreiheit leben: Abhängige,
Süchtige, Schwache: in anderen Worten: Versklavte. Thelemiten versuchen, gegenüber der
Öffentlichkeit Rituale oder Ritualanleitungen, wie die Mass of the Phoenix, Liber
Nu, Liber Had, Liber Astarte, Liber Thisharb, Liber VII, X, LVX, XC, CCXXXI und andere aus der
Wahrnehmung verschwinden zu lassen, indem kaum darüber diskutiert wird, da
diese im sozialen Kontext problematisch scheinen, auch wenn viele dieser Texte keine direkten
O.T.O.–Texte sind, sondern eher Crowleys A...A... zuzuordnen wären.[14] Zum Beispiel: "The weak, the
timid, the imperfect, the cowardly, the poor, the tearful – these are mine
enemies, and I am come to destroy them," Liber Tzaddi (XC): 25.[15]
Thelemiten, wie eigentlich alle Okkultisten,
leben in einem dichotomen, manichäischen Weltbild, worin sie die
Auserwählten, die Überlegenen und die anderen Nichts sind. Diese Thelemiten
(es gibt sicherlich auch Ausnahmen) leben in einem Universum beherrscht von Gut
und Böse. Im thelemitischen Gedankengut herrscht nun auch das Bestreben
nach dem Jenseits von Gut und Böse, was als das Durchqueren des Abyss
bezeichnet wird. Vorerst jedoch gilt: Alles ist entweder Gut oder Böse, Meister
oder Sklave, Täter oder Opfer, Gott oder Untermensch. Das spiegelt sich im
Sprachgebrauch wider, sobald unliebsame Mitglieder, Ex–Mitglieder, Kritiker,
die Kirche, der Staat, Behörden oder wer auch immer ins Visier genommen werden.
Dem widerspricht die Selbstdarstellung gegenüber der Öffentlichkeit, aus der
man Mitglieder fischt. Eugen Grosche sprach in diesem Zusammenhang von "Menschenmaterial."
Totalitär ist nicht nur die
religiös–philosophische Ideologie Thelema, sondern auch die
Gefühlshaltung, die Wertvorstellungen, die Ansichten über das Auserwähltsein,
die Rollenidentifikationen, das projizierte ungerechte Schicksal der Thelemiten
und die daraus abgeleitete gerechtfertigte Prädominanz über die Nicht–Thelemiten.
Politisch gesehen äussert sich das im Antidemokratischen, egal welcher Couleur.
Crowley hoffte 1922, dass sich ganz
Israel dem Gesetz von Thelema unterwerfe, denn er selber, der Anti–Christ,
sei doch der Messias, auf den die Juden warteten. Wie passt denn das nun wieder
zur angeblich faschistoiden Gesinnung Crowleys?
Crowley war ein politischer
Opportunist. Es scheint, als ob er für die Realisierung seiner Ideen fast jeden
Pakt geschlossen hätte. Seine politische Hauptaussage lässt sich aus seinem
Tagebucheintrag vom 29. Mai 1923 herauslesen: "I'm certainly not an
anarchist, for the family is the smallest and so vilest unit of government: nor
a Socialist, for the State is the largest and so the least human unit. I
suppose then, that – with Ethyl as without – I want a Patriarchal–Feudal system
run by initiated Kings."
In einem Brief an Grady McMurtry vom
18.8.1943 zieht sich Crowley die adlige Perücke an: "The system of the
Book of the Law is aristocratic; I am an aristocrat. A better word for
democracy is ochlocracy – the rule of the mob. It all depends whether you want
quantity or quality. Are you going to produce sonnets or Sunday
newspapers?"
Crowley wollte seine Religion
staatsbeherrschend einsetzen: "Es ist beabsichtigt, dass die weltliche
Macht des Staates zum Gesetz [von Thelema] gebracht wird"
(Liber CI, 1919, 40).[16]
In weiteren Publikationen liest sich
das folgendermassen:
"This is the central doctrine
of Thelema in this matter. What are we to understand by it? That this imbecile
and nauseating cult of weakness – democracy some call it – is utterly false and
vile."[17]
"The principle of popular
election is a fatal folly; its results are visible in every so–called
democracy. The elected man is always the mediocrity; he is the safe man, the
sound man, the man who displeases the majority less than any other; and
therefore never the genius, the man of progress and illumination."[18]
In seinen "Confessions of
Aleister Crowley" schreibt Crowley in Kapitel 87: "But
so far as I understand it at all, it seems as if my work were to construct a
model of a new civilization to replace that which we see before our eyes
reeling towards catastrophe.... I will only say that my main idea had been to
found a community on the principles of The Book of the Law, to form an
archetype of a new society. The main ethical principle is that each human being
has his own definite object in life. He has every right to fulfil this purpose,
and none to do anything else. It is the business of thecommunity to help each
of its members to achieve this aim; in consequence all rules should be made,
and all questions of policy decided, by the application of this principle to
the circumstances... [...] I have attained to understanding, I
have made my magical model of society, and I await the moment when those who
have chosen me to carry out their colossal conception summon me to stand forth
before the world and execute their purpose. At this point, then, I leave my
memoirs. My individual life is ended forever. It was always a mere means of
bringing The Book of the Law to mankind."[19]
Während England sich im Krieg
befand, sinnierte Crowley über eine neue Abbey of Thelema nach, in der
er über seine Herde herrschen wollte: "The ultimate aim is to have quite populous Abbeys,
with every type of talent represented, so that there will be a body of capable
and intelligent people to rule the herd, and save the useful elements in our
past civilization from being swamped by it."[20]
Überspitzt könnte man also sagen,
dass Crowleys Glaubenssystem darauf abzielt, Einfluss, wenn nicht sogar
Macht über alle Lebensbereiche und alle verfügbaren Gebiete und nicht nur die
Weltanschauung zu erlangen.
Folgende Auszüge sind aus der schon
zitierten online–Version von "Confessions of Aleister Crowley" auf www.hermetic.com.[21] Die Schlüsselworte sind: race,
Jew, Indian, Chinese, Egyptian, Irish, Mexican.[22]
"We should never
have shown our weakness to the Indian student who fills Bengal with the tale of
his sexual conquest of white women, our servant girls who took…"[23]
"The British
official in Ceylon is a very different Person from his Indian colleague. He is
not 'heaven–born' in the same consecrated and ineluctable way."[24]
"… certain to
produce disaster. Similarly, hashish, which excites certain types of Arab,
Indian, Malay or. Mexican to indiscriminate ..."[25]
"In Colombo this world problem solves itself; for the Indian toils, without ambition or object,
from sheer habit; the European bosses things, with ..."[26]
"No one could have
suspected that he had a Bengali grandmother. But in the first twenty–four hours
I had discovered the truth of the aphorism 'Blood will tell'."[27]
"… brainless
Scandinavians usually are. The doctor was a Bengali named Ram Lal Sircar, a
burly nigger of the most loathsome type."[28]
"One cannot
fraternize with the Chinese of the lower classes; one must treat them with
absolute contempt and callousness."[29]
Dies sind lediglich Auszüge aus
EINEM Buch Crowleys. Es würde den Rahmen dieser Studie sprengen, alle
aufzuzählen. Lediglich
diesen noch: "... we [British] always somehow instinctively
think of the Italian as a nigger. We don't call them 'dagos' and 'wops' as they
do in the United States, with the invariable epithet of 'dirty'; but we have
the same feeling."[30]
Im Caliphat hingegen ist Rassismus einer der Gründe, um aus dem Orden
verstossen zu werden. Ich beziehe mich auf einen konkreten Fall in einer der vielen
amerikanischen Logen, bei der 2001 ein Mitglied verschiedener Vergehen
verdächtigt wurde. Die Chefs warfen ihm Folgendes vor:
·
On
more than one occasion, we are informed that you and other senior initiates at
the Camp used the word 'nigger' and otherwise indulged in racial slurs in
hearing of members and visitors. This is inappropriate during OTO events.
·
Use
of drugs during OTO events is alleged. This is, as you know, a very grave
charge.
·
During
OTO events, sex in public space, without the foreknowledge of all those
attending, is alleged. The College has no desire at all to legislate who does
what to whom, but those who don't want to participate need to be able to
exercise that option without leaving the scheduled event prematurely
·
During
initiations, it is alleged that officers and candidates have been intoxicated
to the point where the ritual was affected. As you know, the safety memo in the
initiator's manual expressly forbids an initiation to proceed when either
officers or candidates are impaired.[31]
"A similar case is
presented by the Jew, who really does only too often possess the bad qualities
for which he is disliked; but they are not proper to his race."[32]
"In the previous
spasm she had rushed to the registrar the most nauseating colopter that ever
came under my microscope. It was a Whitechapel Jew."[33]
In seiner soeben zitierten Autobiographie
schrieb Crowley gegen interracial
marriage in Ägypten
und beschrieb the bad effect der Rassenmischungen zwischen
Ägyptern, Griechen, Armeniern und Juden. "I had quite a number of other
small adventures during my short stay in Morocco. The character of the people
corresponds very closely with my own in its more salient aspects. I liked them
very much better than the Egyptians, who seem to me to suffer from too much
history, too much civilization, too much commerce, too much admixture of blood;
and above all, too much cosmopolitanism. The Egyptian has little national
character, he had been pauperized by the influx Europeans, and corrupted by the
'evil communications' of Greeks, of Armenians and the objectionable type of
Jew. The Jew in Morocco is, on the whole, a very fine fellow. He has a religion
and a point of honour, to say nothing of his pride of race. It has been said
that every nation has the government which it deserves. I would add, the type
of Jew which it deserves. His imagination and sensitiveness make him the
touchstone of his surroundings."[34]
Crowley definierte, was er unter
"the objectionable type of Jew" verstand. Der Kontext der
folgenden Passage handelt von den Zeichen im Horoskop: "One must
further remark that each sign governs two main types ... the active and the
passive. Thus Aries: the high brows, long face, aquiline nose, tall thin
muscular figure, shows the fiery and martial qualities of the sign. But there
is an evil and averse counterpart corresponding to the ovine nature. We have
the gross, hooked, pendulous proboscis; the thick, flabby, moist lips; the
patient stupid eyes, and timid, hunted gait of the bad type of Jew."[35]
Crowleys Tagebücher sind voller
antisemitischer Ausbrüche. Es ist wegen ihrer Menge sinnlos, hier alle aufzulisten.
Ein paar Beispiele nur:
"He now cheats me just a little
on each payment, like a Jew clipping coin."
"I told him he was like an old Jew clipping coin. Foul swine!"
"The great psychological Mystery is how any one can believe in Xianity who
has ever seen a Jew." "Bill & I bust up the whole cafe, over a
Jew who would wear his hat. I disliked the shape." "Yorke rang up:
must get #500 from Jews (Bar the Jews!)." "Simon – –a very lousy
Jew." "Astrological note. People with Aries rising – –very aggressive
– –get stolid & fat as Taurus comes up. Ex: Lady Owen. Also, generally,
Jews." "Played very good chess v. Lommer & the spectacled
Jew" "Saw delightful Jewess Ass enough to ask Aldo Philipson to
lunch. An imbecile renegade Jew—'Catholic.' Really bestial. I stood him for 3
1/2 hours!!! and then he wanted to measure the carpets! Where was 'faith'
then?" "trouble with Refujews." "All quiet, bar old Martha
fining(?) the Refujewess." "Talk with wide –awake Jewesses &
Karen." "Spasms after lunch: I called for help. Jews, hearing, rang
up police to complain!!!" "Baddish night, with overhead Jews raising
hell all the time" "a symbol to bring victory (Pentagram spoilt by
Jew –Bolshie assn. in minds of idiots)" "my idea to seek it in Jews
shops. Gamage, in particular. (Gamage a Jew?" "Note that the Refusal
to count money is the complete upset of the base of old –Aeon ideas of Equity.
It is the Nay saying to the spirit of the Jew, which has rotted the soul of
mankind. No more let the heroic man, who has risked his life daily & lost a
limb or two, starve on the doorsteps of the coward he had protected!"
"Got off with Persian Jewess(?) whom I marked down some days ago. Message:
51. Kan. Found good room at Zetland House & took it. Later (of course) the hag
sent round to cancel it! Jewess, very sly, came room –hunting" "Diana
Parker (a Rumanian Jewess) in tub(?) with grandchild of hag" "here is
a very stupid Jewish tart" "Alice to tea. Ham likes her, has never
seen a more obvious jewess" "Ham brought Liversidge who appears a
cheap frivolous Jew – very low class Nail up Jew hogs." "Miserable
letter from Frieda. By arrogance, and domineering, and bullying her supposed
inferiors, she does not compensate for her cringing fear of the foul Jew she
married" "'Laides in Retirement' at regal, pretentious vulgar house,
reminding one of those ghastly 'province' joints in Berlin. The German jew in
heaven!" "Lady Waldie –Griffith. Me half dead. All talk anti
–Jewish." "Christ Child rang up, got Pam & me to Hatchett's &
ne Berens (Late Behrens – how deep a disguise!) Bloody row about jews –B felt
the pressure. Pam here – Louis dropped in – so I got neither properly! Went to
join the Christ Child at Hatchett's. he had a horrible Jew racketeer with
him" "Royal Colonel (a German Jewish wench!) salutes Guards"
"'To hell with Huns & Jews!' you sing?/ Come, come now, think it
over!/ All honour to our noble King,/ And General Eisenhower!" "Long
letter from JWP 5 FH in form. TB came for her; very Jewish & vampirish. Has
been lying to me: I wonder if her stole Eq III 2." "The swine
'Michael Juste' won't pay oh God! Send us a Hitler! The foul Jew in the hotel
has almost destroyed it in 3 days" "David Curwen[36] 136 Mary'B Rd low Jew pal of
Mike." "Sat o Brains Trust with two quite intelligent jews, and a garrulous
female who gibbered."
Im Kontext von Thelema sind
vor allem diejenigen antisemitischen Stereotypen ausschlaggebend, die im
Zusammenhang mit der Auslegung seines Liber AL existieren. Crowley hat
explizit verboten, das Liber AL zu diskutieren: "Those who
discuss the contents of this Book are to be shunned by all, as centres of
pestilence. All questions of the Law are to be decided only by appeal to my
writings, each for himself."[37] Die Bibel Crowleys selber spricht es deutlich aus:
"Obey my prophet! follow out the ordeals of my knowledge! seek me
only!", Liber AL 1;32.
Deshalb sind die Thelemiten
gezwungen, auf Crowleys eigene Auslegungen zurückzugreifen. Im "New
Comment to Liber AL" nennt er die heathen (das heisst, die Nicht–Thelemiten):
"Christians and other troglodytes –– but most especially the parasites
of man, the Jews" [III;11]. An anderer Stelle derselben Auslegung zur Bibel
der Thelemiten heisst es, "especially Jews and Protestant
Christians" seien wie "vernim" auszulöschen [III;18].
In der geheimen und nicht
allen Ordensmitgliedern zugänglichen Instruktion zum VIII° des O.T.O. bemühte
Crowley ein anderes antisemitisches Klischee: Er beschrieb Juden, die die
Kinder von Nichtjuden für Blutmessen schlachteten, um deren Blut als Sakrament
zu konsumieren oder für talismanische Zwecke zu verwenden. Dies meinte er
keineswegs ironisch, sondern als Belehrung: "Consider this".
Falls die Leser diese Anschuldigung (und andere, die in der Instruktion zum
VIII° enthalten sind) als "monstrous and extravagant"
empfände, sei dies lediglich auf einen "defect" "in
their own intuition and apprehension" zurückzuführen.[38]
"Human sacrifices
are to–day still practised by the Jews of Eastern Europe, as is set forth at
length by the late Sir Richard Burton in the MS. which the wealthy Jews of
England have compassed heaven and earth to suppress, and evidenced by the
ever–recurring Pogroms against which so senseless and outcry is made by those
who live among those degenerate Jews who are at least not cannibals. Is it to such
people, indeed, that we are to look for the highest and sublest spiritual
knowledge?"[39]
Dies sind nicht die Aussagen
irgendeines Thelemiten, sondern des Erfinders, des Gründers von Thelema,
des Propheten des Neuen Aeons. Crowley beschrieb sich selbst am
22. Oktober 1920: "I am the Beast [...] I am Thelema"
und am 27. Mai 1917: "I myself AIWAZ have been considering all the time
how to act as to Crowley's body and mind." Am 14. Juni 1917: "I
am getting quite to the point of habitual recognition of myself as AIWAZ."
Aiwaz ist der Autor des Buchs des Gesetzes, also von Thelema.
Der weltweit verbreitetste O.T.O., das Caliphat, vertreibt
Selbstporträts seines Religionsstifters "suitable for worship."[40] Früh wird eine Weisswäscherkampagne entwickelt, um
die dunklen Flecken Thelemas und seines Gründers aus dem Bewusstsein weg
zu delegieren. Die von Grady McMurtry entworfene "Clear Crowley's
Name Campaign" führt auf, dass "Crowley was one of the first victims
of Fascism – are we to condemn a man for that? Were not Einstein, Toscanini,
Thomas Mann, etc. driven before the Fascist storm for being individualists?
Here is one of England's foremost literary men etc."[41]
Moderne Thelemiten teilen
Crowleys krasse Aussagen nicht in allen Belangen. Sie behaupten, Crowley habe ja
auch das Christentum, den Islam und den Buddhismus denunziert. Ausserdem seien
viele O.T.O.–Mitglieder jüdischer Herkunft.
Dem ist entgegen zu halten, dass die
meisten Thelemiten christlicher Herkunft sind, und dass Antisemitismus
sein hässliches Gesicht auch dann nicht verliert, wenn er sich in die Familie
von antichristlicher, anti–islamischer und anti–buddhistischer Hetzrede
einreih: Liber Al vel Legis 3;52-55:
"52. I flap my wings in the face of Mohammed & blind him.
53. With my claws I tear out the flesh of the Indian and the Buddhist, Mongol and Din.
54. Bahlasti! Ompehda! I spit on your crapulous creeds.
55. Let Mary inviolate be torn upon wheels: for her sake let all chaste women be utterly despised among you!"
Es gibt etliche Länder, in denen
antisemitische Aussagen gesetzlich nicht erlaubt sind und die Anwendung der
Anti–Rassismus–Strafnorm nach sich ziehen. Das Caliphat zensiert deshalb
besonders problematische Passagen in den Texten Crowleys, zum Beispiel im
"New Comment to Liber AL."[42]
Der O.T.O. per se gibt sich unpolitisch,
sieht man sich jedoch seine Statuten an, sieht es anders aus. "Die
Mitglieder des Ordens haben jeden ausserhalb so anzusehen, als besässen sie
[diese Höhlenbewohner] keinerlei Rechte. Freundlichkeit sollte gezeigt werden, wie jedem anderen Tier" (Liber CI, 28).
Offiziell hält das Caliphat
seit 1999 fest, dass Nicht–Mitglieder nicht als minderwertig betrachtet werden
dürfen.[43]
Marcelo Ramos Motta, dessen antisemitische Ausbrüche ebenfalls Legion
sind, verfasste 1957 ein Manuskript, in dem er sich die Weiterentwicklung des
O.T.O. vorstellte. "People who have not as yet accepted the Law of
Thelema are in it regarded as pagans and phillistines, little more than animals
and, in certain things, below the beasts. [...] The O.T.O. is an
anarchy, and, as a result, its government is absolutely autarctic. [...] it
is to be foreseen that breaches of discipline shall arise, that scandal and
immorality may develop in the Lodges, not only financial but sexual scandal may
breed at any moment, and more easily so in the Lover triad than in the
man–of–earth–triad. Breaches of discipline of this kind are breaches of Order
discipline, not of personal discipline, and must be dealt with the utmost
severity! Brothers who, in the interest of their egos or wishes harm the
Organism of the Order must be not only demoted but, in case it is estimated
they represent too much danger of disease, must be discarded by the Organism.
When definitively discarded, if it is estimated that they possess too much
knowledge, they must be ruthlessly exterminated. An appropriate magical link
must be formed and a hostile current of will directed for their prompt
destruction."[44]
Martha Küntzel aus Leipzig, die in den 20er Jahren drei ins Deutsche
übersetzte Bände von Crowleys Schriften und eine Ausgabe von Crowleys Liber
AL anfertigte, sah in Adolf Hitler ihren magischen Sohn. Zuvor rief sie
Crowley zum Weltheiland aus. Küntzels Hitler–Fanatismus ging aber sogar Crowley
zu weit. Sie fand jedoch einen Jünger in Friedrich Lekve, dem späteren Bürgermeister von Hildesheim, der das
Hakenkreuz als "Sign of the German Thelema" verwenden wollte.
 |
Friedrich (Frederic) Lekve an Crowley, 28. April 1935. Faksimile in "Materialien zum O.T.O.", München 1994, 102ff.
"You suggest to use your coloured design of the Hakenkreuz as decoration for flags, porcelain, toys etc. and to make an arrangement with some firm which manufactures such articles to buy the rights. I am very sorry that I must inform you, that this way cannot be executed for the reason of the German law, which does not allow to use the Hakenkreuz being a sign of national highness in any form for decoration purposes.
But perhaps this design can become one day the sign of the German Thelema." |
Nach dem Zweiten Weltkrieg war
Friedrich Lekve mit seinen "Thelemischen Lektionen" für das Überleben von Thelema
im deutschsprachigen Raum Europas verantwortlich. Er sah sich selber als
Crowleys persönlicher Stellvertreter.
Crowley schien Martha Küntzel
rehabilitiert zu haben. Das von ihm selbst geschriebene Vorwort zu seinem
Tarot–Buch von 1944 schob er ihr zu.[45]
Hier ein Auszug aus Francis King:
"Satan and Swastika. The Occult and the Nazi Party", Herts 1976, 142.
"It would be exciting indeed if
Martha Kuntzel had been the originator of this excellent advice! Alas, however,
the whole idea of Hitler being her 'magical child' would seem to have been
exploded by the lady herself:
You are perfectly right [she wrote
to Crowley shortly before the outbreak of the war of 1939–45] when you say I
can't think politically. I never cared for politics except during the War [of
1914–18] and then since the time of Hitler's rising, though late enough, as it
was when I began to see that Hindenburg was too old to give the help of the
Reich the necessary turn. And then it began to dawn upon me how much of
Hitler's thoughts were as if they had been taken from the Law of Thelema. I
became his fervent admirer, and am so now, and will be to my end. I have ever
so often owned to his firm conviction that the close identity of Hitler's ideas
with what the Book teaches endowed me with the strength necessary for years ago
... But Germer's letter amused me greatly. Isn't it a lark to hear him bring
forth his 'theory' about Hitler's 'magic birth'!
Thus Crowley's supposed influence on
Adolf Hitler, belief in which is still surprisingly widespread in certain
occult circles, shrinks, it would seem, to nothing more than the fact that
Martha Kuntzel was a Nazi!"
In Deutschland wird 2003 die von
Martha Küntzel angefertigte Übersetzung des Crowleyschen "Liber
Aleph" publiziert. Herausgegeben vom Caliphat. Vorher war seit 1986
die Übersetzung von Marcus Jungkurth aus dem Hause Michael D. Eschner im Verkauf. Seit
Jungkurth jedoch die Seiten gewechselt hat und sein Haus in Berlin als
internationales Hauptquartier des Caliphats fungiert, drängte sich eine
neue Herausgabe ja auf. Wer der im Impressum angegebene "Estate of Martha
Küntzel" des "Liber Aleph" sein soll, bleibt im Dunkeln. |  |
Ein anderer Freund von Reuss und
Crowley war der Abenteurer Arnoldo Krumm–Heller, dem ich ein ganzes Buch gewidmet
habe: "Ein Leben für die Rose". Er war ein überzeugter
Hitler–Fanatiker[46] und Anti–Amerikaner. Auszüge aus
seinen Artikeln zu diesen Themen sind online publiziert.[47]
Krumm–Heller veröffentlichte seine
faschistoiden Ideen in seinen Ordensschriften, wo er Politik und Religion
miteinander vermischte.

 | Inmitten von Berlin
Hier eine Aufnahme seines Hauses. Publiziert von Krumm-Heller selber in seinem Ordensmagazin "Rosa-Cruz", 27. November 1932, Berlin-Heiligensee 1932, 56.
El Sumo Supremo Santuario de la Fraternitad Rosa-Cruz y de la Santa Iglesia Gnóstica de Berlin-Heiligensee Kompletter Text in "Ecclesia Gnostica Catholica" |
Einen seiner Söhne schickte er 1937
in die NAPOLA. Er bewunderte Mussolini und Kemal Atatürk und arbeitete zusammen
mit Ernst Issberner–Haldane an esoterischen Ideen über Plasmogenie und
den Ursprung des Lebens. Issberner–Haldane publizierte im selben Verlag wie
Eugen Grosche, dem Verlag der Freude in Wolfenbüttel.
Nichtsdestotrotz wurde Krumm–Hellers
Bibliothek 1942 von den Nazis konfisziert.[48] Hier war er in guter Gesellschaft
anderer Okkultisten: Heinrich Tränker, der sich als Oberhaupt vieler Organisationen,
darunter auch des O.T.O. sah, und Julius Meyer vom Illuminaten–Orden Reuss'scher und Leopold Engelscher Herkunft erlitten das
gleiche Schicksal.
 | Issberner–Haldane, Mitglied von Lanz
von Liebenfels' Ordo Novi Templi (O.N.T.), publizierte nach dem Zweiten
Weltkrieg im selben esoterischen Heftchen wie Hermann Joseph Metzger, Chef des Schweizer O.T.O.: der
Zürcher Zeitschrift "Die Arve".
Zürich 1948.
Hier Issberner-Haldane. Peter Mano
ist Hermann Joseph Metzger.
Andere Autoren der 'Arve': Manfred Kyber, Hans Sterneder, G.W. Surya, Herbert Fritsche (der sich als Nachfolger von Arnoldo Krumm-Hellers Gnostischer Kirche sah), Theodor Czepl (Nachfolger von Liebenfels und aktiv im
Frankfurter Illuminaten-Orden der 1960er Jahre unter Walter Englert) ... |
H.J. Metzger, Chef des Schweizer O.T.O., bejubelte Lanz von Liebenfels:
"Ein Fest für das Feuer, ein
Fest für das Wasser, ein Fest für das Leben, ein grösseres Fest für den
Tod."Liber AL
II.41.
"Ein leuchtendes Beispiel
ungebeugten Bekennertums und höchster Tugend
Dr. Georg Lanz von Liebenfels
hat am 22. April 1954, um 3 Uhr
morgens, in vollem Frieden die Gewänder gewechselt.
Alle die ihn kannten werden ihm ein
ehrendes Andenken bewahren.
Seine sterbliche Hülle wurde im
Familiengrab des Penzinger Friedhofes, Wien XIV., am 28. d.M. beigesetzt.
V.I.T.R.I.O.L.U.M."[49] |  |
Am 22. Dezember 1950 gab H.J.
Metzger Grosche gegenüber sein Interesse kund, Liebenfels in ein geplantes
Ordenssammelsurium einzuverleiben: "... hingegen sollte man versuchen
den letzten Gr. M. der Templer Hans [sic] von Liebenfels [...] zu
gewinnen suchen ..."

Grosche reagierte am 29. Dezember
1950 abwartend: "Mit Lanz von Liebenfels werden Sie kein Glück haben,
er ist viel zu einseitig arisch eingespannt. – Ich kenne alle seine
Schriften."

Lanz von Liebenfels schrieb u.a. die
"Theozoologie" (1906) oder das "Anthropozoon Biblicum"
(1903–1904). Darin entwarf er das Bild einer neuen Menschenrasse und ariosophisch–mystisch
geschulter Patrizier und Führer von Geheimorden, die an der Spitze der Völker
stehen. In einem Kampf zwischen Gut und Böse müssen die arischen Asen in
den heiligen Kampf gegen die Untermenschen, die Äfflinge und
sonstigen rassisch Minderen ziehen, um diese zu vernichten. Der Retter der Asen
ist dabei Frauja, gotisch für Christus.
Davon gleich mehr.
Felix Lazerus Pinkus
  | Interessanterweise war Metzger in
seiner Jugend Kommunist. Das hatte er wohl von seinem spirituellen Vater, Felix Lazerus Pinkus, dem X° für die Schweiz in den 40er
Jahren. Pinkus promovierte mit "Die moderne Judenfrage". Er gehörte
dem Allgemeinen Zionistenverband an. 1907 stellte ihn das Stadttheater Lindau
als Dramaturg ein. 1908 nahm er zusammen mit seiner Frau Elsbeth Flatau ein
gemeinsames Engagement am Volkstheater in Zürich an und wurde alsbald Lehrer am
Privatgymnasium Minerva. 1910 wurde Pinkus Redaktor der Schweizer
"Zeitschrift für Jugenderziehung", 1914-18 Redaktor der Wirtschaftszeitung
"Economist" und Präsident des Zionistenbundes Zürich. 1918 verfasst
er die Broschüre "Von der Gründung des Judenstaates" und erlitt mit
seinem Finanzgeschäft Konkurs. Daraufhin wurde Pinkus in Wien verhaftet und musste
sich vor den Behörden Zürichs verantworten. Er setzte sich nach Albanien ab.
1931 fand sich die Familie wieder in Berlin zusammen. Pinkus wurde
Wirtschaftsexperte in der Handelsvertretung der Sowjetunion. Dem eigenwilligen
jüdischen Bürgertum Preussens entsprungen, bemüht einen bankiersgemässen
Lebensstil mit einer ›liberalsozialidealistischen‹ Weltanschauung zu verbinden,
führten er und seine Frau einen aufwendigen Haushalt in seiner Zürcher Villa
"Krystall", in dem keine kulturellen Verlockungen ausgelassen wurden.
Ausserdem war er aktiv in der Loge Bnai Brith, zeitweise Journalist beim
Völkerbund und Übersetzer aus dem Englischen. |
Der australische Zweig des Caliphats
publizierte im Jahre 2005 unter dem O.T.O.–Logo ein Büchlein Krumm–Hellers in
englischer Übersetzung; versehen mit einem blütenreinen Vorwort, das
Krumm–Hellers politische Aktivitäten komplett auslässt. Das Hakenkreuz kommt
nicht vor. Antisemitische Äusserungen ebenfalls nicht. Pro–Hitler–Aussagen auch
nicht. Sein Rassismus wird vollständig ausgeblendet.
Als ich William Heidrick, ein
Hochgradmitglied des Caliphats aus dem inneren Kreis, ohne Krumm–Heller
namentlich zu nennen, nach seiner Meinung zur Publikation des Buchs eines
Rassisten durch den O.T.O. fragte, wollte er als erstes wissen, ob es um Reuss
oder Crowley ginge. An die beiden schien man sich gewöhnt zu haben. Sie waren
auch nicht so rabiat, wenn man davon absieht, dass Reuss die Eheschliessung und
Fortpflanzung durch den O.T.O. reglementieren wollte: "Personen
(männlich oder weiblich), welche vom Ärztlichen Obersten Gesundheitsrat als zur
Erzeugung von gesunden Kindern für nicht befähigt befunden wurden, dürfen keine
Ehen eingehen. Personen, welche trotz dieses Verbots Kinder zeugen, werden mit
öffentlicher Zwangsarbeit bestraft."[50]
Nachdem ich diesem Hochgradmitglied
und treibender Kraft im Caliphat den Namen Arnoldo Krumm–Heller
offengelegt hatte, weigerte er sich, darauf einzugehen.
Einige Stellen aus Reuss' O.T.O.-Utopie erinnern entfernt an Ideen von Lanz von Liebenfels "Theozoologie", Seiten 148ff.
Der scan weist auf die Stellung der Frau hin.
Der Zeitgeist:
Arnoldo Krumm-Hellers Romane "Hertha" und "Alfredo" sind eine Schimpftirade auf Prostitution, Mode, Masturbation und allerlei andere Vergiftungen der modernen Welt. Die natürliche Frau wird allein durch die Ehe gerettet.
Auszüge aus Krumm-Hellers Romanen sind zu finden in "Ein Leben für die Rose".
|  |
Lange Zeit wurde einiger Wirbel in
der Fachliteratur um die Verwicklungen zwischen Okkultismus und
Nationalsozialismus entfacht. Es gibt dazu hervorragende Literatur. Ellic Howe,
der mit dem Gerücht um Hitlers angebliche Astrologiegläubigkeit aufgeräumt hat.
Manfred Ach/Clemens Pentrop, "Hitlers 'Religion'". Dann natürlich:
Nicholas Goodrick–Clarkes "Die okkulten Wurzeln des
Nationalsozialismus". Wer sich in irgendeiner Weise mit diesem Thema
befasst, kommt um Goodrick–Clarke nicht herum, das ist die definitive Studie
zur Ariosophie. Kurz zusammengefasst wird man sagen können, dass viel
Legendenbildung mit im Spiel war, was die Frage der Beeinflussung des
Nationalsozialismus durch den Okkultismus betrifft. Heinrich Himmlers
esoterische Neigungen waren wohl weit geringer als angenommen. Auch beim
zweiten grossen Esoteriker unter den Nazis, Rudolf Hess, dürfte es sich bei der
Beschäftigung mit Esoterik mehr um ein Privatinteresse ohne direkten Einfluss
auf die Politik gehandelt haben. Beweisnot besteht auch für
Verschwörungstheorien, wonach die Alliierten in den Nürnberger
Kriegsverbrecherprozessen angeblich Dokumente über den okkulten Einfluss auf
die Naziführung bewusst verschwiegen.
Die Nazis durchwirkten Politik und
Religion auf ihre eigene Art
 | Die Nazis durchwirkten Politik und Religion auf ihre eigene Art |
Was ganz eindeutig ist: Mathilde Ludendorff, die völkische Ideologin, hat sich 1933 eindeutig gegen den O.T.O. ausgesprochen.[51]
Bei einigen aktuellen Okkultisten
ist ein deutliches Interesse an der alten ariosophischen Literatur vorhanden.
Ein Beispiel nur.
Grossmeister Dieter Heikaus bewarb
Mitte der 80er Jahre seinen Ordo Saturni im "Spirituellen
Adressbuch" auch damit, dass man eine "Spezialabteilung für
Ariosophie" unterhalte. Mir gegenüber offenbarte er, dass er im Hause von
Rudolf Mund verkehrt habe, dem Autor von "Jörg Lanz v. Liebenfels und der
Neue Templer Orden". Mund war der Nachfolger von Liebenfels' Orden und
Besucher des Schweizer O.T.O.
Offensichtlich nichts mit Thelema
und dem O.T.O. gemeinsam habend, drängt sich nun doch ein kleiner Ausflug in die
Liebenfels'sche Gnosis auf.
Kurz: Die Götter lebten früher auf
der Erde. Bei Liebenfels nun mit einem Dritten Auge ausgestattet, mit dem
Materie umgewandelt werden konnte. Diese Götter teilten sich in weisse und
schwarze Magier. Die weissmagischen Götter betrieben eine Menschenzucht, woraus
sich die arische Rasse entwickelte, die schwarzmagischen Götter kopulierten mit
Tieren, woraus die Untermenschen entstanden sein sollen.
Die Leseliste für
Liebenfels-Anhänger umfasste 1934 neben sehr vielen Anderen folgende im
Okkultismus-Kontext bekannte Persönlichkeiten: Leopold Engel (Mitbegründer des Illuminaten Ordens von Reuss), Franz Hartmann (angeblicher Mitbegründer des O.T.O., obwohl die Fakten
eine andere Sprache sprechen), Papus (= Gerard Encausse), zumindest
letzterer im direkten Zusammenhang mit dem O.T.O., ausserdem E.T. Kurtzahn (ein Gnostiker im Umkreis von Theodor Reuss), H.P.
Blavatsky und Arnoldo Krumm-Hellers Lieblingsbuch: die Pistis Sophia. [Aus "Praktische Einführung in die arisch-christliche
Mystik. VI. Teil: Praxis, Geschichte und Literatur der Mystik"].
Interessanterweise fehlen all diese Namen, ausser Kurtzahn und Papus in der
zwei Jahre zuvor publizierten Liste des "Ariosophischen Literaturverzeichnisses".
Dafür sind Eliphas Levi und E.,C.H. Peithmann (aus dem O.T.O.-Umfeld und der Gnostischen Kirche)
aufgeführt. ["Bibliomystikon, 4. Band, 1. Teil, Untertullnerbach 1932]. Im
"Ostara"-Heftchen ("Lesebücherei der Blonden") Nr. 12 (Wien
1929, 20) bespricht Liebenfels Dion Fortunes Roman "Liebe aus dem
Jenseits". In anderen Ostara-Heftchen wird Franz Hartmann empfohlen
(Nummer 13, 1918; 79, 1915; 86, 1916), E.C.H. Peithmann (Nummer 13/14, 1930), Karl
Prandler-Pracht (ein Freund von Krumm-Heller) (Nummer 26, 1917; 45, 1911; 79,
1915; dessen "Kalender für Okkultisten" in 82, 1915) und Peryt Shou
(ein gemeinsamer Bekannter von Crowley und Krumm-Heller) (77, 1914).
Die Tatsache, dass Liebenfels ein
paar O.T.O./Thelema–Protagonisten empfahl, ist kein Hinweis darauf, dass
die Sympathie auf Gegenliebe gestossen sein könnte.
Angesichts der riesigen
Literaturlisten und Fussnoten und Zitate in Liebenfels' sehr umfangreichem
Gesamtwerk, scheint es, dass er die okkulte Literatur seiner Zeit kannte. Und
er setzte sich gegen eine libertinistische Auslegung der
"klassischen" Gnosis ein.
Scan aus 'Neue Metaphysische
Rundschau', XVII, Heft 1, Berlin 1909, "Das Kabirengeheimnis", Seiten
12-13 |
 |
Angesichts der riesigen
Literaturlisten und Fussnoten und Zitate in Liebenfels' sehr umfangreichem
Gesamtwerk, scheint es, dass er die okkulte Literatur seiner Zeit kannte. Und
er setzte sich gegen eine libertinistische Auslegung der klassischen
Gnosis ein.[52]
Kein Wunder, dass diese
okkulten Ideen sogar den Nazis zuviel waren. Liebenfels soll Schreibverbot
erhalten haben, der dem O.N.T. angeschlossene Lumen–Klub wurde sogar
1938 verboten.
Auch Issberner–Haldane wurde
verboten. Die Abneigung war gegenseitig: Es scheint, dass sich auch Liebenfels
gegen den Nationalsozialismus ausgesprochen hat.[53]
Alles in allem bleiben Liebenfels,
seine Schriften und sein Orden aber ohne Einfluss auf die Nazi–Zeit.
1990 war eine amerikanische Version
von Lanz von Liebenfels' (dem "Mann, der Hitler die Ideen gab")
"Theozoologie" im Gespräch. Hinter diesem Vorhaben steckte Stephen
Flowers vom Temple of Set, der auch unter dem Namen Edred Thorsson deutsche
Bücher von Guido List u.a. über Runen oder auch eine Kompilation aus
Hembergers und Haacks Schriften über die Fraternitas Saturni unter
seinem eigenem Namen in Amerika bei Llewellyn herausgab. Als Weschcke von
Flowers Zugehörigkeit zum Temple of Set erfuhr, begann das Ende der
Zusammenarbeit.
Der am 10.6.1975 gegründete Temple
of Set ist eine Weiterführung der Church of Satan des Anton LaVey[54] und schöpft aus einem von Satan
persönlich Michael Aquino 1975 diktierten "Book of Coming Forth by
Night." Aquino propagiert den Aeon des Set, der auf denjenigen des
Horus folgt. Ähnlich hat schon C.S. Jones/Achad den Aeon der
Ma'at propagiert, der heute von Maggie Ingalls gnostisch erforscht
wird. Da Aquino die O.T.O.–Rituale als "pseudo–Masonry" und
"masonic bastard" bezeichnet und den Crowley–orientierten
Fundamentalismus bemängelt,[55] bestehen immer Spannungen zwischen
dem Caliphat und dem in den USA relativ erfolgreichen Temple of Set.[56]
Das Nazi-Blatt "Der
Judenkenner" nannte 1936 die Protagonisten beim Namen: Theodor Reuss,
Aleister Crowley, Arnoldo Krumm-Heller, Rudolf Steiner, Ordo Templi Orientis, und stürmte in judenhetzerischer
Manier dagegen an.[57]
Ein Zitat dazu aus dem "O.T.O.-Phänomen REMIX", München 2001, Seite 44: "If
the editor of Judenkenner was Ulrich Fleischauer (and this is by no means
certain), he was in regular contact with Mgr Jouin of Révue Internationale des
Sociétés Secrètes, and Hamilton Beamish of The Patriot in England. All these
journals were preoccupied to some extent with this topic. Judenkenner published
every week for almost two years during 1935-1936. Heydrich ordered the Security
Service (SD), and the Secret Police (Gestapo) to seize documents from, and suppress,
occult organisations on 20th July 1937, and the freemasonic lodges on 23rd
April 1938. Whilst I am sure the SD and Gestapo did acquire juicy documents
before these dates, I question whether they really acquired the most
interesting information until after the suppression dates. For this reason,
Ulrich Fleischauer's vast sources for Judenkenner remain a mystery, as does the
nature of Heydrich's and Dr Francis Six's relationship with Fleischauer.
Fleischauer later worked for Alfred Rosenberg, after Heydrich closed down
Judenkenner in late 1936 (reason unknown)." [Paul Sturges]



Karl Germer über die Hetzartikel im
"Judenkenner": "In the case of [Heinrich / Henry] Birven I know that he has a tremendous
literature of the background of O.T.O. etc. and was in touch with the French
leading circles. He was called to the Gestapo to testify or for questioning,
but I am sure not seriously molested. He [Birven] and [Heinrich] Tränker threw it
all on me, the wicked Germer. B. may, to save his skin, have supplied the
Gestapo with additional information, not usually found in literature."
Germer glaubte also, in Birven und
Tränker die Sündenböcke für seine Einlieferung ins Konzentrationslager gefunden
zu haben.[58]
Beispiele von rechter Anti-OT.O.- und Paranoia-Literatur der damaligen Zeit.
Literatur zur Paranoia der Weltverschwörungstheorien:
Helmut Reinalter (Hrsg.): "Verschwörungstheorien. Theorie - Geschichte - Wirkung", Innsbruck 2002
Faksimiles aus "Feldzug gegen Rudolf Steiner", Flensburger Hefte 63, Flensburg 1998, Beitrag: P.R. König: "Gestatten, Undercover-Agent Peter-R. König", 109-168

Gregor Schwartz-Bostunitsch schrieb auch zusammen mit Lanz von Liebenfels, Issberner-Haldane und Guido von List. Lanz von Liebenfels, "Bibliomystikon" Pforzheim 1930, Werbung auf Seite 129 |
 |
Zu Bostunitsch, Liebenfels und Issberner-Haldane sei erneut auf Nicholas Goodrick-Clarke hingewiesen: "The Occult Roots of Nazism: Secret Aryan Cults and Their Influence on Nazi Ideology", 1985. Ausserdem Wilfried Daim: "Der Mann, der Hitler die Ideen gab", Wien 1957; Rudolf J. Mund: "Lanz v. Liebenfels und der Neue Templer Orden", Stuttgart 1976 und Ekkehard Hieronimus: "Lanz von Liebenfels: 'Lebensspuren'", in "Wege und Abwege" (Festschrift für Ellic Howe, Hrsg. Götz von Olenhusen), Freiburg 1990
Siehe auch Rudolf von Sebottendorff:
Der Talisman des Rosenkreuzers. Einleitung von Albrecht Götz von Olenhusen

Jean Paar wurde bald Ludendorffianer und publizierte auch unter dem Pseudonym S. Ipares. Zitate aus einigen der hier vorgestellten Werke in "Der O.T.O.-Phänomen REMIX", München 2001


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Hermann Rehwaldt versuchte 1935, sein Publikum auch mit einem Okkultroman zu beeinflussen, der unschwer die Fraternitas Saturni zu erkennen lässt. Faksimile in "In Nomine Demiurgi Saturni",
München 1998
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Von der Paranoia war es dann nicht mehr weit bis zum Skurrilen

Interessanterweise gibt es ariosophische Literatur, die sich wohlwollend gegenüber der Fraternitas Saturni äusserte. Faksimiles in "In Nomine Demiurgi Nosferati", München 1999, Seiten 27ff.
In den politischen Ausrichtungen der vielen italienischen O.T.O.-Variationen bewundert man Hitler und Stalin gleichermassen. Die meisten Mitglieder rekrutieren sich aus der rechten Ecke. In Italien bestehen Kontakte zu einer Gruppe Orion: ehemalige Evolianer, die sich betont anti-imperialistisch und anti-amerikanisch geben, dafür aber philo-russisch (egal ob rechts oder links). In einem kunterbunten Durcheinander mischen auch Franzosen und Südamerikaner mit.
Der französische 'Caliphats'-Logenleiter Christian Bouchet erhielt vom Spanier Manuel Cabrera Lamparter am 1991 aus dem Hause Michael Bertiaux eine rückdatierte spanische MM-Charta. Folgerichtig rief nun Bouchet die Nationale Französische Grossloge des Arnoldo Krumm-Hellerschen O.T.O. aus. Das 'Caliphat' verstiess daraufhin Bouchet, der sich mittlerweile politisch rechts regte. Wird in Frankreich vom O.T.O. gesprochen, ist, wie in Italien selten das 'Caliphat' gemeint, sondern meist die Gruppierung Bouchets, der sich der Öffentlichkeit als "Xe de l'Ordre du temple d'Orient, évêque gnostique et hiérophante de l'Etoile d'argent" vorstellt. Ablegergruppen, die meinen, Bouchets O.T.O. sei das 'Caliphat', tummeln sich mittlerweile in Spanien. 1994 machte Bouchet nämlich Jordi García Casas und Juan José Comas García zu V° der Loge "of the Mystical-Kindi" [sic] in Barcelona und unterzeichnete als "Marcion XI°". Die beiden sehen sich nun als Califas des O.T.O. für Spanien und werfen mit IX°, X° und XI° nur so um sich. Zusammen mit Bouchet agieren sie auch in der neofaschistischen Szene Spaniens um Ernesto Milá (Frende de la Juventud [FJ], Partido Español Nacional Socialista [PENS]), wobei Comas eine eigene neofaschistische Organisation CEDADE leitet. Dieselben Leute führen zusammen mit einem Gabriél Rojas ausserdem einen Temple of Set und eine Church of Satan, natürlich alles ohne Erlaubnis der richtigen Bosse. Selbstverständlich finden wir hier auch einen Ordo Illuminatorum und einen Ordo Templi Orientalis [sic].
Bouchet gründete 1991 ausserdem den politisch rechtsorientierten La Troisième Voie, von dem er sich jedoch 1996 (?) mit der politisch rechten anti-amerikanischen Gruppe Nouvelle Résistance abspaltete. 1999 beteiligte sich Bouchet als Nationalrevolutionär (Comités d'Action Republicaines) bei der Spaltung von Jean-Marie Le Pens Front National.
Anfang der 90er Jahre promovierte Bouchet als Historiker über Aleister Crowley. Sein Freund Rémi Boyer (angeblich Berater am französischen Justizministerium) scharte nun verschiedene Anhänger aller ideologischen Richtungen um sich und gründete einen Cercle d'Alexandrie. Dieser verschrieb sich nicht nur rituellen Praktiken, sondern auch theoretischen Studien (d.h. Materialsammeln). Es ist nicht ganz ersichtlich, ob diese Organisation identisch mit einer sog. Gruppe Thèbe ist, wo dieselben Namen auftauchen. Ebenfalls ist Boyers Name mit einer Gruppe Arc-En-Ciel verbunden. In den bunt zusammengewürfelten Reihen dieser Zirkel finden sich nicht nur Forscher, wie Serge Caillet (Memphis-Misraim) oder Robert Amadou (Prêtre de l'Église Syrienne), der manchmal bei den Zürcher Freimaurern zu Gast ist, sondern auch illustre Persönlichkeiten, wie der MM-Grossmeister Gérard Kloppel, Jean-Pierre Giudicelli de Cressac Bachelerie (Memphis-Misraim in Nizza und politisch rechts aktiv in der Front de Liberation National Corse) oder Jean-Pascal Ruggiu (Golden Dawn in Paris) u.a.
Martin Erler, ehemaliger Grossmeister des A.M.O.R.C. in Deutschland, der auch um 'Mitarbeit' in diesen Zirkeln gebeten wurde, kam zum Schluss, dass diese Gruppen nur "raffinierte Konstruktionen" seien, um sich Material beschaffen zu können.
|
1993 trat Bouchet im Rahmen seiner Kontakte zur National-Bolshevik Front in einem russischen TV-Programm von Alexander Dugin auf. Das Interview wurde in Dugins Almanach "Mily Angel" und in "The way to Apocalypses. Knocking to the Golden Gate" (1997) von Yury Vorobyevsky gedruckt. Damit gab Bouchet ironischerweise die Initialzündung zum Start des 'Caliphats' in Russland, der im Frühjahr 2000 stattfaind. |  |
Am 30.5.2001 verabschiedete die französische Regierung "The Law to Reinforce the Prevention and Repression of Groups of a Sect-like Character" a.k.a. the "Anti-Cult Law". Das Gesetz bezieht sich auf 172 aufgelistete Religionen, darunter auch der O.T.O.
English:
The French Christian Bouchet (b.
1955). Bouchet (his profession on internal O.T.O. documents: "agent
immobilier", also member of A.M.O.R.C.) introduced the Caliphate O.T.O.
in France in the 1980s. Between 1989 and 1993 he was also member of the Groupe
de Thèbes consisting of members of several occult and para–masonic circles
and bodies (for example, Robert Amadou, Rémi Boyer, Gerard Kloppel, Georges
Magne de Cressac, Jean–Marie d'Asembourg, Serge Caillet, Massimo Introvigne
[Bouchet was a speaker at C.E.S.N.U.R. events], Paolo Fogagnolo, Jean–Pascal Ruggiu,
Maria Schwarzweller, and others, all in all: circa 80 individuals). They used
to meet at the French Grand Orient. The Groupe de Thèbes
disbanded around 1993/1994, caused by a dispute between Bouchet and Jean–Pascal
Ruggiu.
By then, Bouchet had been expelled
from two masonic lodges probably due to his membership in Troisième Voie.
Members of the Caliphate soon
believed that their O.T.O. mainly was a vehicle for Bouchet's political
ambitions, as he once was leader of the Comités d'Action Republicaines,
and member of Le Troisième Voie with antimasonic and antisemitic
currents. After the break–up of the latter in 1991, Bouchet founded the Nouvelle
Résistance, an anti–american group internationally linked to the Russian National–Bolshevik
Front.
Caliphate O.T.O.–members felt abused as
Bouchet attracted people interested in Crowley with the name of his
"Camp Eliphas LEVI" (the other Caliphate branch was the
"Oasis Sous Les Étoiles"). This was sort of a publication agency for
his own translations of Crowley's writings (his doctoral thesis was on Aleister
Crowley), which did not meet the consent of the other members: Bouchet, who had
been a militant in the French far right since the 70's, propagated three
separate magazines. For the general public, there was "Lutte du
Peuple", a publication which many people qualified as proto–fascist;
then there was "Vouloir" (run by Robert Steuckers in Belgium);
however, O.T.O. initiates had access to "Thélèma".
Bouchet had received a Memphis–Misraim
Charter from Manuel Cabrera Lamparter of O.T.O.A. and Arnoldo Krumm–Heller's
F.R.A. fame on June 24th 1991, which was apparently intended to "fuck
the Caliphate" in copyright matters. Consequently Bouchet (Frater
Marcion) now proclaimed the National French Grand Lodge to be of the
Arnoldo Krumm–Hellerian O.T.O., disregarding the fact that his Charter from
Lamparter was wholly inadequate for this purpose, as it conferred no O.T.O.
titles.
So, Bouchet was not head, that is
X°, of a Caliphate branch in France, but head of another O.T.O. version.
As in Italy, when the O.T.O. is mentioned in France, rarely is the Caliphate
meant, but usually rather the associations that Bouchet created. Bouchet
publicly claims himself to be the "Xe de l'Ordre du temple d'Orient,
évêque gnostique et hiérophante de l'Etoile d'argent" [X° of the
O.T.O., Gnostic Bishop and Hierophant of the A.'.A.'.].
"It is absolutely necessary to
expel him publicly from the O.T.O. […] BOUCHET's O.T.O. is of 'Krumm/Heller' filiation"
reported Caliphate members to their superior William Breeze at the end
of 1991: "the life of the French O.T.O. depends on this." A "frenzied
rivalry" was feared in the american Caliphate HQ and Bouchet
was expelled from the Caliphate–O.T.O. in 1992 without having passed
beyond the First Degree.
Bouchet reacted disinterestedly,
since he thought that the Caliphate "for over 10 years is in the
hands of successive leaders more concerned to satisfy their egos (and also
their purse [...]) than building an Order Thélèmite [...]. The
meanness, the incoherence and inaction have led us [...] to sever all
structural relationships with it."
Bouchet now considered himself the
re–animator of all currents thelemic which had been excluded by the Caliphate.
In 1993, Bouchet, in the context of
his contacts to the national Bolshevik Front, appeared on a Russian TV
program of Alexander Dugin.[59] The interview was printed in
Dugin's yearbook "Mily Angel" and in "The Way to Apocalypse:
Knocking on the Golden Gate" (1997) printed by Yury Vorobyevsky. Thus some
people say that Bouchet ironically gave the initiation for the start of the Caliphate
in Russia, which took place in the spring of 2000.
Surely, Bouchet did not actively and
consciously contribute to the initiation of the Caliphate in Russia.[60] He was in Russia at that time for
political reasons, and it was only in one interview in obscure Russian right
winged media where he was named as a leader of the French O.T.O. But
maybe this proved enough to arise general interest for the O.T.O. among the few
occultists in Russia.[61]
In 1996, Bouchet was expelled from Nouvelle
Résistance and most of the militants joined the National–European
Communitarian Party.
Later, the French artist and Caliphate
protagonist Philippe Pissier "came to Russia in September 2000 for my
exhibition in Novossibirsk, Siberia. I met some OTO people in Moscow at the end
of my trip, when I returned to France. I just said Bouchet was expelled."
Recently, Pissier caused a scandal in the French press.[62]
Neither the spurious
Krumm–Heller–O.T.O., nor the Swiss O.T.O., nor Kenneth Grant's O.T.O. ever were
able to put a foot on russian soil – still less Marcelo Ramos Motta's S.O.T.O.
or Michael Paul Bertiaux's O.T.O.A., although Russian occultists seem to be
very interested in Grant's Typhonian teachings
Als Beispiel einer anderen Art von
politischem Extremismus' im Umkreis der O.T.O.–Gruppen sei der Italiener Paolo Fogagnolo vorgestellt.
Fogagnolo gründete um 1977 eine
eigene militaristische Gruppe: Lo Muscio Brigade (BLM). Mit dieser
wollte er Anschluss an die Rote Brigade finden, was ihm jedoch nicht
gelang. 1981 verhaftete man die meisten Mitglieder der BLM. Fogagnolo flüchtete
nach Turin, wo er Unterschlupf im anarchistischen Milieu fand, das von
Einbrüchen lebte. Dort plusterte er sich auf und verbreitete
Angebergeschichtchen, welch grosser Terrorist er sei und wie viele Leute er
getötet habe. Er wollte Führer aller terroristischen Organisationen Italiens
werden und kam in Kontakt mit Familienangehörigen von Rote Brigade
Terroristen. Deswegen denunzierte man ihn. 1981 kam es zur Verhaftung
Fogagnolos. Um seine Haut zu retten, denunzierte wiederum er seine Mitstreiter.
Trotzdem kam er nach Allessandrien ins Gefängnis. Er beging Selbstmordversuche,
verweigerte das Essen. Zu jener Zeit löste er sich von allen terroristischen
Gruppen. Kaum wieder draussen, spielte er sich als grosser Held auf. Im
Gefängnis fand er Zugang zum Okkultismus. In der Folge übernahm er in
Konkurrenz mit einigen anderen italienischen Okkultisten Ablegergruppen des
O.T.O.A. und der F.R.A., wurde Memphis–Misraim–Mitglied und Bischof
einer Gnostischen Kirche von Antiochien. Eine Zeitlang hielt Fogagnolo
sogar Kontakt mit obenerwähntem Christian Bouchet, löst sich aber als
Linksextremist bald wieder. Heute führt er eine Fraternitas Rosa Croce Dorei
ed Antica.
In die Schlagzeilen geriet er im
Sommer 2006, als sich herausstellte, dass er eine Zeitlang mit Claude Covassi
befreundet war, der im Auftrag des Schweizerischen Nachrichtendienstes
Islamisten bespitzelt haben soll.
Es ist eine Heuchelei, die Thelema
innewohnt, die mir aufgefallen ist. Thelema will das Christentum
ersetzen, den Staat ersetzen. Die Thelemiten wähnen sich selbst von
einem zerstörerischen Staat, "diesem Schweinesystem," umgeben.
Die meisten Thelemiten sehen sich in einer Welt voller Aggressoren, sind
selbst von Aggressionen getrieben, die sie gegen alle, auch gegen sich
selbst (z.B. als Rivalität unter den verschiedenen O.T.O.–Versionen) richten.
Es soll hier aber vor allem über das Caliphat gesprochen werden, weil
diese O.T.O.–Variante die bekannteste ist. Ein massgebliches Hochgradmitglied,
William Heidrick, spielt den Anteil von Leuten mit faschistoidem Gedankengut im
O.T.O. herunter und weist darauf hin, dass sie ein paar Mitglieder
ausgeschlossen haben, nachdem deren menschenfeindliche Haltung auffiel: "OTO
doesn't admit known serious racists, and Nazi's are usually avowed racists.
Once in the membership, it takes an actual offense to be kicked out ––
including slander or very open racist behavior. Some have slipped in, but they
typically don't stay long after their behavior gets obvious. 5/100's of one
percent loosers of this type is not a bad statistic."
Sinnvollerweise sollten wir nur auf
Äusserungen der Hochgradmitglieder eingehen, da diese Vorbildcharakter
einnehmen. Besonders auffällig sind die beiden Büchlein des Uraltmitglieds des Caliphats,
James Wasserman, die sogar auf der offiziellen Webseite des Caliphats beworben
werden. Wasserman hat auch den Text verfasst, der jedem Crowley–Tarot–Set
beiliegt. Reden wir aber von seinen zwei politisch gefärbten Werken "The
Templars and the Assassins" und "The Slaves Shall Serve".
Auf der Rückseite von "The
Templars and the Assassins" aus dem Jahr 2001 sprechen William Breeze
(Chef des Caliphats) und Michael Aquino vom Temple of Set ihre
Empfehlungen aus; das Werk dürfte damit eine besondere Bedeutung für alle
Mitglieder bekommen. Wasserman unternimmt darin eine tour de force durch
die Geschichte der alten Tempelritter und konstruiert, wie viele O.T.O.–Thelemiten,
eine historische Kontinuität bis hin zum O.T.O. Dabei bringt er die alten Assassinen
mit ins Spiel. Die Assassinen des Hasan–i–Sabah waren muslimische,
politisch–motivierte Killer, die ihre politischen Feinde selektiv umbrachten.
Das ist nun natürlich seit 9/11
etwas problematisch geworden und sollte in den Zusammenhang mit Wassermans
zweitem Buch gebracht werden, in dem er über die Gegenwart berichtet. In
"The Slaves Shall Serve" von 2004 ruft er auf, nach den Waffen zu
greifen: "Buy guns" und "You MUST join the National
Rifle Association."
Viele Crowleyaner pflegen eine
Vorliebe für Kampfsportarten. Sie leiten das gerne vom Liber AL ab, in
dem ständig von Kampf, Krieg und allerlei Armageddon–ähnlichen Szenarien
phantasiert wird. Wasserman geht nun viel weiter und propagiert einen "militarism,
patriotism", "a strong military, decisive national
self–interest" und ein "concept of the self–reliant
citizen–soldier." Was sind seine Beweggründe?
Wassermans Kampfgeschrei und Ruf
nach den Waffen geht Hand in Hand mit dem Fundamentalismus, der zur Zeit
Amerika lähmt; oder antreibt, je nach Standpunkt des Betrachters. Wasserman
hält Amerika für das freieste Land der Welt, das von dunklen Mächten bedroht
wird und allein durch Crowleys Lehren erlöst werden kann. Angesichts realer und
imaginierter Bedrohung wird der Glaube erneut zum ungebrochenen, kämpferischen
Bekenntnis. Wassermann vergleicht die bösen Mächte, die Amerika an den Kragen
wollen, sogar mit der thelemitischen Version des Satans. Dieser
heisst bei den Thelemiten Choronzon und steht für alles, was dem Magier
auf seinem Weg zur Vollkommenheit im Wege ist. Choronzon kann demzufolge
alles sein, eine Frau, eine Idee, das eigene Ego, was auch immer. Für Crowley
war Choronzon sogar ein ganz manifester Dämon, der beschworen werden
konnte. In Wasserman zeigt sich deutlich, dass die Thelemiten religiöse
Fanatiker sind, die sich als Gutmenschen gebärden, sich jedoch als Herrenmenschen
fühlen. Was ist nun das Böse für Wasserman?
Er denunziert den Staat als Polizei–
und Überwachungsstaat, das FBI als von "psycho–fascists"
unterwandert und fürchtet die Globalherrschaft von "Islamo–fascists"
und den Vereinten Nationen. Er ist nicht nur anti–europäisch, sondern nimmt in
seinem Kommunistenhass sogar den Kommunistenjäger McCarthy in Schutz. Wasserman
ist für das Schulgebet, so als könne man das Wort Gott einfach durch eine thelemitische
Gottheit ersetzen. Er bezieht sich dauernd auf die John Birch Society,
eine ziemlich rechtsorientierte Organisation, auf deren Vorbild er sich beruft.
Und im Gegensatz zu allen Thelemiten
und O.T.O.–Mitgliedern, von denen ich weiss, ruft Wasserman ganz offen aus:
Werdet aktiv, schreibt an Politiker und Zeitungen, greift zu den Waffen.
Wasserman sieht die Linie des O.T.O.
bis zu Muslim–Attentätern zurückgehen und warnt gleichzeitig vor
"Islam–Faschisten"? Hier gerät er in der Tat ins Schleudern. Er muss
nun zwischen dem selektiven Töten der Assassinen und dem wahllosen Töten Osama
Bin Ladens lavieren. Selektives Ermorden spezifischer Feinde, die einem an den
Kragen wollen, scheint Wasserman nicht zu beanstanden.
Er beruft sich auf die amerikanische
Declaration of Indepence, die U.S. Constitution und die Bill
of Rights. Und stellt diesen Crowleys Charta der Menschenrechte (Liber
OZ) hinzu, in der nicht nur das Recht auf freie Willensäusserung verlangt
wird, sondern ebenso die Berechtigung, jene zu töten, die einem dieses Recht
verweigern.[63]
Obwohl Wasserman es nicht explizit
schreibt, habe ich den Eindruck, er vergleiche das Caliphat mit der
WACO–Gruppe, die er ausgiebig in Schutz nimmt. Zur Erinnerung: Kleine Sektiererfarm,
bis über den Kopf voller Waffen, vom FBI belagert. Frauen und Kinder beinahe
alle getötet.
Nicht alle Thelemiten
unterstützen solche Positionen. Es gibt tatsächlich Hochgradmitglieder, denen
Wasserman peinlich ist und die seine Bücher für schrecklich halten.
In letzter Instanz, wie Friedrich
Engels sagen würde, hat das von zahlreichen Zwängen entfesselte Individuum in
den meisten Situationen die freie Wahl zwischen mitmachen oder verweigern. Das
gilt für Crowley und das politische Zeitgeschehen damals, wie auch für seine
Anhänger und Interpreten heute.
Im Gegensatz zum Christentum und den
anderen Weltreligionen verfügt Thelema über keine jahrtausendealte
Tradition von Hermeneutik, Exegese und Apologetik. Eine solche scheint auch
nicht vorgesehen, denn alles bei Thelema bezieht sich letztendlich immer
auf Aleister Crowley.
"Those who discuss the contents
of this Book [Liber
AL] are to be shunned by all, as centres of pestilence. All questions of the
Law are to be decided only by appeal to my writings, each for himself."
ENDNOTEN
[1] Thelemitischen Okkultgruppen wird häufig der
Vorwurf gemacht, rechtsextremistisches Gedankengut zu hegen; dies nicht zuletzt
wegen Aleister Crowleys Unterscheidung der Menschen in
dogs, die dienen,
und
gods, die herrschen sollen [
Liber AL].
[2] Crowley an William B. Crow,
11.11.1944.
[3] Rechts– und Lnksdrall paaren sich auch bei vielen
modernen
Thelemiten und deren wohlwollenden Beobachtern.
[4] Es sei hier auf Marco Pasi "
Aleister Crowley und
die Versuchung der Politik" (Graz 2006) hingewiesen. Original: "
Aleister Crowley e
la tentazione della politica" (Mailand 1999). Ausgelassen sind in
diesem Kapitel alle Themen, die Pasi in seinem Werk ausführlich analysiert.
Pasi, selber Mitglied im
Caliphat, ignoriert alle Hinweise auf die
politisch rechtsgedrehten Ambitionen der Protagonisten im Umkreis Crowleys,
dessen Rassismus und Antisemitismus. Er fokussiert sich auf Crowleys
anderweitige politische Einstellungen und dessen Beziehungen zu J.F.C. Fuller,
Tom Driberg, Walter Duranty, Gerald Hamilton, Maxwell Knight und Fernando
Pessoa. Das Nachwort von H.T. Hakl nimmt Bezug auf Julius Evola.
[5] Abschrift von Eugen Grosche. Faksimile in "
In Nomine Demiurgi
Saturni", München 1998, 55ff. Über Grosches Dulden von Alt–Nazis in
den oberen Rängen der
Fraternitas Saturni (gemäss Johannes Maikowski aus
finanziellen Gründen) wird im Kapitel "Eugen Grosche" im 1. Band
"
Der O.T.O. Phänomen
RELOAD", München 2011, berichtet.
|
Ähnlich argumentierte schon Guido Wolther im Zusammenhang mit seiner Sexualmagie in der Fraternitas Saturni: "Den Penis eines Nichteingeweihten führe nie in Deine Scheide ein. Penis u. Samen eines Laien gehen durch den Mund [...] Nimm keine Rücksicht auf den Laien – wirf ihn weg wie einen alten Handschuh – wenn er nichts mehr hergibt". Faksimile in "In Nomine Demiurgi Nosferati", München 1999, Seite 111 |
 |
Derselbe Guido Wolther, ehemals Grossmeister der Fraternitas Saturni von 1966: "Mein Frau ist übrigens Jüdin und Französin und hatte in ihrer Jugend schreckliche Erlebnisse - was meinen Sie, was sie für einen Schock erhielt, als ihr einer der FS-Logenbrüder "beichtete", dass er als SS-Mann in einem Frauenlager viele umgebracht hat? Als Hochgrad war sie verpflichtet sich das anzuhören - und dann zu schweigen und zu vergessen und zu vergeben. Oh Gott! Ich könnte das nicht!"
Faksimile in "In Nomine Demiurgi Nosferati", München 1999, Seite 175
[6] Helmut Neuberger: "Freimaurerei und
Nationalsozialismus" München 1977, Bd. II, 330.
[8] Nachdruck
Pähl 1970. Frau Ludendorffs Meinung zu Crowleys Gnostischer Messe:
"Verblödung,"
"schwachsinniger Phrasenschwall," Nachdruck Seite 87. Mehr im
Kapitel "Fetisch, Selbstinduktion und Stigma".
[9] Wilfried Kugel: "Der Unverantwortliche",
Düsseldorf 1992, 411.
[10] Tagebucheintrag
Crowleys vom 31.10.1930:
"Idea to get Ewers to translate Gnostic
Mass."
[11] Mehr über den Hintergrund von Hess und Crowley in
Marco Pasis Studie. Ebenfalls in Richard B. Spence: "Secret Agent
666" (WA 2008).
[12] Crowleys Kopie von
Rauschnings Buch befindet sich im Warburg Institut.
[13] Tagebucheintrag Crowleys
vom 23.5.1945
[14] "The reason these aspects of Thelema are
omitted indicates the actual problem with presenting Thelema as a religion and
attempting to get Thelema sanctioned by the government or approved by the
public: Thelema is ultimately in contrast to and transgressive of normative
society. Thelema rejects the morals and values of normative society and acts to
transgress and violate these norms. From the inclusion of intoxicants in ritual, to the
positive view of sexuality, which frequently is seen as promoting promiscuity, to the
pro–authoritarian and Nietzschian aspects of Thelema,
normative society has much to reject in Thelema and conversely,
Thelema encourages its adherents to reject most aspects of normative
society." "Journal
of Thelemic Studies", 1;2,
2008, http://thelemicstudies.com/JoTS1–2.pdf, 40.
[15] Deutsch z.B. in Gregorius: "Aleister Crowley's
Magische Rituale", Berlin 1980, 56.
[16] "An Open Letter to
Those Who May Wish to Join the Order", im "Equinox" III;1 oder
"Blue Equinox", Chicago 1919,
http://hermetic.com/crowley/libers/lib101.html. Die deutsche Übersetzung nach
Hermann Joseph Metzgers "Äquinox" VII von 1957.
[17] "Magick Without Tears", New Jersey, January 1954, Kapitel 46.
[18] "O.T.O. An Intimation with Reference
to the Constitution of the Order", "Equinox" III,1, Detroit 1919.
[19] http://hermetic.com/crowley/confessions/chapter87.html.
[20] Crowley an
Frieda Harris, die Zeichnerin des Thoth–Tarots, 1941, zitiert nach dem Samuel
Weiser Katalog für den August 2007.
[21] Als Buch: "The Confessions of
Aleister Crowley", An Autohagiography edited by John Symonds and Kenneth
Grant, korrigierte Version London 1979.
[22] Quelle dieser Idee: Catherine Yronwode:
"WAS ALEISTER CROWLEY A RACIST?", http://www.arcane–archive.org/faqs/crowleyracistfaq.php.
[23]
www.hermetic.com/crowley/confess/chapter54.html.
[24]
www.hermetic.com/crowley/confess/chapter30.html.
[25]
www.hermetic.com/crowley/confess/chapter56.html.
[26] www.hermetic.com/crowley/confess/chapter27.html.
[27]
www.hermetic.com/crowley/confess/chapter53.html.
[28] www.hermetic.com/crowley/confess/chapter55.html.
[29] www.
hermetic.com/crowley/confess/chapter55.html.
[30] "Diary
of a Drug Fiend" Book I, Chapter 9, London 1922.
[31] Aus einem Memo und der darauffolgenden
Korrespondenz, Allen Greenfield an das
Grand Tribunal bezüglich Don and Jayne Correll, ab dem 2.4.2001.
Anzeigeerstatter ist das Mitglied Vicky Brawner. Die Sache
wird ernst genommen und weiter untersucht:
"Brother Baker confirmed the
use of the word 'Nigger' by Brother Correll as well,(different occasion) saying
it was in a context mostly devoted to Hispanic Americans––he did say Brother
Correll was so drunk at the time he may not remember the incident. [Brother
Baker clarified that he had heard Jayne Correll definitely use the word
'nigger' at an OTO event, but that he was not certain where Brother Don is concerned,
as the occasion in question was a drunken, semi–incoherent rant devoted mostly
to Correll's bizarre anti Hispanic immigrant theories in which there may also
have been a reference to 'the "n word"'. So, we have Brother Crow
saying both Don and Jayne used "the 'n word'" and Brother Baker
affirming Jayne's use of it, plus Don's peppering of his own comments with
antiHispanic delusions." Im
weiteren kommen Anschuldigungen bezüglich einer Sexorgie zur Sprache, die
halb–öffentlich stattgefunden haben soll. Die Angeschuldigten geben ihr Vergehen zu.
"This,
in my mind, especially by a male senior member to a female rather junior member
constitutes sexual harassment." Donald Correll sieht die veränderten
Ordensregeln unter William Breeze als Hauptursache für die Vorwürfe:
"With
Grady [McMurtry]
it was simple, we gave him beer and pot because it kept
him happy and off the worse stuff. In the end there was nothing anyone could do
to save Grady." In die ganzen
Korrespondenzen miteinbezogen ist nicht nur Allen Greenfield, sondern auch
dessen Freund John Crow. Beide werden ein paar Jahre darauf wegen öffentlicher
Kritik am O.T.O. aus dem Orden verstossen. Vorliegend sind viele weitere
Dokumente von ähnlichen Fällen, die jedoch hier im RELOAD nicht weiter
aufgeführt werden.
[32] www.hermetic.com/crowley/confess/chapter54.html.
[33] www.hermetic.com/crowley/confess/chapter91.html.
[34] hermetic.com/crowley/confessions/chapter61.html.
[35] www.hermetic.com/crowley/confess/chapter77.html.
[36] Zu Curwen siehe Henrik Bogdan und Tony
Matthews: "Brother Curwen, Brother Crowley", ME 2010.
[37] "Tunis Comment" zum
Liber AL,
von 1925, in "Equinox of the Gods", 1936. Deutsch online auf
http://tguild.oto.de/libri/Liber_Al.htm.
[38] King, Secret Rituals of the O.T.O., 190,
204. A.R. Naylor: "O.T.O. Rituals and Sex Magick", Thame 1999, 285,
293.
[39] "Sepher Sephirot",
http://www.beyondweird.com/Aleister–Crowley/liber_0500.txt. "Preface to
Sepher Sephiroth", "Equinox" 1;8, 1911.
[40] "The Magical Link" #2, Fairfax 1998, 10.
Im Jahre 2007 verkauft arkham–studios.com bronzene und vergoldete Statuen von
Crowley an die wundersame Welt der Heiligenverehrung.
[41] Grady McMurtry: "Clear Crowley
's Name Campaign", von circa 1946, Transkript in "Stellar
Vision" II, ohne Ort und Datum (zwischen 1985 und 1988), 22. Es handelt sich dabei um ein detailliertes
Strategiepapier, das aufzeigt, wie man unliebsamen Journalisten beikommen soll.
Die Zielsetzung lässt keine
Fragen offen:
"Policy: To clear Crowley's name of the slander instigated
by bigoted journalists and propagated by the sensational press." Unter Anderem wird vorgeschlagen, Crowley in der
Öffentlichkeit als
"England's literary martyr" und
"one
of the first victims of Fascism" darzustellen und für die
Weisswäscherkampagne sogar ein Büro mit mehreren Angestellten in London zu
mieten.
[42] Ein weitere
Textstelle Crowleys, die der Schere zum Opfer fällt: im kabbalistischen Werk "777" fragt er:
"CAN
any good thing come out of Palestine? is the broader anti–Semitic retort to the
sneer cast by the Jews themselves against the harmless and natural Nazarene;
one more example of the poetic justice of History." "Liber DCCLXXVII", London 1909.
beyondweird.com/Aleister–Crowley/liber_0500.txt.
[43]
http://lib.oto–usa.org/sabazius/essays/memo0101.html.
[45] Details zu Martha
Küntzel in Marco Pasi "Aleister Crowley und die Versuchung der
Politik", Graz 2006. Korrespondenz der Küntzel mit einigen
O.T.O.–Protagonisten in "Noch mehr Materialien zum O.T.O.", München
2000.
[46] Duval Ernânie
de Paula aus der F.R.A. Brasiliens erhält zu dieser Zeit angeblich viele Briefe
Krumm–Hellers, in denen dieser von den Nazis geschwärmt habe. De Paula nimmt
an, Krumm–Heller habe damit verhindern wollen, verhaftet zu werden. Leider gibt
er keinen Einblick in diese Briefe. Gespräch mit de Paula am 28.5.1994 in Rio
de Janeiro.
[47] http://www.parareligion.ch/2005/krumm/krumm.htm.
Hier eine Aufnahme seines Hauses. Publiziert von Krumm–Heller selber in seinem
Ordensmagazin "Rosa–Cruz", 27. November 1932, Berlin–Heiligensee
1932, 56:
"El Sumo Supremo Santuario de la Fraternitad Rosa–Cruz y de
la Santa Iglesia Gnóstica de Berlin–Heiligensee."
[48] Krumm–Heller
beklagt sich mit einem Brief an Goebbels, worauf ihm das Reichspropaganda Büro
für Kurhessen am 30.7.1942 versichert, dass solche Aktionen nicht mehr
vorkommen sollen.
[49] "E.O.L.
Mitteilungsblatt" No. 1, Juni 1954, Zürich 1954, Seite 6.
[51] Ein
ausführliches Zitat folgt im Hauptkapitel "Fetisch, Selbstinduktion und Stigma" des
RELOAD.
[52] "Neue Metaphysische Rundschau", XVII, Heft
1, Berlin 1909, "Das Kabirengeheimnis", Seiten 12–13.
[53] Wilfried Daim:
"Der Mann, der Hitler die Ideen gab", 2. Auflage Wien 1985, 181.
[54] "Volksausgabe
des Crowleyschen O.T.O.Modells," F.–W. Haack: "Von Gott und der
Welt verlassen", Düsseldorf 1974, 131. Ebenso Haack in: "Europas neue
Religion", Zürich 1991, 36; Haack, "Anmerkungen zum Satanismus",
München 1991, 9.
[55] "To the
Ladies and Gentlemen of the O.T.O." 1986, "Dear Friend of
Thelema" 15.5. 1987.
[56] Zu LaVey und
Aquino: Neville Drury: "Occult Experience", London 1987. Joachim
Schmidt (ehemals Mitglied des
Ordo Saturni): "Satanismus,"
Marburg 1992. Christlich fundamentalistische Hetzschriften seien hier nicht
bibliographiert. Empfehlenswert Robert D. Hicks: "In Pursuit of
Satan", New York 1991.
[58] Weitere Beispiele
von rechter Anti–O.T.O.– und Paranoia–Literatur der damaligen Zeit auf
www.parareligion.ch/2006/pro/peng.htm.
Helmut Reinalter (Hrsg.): "Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte –
Wirkung", Innsbruck 2002. Faksimiles aus "Feldzug gegen Rudolf
Steiner", Flensburger Hefte 63, Flensburg 1998, Beitrag: P.R. König:
"Gestatten, Undercover–Agent Peter–R. König", 109–168. Gregor Schwartz–Bostunitsch
schrieb auch zusammen mit Lanz von Liebenfels, Issberner–Haldane und Guido von
List. Lanz von Liebenfels, "Bibliomystikon" Pforzheim 1930, Werbung
auf Seite 129. Zu Bostunitsch, Liebenfels und Issberner–Haldane sei erneut auf
Nicholas Goodrick–Clarke hingewiesen: "The Occult Roots of Nazism: Secret
Aryan Cults and Their Influence on Nazi Ideology", 1985. Ausserdem
Wilfried Daim: "Der Mann, der Hitler die Ideen gab", Wien 1957;
Rudolf J. Mund: "Lanz v. Liebenfels und der Neue Templer Orden",
Stuttgart 1976 und Ekkehard Hieronimus: "Lanz von Liebenfels:
'Lebensspuren'", in "Wege und Abwege" (Festschrift für Ellic
Howe, Hrsg. Götz von Olenhusen), Freiburg 1990. Siehe auch Rudolf von
Sebottendorff: Der Talisman des Rosenkreuzers. Einleitung von Albrecht Götz von
Olenhusen, auf www.parareligion.ch/2007/aha/sebo.htm. Hermann Rehwaldt
versuchte 1935, sein Publikum auch mit einem Okkultroman zu beeinflussen, der
unschwer die
Fraternitas Saturni zu erkennen lässt. Faksimile in
"In Nomine Demiurgi Saturni", München 1998. Erwähnenswert ist hier
ebenfalls
Christian Kreuz, ein Pseudonym für den Baron Ernst Theodor
Herbert von Bommsdorff–Bergen, der sich angeblich als Inkarnation von
Baphomet
sah und gegen den O.T.O. schrieb. Interessanterweise gibt es
ariosophische
Literatur, die sich wohlwollend gegenüber der
Fraternitas Saturni
äusserte. Faksimiles in "In Nomine Demiurgi Nosferati", München 1999,
Seiten 27ff.
[59] "Many Moscow occultists,
including myself and Juzhinskiy's circle (Dugin was among them) already read
Crowley in English early on and already knew about OTO, but it was common among
us to express interest in Crowley as a person only, almost ignoring his
OTO–attempts. This situation remained unchanged even after the first
translations were published on paper; they were treated as info about Crowley, not about OTO." In 1997, Dugin's magazine
"Mily Angel" published Crowley's Liber AL in Russian without the
antireligious 3 lines from the 3rd chapter.
"There is no link between
Dugin's publications and the 'Caliphate'. He expresses absolutely no interest
in any OTO." "Dugin was interested in the study of radical
nonconformist ideas. In his classification Crowley himself looks rather
left–winged (Crowley as conservative revolutionary is Bouchet's idea outlined
in his speculative article titled "Aleister Crowley: Unknown Conservative
Revolutionary", not Dugin's one)." "Dugin from time to time
mentioned other occult organizations too, like freemasonry or F.R.A. etc. It
does not mean that everyone who reads this immediately wants to become a member
of them." "Everyone studying Dugin comes to the organizations he is
related to, for example Evraziysky Soyuz Molodyozhi, and not to other
orders." Currently,
"Alexander Dugin's position on Crowley
can't be described simply as 'disappointed', but it seems he has no intent to
speak about Crowley in public anymore (when the presence of all such OTOs and
self–proclaimed thelemites becomes increased)." http://www.parareligion.ch/2009/ru/ru1.htm.
[60] Mitte der 1990er Jahre wird das Religionsprofil der
Russen ermittelt. 72% gehörten der russisch–orthodoxen Kirche an, weniger als
19% stuften sich als unreligiös ein.
Von
http://www.parareligion.ch/2009/ru/ru.htm:
An Occultist from St Peterburg got in contact with the
Caliphate in
1996–97 and was initiated in Sweden in 1998. He created a site (at
http://thelema.da.ru). Other occultists from Moscow were initiated in England in 1999 – while the person from St Peterburg departed in 2004. In spring 2000 the
Supreme
Council of the
Caliphate issued the Charter for the foundation of
the first Russian branch of the
Caliphate: "Pan Asylum"
(http://oto.ru). A lot of translations were made. But then strong doubts as to
the true intentions of the leaders arose and many members left. It was
considered that the local leaders wanted to lead the branch as their own
private club. Schisms followed – bodies were closed.
[61] Perestroika led to Glasnost and opened
the doors to western goods of all kinds spiritual, economical and financial.
Greedy cults sallied forth like locusts to propagate on the new social
uncertainty. Russians at the age of 30, though educated under the Soviet
regime, wrenched from the spiritual girdle of the Orthodox Church while younger
people all the more jumped upon everything that was a release of tradition. In
1991, a now ex–
Caliphate member experienced a
"serious crisis of
economics, politics [and]
mass consciousness" in the CIS
countries. The Commonwealth of Independent States after the USSR fell apart consists of the former Soviet Republics of Russia, Belarus, Armenia, Kazakhstan, Moldova, Ukraine, Azerbaijan, Tajikistan, Kyrgyzstan, Uzbekistan and Georgia. Turkmenistan and Ukraine never fully ratified the agreement, and the three
Baltic states, Latvia, Estonia and Lithuania, opted not to join. The
organization exists mostly on paper, as evidenced by the Russian–Georgian war
in 2008, which resulted in Georgia leaving the CIS.
"It was the time
when in one moment 'totalitarian sects' appeared in large numbers from the
West. A lot of these so–called sects used hypnotism and methods of suggestion,
and a lot of people sold their flats and gave all their money to these new
movements. It was like a latent panic; people were not ready for such variety
of different teachings, etc. Since then, sects (that is, the emerging new
religions) or cults means something terrible in the Russian culture. The
Orthodox Church influenced this situation somewhat."
Other occultists reflect Karl Marx and think that
there was no
"latent panic. Sects are threats more like _drugs_, and
there is a bit of social demand to repress them for very similar reasons."
An opinion from an ex–(
Caliphate)–member:
"After 1991 many new
religious organizations (and branches of foreign organizations) were
established in Russia. Many old organizations assumed legal status. I don't
think it was 'something terrible'. And I don't like the term – 'totalitarian
sect'. It isn't a correct scientific or legal term in the contemporary context.
Contemporary Russian laws don't contain such a term. A masonic order isn't a
religious organization." Another source, wanting to remain anonymous,
feels that
"in general, after the fall of the Soviet system, where
'scientific' atheism was one of the main parts of the official ideology, people
in Russia and in other countries emerged in place of the former Soviet Union and started to look for alternatives to the old Weltanschauung. However, in
contrast to other countries of Eastern Europe, like Poland, where the church
was in permanent opposition to the communist government through the decades, in
Russia, Ukraine and Belarus the church authorities reached a compromise through
collaboration. Many people simply didn't trust Orthodox priests and, as a
result, became involved in various forms of exotic spirituality, such as
Christian (Seventh Day Adventists, Mormons, Jehovah Witnesses), Neo–Hindu (Hare
Krishna), Modernist and Neo–Pagan, like Scientology, Ufology, Satanism, White
Brotherhood etc. Sects and cults were growing everywhere from Brest to Vladivostok like mushrooms after a rain." Someone from the Ukraine thinks that
"a huge number of people were crazy about UFOs, the Bermuda triangle,
snowmen and so on. I remember those times from when I was a child. All the
newspapers wrote about those topics. A lot of people fell down into
'spirituality'. But we can talk about 'foreign' and 'native' sects. Some of
them had 10'000 and more members. And here we have to keep the cO.T.O. in mind
with only 10–15 members. It's just a small group of people, not a sect
:–)." Of course, so–called
satanist groups were suspected of
church burning and vandalism. And paranoid racist gnosticism (of the Miguel
Serrano taste) attracted the interest of the secret service police.
Soon, representatives of the very influental Orthodox
Church put the O.T.O. on their
"Most known destructive totalitarian
sects of Russia"–list. On this list, among others:
Seventh Day
Adventist Reform Movement,
Children of God, Osho communs, the
Krishnamurti
Center,
International Society for Krishna Consciousness (ISKCON),
The
Society of Spiritual Culture of Sri Aurobindo, the
Scientology
Church and other organizations deriving from Hubbards' teachings (fore
example
Dianetics),
Jehovah's Witnesses, the
Family
(formerly
The Children of God),
Transcendental Meditation,
Falun
Gong,
Uriella's
Fiat Lux, and other New Age movements like
Theosophy,
Anthroposophy, Roerich's teachings and any
cults of an
astrological, ufological nature, witchcraft, neoshamanism,
luciferianism
and
Satanism.
http://www.parareligion.ch/2009/ru/ru.htm.
[62] "... in May or June 2008 I
sent four postcards intended for an exhibition of Mail Art entitled
"Erotic Moments" curated by Mr Mark Falkant (Sodener Str. 20 / 65779
Kelkheim / Allemagne). The artworks are collages made from postcards of the
pastoral village of Castelnau–Montratier (in Southern France), and old
photographs of a girlfriend, taken around 1991–92, with two to three
clothespins on her nipples. [...]
someone filed
a complaint against me using the article 227–24 of the New Penal code, which
stipulates that – 'the simple act of making, traveling with or transporting,
and promoting by any ways a message with a violent or pornographic content or
with the intention of hurting human dignity can be punishable with 3 years in
jail and 500 000 euros when the message can be seen by an underage
person.'" http://www.parareligion.ch/2008/pissier.htm. Pissier also
published a book about his girlfriend and O.T.O.–member Diana Orlow
(1971–1997): "Diary, Prêtresse de Babalon", Maxéville 2004.
"Elle
a collaboré notamment avec le groupe berlinois Einstürzenden Neubauten et la
compagnie catalane La Fura del Baus."