Rudolf Steiner niemals Mitglied irgendeines Ordo Templi Orientis

Theosophische Gesellschaft
Esoterische Schule
Anthroposophie
Memphis-Misraim
Ordo Templi Orientis ?
Franz Hartmann
Theodor Reuss
Marie von Sivers

Rudolf Steiner Ordo Templi Orientis Memphis Misraim

Rudolf Steiner (1861-1925):
Niemals Mitglied irgendeines O.T.O.

Peter-Robert König

Aufgrund jahrzehntelanger Medienberichte über Steiners angebliche Zugehörigkeit zum Reuss'schen Ordo Templi Orientis (O.T.O.) sei hiermit auf die faktische Lage hingewiesen.
Es gibt keinen einzigen Beweis dafür, dass Rudolf Steiner irgendetwas anderes von Theodor Reuss (dem Gründer des O.T.O.) akzeptiert hätte, ausser dessen Bewilligung, den parafreimaurerischen Begriff "Misraim" verwenden zu dürfen. Es gibt keinen einzigen schriftlichen Beweis dafür, dass Reuss den Steiner zum O.T.O.- Mitglied, geschweige denn zum Leiter eines O.T.O.-Zweiges, gemacht hätte.
Im folgenden Artikel werden kurze historische Hintergründe einiger Spezialbegriffe wie "Memphis-Misraim", "Ordo Templi Orientis", sowie Informationen zu einigen Protagonisten gegeben, die den Umkreis des Hauptthemas "Rudolf Steiner niemals Mitglied irgendeines O.T.O." zeichnen sollen. Einige der nun folgenden Begriffe mögen dem Leser verwirrlich erscheinen. Jeder, der sich mit den Hintergründen beschäftigen möchte, sei auf meine Bücher hingewiesen.
Das letzte hier vorgestellte Kapitel "Diskussion" will stichwortartige Denkanstösse vermitteln zur Mutmassung, ob die Anthroposophie oder Rudolf Steiners Lehren irgendwelche Aehnlichkeiten mit denjenigen des O.T.O. oder Theodor Reuss aufweisen könnten. Im historischen Kontext sind solche Fragen erst Jahrzehnte im Nachhinein gewachsen, genährt von Falschmeldungen und unrecherchierten Meinungen.

Der Alte und Angenommene Schottische Ritus

Aus einem Gewirr von Riten und Graden einigen sich ein paar "echte alte Freimaurer" 1802 in Charleston auf den Begriff "Schottische Freimaurerei" oder "Alte und Angenommene Schottische Ritus" (AASR) mit 30 Graden.

Der Ritus von Memphis-Misraim

Angeblich wird der Aegyptische Ritus von Mizraim (oder Misraim, 90 Grade) 1805 in Mailand gegründet. Seine Schöpfer bezeichnen ihn als Wurzel und Ursprung aller freimaurerischer Riten und der Geheimlehre von Isis und Osiris, die von Misraim, dem Sohn Hams und Enkel von Noah ins Leben gerufen worden seien, und dessen Weisheit auf Adam selbst zurückgehe.
Als Konkurrenz zum Misraim-Ritus wird in Paris 1814 der Ägyptische oder Memphis-Ritus (95/97 Grade) gegründet, der angeblich von griechischen Eingeweihten nach Kleinasien gebracht worden sein soll. Vereinigt mit christlichen Lehren der Rosenkreuzerei soll der Orden durch die Kreuzfahrer nach Schottland gelangt sein und als Grossloge von Edinburg zur Wiege der Freimaurerei geworden sein. Der Memphis-Ritus wird auch "Antient and Primitive Rite of Masonry" oder sogar "Orientalischer Orden von Memphis" genannt.
Am 4. Juni 1872 kauft John Yarker die Erlaubnis, den Memphis-Ritus in England zu errichten. Unter seiner Leitung kommen nun 1876 Memphis und Misraim [MM] zusammen. Am 24.9.1902 will Theodor Reuss von John Yarker die Bewilligung erworben haben, den Schottischen Ritus (AASR, Cerneau, New York 1807) (33 Grade) und den Memphis- Misraim-Ritus (90 und 97 Grade) in Deutschland zu konstituieren. Die vorliegenden Originalunterlagen weisen jedoch keinen entsprechenden Wortlaut auf: Obwohl Reuss in seiner Zeitschrift "Oriflamme" (Dezember 1902) eine Bewilligung für den Memphis- Misraim-Ritus (Grade 33°, 90°, 96°) zitiert, erwähnt die tatsächlich vorliegende Charter nur die Grade 30°-33° [Cerneau, ohne MM] für Reuss. Reuss glaubt nun das Recht zu haben, reguläre Freimaurer durch seine Ordens-Sammlung ernennen zu können. Er wird ab 1906 den O.T.O. als Retortenhochgradorden aus einigen Graden des A.A.S.R. und MM zusammenbasteln.

Vorgeschichte zu Rudolf Steiner

Die Theosophical Society ist 1875 von H.P. Blavatsky, H.S. Olcott, W.Q. Judge, John Yarker u.a. gegründet worden. Nach Blavatsky's Tod, 1891, ist die T.S. zersplittert und besteht 1900 aus drei konkurrierenden Gesellschaften.
Im Herbst 1900 wird Rudolf Steiner von der Gräfin Brockdorff um zwei Vorträge im Rahmen der allgemeinen kulturellen Veranstaltungen in der Theosophischen Bibliothek gebeten. Daraus entstehen Vortragszyklen in den Winterhalbjahren 1900/01 und 1901/02 in dieser Bibliothek. Dies führt dazu, dass am 20.10.1902 die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) mit etwas über 100 Mitgliedern und mit Rudolf Steiner als Generalsekretär konstituiert wird.
1904 beginnt Steiner, seine Esoterische Schule aufzubauen. Dazu lässt er sich am 10.5.1904 von der damaligen Leiterin der Esoteric School of Theosophy, Annie Besant, als Landesleiter der E.S. für Deutschland und Oesterreich einsetzen. Diese E.S. ist 1888 von H.P. Blavatsky organisatorisch unabhängig von der T.S. eingerichtet worden.
Zum Aufbau seiner E.S. will Steiner im Gebote nach "absoluter Wahrhaftigkeit und Aufrechterhaltung der Kontinuität" auch an symbolisch-rituelles Wirken, d.h. an maurerische Traditionen, "an schon Bestehendes" anknüpfen. So besteht die Steinersche E.S. bald - wie in der Theosophischen Gesellschaft - aus drei Abteilungen. (1) der Esoteric School of Theosophy, (2) dem Misraim-Dienst und (3) aus einem gescheiterten Versuch, mit 12 "bewährten Schülern" eine Gesellschaft für theosophische Art und Kunst zu gründen. Rudolf Steiner, Theodor Reuss und die Entwicklung des O.T.O.

Wann der erste Kontakt zwischen Steiner und Reuss stattgefunden hat, ist schwer zu datieren. In einem Vortrag über die Geschichte der Freimaurerei in Berlin am 9.12.1904 zitiert Rudolf Steiner das Kellner/Reuss-Manifesto aus Reuss' Oriflamme 1904 (in: Steiner: "Die Tempellegende und die Goldene Legende", = Gesamt-Ausgabe [GA] Band 93, 91 ff.). (Reuss' Oriflamme Nr. 6 von 1903 enthält eine frühe Version dieses Manifests.) Dieses kann jedoch auf keinen Falls als O.T.O.-Manifest umdefiniert werden, da der O.T.O. um diese Zeit noch gar nicht existiert. Es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass Carl Kellner (der angebliche ideelle "Gründer" der O.T.O.-Idee) den Begriff "O.T.O." gekannt, geschweige denn benützt hat. Kellner leitet wahrscheinlich eine deutschsprachige lose Gruppe der "Hermetic Brotherhood of Light", die er als einer der 12 Neugründer in Boston/Chigaco 1895 nach Europa gebracht haben könnte.
Reuss und Kellner scheinen aufgrund verschiedener Ansichten über Yoga schon zerstritten. Franz Hartmann [Leiter der Leipziger "Internationalen Theosophischen Verbrüderung"] denkt ähnlich: dass sein Freund Kellner Betrügern (Yogis) in die Hände gefallen sei [Theosophische Rundschau, XII;6, 1924] und hält eh nichts von den Praktiken der "Hermetic Brotherhood of Light"; zusätzlich distanziert sich Hartmann ebenfalls ca. 1904 von Reuss. Es scheint, dass Reuss allein für die nach aussen wirkenden Aktivitäten seiner Ordens-Sammlung und den in seiner Publikationsreihe "Oriflamme" veröffentlichten Berichte verantwortlich ist, die natürlich nach wie vor Kellner und Hartmann erwähnen.

7. Juni 1905: Ehren-General-Grossmeister Carl Kellner, 33°, 90°, 96°, und "Leiter" des "Inneren Dreiecks", des "occulten Kreises" bestehend aus Hartmann, Reuss, Kellner, stirbt.

24. Juni 1905: John Yarker, 33°, 90°, 96°, erteilt Reuss, 33°, 96°, Franz Hartmann, 33°, 95°, und Heinrich Klein, 33°, 95°, die Bewilligung, die Grade vom ersten bis 33°, 90° und 95° zu bearbeiten. Am selben Tag ergeht eine Charter von Yarker und Reuss an Paul Eberhardt. [Yarker scheint vom Zwist zwischen Hartmann und Reuss nichts zu ahnen]. Im August wird Reuss von den Swedenborg Ritus-Gründungsmitgliedern vor Gericht angeklagt, 1902 die Ordenszeitschrift "Oriflamme" als reine Privatsache Reuss' (d.h. Reuss' MM ist unabhängig von seinen anderen Orden) ins Leben gerufen zu haben.

24. November 1905: Steiner und Marie von Sivers bezahlen für ihre MM-Mitgliedschaft unter Reuss je 45 Mark. Die Verhandlungen über die Modalitäten zur Führung eines selbständigen Arbeitskreises ziehen sich noch dahin. Tags darauf, am 25.11.1905, schreibt Steiner an Frau von Sivers: "Nun hast Du gestern selbst gesehen, wie wenig noch übrig geblieben ist von den einstigen esoterischen Institutionen" und denkt daran, sich des Mediums der Religion "in sinnlich-schöner Form" zu bedienen: Religion als "Folgeerlebnis von Wissenschaft und Kunst". [Nichtsdestotrotz ist die 1912 entstandene Anthroposophische Gesellschaft keineswegs als religiöse Körperschaft anzusehen, etwas das gegen die Ansichten Steiners geht, sondern als Körperschaft von Gedanken/Ideen.]

30.11.1905, Steiner an von Sivers: "Reuss ist kein Mensch, auf den irgendwie zu bauen wäre ... Wir haben es mit "einem Rahmen", nicht mit mehr in der Wirklichkeit zu tun. Augenblicklich steckt gar nichts hinter der Sache. Die okkulten Mächte haben sich GANZ davon zurückgezogen."

2.1.1906: Im Zusammenhang mit der Loge hält Steiner erstmals einen Vortrag vor Männern und Frauen gemeinsam und bezeichnet die Freimaurerei (womit er wahrscheinlich den von vielen als irregulär betrachteten AASR- und MM-Ritus meint) als "eine Karikatur" und offfenbart, dass die "in ihr schlummernden Kräfte wieder aufzuwecken", eine Arbeit sei, "die uns obliegt". Steiner sieht es als seine "Aufgabe, den Misraim-Dienst für die Zukunft zu retten." Der Misraim-Dienst soll Irdisches mit dem Himmlischen, Sichtbares mit dem Unsichtbaren vereinigen und die Eleusinischen Mysterien wieder erneuern.

3. Januar 1906: Reuss unterzeichnet einen "Vertrag und brüderliches Uebereinkommen" zwischen ihm und Steiner, was diesen zum 30°, 67° und 89° von Berlin macht. Für die Aufnahme von Frauen wird Marie von Sivers autorisiert. "Die Auswüchse der Männerkultur müssen zurückgestaut werden durch die okkulten Kräfte der Frau" (so Steiner).

Am 8. Januar 1906 reist Reuss nach London, wo er eine "Hermetic School of Science" aufzuziehen gedenkt. Ihm folgt der Geruch der Ordenserfinderei und des schwunghaften Charta-Verkaufs. In Freimaurerkreisen gilt Reuss als Schwindler. Um diese Zeit kursieren Gerüchte um sein angebliches unsittliches Verhalten.

22. Januar 1906 ist das Datum, das die erste (englische) O.T.O.- Konstitution aufweist, die anscheinend erst 1912 allgemein bekannt wird. Emil Adryiani und Paul Eberhardt, beides Hochgradinhaber des MM, halten 1906 als Gründungsdatum des O.T.O. für vordatiert. Die Konstitution verlangt von künftigen Mitgliedern ein schriftliches Aufnahmegesuch. Es scheint (zumindest im Nachhinein), dass sich der O.T.O. nun aus einigen AASR- und Memphis-Misraim-Graden zu entwickeln beginnt.

17. März 1906: Reuss nimmt in einem Schreiben an Franz Hartmann an, dass dieser kein Mitglied mehr von Reuss' MM sei, da Hartmann seit langem nicht mehr auf Reuss' Briefe und Postkarten reagiert habe, und ausserdem überall herumerzähle, dass Reuss keine diesbezüglichen Rechte mehr besässe. Aehnlich äussert sich Reuss am 27. März 1906: dass Emil Adrianyi ebenfalls die "falsche Nachricht" verbreite, der Grossorient und das Souveräne Sanktuarium von Berlin existierten nicht mehr.

Am 27. März 1906 erhält Steiner einen Brief von Reuss, in dem er als 33° (AASR) und 95° (Misraim) angesprochen wird.

Die Reuss'sche Oriflamme vom Januar/Juni 1906 teilt mit, dass Steiner, 33°, 95°, in Berlin die Erlaubnis erteilt worden ist, ein Kapitel und einen Grossrat der Adoptionsmauererei [MM] unter dem Namen "Mystica aeterna" zu gründen. Steiner wird zum stellvertretenden Grossmeister mit Jurisdiktion über die von ihm aufgenommenen Mitglieder ernannt. Marie von Sivers wird als General-Grosssekretärin für die Adoptionslogen eingesetzt. Steiner verwendet für diese Gruppierung auch "Mystica Eterna" (M.E.) oder "Misraim Dienst" (M.D.). Je nach dem Kontext bezeichnen diese Abkürzungen entweder die Einrichtung oder deren Inhalt.
Beide, Reuss und Steiner, benutzen die freimaurerischen Begriffe "Royal Arch" und "Ritter vom Adler und Pelikan" (GA 265, 75, 217, 218; GA 93, 90, 93 und 320). Die neun (zehn) O.T.O.-Grade sind inhaltlich keinesfalls das Vorbild der z.T. theoretischen neun Grade der Mystica aeterna (in der nur bis zum 5. Grad gearbeitet wird: Lehrling, Geselle, Meister, Royal Arch, Ritter vom Adler und vom Pelikan. GA 265, 237, 217, 218) (GA 167, 94; GA 265, 132). Die Intentionen und Inhalte der Steinerschen Rituale entstammen allein seiner eigenen Erkenntnis/Schau: nur die Form bezieht sich auf Traditionelles. Trotzdem ist die Mystica aeterna keine eigentliche Organisation, vergleichbar mit einem Orden oder einer Loge (obwohl Steiner diesen Begriff in der Lektionsstunde vom 28.10.1911 verwendet); es gibt keine Tochtergründungen, keine Diplome, keine Ermächtigungen und der Kultus wird nur in Anwesenheit Steiners zelebriert und nur von und für Mitglieder(n) der Theosophischen Gesellschaft. In Steiners Schau kann ein äusserer Orden weder von "Meistern" gegründet, noch mentoriert werden. Dies steht allein der "Esoterischen Schule" zu. Die Mystica aeterna gilt als die zweite, als die sog. "Erkenntniskultische" Abteilung in Steiners Esoterischer Schule. Die Theosophische Abteilung weist mehr auf die ideelle und studierende Seite hin; die maurerisch-kultische mehr auf die praktische Seite des Esoterischen Arbeitskreises.

21. Juni 1906 ist das Datum, das die erste deutsche O.T.O.- Konstitution aufweist. Wie schon zur englischen O.T.O.- Konstitution vom Januar angemerkt, scheint es, dass die Gründung des O.T.O. erst 1912 allgemein bekannt wird. Diese deutsche Konstitution verlangt von künftigen Mitgliedern ebenfalls ein schriftliches Aufnahmegesuch.

24. Juni 1906: Da sich abzeichnet, dass sich in Steiners Mystica aeterna bald mehr Mitglieder als in Reuss' Orden listen lassen, spaltet Reuss Memphis von Misraim und vom 33° und signiert die entsprechende Verkündigung u.a. mit dem Ausdruck "Orientalische Templer-Freimaurer" und verwendet dabei die Templer-Zeitrechnung ("A.O. 788").

15.8.1906: Steiner distanziert sich in einem Brief an A.W. Sellin klar und deutlich von Reuss und all dessen Aktivitäten (sofern er überhaupt davon Notiz genommen hat). "Reuss ist kein Mensch, auf den irgendwie zu bauen wäre." (30.11.1905). Für Steiner spielt die Person "Reuss" keine Rolle, sondern allein dessen Vermittlung des "Misraim"-Ritus, d.h. einer formal-historisch-legal dokumentierten Anknüpfung, um eine selbständige symbolisch-kultische Neugründung einzurichten. In Reuss' Briefen an Steiner und an von Sivers gibt Reuss keine einzige Bestätigung eines Gesprächs mit oder eines Schreibens von Steiner. Steiner macht es "zur Bedingung, dass der Orden [AASR + MM] mir NICHTS mitteilt von seinen Ritualien." "Ich konstituierte, was zu konstituieren war, OHNE dass Herr Reuss jemals dabei — bei irgend etwas — gewesen wäre ... Ich aber habe sachlich den Orden [Reuss' AASR und MM] völlig IGNORIERT" (Steiner an Sellin, 15.8.1906). Mitgliedern von Reuss' Orden wird der Zutritt zu Steiners Misraim-Dienst verwehrt.

Am 22.9.1906 beklagt sich Reuss bei Marie von Sivers, dass Rudolf Steiner ihm auf seinen Brief von vor vier Wochen nicht geantwortet habe.

1.10.1906, 9.2.1907 und 12.3.1907: Reuss bittet vergeblich um ein Treffen mit Steiner. Im Schreiben vom 9.2.1907 an von Sivers bestätigt Reuss, dass kein brieflicher Verkehr zwischen ihm und Steiner stattfinde, und dass er dies auch akzeptiere.

Pfingsten 1907: Nach dem Tode des Gründer-Präsidenten der Theosophical Society, H.S. Olcott, 17.2.1907, und der Wahl von Annie Besant zur neuen Präsidentin, löst Rudolf Steiner die erste Abteilung der Esoterischen Schule aus dem formalen Zusammenhang mit der von Annie Besant geleiteten Esoteric School of Theosophy: Steiner verfolgt ein anderes Schulungs-System und wirft Annie Besant gleichzeitig Amerikanismus, d.h. Weltlichkeit und anderseits Fixierung auf indische Traditionen, die im Westen keine Wirkung hätten, vor. In Steiners Schau wird der Atem nicht durch körperliche Uebungen kontrolliert; die physischen Effekte sind Konsequenz der Einweihung. Steiners Weg ist das Gegenteil dessen, was die alten Yogis lehrten, indem er Denken und Atmen miteinander verbindet.

15. Juni 1907: Reuss schickt Steiner ein Edikt, das diesen zum 33°, 90° und 96° von Berlin und selbstständigen amtierenden General Grossmeister des Obersten General Grossrates des Mizraim- Ritus in Deutschland ernennt. Der Briefkopf weist die Begriffe "Memphis and Mizraim Rite of Masonry. Order of Oriental Templars and Esoteric Rosicrucians" auf. Reuss zeichnet u.a. mit der SO.T.O.M-Rune/Siegel. Dies macht Steiner jedoch weder zum O.T.O.- Mitglied noch zu dessen Grossmeister von Berlin. Reuss bezeichnet sich weiterhin ebenfalls als Grossmeister des Misraim Ritus. Er sucht ab 1907 mit seinem O.T.O. als "Bund für Internationale Verbrüderung" Anschluss an ausländische Gnostiker- und Rosenkreuzerorganisationen (z.B. 1908 an Papus in Frankreich, wo er auch Arnoldo Krumm-Heller mit Chartas beglückt, die später zur Gründung der Fraternitas Rosicruciana Antiqua führen; 1909 an Spencer Lewis, der 1915 den A.M.O.R.C. gründet).

24.2.1908 und 17.7.1909: erneut beklagt sich Reuss, dass ihm Steiner nie antworte. Dito in 1910. Reuss listet Steiner schon seit 1906 nie mehr in seinen häufig auftauchenden Ordens- Schematismen auf.

1909: Steiner wird nicht im Ordens-Schematismus der Oriflamme aufgeführt.

11.2.1910: Reuss teilt Steiner mit, dass Franz Hartmann schon seit 1904 nicht mehr aktiv sei und ausser Max Heilbronner und Heinrich Klein kein Mensch von der Angelegenheit Reuss-Steiner wisse.

Im März 1910 wird Aleister Crowley ein VII° O.T.O. in England, was jedoch nur eine Bestätigung seines 1900 in Mexiko erworbenen 33° ist. Im November wird Crowleys 33° AASR ebenfalls von John Yarker reaktiviert, obwohl Yarkers entsprechende Befugnisse schon am 30.11.1870 vom Supreme Council des AASR annulliert worden sind.

21.4.1912: Aleister Crowley wird X° des O.T.O. von England und Irland.

1.6.1912: offizielles Datum der Gründung einer National-Grossloge des O.T.O. für Grossbritannien und Irland durch Reuss, was dieser in der Oriflamme als eine Sache mit pikantem Beigeschmack bezeichnet. Obwohl nie ein "regulärer" Freimaurer, sieht Crowley sich von nun an als "sole and supreme authority in Freemasonry". Die Existenz eines X°-O.T.O. in England ist ein Hinweis darauf, dass der O.T.O. um 1912 in der Organisation durchaus verschieden ist vom Memphis-Misraim-Ritus, der in England der Leitung von Yarker untersteht, von dem Reuss selber seine MM-Legitimation bezieht.

7.8.1912: Franz Hartmann stirbt.

(Oktober?) 1912: Steiners Name fehlt in der reich bebilderten "Ahnengalerie" der O.T.O.-Helden in der Jubiläums-Ausgabe der Oriflamme 1912, in der, posthum natürlich, Carl Kellner und Franz Hartmann nun erstmals mit den Begriffen "O.T.O." und "Sexualmagie" in Zusammenhang gebracht werden.

Im Zuge der Krishnamurti-Sache gründet Steiner in Köln zu Weihnachten 1912 die Anthroposophische Gesellschaft und trennt sich zur Jahreswende 1912/13 von der TG. Bis anhin konnte er ca. 2500 Mitglieder sammeln. Diesen schliessen sich nun weitere 1000 aus der TG austretende Mitglieder in Europa und Amerika an.

20.3.1913: John Yarker stirbt. Reuss verfasst nun offensichtliche sexualmagische Texte, die in seiner INRI/Oriflamme-Schriftenreihe erscheinen. Bei Kriegsausbruch flüchtet er nach Deutschland.

Sommer 1914: Die Veranstaltungen der Esoterischen Schule und des "Misraim Dienstes" (der 600 Mitglieder zählt) werden eingestellt. Steiner beendet die privaten Beratungen und Versammlungen, da inzwischen genügend publiziertes Schulungsmaterial von ihm vorliegt. Die Kriegsverhältnisse erschweren es, geschlossene Versammlungen sicher abzuhalten.

Zu Weihnachten 1914 heiratet Steiner Marie von Sivers.

Woran denkt der nun im Tessin in der Schweiz lebende Reuss, als er 1917 in der Bücheranzeige am Schluss der deutschen Publikation von Crowley-Reuss' "Gnostischer Messe" einen Text "Das Sexuelle in der Theosophie und Anthroposophie, mit den Gelöbnissen der verschiedenen Führer" ankündigt?

Im Sommer 1917 schickt Reuss einem offiziellen Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft eine Einladung zum "Anational Congress" seines O.T.O. auf dem Monte Verita. Auf dem entsprechenden Manifesto tritt die Bezeichnung "Ordo Templi Orientis" nun als Unterbegriff der "Hermetic Brotherhood of Light" auf. Hinweise in Reuss' und Crowleys "Gnostischer Messe" und in Reuss' VII°-Ritual deuten darauf hin, dass neuerdings die Theoretischen Rosenkreuzer der Brüder des Lichtes der sieben Gemeinden in Asien / die Asiatischen Brüder vom Rosenkreuz und der mächtige und weise Orden der Ritter und Brüder des Lichts als Reuss'sche und Crowleysche "Hermetic Brotherhood of Light" zu interpretieren sind.


Hermetic Brotherhood of Light, Theodor Reuss an Aleister Crowley, 1917Theodor Reuss an Aleister Crowley, 1917


Reuss zieht bald nach Basel.

Steiner lehnt es ab 1917 kategorisch ab, in Privatgesprächen esoterische Ratschläge zu geben. Künftig muss alles im Lichte der demokratischen Öffentlichkeit (weg von Absonderung und geistiger Aristokratie) geschehen.

Am Zürcher Internationalen Freimaurerkongress 1920 wird der O.T.O. definitiv als irregulär erkannt. Reuss verlässt Basel.

Da Spencer Lewis vom amerikanischen A.M.O.R.C. dem nun in München ansässigen Theodor Reuss droht, den Geldhahn zuzudrehen, falls sich Reuss nicht von Aleister Crowley trenne, wird Crowley im November 1921 aus dem O.T.O. verstossen. Reuss an Crowley: "the O.T.O. is not in any way an annex or even in any way connected with the A.·. A.·. [Crowleys sexualmagische Religion] and [...] the teachings of these two independent bodies must rigorously be kept separate and distinct." Reuss an Spencer Lewis: "I have cut off the connection that existed between us [Reuss und Crowley] regarding O.T.O., and whatever Crowley would happen to do about in the USA, it is now his own business, and not anymore a concern for the O.T.O."

Kurzentschlossen ruft sich Crowley nun selber zum Oberhaupt des O.T.O. aus. Reuss plant neue Rosenkreuzer-Organisationen zusammen mit dem A.M.O.R.C. und Arnoldo Krumm-Hellers Rosenkreuzer-Organisation F.R.A. Von nun an ist der O.T.O. in unzählige säkularisierte Zweige zersplittert.

Anlässlich seines Besuchs im Dezember 1921 in Oslo, versammelt Steiner alle früheren Mitglieder der Mystica aeterna, jedoch ohne Ritual und ohne kultische Bekleidung. Er erklärt die Arbeit des "erkenntniskultischen Arbeitskreises" (= Misraim Dienst) feierlich für aufgelöst (GA 265, 451), nimmt aber neue Mitglieder auf, ein Zeichen, dass er nicht daran denkt, die alten Formen des Vollzugs zu reaktivieren.

Mit der Neukonstituierung der Anthroposophischen Gesellschaft zu Weihnachten 1923 beginnt Steiner die von ihm formulierten "neuen Formen" der Esoterik als neue "Esoterische Schule" zu verwirklichen. Inzwischen ergibt sich durch die Begegnung mit Theologen eine Beschäftigung mit kirchlichen Kultformen, die Steiner aus seiner Schau erneuert. Das spiegelt sich im Kultus der 1921 begründeten "Christengemeinschaft" und den Handlungen für den Religionsunterricht der Waldorfschulen. Fortan sind die bisher nur für Mitglieder erhältlich gewesenen Manuskripte (Mitgliedervorträge, die sog. "Zyklen") frei zu erwerben. Die esoterische Schule ist transfomiert in die "Freie Hochschule für Geisteswissenschaften". Obwohl Steiner nicht mehr dazu kommt, die drei Klassen im Detail auszuformulieren, denkt er daran, Inhalte der M.E. in die zweite Klasse der Hochschule hineinfliessen zu lassen.

Theodor Reuss stirbt 1923 ohne einen Nachfolger ernannt zu haben.

Steiner stirbt 1925.

Ca. 1934: Alice Sprengel (ehemals Mitglied der M.E. bis zu ihrem Austritt 1915, dann Sekretärin von Reuss) notiert aus dem Gedächtnis das angebliche Gelöbnis, das Steiner bei seinem MM- Eintritt unterschrieben und es darauf zerrissen habe, weil es ihn zum O.T.O.-Mitglied gemacht haben soll. Alice Sprengel ist es auch, die bald den Schweizer Hermann Joseph Metzger in den Reuss- O.T.O. einweihen und Ritual-Passagen aus den Steiner-Ritualen in O.T.O.-Rituale transportieren wird. Metzgers Dachorganisation nennt sich, in Anlehnung an einen Steiner-Vortrag über Psychosophie von 1911, "Psychosophische Gesellschaft". Sein O.T.O. scheint auch heute noch weltweit der einzige legitime O.T.O. zu sein, aktiv seit 1947.


Diskussion

  1. Ab welchem Zeitpunkt und vom wem sind einige AASR- und Memphis- Misraim-Grade mit den O.T.O.-Graden gleichgesetzt worden (z.b. 90°, 95° gleich IX°)? Gemäss dem MM-O.T.O.-Schematismus wäre ab 1914 Steiners 30°, 67° und 89° irgendwo zwischen dem VI° und VII° O.T.O. anzusiedeln (handschriftlicher Schematismus von Aleister Crowley, datiert 1914, Faksimile in "How to make your own McO.T.O.", 59). Dies scheint vorerst irrelevant in Bezug auf Steiner, erst im Nachhinein wäre sein 90°, 96° tatsächlich als X° O.T.O. anzusehen. — Es ist jedenfalls gesichert, dass ab ca. 1917 von Reuss und seinen Anhängern MM mit O.T.O. gleichgesetzt worden ist. Siehe "Grosser Th. Reuss Reader", p. 246
  2. Ist 1906 das Gründungsjahr des O.T.O. und/oder sind beide 1906- Konstitutionen später verfasst und rückdatiert worden? Nichtsdestotrotz enthält das Reuss-Edikt an Steiner von 1907 den Begriff "Order of Oriental Templars". Ebenfalls ist in französischen Gnostiker-Heftchen schon VOR 1912 (dem Datum, in das einige O.T.O.-"Historiker" die Gründungs-Stunde des O.T.O. hineinprojizieren) der Begriff "Ordo Templi Orientis" zu finden [Faksimile in "Ecclesia Gnostica Catholica", p.109].
  3. Was sind die Lehren des O.T.O. unter Theodor Reuss? Nach Carl Kellners Tod 1905 stülpt Reuss Carl Kellners tantrischen Yoga- Übungen ein freimaurerähnliches System über, in dem die ersten sieben rituell verleihten Grade zur Oeffnung der Chakras dienen und die letzten, sexualmagischen Wissensgrade nur noch "per communicatio" verliehen werden. Der X° bezeichnet den nationalen Führer, der dem weltweiten Oberhaupt, dem Outer Head of Order, OHO, unterstellt ist. Reuss führt Kellners Yogapraktiken weiter, indem er den Manichäismus miteinbringt: Die Sexualorgane werden heilig und eine Heilige Messe bildet symbolisch die Schöpfung des Universums ab. Sexualenergien werden mithilfe von Atemtechniken "gespeichert", und deren Transmutation macht den Magier zum "Seher". Da Reuss öfters die Ordensbezeichnung "Hermetic Brotherhood of Light" für seinen O.T.O. verwendet, ist anzunehmen, dass er verschiedene Erleuchtungs/Erlösungstechniken dieser (anderen) Gruppe für sein System adaptiert: Die Verwendung von bewusstseinserweiternden Drogen während des Sexualaktes, die Fokussierung von sexuellen Energien auf ein materielles Medium (z.B. einen Talisman oder eine Photographie), um sich Wünsche zu erfüllen. Reuss lehnt Masturbation (dem VIII° unter Aleister Crowley) als "Selbstpeinigung" und "widernatürlich" ab. Trotzdem bleibt für ihn der Lingam der Schöpfer des Universums. Es gibt Berichte, dass sich Reuss homörotisch betätigt habe ("gegenseitiges Betasten der phalli") (ein Teil des "geheimen" XI° unter Crowley), Zentralgeheimnis von Reuss' O.T.O. bleibt jedoch Richard Wagners "Parsifal". Der Speer wird zum Phallus, während der Gral, natürlich die Vagina, die Grals-Speise enthält: Sperma und Vaginalsekrete. Reuss' O.T.O.-Gesellschaft hat eine Art kommunistisches Utopia zum Ziel, in dem die Mutter (mit Referenzen zur christlichen Maria) Zentralstelle im öffentlichen und sexuellen Leben einnehmen soll: in der "Gemeinschaft der Neo- Christen O.T.O.".
  4. Hat Steiner vom O.T.O. gewusst und ist trotzdem Misraim-Mitglied geworden?
    Obwohl Steiner 1904 ein Kellnersches und Reuss'sches Manifest "Unseres Ordens" von 1903 zitiert, kann er dabei weder von "Sexualmagie" noch einem "O.T.O." gewusst haben. Dieses Manifest distanziert sich von "Geisterbeschwörungen" und "spiritistischen Praktiken" - etwas, das Steiner sicherlich zugesagt hat. Weder taucht der Begriff "Sexualmagie" noch "O.T.O." auf. 1903 hat Kellner ja noch gelebt. Seine Praktik ist nicht Magie, sondern Hatha-Yoga, also eine Art Mystik. Erst in der Juni-Ausgabe der Oriflamme 1906 wird Reuss deutlicher und spricht vom göttlichen Zeugungsakt. Im August 1906 distanziert sich dann Steiner im berühmtem Brief an Sellin von Reuss. Der Begriff "Sexual-Magie" taucht erstmalig in der Dezember-Ausgabe der Oriflamme 1906 und dann erst wieder 1912 auf, als der O.T.O. Reuss' neustes Aushängeschild wird.
    Es ist ganz offensichtlich, dass Steiners "Weltschau" eine asketische, d.h. "sinnlichkeitsfreie" ist ("Nur dasjenige, was Schmerzen bereitet bei der Mitteilung hat einen Wert") und er die Reuss'sche Version aufs tiefste abgelehnt hätte, falls er von ihr tatsächlich Kenntnis genommen hätte. Steiner ist gegen die Herabdämpfung des Bewusstseins, gegen Schweigegebote und Personenkult (obwohl er in gewissen "Esoterischen Stunden" als Bote der "Meister", z.B. Zarathustra, auftritt).
    Wiederholt betont Steiner, dass das esoterische Training auf den Kräften des Denkens und nicht denjenigen des Körpers beruhe. Er bezieht sich dabei wohl auf Hypnose, mediale Trance und yogisches Atmen, vielleicht aber auch auf Sexualmagie. Der Schüler hat alles für die Gesundheit von Körper und Seele zu tun, ausser, die Pflicht stehe über der Gesundheit oder dem Leben selber. Der entscheidende Punkt in Steiners Schau ist, dass nicht das Bewusstsein durch körperliche Kräfte, sondern der Körper durch das geistige Bewusstsein des individuellen Egos kontrolliert wird. Eurythmie und die Sprechübungen sind künstlerische Formen der Bewusstwerdung und des Hineinbringens des Geistes in den Körper und nicht umgekehrt, des Körperlichen in das Geistige.
    Sein Weg bildet die Brücke vom Unsichtbaren zum Sichtbaren "hinab" und nicht wie bei den Nicht-Asketikern "hinauf" vom Weltlichen zum Ueberweltlichen (Steiners Chakra-Uebungen arbeiten von oben nach unten. Als Hauptchakra gilt vedantisch das Herz und nicht yogisch der Solarplexus). Als Verfechter des christlich-rosenkreuzerischen Weges lehnt Steiner jegliche zeremonielle Magie ab (20.6.1912, GA 133), obwohl er sich der apokalyptischen Siegel und der Tarot- Symbolik Eliphas Levis bedient. Selbst Textpassagen aus Levis "Dogma und Ritual der Hohen Magie" finden sich in Steiners Misraim-Ritualen.
  5. Gibt es eine Fortsetzung des Misraim-Dienstes nach 1923? "Beim Besuch des Doktors in Oslo — dem letzten — Mai 1923 --- hielt der Doktor eine M.E.-Versammlung." Dazu die Fussnote in GA 265, 452: "Die Bezeichnung "M.E.Versammlung" für die esoterische Stunde erklärt sich aus ihrem, einer M.E. Instruktionsstunde gleichenden Charakter." Dieser undatierte Erinnerungsbericht einer Zeugin widerspricht einem Erinnerungsbericht eines Anwesenden, der ausdrücklich festhält: "In 1923 hat Dr. Steiner eine esoterische Stunde abgehalten, aber kein M.D." (GA 265, 451).
    Ist die ebenfalls 1923 erwähnte "Wachsmuth-Lerchenfeld-Gruppe" eine Wiederaufnahme/Metamorphose der Mystica aeterna? (GA 265, 455: Faksimiles 466 und 468, die diese W.-L. Gruppe mit dem Begriff M.E. in Zusammenhang bringen).

    Hier sind die Daten von Esoterischen Stunden nach 1918:
    • 9.2.1920 in Dornach
    • 17.2.1920 in Dornach
    • 4.12.1921 in Norwegen
    • Dezember 1921 in Oslo
    • zwei 1922 in London
    • Herbst 1922 in Stuttgart für den esoterischen Jugendkreis
    • 27.5.1923 in Dornach für die Wachsmuth-Lerchenfeld-Gruppe
    • 13.7.1923 in Stuttgart für den esoterischen Jugendkreis
    • 30.9.1923 in Wien
    • 23.10.1923 in Dornach für die Wachsmuth-Lerchenfeld-Gruppe
    • 30.12.1923 in Dornach für den esoterischen Jugendkreis
    • 3.1.1924 in Dornach für die Wachsmuth-Lerchenfeld-Gruppe



Schluss

Selbstverständlich möchten sich alle O.T.O.-Gruppen mit der Patina prominenter "Ahnherren" schmücken, und so wird auch aus diesem Umfeld kaum zu hören sein, dass die hehren angeblichen Gründer und/oder Mitglieder Franz Hartmann, Carl Kellner, oder eben Rudolf Steiner, schwerlich mit dem O.T.O. in direkter Verbindung gestanden haben dürften.

Was für Edikte und Chartas Reuss auch immer an Steiner geschickt haben mag: Reuss hätte auch den Papst zum O.T.O.-Mitglied machen können. Solange es keinen schriftlichen Beweis gibt, dass Steiner irgendeine Art von O.T.O.-Mitgliedschaft akzeptiert hätte (laut O.T.O.-Statuten muss das zukünftige Mitglied ausdrücklich um Mitgliedschaft bitten), solange kann nicht behauptet werden, dass Steiner O.T.O.-Mitglied gewesen sei.


Quellen

Transkripte einiger Dokumente in: König/Der Kleine Theodor Reuss Reader (München 1993). Faksimilierte Reuss-Steiner-Materialien in: König/Der Grosse Theodor Reuss Reader (München 1997). Steiners Misraim-Rituale in: Steiner: "Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule 1904- 1914" (Dornach 1987, = GA 265). Reuss' O.T.O.-Rituale in "How to make your own McO.T.O. (München 1996). Zur Geschichte der MM- und O.T.O.-Gruppen: König/Das O.T.O.-Phänomen (München 1994). Reuss' O.T.O.-System mit denselben Gradbezeichnungen wie Steiners Mystica aeterna, in: König/Materialien zum O.T.O. (München 1994). Klaus J. Bracker: "Anthroposophische Esoterik und die hermetische Tradition des 19. Jahrhunderts", in "Novalis" 4/1996, Schaffhausen Hella Wiesberger: "Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit" (Dornach 1997). A. Crowleys O.T.O. Rituale in O.T.O. Rituals and Sexmagick (Thame 1999).
Eine Kurzversion dieses Artikels erschien in "Gnostika" Juli 97, AAGW, Lothar von Kübelstrasse 1, D-76547 Sinzheim. Eine ähnliche Version befindet sich in "AHA", Breite Str. 65, D-29468 Bergen an der Dumme. Ebenfalls in: Novalis" Februar 1998, Postfach 1021, Steigstr. 59, CH-8201 Schaffhausen.
Diese Version in: "Flensburger Hefte", Dezember 1998 Holm 64, D- 24937 Flensburg, Germany, fax: (0461) 2 69 12
Als Vortrag für C.E.S.N.U.R. an der Universität Turin in 1998.


C: Peter-Robert König, November 1998


English version: O.T.O. — Early Years and Development.
Deutsche Version: Zur Geschichte des Ordo Templi Orientis.
Versione italiano: Ordo Templi Orientis — I primi anni e la sua evoluzione.
Traduccion castellano: O.T.O. — Original y su Desarrollo.

Theodor Reuss, Rudolf Steiner, Aleister Crowley
Reuss O.T.O. Lamen






Rudolf Steiner: Not a member of the O.T.O.
Deutsche Version: Rudolf Steiner: niemals Mitglied irgendeines O.T.O.
Dutch version: Theodor Reuss en Rudolf Steiner
Traduse romana: Rudolf Steiner: niciodata membru al vre-unui Ordo Templi Orientis

Online facsimile documents regarding Reuss and Steiner
"Gestatten, Under-Cover Agent P.R. König" — Ein Interview für die FLENSBURGER HEFTE zum Thema "Feldzug gegen Rudolf Steiner" (eine Analyse des Vorgehens der Gebrüder Grandt)


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Mehr über diese Orden und ihre Protagonisten in: Andreas Huettl und Peter-R. Koenig: Satan - Jünger, Jäger und Justiz

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