In Nomine Demiurgi Saturni 1925-1969 First installment of 400 pages of saturnian documents
In Nomine Demiurgi Nosferati 1969-1998 Another 400 pages dealing with the History of the F.S.
In Nomine Demiurgi Homunculi Further 420 pages about the F.S.
Context: Peter-R. König: Der O.T.O. Phänomen RELOAD
Diese Kapitelüberschrift ist programmatisch für eine deutsche Geheimorganisation, die wir in Anwendung einer schrill anmutenden Grosszügigkeit vom Gesichtswinkel des "Schöpferischen" her betrachten wollen.
Zur Historie sei unbedingt auf folgende Werke von P.R. König hingewiesen:
Das O.T.O.-Phänomen, A.R.W. 1994 (zur Historie)
Materialien zum O.T.O., A.R.W. 1994 (Faksimiles von Briefen und Fotografien)
Ein Leben für die Rose, A.R.W. 1995 (hier wird auf die magische Signifikanz der Grade 18 und 33 hingewiesen, die eine Art astralen Vampir zu füttern scheinen, siehe auch: "Von Kopf bis Fuss auf Sperma eingestellt" in "In Nomine Demiurgi Nosferati", A.R.W. 1999, von Marlene Leander/Zarah Dietrich, d.i. Barbara Weisz, Ottmar Domainko und P.R. König)
Abramelin & Co., A.R.W. 1995 (sexualmagische Zeichnungen)
Das Beste von Heinrich Tränker, A.R.W. 1996 (Korrespondenz zwischen Eugen Grosche und Aleister Crowley)
Warum ist die in den 20er Jahren gegründete Fraternitas Saturni (FS) bekannt, berühmt, gefürchtet und erweckt eine ganz andere Art der Neugierde als die O.T.O.-Gruppen, obwohl man darüber fast gar nichts weiss und nur schludrig recherchierte Märchenbücher darüber publiziert sind? Abgesehen von Eugen Grosche (1888-1964), dem Gründer, der während über eines Jahrzehnts monatliche "Blätter zur angewandten okkulten Lebenskunst" und die dazugehörigen "Lektionen" herausgibt, sind es scheinbar kreative Exponenten, die den Ruf und die Aura der FS prägen: Johannes Göggelmann/Saturnius, der Justizvollzugsbeamte Walter Janschik, der Chemiker Guido Wolther/Daniel, der Akademiker Adolf Hemberger und der Beamte Karl Wedler/Giovanni im Roman "Auf Teufel komm raus", Weltkreis-Krimi, Köln 1987, in dem ein tatsächlicher Sex- und Selbstmordskandal im Umkreis der FS verarbeitet wird.
Was ist diesen Gestalten gemeinsam? Auffallend sind Fleiss und Ausdaür. Man beachte nur Grosches monatlich anfänglich auf Durchschlag- und Kohlepapier getippte "Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst" und die angehängten "Lektionen" Ende der 1940er Jahre — eingebunden in Vereinsmeierei, ausgedrückt durch Statuten, Rundschreiben, Berichte, Urkunden (ein Gebiet, auf dem sich der Beamte Wedler wohlzufühlen scheint), so dass sich hier, wie beim O.T.O., die anfänglich antikulturelle Aufsässigkeit, resp. der "religiöse" Aufbruch Thelemas in den 1920er Jahren, hinter Uniformknöpfen und Ordensbändern verkriecht.
Allen hier vorgestellten Protagonisten ist wiederum gemeinsam, dass deren Fülle von Einfällen und der Reichhaltigkeit ihrer "Bewältigung" Grenzen gesetzt sind. So scheinen sie nie über ihre persönliche Problematik hinauszuwachsen, um allgemeinmenschlichen Gegebenheiten z.B. in einer künstlerischen Form Ausdruck verleihen zu können. Die hier von Grosche abgedruckten fraünfeindlichen Texte erklären eindrücklich, weshalb seine Witwe sofort nach Grosches Tod dessen Unterlagen verkauft und mit der Welt ihres Mannes nichts mehr zu tun haben will.
Diesen Protagonisten ist ausserdem eine Art schöpferischer Impuls gepaart mit ausgesprochenem Bierernst gemeinsam.
Am Beispiel von Saturnius wollen wir eingangs unsere Eindrücke erläutern und so für die anderen Protagonisten den Vorbau liefern.
Johannes Göggelmann/Saturnius
In Tausenden von Briefen und Zeichnungen finden wir hier Verhaltens- und Gestaltungstendenzen, deren gefühlsmässig verstärkte Phsyiognomisierungen den Versuch illustrieren, zu einer fremden Umwelt eine Beziehung herzustellen, indem man ihr ein ausdrucks- und bedeutungsvolles "Gesicht" verleiht (geflügelte weibliche Dämonen). So wie generell in vielen "Kunstwerken" der Okkultur veränderte Bedeutungserlebnisse und Beziehungssetzungen Ausdruck finden, deren Tendenz zur Formalisierung (Expressionsunterdrückung, pseudo-wissenschaftliche Erklärungen) der Emotionalität entgegengesetzt scheint und dazu dient, unerträgliche Gefühle zu beherrschen, fällt die Reduzierung auf isoliert und verloren wirkende Bildmotive auf, die z.B. Saturnius' Einsamkeit innerhalb der Fraternitas Saturni aufzuzeigen scheinen; Isolation, die sich auch in Logorrhö, d.h. Tausenden von Briefen äussern kann.Hier öffnet sich ein Ansatz zur Gnosis. Hyperaktive Tendenzen und überbetonte Akzentuierung von Bewusstseinsinhalten (alles wird z.B. saturnisch-satanistisch interpretiert) unterstützen das Symbolbedürfnis nach neün Bedeutungsträgern. Dadurch entsteht ein Zustand der Veränderung der Wahrnehmungs- und Verhaltenskonstanten. Dies führt zu einem veränderten Ausdruck der Kreativität (in den hier vorgestellten Fällen zu deren deutlichen Herabsetzung).
Saturnius' schöpferischer Ausdruck will ihn sich selbst als "Mensch" erklären, seine Biologie, seine Beziehung zu Gott und seine Position innerhalb der Fraternitas Saturni. Er scheint beinah konservativ im Vergleich zu unseren weiteren Protagonisten und wirkt in beharrlicher Konsequenz weit eingeschränkter als die fast ad hoc schwallenden Phantasieprodukte seiner Mitstreiter. Saturnius' Zerrissenheit spiegelt sich im Formalen. In ungelenk wir- kenden Zeichnungen finden sich vollkommen isolierte Gestalten, handkehrum wird beinahe jeder Millimeter des Blattes ausgefüllt. Manchmal wirken die Gestalten weich und rund, andererseits fahrig, zackig und beinahe in geometrische Strukturen aufgelöst; manchmal sind die Zeichnungen mit dickem Strich ausgeführt, manchmal erscheinen dieselben Motive eher leicht hingeworfen. Gerne bedient er sich pseudo-wissenschaftlicher Formalismen: schematischen Darstellungen, Diagrammen, Experimentanleitungen und einer "Spezialistensprache". Diese Art Geometrismus könnte als Weghalluzinieren der Geschlechtlichkeit, der sexüllen Wünsche gedeutet werden. Und nährt sich nicht die Sperma-Gnosis/Sexualmagie letztlich von unterdrückter Sexualität? (vgl. mein Aufsatz "Spermo-Gnostics and the Ordo Templi Orientis" in "Ecclesia Gnostica Catholica", A.R.W. 1998)
Regel scheint, dass für den schöpferischen Okkultisten vermehrt der Inhalt (auf den sich auch die Journalisten stürzen) denn die Form zählt. Die sichtbare Umwelt verliert an Bedeutung, weil die Beziehung zur Wirklichkeit gestört und ihre Abbildung deshalb sinnlos ist. An ihre Stelle tritt ein Bedürfnis nach Ausdruck der inneren Realität, des persönlichen Erlebens und Erleidens, das zur Artikulation einer besonderen Sprache bedarf. Abstraktionsvermögen und Sprachbewusstsein werden verändert, um die zum Teil extrem komplizierten Ideen des Okkultismus kognitiv zu erfassen, zu verinnerlichen und zu kommunizieren.
Im Gegensatz zum Künstler empfindet der nach Bildhaftem strebende schöpferische Okkultist selten einen inneren Zwang nach Stilmittel und Ausdrucksweise. Er bedient sich vielmehr der traditionellen Trance-auslösenden bewusstseinsverändernden Methoden (Sport, Musik, Tanz, Drogen, Rituale, Yoga) und räubert im Ausdruck ungelenk den Krämerladen traditioneller Symbole (z.B. bei Saturnius: Teufelchen mit Mistgabeln, Vampire mit langen Fingernägeln, Wassernixen, Totenschädel; bei Guido Wolther sind es pornographische Darstellungen; bei Walter Jantschik: Baphomet).
Solange schöpferische Okkultisten sich an den beschränkten Stilmitteln und Tabus der Massenkultur (wovon die Okkultur ja eine kleine Nische besetzt) orientieren, solange scheinen sie auch keine Kunstwerke erschaffen zu können. Dies gilt mehrheitlich für unsere Okkultisten im deutschsprachigen Raum. Die in den zwei nun vorligenden A.R.W.-Baenden zu den Saturn-Orden abgebildeten "schöpferischen" Werke wirken verkrampft und themenbesessen. Die dargestellten Objekte und Themen scheinen hauptsächlich Stütze für das Ich zu sein, um inneren Halt bieten zu können. Die verminderte Ausdrucksleistung und Unfreiheit ihrer Protagonisten widerspiegelnd, zeichnen sie bei Saturnius dessen Fokussierung auf die "dunklen, satanischen Mächte" ab, bei Guido Wolther dessen übermüdendes Umkreisen des Themas Sexualität. So sind es vor allem auch diese zwei Themen, die die Saturn-Orden charakterisieren: innerhalb der Gruppen selber, sowie auch in deren Rezension durch Kritiker und/oder Journalisten. Die nach dem Tode Grosches omnipräsente Vereinsmeierei fällt jedoch nur den Mitgliedern selber auf.
An dieser Stelle lässt sich die wichtige Frage äussern: wer sammelt und kauft solche Bilder und Texte? Wem sind sie sinnstiftend?
Da unser Werk auf die Fraternitas Saturni fokussiert ist, klammern wir Austin Osman Spare oder Aleister Crowley, Phyllis Seckler, Linda Falorio, Maggie Ingalls, Steffi Grant etc. von dieser Untersuchung aus. Ebenfalls nicht untersucht werden die Zeichnungen und Darstellungen des Quintscher Schülers Josef Anton Schuster (Silias, 1896-1968), dessen umfangreiches Tagebuch von 1931 die magischen Unterrichtungen von weiblichen und männlichen Schutzengeln enthält. Silias' Tagebuch erinnert optisch an die Art Brut eines Adolf Wölfli. Wilhelm Friedrich Quintscher/Rah-Omir (3.10.1893-8.5.1945) knüpfte in den 1920er Jahren mit seinem "Bauherrenorden" kurze Zeit Verbindung zur Fraternitas Saturni, die sich jedoch bald davon distanzierte. Quintschers Adonismus (siehe mein ABRAMELIN & CO.) wird gerne mit dem FOGC in Zusammenhang gebracht (siehe unten).
Weitere Protagonisten
Während Aleister Crowley und der O.T.O. sich immer eher verschämt zur Sexualmagie bekennen, stürmt Eugen Grosche innerhalb des Saturnischen Universums anfänglich schnurstracks aufs Ziel los.Im Laufe ihrer Entwicklung türmt sich aber bei der FS immer mehr esoterisch-okkulter Ballast auf (schliesslich will man ja die Mitglieder mit monatlichen Mitteilungsblättchen unterhalten) und schliesslich reduziert sich die ganze Organisation nach dem Tode ihres Gründers auf/zu weltlichen Kleinigkeiten oder Reprints alten Materials. Umgekehrt ausgedrückt: man kehrt an den Ursprung der Gnosis zurück. Als echt gnostische Organisation scheinen die Saturn-Orden im Weltlichen verwurzelt. Anders ausgedrückt: In der Magie gibt es nichts Nebensächliches. So "reguliert" Eugen Grosche sogar Details wie die "Okkulte Raumkunst". Was auf den ersten Blick wie bürgerliche Spiessigkeit wirkt (man beachte nur die Fotos in "Materialien zum O.T.O.", Seite 92, wo sich die saturni- schen Hüter der Evolution steif im Wohnzimmer um ein paar Spirituosen gruppiert in die Sofas drücken), ist gnostisch empfunden jedoch der "verfaulte Ort", aus dem Pleroma ausgeschwitzt wird. Um die Wichtigkeit dieser Ursprungsorte zu dokumentieren, seien hier die Auseinandersetzungen um Wolther, Hemberger, der Mord im Umkreis Walter Jantschiks vorgestellt. Saturnius, Walter Jantschik und Guido Wolther haben, jeder auf eine spezielle Art und Weise, der FS neün Schwung verliehen. Es ist keinesfalls beabsichtigt, damit die Boulevard-Neugier zu befriedigen, jemanden anzuprangern oder an der zunehmenden Privatisierung und Skandalisierung in der Medienlandschaft teilzunehmen. Im Gegenteil, es ist eher der klein- liche Blick von oft selbsternannten Journalisten zu bedaürn, die z.B. in Walter Jantschik eine "Gefahr" wittern. Die bunten Ereignisse um Saturnius, Wolther und Jantschik sollen hier den schöpferischen Aspekt abbilden, der ausserhalb des Alltagsbewusstseins, z.B. in einer Saturn-Loge, stattfinden kann. Allein diese Sichtweise rechtfertigt auch die Faksimilierung dessen, was aus einer banalen Froschperspektive heraus voreilig zum Umfeld "Klatsch" reduziert werden könnte, jedoch die Historie des Ordens massgeblich beeinflusst.
Walter Jantschik (geb. 9.11.1939)
Da wir Walter Jantschik, alias Jananda 1969 Guido Wolthers Nachfolger im Grossmeisteramt der Fraternitas Saturni, schon in mehreren Publikationen zu Wort haben kommen lassen (Ecclesia Gnostica Catholica, Abramelin & Co.), wollen wir den Leser auch auf diese Publikationen hinweisen.Der ausserordentlich freundliche und hilfsbereite Gefängniswärter Jantschik lebt in bescheidenen Verhältnissen. Er ist in zweiter Ehe seit 1973 mit einer Mauritianerin verheiratet, mit der er zwei Kinder teilt. Seine Familie ist überhaupt nicht am religiösen Universum Walters interessiert. Trotzdem stören sie sich nicht daran, dass die ganze Wohnung mit esoterischem Rat vollgestopft ist, die Schränke im Kinderzimmer, Stube, Gänge — im Schlafzimmer hängt eine zeitlang sogar Baphomets Ziegenkopf über dem Ehebett. Jantschik ist ein unermüdlicher Studierender. Meterweise stapeln sich die minutiös einverleibten und mit schülerhaftem Ernst angestrichenen/kommentierten Unterlagen von Fernuniversitäten und esoterisch-okkulten Geheimbünden. Seit den frühen 70er Jahren geniesst Jantschik einen besonderen Ruf in der okkulten Szene, der zwischenzeitlich schon international zu spüren ist. So steht Jantschik schon früh im Interesse der Recherchen von F.-W. Haack und Horst Knaut. Jantschiks Freundlichkeit und Offenheit werden ihm zum Verhängnis, als Haack ihm Teile seines persönlichen Schriftwechsels mit Saturnius abknöpft und publiziert. Als Ausgleich darf Jantschik alias Aythos im Verlag der A.R.W. seine Informationen zur Fraternitas Saturni veröffentlichen. Die Hiram- Reihe der A.R.W. ist so hauptverantwortlich für das Revival des Okkultismus im deutschsprachigen Raum geworden. Ähnlich wie Saturnius die alte FS, versorgt Jantschik alias Levum die Fortsetzungsorganisation "Ordo Saturni" in den 1980er Jahren mit Ideen, was vor allem den sexualmagischen Aspekt betrifft. Jantschik ist ein wohlfunktionierendes Mitglied/Rädchen der Gesellschaft geblieben. Hierin unterscheidet er sich von Aleister Crowley, der dank seiner finanziellen Ressourcen komplett herausgefallen scheint und seinen Drang "wieder dazuzugehören" mit der Annektierung aller möglichen Orden, Kirchen, Titeln und Ämtern ausgelebt hat.
Nach wie vor scheint Jantschik sich als "Opfer" darzubieten und lässt sogar zu, dass seine komplette Adresse im Internet auf https://www.parareligion.ch/saturn.htm publiziert wird. Ein Streit oder Missverständnis mit ihm ist unvorstellbar. Die Buchserie zum "O.T.O.-Phänomen" verdankt ihm viele Unterlagen, da Jantschik seit Jahrzehnten mit allen möglichen Orden, Kirchen, Grüppchen und Protagonisten verkehrt, korrespondiert und alles sammelt, was er in die Finger bekommt. Trotzdem ist er ein ausgeprägter Einzelgänger geblieben. Er hat sich nicht als Grossmeister der Fraternitas Saturni geeignet, wo zu seinem Bedaürn eher Intrigen, Schwindeleien und plumpe Angebereien die Ordensstruktur am Leben erhalten - ein Milieu, das wir ebenfalls in diesen A.R.W.-Baenden zu dokumentieren versuchen, da es massgeblich den Verlauf der Ordenshistorie beeinflusst.
Eine auffallende Parallele zum bekanntesten Künstler zustandsgebundener Kunst, Adolf Wölfli (1864-1930), sei erwähnt. Da für Wölfli die Summe aller Wissenschaften und Künste die Algebra war, bezeichnete er sich selbst oft als "Allgebratohr". Walter Jantschik erlebt hingegen Baphomet als Quelle aller Universen. Und so nennt sich Jantschik "Baphometor". Genauso wie Wölfli muss Walter Jantschik den horror vacui seines Universums auffüllen. Wölfli zeichnete und bekritzelte seine Kartonblätter bis auf den letzten Millimeter voll. Jantschik lässt alias Cit durch all seine Realitäten Baphomet aufquellen. Unerschöpflich schreibt er Rituale, Essays und Meditationen zum Thema Baphomet, angetrieben von der alten Dame Kundalini.
"Sexualität [...] und die unendlichen Ideen und Möglichkeiten meiner aussergewöhnlichen Imaginationen erschufen mehr und mehr Situationen für meine unglaublichen Unternehmungen. In meinen lykanthropischen Forschungen und Erkenntnissen wurde es mir möglich, mich mit den einzelnen transsaturnischen Planeten bezüglich der Sexualmagie in Verbindung zu setzen und neü Einsichten zu gewinnen. Wesenheiten oder Genien von Uranus, Neptun und Pluto weihten mich ein in die höchsten Mysterien und erteilten mir die höchsten sexualmagischen Initiationen sowie das magische Ankhur. Im ultra-imaginativen Feld von Sperm und Mens wurde ich vom Höchsten Meister der Plutonischen Ejakulation zum "Meister über die seminal-menstrualen Ströme vom Oberen und Unteren Pleroma" geweiht."
Lassen wir Jantschik ausführlicher zur Feder greifen, da er sich speziell für dieses Vorwort erklärt und er beispielhaft für unsere theoretischen Ausführungen zum schöpferischen Aspekt der deutschsprachigen Okkultur steht: "Ja! Bin Spezialist für philosophischen Baphometismus und gnostischer Baph-Magie. Die künstlerischen Aspekte sehe ich in der Erfassung einer immanenten Transzendenz eines philosophisch-hermetischen Baphometismus. Es geht mir um eine künstlerische Darstellung eines gnostisch-hermetischen Baphometismus und deren immanente Transzendierung. Es soll das rein Spiritülle im Magischen des philosophischen Baphometismus mittels Transzendierung den Interessierten durch eine gnostisch-künstlerische Gestaltung erfahrbar gemacht werden. Mit meinen wissenschaftlich-philosophisch-hermetischen Ausführungen will ich den noch ziemlich unbekannten Baphometismus als neü paradigmatische Kunstform in das Bewusstsein der interessierten Leute bringen. Es handelt sich bei der neün paradigmatischen Kunstform um eine beschreibende Kunst, die die abstrakten philosophisch-hermetischen und okkulten Inhalte des Baphometismus sichtbar zu machen versucht. Die neü äonische Struktur, die ein Teil des kommenden Baphometismus sein wird, will ich durch meine wissenschaftlichen Forschungen plastisch darstellen. Die Sinnfrage des wahren Lebens durch "beschreibende Kunstform" in der Auseinandersetzung mit dem philosophisch-gnostisch-hermetischen Baphometismus zu erklären. Wissen ist Macht! Ora, lege, lege, lege, relege, labora et invenies! Dies heisst: Bete, lies, lies, lies, lies noch einmal, arbeite und Du wirst finden! — Durch Streben nach göttlichem Wissen ist gleichzeitig ein Streben nach Schönem und Geordnetem verbunden. Je grösser das Wissen, desto sublimer ist das Streben nach Schönem. Das vollkommene Wissen beinhaltet den Ausdruck des Schönen und Geordneten in seiner ideellsten Substanz. Ein Streben nach Wissen ist nicht möglich fehlt die Ausdruckbarkeit des Schönen. Je tiefer ein Baphometist in die Integralität des Wissens eindringt, umso grösser kann seine Ausdruckbarkeit des Schönen sein. Ein Magier oder Baphometist, der nach immerwährenden Wissen strebt, verbindet damit ontologisch-ontisch-pneumatische Gesichtspunkte einer Strukturierung des Schönen und Geordneten, die anders nie so zum Ausdruck gebracht werden können." [24.08.98]
Guido Wolther/Daniel
Wir empfehlen dem Leser die vielen Zeichnungen Wolthers in "Abramelin & Co."Schon relativ "früh" in den 60er Jahren übt Wolther seinen Beruf als Chemiker nicht mehr aus, sondern schlägt sich immer knapp am Rande des Existenzminimums lebend als "freischaffender" "Buchhändler" durchs Leben. Angezogen von dem, was ihm "rätselhaft wie verworren und gefährlich" scheint, führt er zusammen mit seiner Frau, der Französin Andree Meriam Wolther/Rahel (eine in Bayonne geborene Jüdin, die unter dem Naziregime zu leiden hatte und mit der er einen Sohn, Patrick, teilt) ein bohémienhaftes Leben und kommt als Grossmeister der Fraternitas Saturni dem Bedürfnis potentieller Kunden (z.B. dem akademischen Okkultisten Adolf Hemberger) entgegen, skandalträchtige sexualmagische Zeichnungen herzustellen und sich einen exotischen Ruf zu schaffen.
Ohne genaü biographische Details zu kennen, lässt ein von Wolther tief in der Erde ausgeführtes Pluto-Ritual die Vermutung zu, eine problematische Elternbeziehung ritüll bewältigen zu wollen. Im August 1962 und September 1963 versuchen Wolter und seine Frau in einer "herrlichen Tropfsteinhöhle in 250 Meter Tiefe" in Frankreich mithilfe der Verbrennung von Antimon, Uransalzen, Thoriumoxyd, Strontium und Petroleum (deren Rezeptur von Andree Meriam in Trance von "hohen Saturnintelligenzen" mitgeteilt wird), "den Teufel aus der Hölle zu holen." "Das Unwirkliche - Geheimnisvolle reizt uns - wir "müssen" einfach ... Es treibt uns zu entdecken und zu arbeiten -, magisch zu arbeiten. Wer uns kennt, weiss, dass wir keine "esoterischen Schwärmer" sind, sondern unsere Operationen mit wissenschaftlicher Gründlichkeit durchzuführen verstehen".
Die Urmutter wird magisch mit dem Vibrieren von "barbarischen Lauten" angerufen: "Onia ... Heva!! Onia ... Chavah! Chavah! Heva!! Ino ... Rea! Ria! Rua! Oia! Uuu ... Nahema! Nahema! Uuu! Oie-Ona-Uuea-Uuu! Aie, Aonie, Lilith, Lilith! Lilith! Jahou! Juhooe! Jaaaaheluu! Aus tiefster Tiefe steigt empor ihr Kräfte Plutos! In tiefster Tiefe hört meinen Ruf, steigt empor transuranos - transuranos - steigt empor. Uuu. Jiii. Plutonische kosmische Kraft ich beschwöre Dich, zeige Dich! Agiel seid Mittler; Arratron seid Mittler! Ich rufe Saturnus, den Hüter der Schwelle, Saturnus, Saturnus, Saturnus öffne die Schwelle zu transuranos. Öffne die Schwelle zu transuranos. Uuuu Jiiii."
Ein weiblicher Dämon mit dem Körper eines Skorpions und dem Gesicht einer Frau erscheint, Frau Wolther fällt in Ohnmacht. Der Körper des Dämons wird menschlich und "das Wesen hebt die Hand gegen meine Frau". Guido Wolther äussert sein Bedürfnis: "So bitte ich Dich um die Macht, über Menschen zu herrschen - Macht, Herr einer Organisation zu sein, einer okkulten Gruppe, die wiederum Macht in drei Reichen darstellt, und jene Macht möchte ich teilen mit meinem Weibe hier". Der Dämon regt sich jedoch auf, denn "das Weib ... wird Dich dereinst verraten Menschlein!" Abgang Urmutter.
„Nahema! Nahema! Uuu! Ole-Ona-Uüä-Uuu! Aie, Aonie, Lilith, Lilith! Lilith! Oron chite haloja aroen latistén. Ka eron maggo holler ka nono ka hel. Maguth ka craim he! Yaro… Sat! Elohim! Marazoth!! Hoo…!! Hu!!!“
Hallo ! Hier spricht die Skorpionfrau! – Guido und Miriam Wolther inszenieren die optische Ästhetik der Trivialunterhaltung der frühen 1960er-Jahre so auffällig, dass Edgar-Wallace-Filme, Science-Fiction- und Gruselheftchen wie Vorlage und Bedienungsanleitung zugleich wirken. Wolthers sogenannte „Pluto-Evokation“ ist ein Ritual aus Chemie, Popkultur-Bildwelten und interner Logenpolitik.
In Wolthers sexualmagischen Zeichungen der frühen 70er Jahre finden sich die im westlichen Okkultismus obligaten ägyptischen und hebräischen Symbole, speziell hier nun um plumpe Darstellungen von Penis und Vagina angeordnet. Wie bei Saturnius scheint der Urheber dieser Werke einen Anspruch an Wissenschaftlichkeit und Authentizität anzustreben, um seiner Privatrealität Bedeutung zuschreiben zu können. Seine Welt will über die Normalwelt hinausgehen, deren Schwelle zu durchschreiten anderen ausnahmslos den Tod bringe oder sie "an Körper und Seele krank" zurückkehren lasse.
Wolthers okkulte Laufbahn gleicht einer Art exorzistischem Ritual, mit dem der Dramaturg die unerträgliche Spannung seiner eigenen Existenz zu bannen versucht, um überleben zu können. Wolthers Werk "endet" in völliger Verinnerlichung: nach 1974 sind von ihm keine Zeichnungen und Schriften mehr bekannt geworden. Dies kann mit seiner grossen Enttäuschung im Zusammenhang mit Mitgliedern der Fraternitas Saturni zusammenhängen.
Ohne Kenntnis weiterer biographischer Daten (analytische Deutungen der Bild/Ritualinhalte gehören m.E. ins Gebiet der unstatthaften Spekulation, obwohl sich in Saturnius' und Wolthers Bilderwelt auffallend viele weibliche Dämonen tummeln), scheint es, im Gegensatz zu Jantschik, bei Wolther kein Nebenher mit der Alltagsrealität und vor allem kein Zurück zu geben. So legt er nach 1974 (?) sein Werkzeug nieder, um es nie mehr zu ergreifen. War/ist das "schöpferische Werk" Wolthers also ein gelungener Selbstheilversuch am Rande der Gesellschaft?
Walter Jantschik, der als Grossmeister Wolther und Saturnius persönlich gekannt hat: "Daniel und Saturnius haben mit ihren magischen Forschungen Grossartiges geleistet. Es ist anzunehmen, dass diese schöpferischen Werke eine Art ritülle Flucht aus dem unerträglichen Dasein einer spiessigen und langweiligen Gesellschaft darstellen. Eine Identifizierung mit dieser Gesellschaft war bestimmt nicht deren Absicht; und es wurde von ihnen immer wieder beklagt, dass keine geeigneten Personen für eine wahre magische Arbeit zur Verfügung stünden, welche das MAGISCHE WERK fortsetzen könnten." [24.08.98]
Zur Zeit lebt Wolther erkrankt und zurückgezogen, unterstützt von seiner Frau und dem Wiener Emil Stejnar (siehe ABRAMELIN & CO.). Seit vielen Jahren verkauft und/oder überträgt er schon beinahe regelmässig seine Rechte an alle, die ihn anfragen, ohne sich über die juristische Grundlage im klaren zu sein. So tummeln sich mittlerweile unzählige angebliche Besitzer von Rechten an Wolther-Manuskripten in der Okkultur, die wohl arg enttäuscht sind, wenn sie mit den Tatsachen konfrontiert werden, dass selbst renommierte Autoren, Wissenschaftler und/oder Künstler kaum mehr Rechte auf ihre eigenen Werke besitzen oder wahrnehmen können, sobald diese erstmals verscherbelt sind (bekanntestes Beispiel dürfte Paul McCartney sein, der keinerlei Rechte mehr an seinen eigenen Songs aus der Beatles-Zeit mehr besitzt). Das wiederholte Verkaufen oder Vergeben von Copyrights könnte als Betrug ausgelegt werden. Für die nun vorliegenden Bände zu den Saturn-Orden sind die Bewilligungen von zwei [!] dieser Rechtinhaber eingeholt worden, die ihrerseits ihre Rechte vor Jahren schon von Wolther z.T. käuflich erworben haben.
Adolf Hemberger (4.11.1929-10.11.1991)
Früh beschäftigen ihn Politik und Wirtschaft und er wird in linken Studentenverbindungen aktiv. Eine seiner ersten Publikationen handelt vom Anarchosyndikalismus. Von Beruf lernt er Dipl.-Volkswirt Dr.phil und 1967 doziert er über Erziehungslehre am Pädagogischen Institut in Fulda. Später wird er Professor für Methodologie und Wissenschaftstheorien im Fachbereich 04 der Justus-Liebig-Universität Giessen und Chef des Instituts für Verhaltenstherapie und Präventivmedizin Kirchvers, wo er z.B. über Erziehungswissenschaft und Psychosomatik bei Pferden referiert.Hemberger ist ein betonter Familienmensch und schwer enttäuscht, als seine über alles geliebte Frau und Tochter seine esoterisch-okkulten Interessen nicht nur nicht teilen, sondern auch absolut kein Verständnis dafür aufbringen. Nichtsdestotrotz versucht er, seine Frau (die zweite, eine Architektin, auf die er besonders stolz ist) so oft wie möglich ins Spiel zu bringen. Als sich seine Frau jedoch von ihm scheiden lässt, entpuppt sich dies als der grösste Schock seines Lebens. Um trotzdem den aufwendigen Lebensstil seiner nun ex-Familie aufrechtzürhalten (mehrere Pferde seiner Tochter), muss er als Universitätsprofessor Bankkredite aufnehmen, was ihn finanziell stark belastet. Dazu kommen grosse Geldausgaben für Bücher und Reisen.
Als sinnlicher Mensch isst und trinkt er gern und viel, was den Kontakt mit ihm nicht unbedingt erleichtert. Nach Auskunft eines nahen Bekannten hegen seine Universitätskollegen "keine besondere Freude an Hemberger", was ihn stark unter Druck setzt, faktisch/authentisch zu wirken. Es ist leicht zu deuten, dass der familiäre, monetäre und universitäre Druck ihn dazu treibt, mit spiritüllen Entitäten Kontakt aufzunehmen. Er sieht sich selber jedoch nicht als kreativer Mensch, sondern als Forscher im abgelegenen Gebiet der Geheimbünde. Ende der 1960er Jahre erhält er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn einen finanziellen Zustupf für seinen ersten Band zur Fraternitas Saturni mit dem hochtrabenden Titel: "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen Bünde im deutschen Sprachraum Mitteleuropas, Teil I, Der mystisch-magische Orden Fraternitas Saturni - Versuch einer religionsphänomenologischen, soziologischen und tiefenpsychologischen, an der Werturteilsfreiheit der Heidelberger Schule orientierten Analyse"; 1971 im Selbstverlag erschienen.
Hier der Versuch einer oberflächlichen Auflistung von Hembergers Publikationen, die meist aus Fotokopien bestanden, die er in einer Auflage von 50 bis 100 Exemplaren an Bekannte verkaufte. Ausser dem einzigen regulär in Buchhandlungen erhältlichen Werk, das er alias Klingsor: "Experimental–Magie, Freiburg im Breisgau 1967, unter die Leute bringen konnte: "Organisationsformen, Rituale, Lehren und magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen Bünde im Deutschen Sprachraum Mitteleuropas – Der mystisch–magische Orden Fraternitas Saturni", Frankfurt 1971; in dieser Reihe auch: "Philosophie der Grünen Schlange", zwei Bände, Giessen 1973; "Pansophie und Rosenkreuz", drei Bände, Giessen 1974; "Documentia et Ritualia Fraternitatis Saturni", 15 Teile in 17 Bänden ab 1971, Giessen; "Magia Magica", Loseblattsammlung ohne Ort und Datum; "Erziehungsziele - Wesen, Geist und Genesis - Kösener Corps - unter besonderer Berücksichtigung der Kreise, Kartelle, Freundschafts- und Vorstellungsverhältnisse", Giessen 1976-77; "Die adonistischen Lehrbriefe der Ateschga–Taganosyn nach Rah–Omir–Quintscher", Giessen 1980; "Interrelationen und Verknüpfungen physiologisch-psychologischer Prozesse als Wechselspiel von Soma und Psyche bei Pferden", Giessen 1985; "U-I-E-A-O", Sammlung von über 100 loser A4-Kopien ohne Ort und Datum.
Hemberger ist verantwortlich dafür, dass Guido Wolthers Schriften und Zeichnungen in Umlauf gebracht werden. Hemberger meldet sich jeweils kurzerhand bei Wolther an, der schnell mit dem Kugelschreiber ein paar sexualmagische Zeichnungen kritzelt, die Hemberger dann an den Meistbietenden verkauft. Dasselbe geschieht mit dem Sektenbeauftragten Friedrich-Wilhelm Haack, der ebenfalls an solchen Verkäufen beteiligt gewesen sein soll. Hier greifen Übertragungs- und Gegenübertragungsmechanismen ineinander; es entstehen verfälschte schöpferische Produktionen (Wolthers 18°-Bilder und angebliche FOGC-Rituale), Artefakte ohne grosse künstlerische Authentizität.
Ähnlich wie Walter Jantschik greift Hemberger in seine Unterlagen ein, indem er sie mit Kommentaren und Symbolen versieht. Während Jantschik dies aber für sich allein zur Weiterbildung macht, verkauft Hemberger seine gebündelten Fotokopien als "wissenschaftlich".
Zum faktischen Gehalt der selbstverfassten Schriften Adolf Hembergers ist nicht viel zu sagen. Obwohl sie kaum leer wirkende Wort- hülsen à la Jantschik enthalten, könnten sie diplomatisch mit "naiver Nonsense" umschrieben werden, wenn nicht soviele Leute glaubten, was aus seiner Schreibmaschine geflossen ist (was vor allem durch sein Buch "Experimental-Magie" unterstützt wird, das er schon 1967 alias "Klingsor" publiziert und das viele FS-Mitglieder erzürnt). Oscar Schlag erinnert sich, dass Hemberger den ganzen Tag an der Uni am Fotokopiergerät gestanden habe, um eigenhändig seine "Bände" zusammenzustellen. Da seine schludrig hergestellten, meist auf weniger als hundert Exemplare beschränkten "Bücher" sehr schwer aufzutreiben sind, steigert sich natürlich deren Mythos.
Zur Copyrightslage der von Hemberger zusammengestellten Bände ohne dessen phantasievollen Ergänzungen: Solche Werke der Dokumentation sind urheberrechtlich nur 25 Jahre lang nach ihrer Publikation geschützt und unterscheiden sich dadurch von denjenigen, die einen schöpferisch-relevanten Anteil aufweisen und 70 Jahre über den Tod eines Autors hinaus geschützt sind (siehe die Transit-Film, die die Nazi-Propaganda-Filme im Vertrieb führt).
Zum weiteren Inhalt
Die nun hier folgenden Dokumente dienen allesamt als Fussnoten zum Textwerk "Das O.T.O.-Phänomen" und sollten auch zusammen mit den Faksimiles in "Materialien zum O.T.O." betrachtet werden. Sie werden hier so chronologisch wie möglich präsentiert.In "Abramelin & Co." sind auf den Seiten 287-313 sexualmagische Evokations-Symbole von Wolther abgebildet, die das Thema der Sehnsucht nach in Trance erfahrbaren Weltbildern dokumentieren. Der etwas einseitige Briefwechsel zwischen Eugen Grosche und Aleister Crowley findet sich in "Das Beste von Heinrich Tränker" abgebildet.
Zu den FOGC-Ritualen, die Guido Wolther angeblich am 1.10.1943 als blutjunger Soldat der Kriegsmarine von seinem Vater erhalten haben soll: FOGC bedeutet "Freimaurer Orden des Goldenen Centuriums" und ist erstmals in Franz Bardons Roman "Frabato" und in den "Denurischen Schriften" Wilhelm Quintschers erwähnt. Da diese Rituale äusserst marginal zum Thema "O.T.O.-Phänomen" sind, seien hier nur auszugsweise die Transkriptionen zur Abbildung gebracht, die aus der Fabrik Adolf Hemberger/Wolther zu stammen scheinen. Der Laie wird schnell den Zusammenhang zwischen diesen angeblich von Wolthers Vater (der FOGC-Mitglied gewesen sein soll) stammenden Ritualen und denjenigen der FS unter Wolther feststellen. Bislang sind nur sehr wenige im Untergrund zirkulierende Exemplare dieser Rituale und Geschichtchen erhältlich gewesen. Deren Seltenheitswert erhöht nicht nur ihre Inhalte natürlich zu fast unanfechtbarer Wahrheit, sondern auch die Preise von z.B. angeblichen FOGC-Dolchen, die gerne von Buchhändlern verkauft werden.
Zur rechtlichen Lage der Publikation von Ritualen. Aufgrund eines Präzedenzurteiles in Deutschland sind Rituale nicht copyrightbar, da/falls diese von einer "Höheren Wesenheit" diktiert sind. Entweder sind z.B. die FOGC-Rituale aus der Hand Wolthers authentisch (d.h. von seinem Vater aus einer uralten originalen FOGC-Loge, die von höheren Logendaimonen beeinflusst wurde) und dann nicht copyrightbar (auch wäre in diesem Fall ein originärer Verfasser kaum aufzufinden), oder sie sind Fälschungen, deren ureigene Schöpfungsquelle Wolthers Phantasie ist: In diesem Fall wäre das für das okkulte Milieu äusserst peinlich. In jedem Falle verweisen die Rituale und die damit verbundenen Histörchen (Hitlers Folterungen Franz Bardons; der letzte Grossmeister, dessen Gaskammer nach der Exekution leer aufgefunden wird; etc.) auf das paranoide und faschistoide Weltbild vieler Geheimbündler, die glauben, dass eine düstere Art judo-freimaurerische Weltverschwörung stattfinde. Die Drahtzieher sind dieses Mal jedoch Bartzabel, der Dämon der Zwietracht, des Streites, von Hass und Zorn; Astaroth, der machmal auch weibliche Dämon der Sexualität und der Fruchtbarkeit; Belial, zuständig fürs Ausschweifende, Verkommene und Lasterhafte; Asmodeus, zornig, eifersüchtig und radikal; und Belphegor, der in der Gestalt einer Frau Menschenfleisch verzehrt.
Rechtliche Lage
Zu der Faksimilierung von Mitteilungsblättchen, Statuten und Formularen: Diese fallen nicht unter den Urheberrechtsschutz, da ihnen allgemeiner formeller Charakter und keinerlei "ästhetischer Überschuss" zugeschrieben werden kann. Allein letzterer würde diese Unterlagen ihrer formelhaften Funktionalität entheben (so sind auch zum Gebrauchszweck vorgesehene Designer-Löffel oder selbst mit Preisen überhäufte Designer-Briefkästen kaum copyrightbar, ausser sie tragen einen äusserst individüllen ästhetischen Überschuss). Dies gilt auch für die "persönlichen" Briefe, die hier zum Abdruck kommen. Alle Ordensthemen-bezogenen Stellen fallen unter das Prinzip des Grosszitats in der Form von Fussnoten zum Band "Das O.T.O.-Phänomen" oder als Collagen. Persönliche Daten in diesen Briefen, die den Persönlichkeitsschutz verdienen, sind selbstverständlich getilgt. [Michäl Ritscher: "Designschutz - Urheberrecht zwischen Kunst und Technik", in: Pro Litteris Gazetta, 23, Zürich 1998). Keines der hier vorgestellten Dokumente ist um seiner selbst willen dem öffentlichen Informationsbedürfnis zur Kenntnis gebracht. Jedes Faksimile oder dessen partielle Verwertung ist Gegenstand geistiger Auseinandersetzung im Kontext aller vom Autor herausgegebenen Bände zum O.T.O.-Phänomen.Für alle anderen hier wiedergegebenen Dokumente wurden die nötigen Bewilligungen eingeholt oder das Bestmögliche getan, um eine solche zu erhalten: Im Falle der Copyrightinhaber an Werken von Eugen Grosche sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass der Verlag solche an einer möglichen Tantiemenausschüttung beteiligt, sofern die lückenlosen juristischen Unterlagen vorgelegt werden können. Dasselbe gilt natürlich für allfällige andere möglichen Ansprucherheber. Falls solche einen lückenlosen juristisch einwandfreien Anspruch anmelden können (z.B. notariell beglaubigte einmalige Transmissionen von Rechten ohne Verletzung anderer Rechtsinhaber), wird dieser, gemäss Gesetzgeber und Usus, in Quote per entsprechender Seitenzahl in Bezug auf 10% des Ladenverkaufspreises vergütet.
Zur Abklärung der rechtlichen Lage dieser zwei Bände "In Nomine Demiurgi Saturni/Nosferati" sind auf Copyrights spezialisierte Anwälte und Organisationen konsultiert worden. Zur Frage, ob es sich bei den hier faksimilierten bildnerischen Darstellungen um Kunst handeln könnte, wurden namhafte anerkannte Künstler zugezogen, die diese Diskussion mit einem eindeutigen "Nein" bereicherten.
Oktober 1998