Ordo Templi Orientis Phänomen - P.R. König Interview 1998 (deutsch)
Ordo Templi Orientis background information
Ein Interview mit Peter-R. König
Gnostika Juli 1998 A.A.G.W. Lothar von Kübelstrasse 1
D-76547 Sinzheim Deutschland
Dieses Interview hat 1998 stattgefunden und wird hier erweitert
wiedergegeben.[1] Version Juni 2011.
"Nein, Von Diesem Lichte Ess Ich Nicht !"
Frage:
Einige kurze biographische Hinweise wären unseren Lesern
sicherlich hilfreich, um Ihre bestimmt komplizierten Aussagen tiefgründiger
verstehen zu können. Falls Sie es in Worten auszudrücken vermögen, bitten wir
um einen kurzen Lebenslauf.
Antwort:
Geboren 1959 in Zürich, Sohn einer Österreicherin und eines
Schweizers, die sich im London nach dem Zweiten Weltkrieg kennenlernten. Durch
meine Mutter habe ich eine tiefsitzende Abscheu gegenüber totalitären
Lebenssystemen, von meinem Vater das Grüblerische geerbt. Als man mir an der
Uni andeutete, dass man unmöglich über die Unterhaltungsmusik der 1920er Jahre dissertieren
könne, da das nicht in die Studienfächer Ethnologie und Psychologie passe, zog
ich nach Berlin um, machte mit einigen Exponenten der damaligen Neuen Wilden
sogar bei einer Schallplatte mit, "Geile Tiere Berlin",[2] und gab mich
auch sonst etlichen Exzessen hin. Ah ja, seit 1985 klaube ich Puzzlestücke zum
O.T.O.–Phänomen zusammen.
Frage:
Hinter Ihren Büchern, Interviews, Artikeln und Vorträgen scheint
sich mehr zu verbergen als nur der Rekonstrukteur des O.T.O.–Phänomens. Sie
scheinen ja die Provokation zu lieben. Bitte versetzen Sie sich in Ekstase,
bevor Sie sich dazu äussern.
Antwort:
Selbstverständlich. Ich fröne zweier Todsünden des Kleinbürgers:
Völlerei und Zorn. Versöhnlichkeit oder political correctness führen zu
zerfliessenden bedauerlichen Konfusionen aller Arten, zu der geistig
stickigsten Luft, zum schädlichsten Einfluss. Heftige Polemik hingegen lässt
die Werte und die Positionen deutlich hervortreten und schafft einen
hygienischen geistigen Zustand. Ich beschränke mich auf die objektivierende
Ironisierung von FAKTEN (das funktionelle Kabel ist in seiner Schönheit einem
Aluminiumtoaster gleich) und reisse somit das Anal–Tabu in kleine braune Teilchen.
In der Okkultur wuselt eine grosse Masse von Zweibeinern, die anonym und anti–kreativ
tätig sind. Ich brandmarke allgemein das vollkommene Fehlen von Entschiedenheit
und Wagemut, die Angst vor neuen Tatsachen, vor Worten, vor der Gefahr der
Lächerlichkeit, und speziell die Schläfrigkeit des verfaulten okkulten Milieus
und dessen Rezensoren in den intellektuellen Gruppierungen.
Die aussergewöhnlichste Intensität und Begabung werden immer
unwirksam bleiben, wenn sie sich in der Schaffung eines abgeschlossenen Werkes
vergeuden, das einer toten Richtung angehört. Dabei wäre es ganz einfach, Dinge
über deren Grenzen zu schmuggeln. Keine neue Tradition, sondern als Beginn die
Vorstellung eine Tradition in Frage zu stellen. Denn nur wer nicht
genügend liest (sich nicht genügend informiert), kann etwas im Grunde genommen
Gewöhnliches für revolutionär halten. Leider herrscht in der Okkultur
bourgeoiser Aufstand gegen die traditionellen Werte, nur um sich jedoch wieder
darin zu suhlen.[3]
Also Widerspruch zwischen Revolution, Anarchie und dem bürgerlichen
Schlafzimmer. Anbiederung an die Elite, Geld und Politik. Wäre Aleister Crowley
am Leben oder hätte bessere Manager, er wäre eine ähnliche Spiessbürgerikone,
wie es Andy Warhol fürs Wohnzimmer geworden ist.
Die Medien haben eine der Wirklichkeiten abgeschafft. Alles
scheint gesagt, und es gibt nichts mehr, das es nicht gibt. Das Nichts leuchtet
deshalb als letzter Zufluchtsort, als letzter weisser Fleck auf der Landkarte
des populären Vergnügens auf. Die Popkultur (worin die Okkultur eine Nische
besetzt) reflektiert die Konflikte und Werte dieser Kultur. Und somit
beschreite ich zwischen Alarm und Achselzucken meinen Weg, um über das
bedrückende Fehlen von innovativen Gedanken (auch in der Okkultur) und über
die schwere Last der Absurdität und Gemeinplätze hinwegzukommen, die die momentanen
Realitäten bevölkern. Überall betet man mehrheitlich die Patina an, die die
Zeit auf den Ideen anhäuft. Dies ist die Folge von Produkten, die schon
patiniert zur Welt kommen.
Unsere Okkultur ist ein dumpfbackenes Abbild derjenigen Masse, die
keine Kreativität versteht, sondern sich auf monströse Plattitüden des Nichts
der Spekulationen und der Vagheiten beschränkt.[4]
Dumme Neuigkeiten, unmündiger Snobismus dienen auch hier der feinsinnigen
Verschönerung der geistvollen Salonkonversation und der Korrumpierbarkeit von
sich als Religionswissenschaftler tarnenden Juristen. Mit der üblichen
Verzögerung haben sich Akademiker (die oft selber Okkultisten sind) mit ihren
albernen Regeln und geruchlosen Rezepten der Okkultur angenommen, die nun
wieder monetär im Supermarkt der Publikationen in vitro kultiviert und
auf sog. internationalen Kongressen asexuell ausgeblutet wird,[5] wo man ihr
ein Begräbnis 1. Klasse bereitet: die Leiche schüttelt, bis man meint, sie
tanze wieder.
Akademiker in diesem Umkreis versorgen sich selbstreferentiell mit
Jöbchen, Fussnoten und Essays in Nachschlagewerken und anderen Publikationen.
Es gibt vier Lehrstühle für Esoterik, wo sich der ehemalige
ethnologische Untergrund des Abendlandes aus seinem Souterrain in die oberen
Etagen der Gesellschaft hocharbeitet: An der École Pratique des Hautes Études
an der Sorbonne in Paris, die aber keine eigentliche Universität ist (bis 2001
unter Antoine Faivre, jetzt unter Jean–Pierre Brach),
seit 1999 an der Universität von Amsterdam (unter Wouter J. Hanegraaff)
und seit 2005 an der University of Exeter (unter Nicholas Goodrick–Clarke).
Den vierten Lehrstuhl gibt es seit dem 18. Mai 2006 an der Päpstlichen
Universität San Tommaso d'Aquino (dem so genannten Angelicum unter Michael
Fuß). Bei der Finanzierung der Lehrstühle gilt es, zu differenzieren.
Frankreich und England werden staatlich unterstützt. Amsterdam hingegen beruht
auf einer Stiftung aus Geldern von Rosalie Basten. Der Amsterdamer Lehrstuhl
besitzt keine eigene Bibliothek, kooperiert jedoch mit der Bibliotheca
Philosophica Hermetica des Joost R. Ritman, die seit wenigen Jahren
Literatur nach dem 19. Jahrhundert ankauft. Diese Bibliothek ist nicht mehr im
Besitz von Ritman persönlich, sondern steht unter Staats– oder Stadt
Amsterdam–Aufsicht. Als Restabilisierungs–Massnahme nach grossen finanziellen
Schwierigkeiten in den 90er–Jahren übernimmt der holländische Staat 40% der
weltweit einmaligen Bibliothek und stellt die gesamte Bibliothek unter seinen
Schutz. Ende 2010 gerät die Bibliothek jedoch unter Druck, der von Seiten der
Bank auf den 60%–Anteil des Gründers Ritman ausgeübt wird. Die Bibliothek wird
geschlossen und es besteht die Gefahr eines Verkaufs und damit der Auflösung
und Zerstreuung der Sammlung. Erschwerend kommt hinzu, dass die neugewählte
holländische Regierung einen Kurswechsel einleitet und radikale Finanzkürzungen
auch für den Kultursektor ankündigt.[6]
Um einen Verkauf zu verhindern, sammelt Hanegraaf online Unterschriften für
eine Petition.[7]
Zur selben Zeit, wie sich die Okkultur in der academia
ausbreitet (oder auch umgekehrt: wie sich die academia der Okkultur
bemächtigt), wird das Internet Bestandteil des mainstreams. Während die
okkulte academia aber an reaktionäre Mechanismen wie Prestige und Geld
gebunden wird, bricht das Internet die Monopolisierung von Wissen auf und lässt
eine Art Junk–Postmoderne in die Wohnzimmer strömen. Der Wert des Wissens ist
jedoch ebenfalls einem Wandel unterworfen, wie auch der Wert der Kunst, die
seit Marcel Duchamps und Joseph Beuys überall ist. Im Bereich der Kunst
hat die Installation, die Performance und der Ort der Inszenierung (die
Galerie, das Museum) die alte Tradition des Originals übernommen,
während das Internet jeden zum Experten macht und das Wissen unendlichfach
replizierbar. Es entsteht eine neue, kulturtechnologische Kluft, mit der seriös
von unseriös unterschieden werden soll: was auf Papier gedruckt wird,
gilt als seriös, was nur auf dem Bildschirm ist, als unseriös.
Die academia gerät unter Druck: immer schneller jagen sich die Nachschlagewerke,
die in den inzestuösen Zirkeln der immer selben okkulten Akademiker entstehen.
So wird intellektueller Stillstand erzeugt, ein radikaler Konservatismus, eine
anti–Neugier. Fragen und Offenheit werden durch Schablonen ersetzt. Eine Nabelschau
der Okkulisten.
So halte ich meinen Kopf einem rohen, blutenden Stück Wahrheit
hin, die anderen kokettieren weiter. Ich verwende dabei eine Sprache, die mir
einfach zugefallen ist, da ich mir durch höchste Genauigkeit und Ehrlichkeit
das Recht erwirkt habe, aus meiner Art der Heiterkeit Kraft zu schöpfen und
dabei trotzdem Friedrich Holländers Chanson von 1958 über den Clown zu singen:
"In den Klischees hausen die Motten Und bringen nicht die grossen Sujets Spötterdämmerung kommt auf leisen Sohlen Aus der Belämmerung ist kein Witz zu holen"
Frage:
Bedienen Sie sich dabei selber des postmodernen Rollenspiels?
Antwort:
Die Postmoderne entdeckt die aufgebrochene Gleichheit zwischen der
Person und ihren Rollen. Ihr sind multiples oder dezentriertes Selbst die
neuen Landmarken zum Verständnis. Die Verknüpfungen zwischen den Fragmenten
(oder der fragmentierten Wahrnehmung) haben nach wie vor einen Grund, aber es
steckt nun keine letztgültige Wahrheit mehr dahinter. Dies führt zum Postulat
der Instabilität von Bedeutungen und deren Simulation als Rollen.
Eines der beliebtesten (ok)kulturellen Rollenspiele ist die
Wiederverzauberung der Welt durch Marken/Ikonen/tradierte Symbole und der
Frage, was sie zu bedeuten haben. Längst lebt es uns die Werbung vor: die
Ikone ist die Robe der neuen Geistlichkeit, das Zepter einer Definitionsmacht,
die die Einöden mit neuem Lebenssinn erfüllt. Die Formel geht auf: Während die
Welt in einem homogenen Lifestyle gleichgeschaltet wird, sind (auch religiöse)
Ikonen für die Illusion zuständig, es geschehe das Gegenteil: Adidas und
O.T.O., Familienwerte und Aleister Crowley: wo alles zerfliesst und sich im
Wandel befindet, schafft die Ikone Halt und Zugehörigkeit: Die Ikone dient der
Kosmetik der Existenz, denn wo Glaube schwindet, gedeiht Stil. Mode ist ein
ständiger Test des Charakters, der Selbsterkenntnis und des Geschmacks. Die
richtige Wahl spiegelt unsere innersten Gefühle für die Welt. Und solange ich
Designer–Brillen von Jean–Paul Gaultier oder Chanel und Parfum von Knize Ten
trage und eine originale Joseph Beuys–Filzpostkarte neben an die 20 Meter Science Fiction
Heftchen aus den 1940er, 50er und 60er Jahren bei mir zuhause Staub ansammeln,
bin ich an einer solchen Rhetorik interessiert.
Es geht nicht mehr um auswechselbare Realitätspuzzleteile nacheinander,
sondern um deren absolute Gleichzeitigkeit. Oder wie es freie, d.h.
nicht an einen O.T.O. gebundene Thelemiten/Crowleyaner formulieren
würden: der Aeon des Horus und der Aeon der Ma'at sind JETZT schon immanent.
Kulturelle Haltung geschieht nicht einfach so, sondern wird inszeniert.
Dieses gilt es, kreativ zugänglich zu machen. Deshalb bediene ich
mich einerseits eines vor–romantischen Konzepts, in dem es keine Geschichte,
sondern Geschichten gibt –– andererseits begebe ich mich in eine
nicht–lineare zustandsgebundene Trance ausserhalb des
Alltagsbewusstseins, ähnlich der Künstler im "Haus der Kunst" zu
Gugging, wenn ich solche Essays wie "Die ekstatische Erzeugung von
Kultur",[8]
"Die McDonaldisierung der Okkultur"[9]
oder dieses Interview entwickle. Ich designe Welt–Partikel per Zu–Fall.
Frage:
An dieser Stelle erst kommen wir nun auf das zu sprechen, womit
Sie bekannt geworden sind. Warum stellt der O.T.O. einen Hauptpunkt Ihrer
Forschungen dar? Was verbinden Sie damit?
Antwort:
Ich spüre, worauf Sie hinauswollen, kann jedoch weder Ihnen noch
mir eine klare Antwort geben. Offenbar ist der O.T.O. ein Ort typischer
grenzziehender Spielchen einer von affenähnlichen Vorfahren abstammenden, ihr
Revier durch Gebrüll und Selbstverständigung absteckenden Bioform, die
ihre Selbstdefinition einem weltaneignenden Bündel von sich endlos
reproduzierenden Praktiken verdankt. Im Zusammenhang mit Sperma–Gnosis scheint
diese Komplexität diejenige Tonform zu sein, mit der ich mich auszudrücken gelernt
habe. Eines ist sicher: ich habe das Bedürfnis, etwas von der Gesellschaft
widerzuspiegeln. Ihr und mir zum Amüsement. Und so bilde ich z.B. den US–O.T.O.
(das Caliphat) als genmanipuliertes Kompromissgebilde und Anpassungsopfer
der Konsumbedürfnisse der westlichen Gesellschaft ab, das bis hin zu Mozart
und Mahler als Hintergrundmusik der Einweihungsrituale den Alltag beschreibt.
Abgesehen vom Orchestrieren komplizierter Wortfolgen und deren Weltbilder habe
ich bislang jedoch keine Verbindung zwischen O.T.O. und meinem persönlichen
Leben entdeckt. Damit habe ich mich auch gekonnt und erfolgreich von jeglicher
Korrumpierbarkeit fernhalten können und biete mich als Projektionsfläche des
vorhin erwähnten Nichts dar.
Erwartungsgemäss erzeugt meine Beschäftigung mit dem O.T.O.
amüsante Bonbons: Bücher, gegen die man vergeblich juristisch vorgehen wollte
("Materialien zum O.T.O.", "How to make your own McOTO");
meine Identität im Internet wurde mehrmals gefälscht;[10] eine Zeit
langt existierte eine Fan–homepage "The P.R. König–Phenomenon" im
Internet;[11]
im November 1996 wurde meine Website gehackt, man schickte mir Pornographie ins
Haus (an dieser Stelle sei dem edlen Spender für seine Anonymität gedankt);
selbst vor Morddrohungen wird nicht zurückgeschreckt.[12]
Frage:
Fällt Ihnen grad irgendeine Anekdote aus Ihren Forschungen ein,
die die Interpretation einer, irgendeiner Ihrer Gemütslagen zulässt?
Antwort:
Februar 1997, Cefalù, internationaler Aleister Crowley–Kongress:
bezahlt von der Stadt Palermo, Teilnehmerliste erstellt von Massimo Introvigne
(von C.E.S.N.U.R.). Trotz Jammern wurde William Breeze, der Chef des US–O.T.O.,
der Caliph, nicht eingeflogen: keine geouteten Okkultisten
sollten das schöne Bild der hehren Spezialisten verderben.
Viele dottori e professori beteiligten sich an den Lesungen
und dachten, sie hätten viel zum Thema Crowley zu sagen.[13] Hatten sie
aber nicht, was sie jedoch trotzdem mit ebenso vielen italienischen Ausdrücken
taten, die ich nicht verstand. Erstaunlicherweise versuchen viele Leute,
Crowley als Poeten ernst zu nehmen. Italienische Schauspielerinnen,
oder was die Italiener dafür halten, solange sie freizügige Kleidung tragen,
intonierten Crowley–Gedichte. Jemand zeigte erregt eine Kiste mit Materialien,
die Crowley bei seinem Weggang von Cefalù liegen ließ. Fotos des Meisters,
nackt am Strand. Man murmelte: "Aha, das war also das Große Tier des
Großen Tieres." Jemand zeigte einen Film, der die Phantasie des
Regisseurs zu Crowleys Aufenthalt auf Cefalù umsetzte. Ich fand ihn ziemlich
passend, da viele Frauen fröhlich nackt auf dem hügeligen Gelände herumhüpften.
So in etwa stellte ich auch mir die O.T.O.–Leute vor. Nicht unter Crowleys
Regime, aber auf dem Monte Verità in der Schweiz 1917. In der Reuss–Loge auf
dem Berg der Wahrheit, wo sich Anarchisten, Sonnenanbeter, Künstler, Tänzer und
Freidenker trafen. Ich kannte die entsprechenden Fotos des ausgelassenen
Treibens im Tessin. Crowley führte jedoch alles andere als eine muntere Truppe.
Bei ihm herrschte verbissene Frömmigkeit beim Sex und Drogenkonsum.
Selbstverständlich denken Italiener, dass Crowley ein Frauenheld
gewesen sei und ignorieren dabei völlig die Tatsache, dass Crowleys Vorlieben
Oral– und Analverkehr mit Männern galten. Ich erinnere mich, dass ich meinen
italienisch gehaltenen Vortrag mit einem verbalen Cocktail aus Sperma– und
Vaginalsekreten anreicherte (obwohl mich Massimo Introvigne im Vorfeld darum
gebeten hatte, dies zu unterlassen. Ich lehnte es jedoch ab, mich zum
Handlanger der Produktion von Unbewusstheit zu machen.) Daraufhin
brach eine hitzige Debatte unter den anwesenden Journalisten aus. Einer sprang
erregt auf und brüllte, weshalb hier Crowley skandalisiert werde, worauf
Introvigne kühl erwiderte, über Crowley zu sprechen und Sperma–Gnosis wegzulassen,
sei, wie über Rubens zu reden und seine Malerei nicht zu erwähnen, oder über
Sigmund Freud ohne Sex zu referieren. Auch Roberto Negrini (Kopf des
italienischen O.T.O.A.), der in der ersten Reihe des Publikums sass (die zweite
Reihe war mit krawattierten italienischen Ablegern von Hermann Joseph Metzgers
Schweizer O.T.O. besetzt), sprang auf und hielt mir einen langen Monolog
entgegen. Langsam begann ich einzuschlafen und starrte geistesabwesend ins
Leere. Plötzlich schockierte mich Introvigne, als er seinen Kopf drehte (er
sass neben mir) und meinte: "Maybe Mr König wants to answer to
this." Entsetzt entschied ich mich, nicht auf italienisch zu
antworten: "Aehm, well, I did not understand everything that Negrini
said, could you please translate it into English?" Was Introvigne dann
auch tat. Zu meiner erneuten Überraschung verstand ich trotzdem nichts.
Neugierig auf das, was ich nun sagen würde, ergriff ich das Mikrophon und
schaute durch Negrini hindurch: "Listen, you have to look behind
things" und erklärte nochmals die Bedeutung von Sperma als Träger des
Logos und die daraus abzuleitende Frauenfeindlichkeit. Ich wies auf die
geheimste Schrift des O.T.O. hin, Clément de Saint–Marcqs
"L'Eucharistie"[14]
und dass zur Konsumation von Sperma zur Gottwerdung konsequenterweise keine
Frauen nötig seien. Ernüchtert schwiegen nun alle, offensichtlich betäubt von
soviel Missachtung der Italianità.
Abends ging der Zirkus weiter. Alle Vortragenden erhielten die
Einladung der Beauftragten von Palermo, an einer Stadtrundfahrt teilzunehmen.
Ich dachte, besser als Crowleys zerfallene Abtei Thelema inmitten
hässlicher Wohnblocks kann es ja schnell werden.[15] Wir
starteten um 18.00 von Cefalù aus. Die Fahrt nach Palermo dauerte eine Stunde
und alle waren in kleinste Kleinwagen zusammengepfercht. Ich entdeckte, dass
jeder Italiener mindestens EIN drahtloses Telephon besass und oft redeten drei
Leute gleichzeitig in den Wagen drauflos. Manchmal miteinander, meistens nicht.
Kaum in Palermo angekommen, entschied Adele X, die Beauftragte, dass wir die
Stadt vom Innern der Wagen aus zu bewundern hätten. So wurden wir drei Stunden
lang durch die Nacht geschleift. Selbstverständlich sahen wir nichts. Adele
wollte uns eine berühmte Kirche zeigen. Selbstverständlich war diese geschlossen
und so fanden wir uns alle plötzlich im örtlichen Wachsmuseum wieder. Dort kam
Adele die spontane Idee, uns eine lokale Kulinarität probieren zu lassen, sie
wisse auch schon eine geheime Adresse für sowas. "E
dopo bambini, andiamo a casa mia to have some champagne." Oh–oh,
Adele, um die 60, war sicherlich interessiert am IX°–O.T.O., glaubte ich einem
gefährlichen Glitzern ihrer Augen zu entnehmen. So wurden wir also wieder in
die Kleinwagen gestapelt und entlang irgendeiner Küste gefahren. Adele hatte ihre
Freundinnen dabei. Die Aristokratie von Palermo. Damen in prächtigen Pelzen,
10 Kilo Gold an jedem Handgelenk, teuerstem Schuhwerk und Haartrachten wie aus
John Waters Filmen. Schliesslich landeten wir an einer schmierigen
Fastfood–Bude inmitten des Nichts. Fettige undefinierbare Hamburger. Gordon
Melton[16]
flüsterte mir zu "In America we call this slums." Ich raunte
zurück "But here, they call it Italy." Man stelle sich das
Bild vor: auf der einen Seite die komischen Religions–Freaks Negrini,
Introvigne, Melton, König etc., auf der anderen Seite pelzige Ladies, die ihre
Burger schmatzten und Coca Cola schlürften. Eine sog schon an einer Zigarre.
Endlich wurden wir ins Luxusappartement von Adele geschleppt, einer Mischung
aus Federico Fellini und Luchino Visconti. Wir nippten an Champagner und
bezahlten unseren Obulus: "Che bella casa, veramente bellissima."
Introvigne sah aus wie ein Clown mit seiner Baskenmütze, stakste rum und sonderte
Stories ab, während man uns wie exotische Vögel im Zoo musterte. Ich, leise zu
Introvigne: "Hee, wieso lassen wir nicht Negrini eine Schwarze Messe
zelebrieren?", aber dies wurde nach einigem Zögern mit dem Hinweis auf
eine möglicherweise daraus resultierende endgültig ruinierte Reputation
abgelehnt. Aha.
Nach ein paar Minuten wurde Adele laut: "Eee bambini, non
sono invitati per 10 giorni, ma per 10 minuti soltanto." Und so
standen wir bereits wieder vor der Tür, jedem Raucher wurde noch schnell ein
Aschenbecher für nach Hause in die Hand gedrückt und um 00.30 waren wir zurück
auf Cefalù.
Frage:
Ach. – Wie wir aus "Under Cover",[17]
"Aries" und einigen Faksimiles in Ihren eigenen Büchern entnehmen
können, tragen Sie zahlreiche esoterisch–okkulte Titel.[18] Ist das
nicht ein Widerspruch zu dem, was Ihnen Ellic Howe mitgegeben hat: "Never
trust an occultist"?
Antwort:
Nein. Korrektes ethnologisches Arbeiten verlangt Mit–Einbeziehen
der eigenen Person. Deshalb auch dieses Interview. Um intensive
(ethnologische) Feldstudien zu betreiben, bin ich Under–Cover–Mitglied mehrerer
konkurrierender O.T.O.– und F.S. Gruppen geworden; um einerseits zu zeigen, a)
wie einfach man Mitglied wird, b) welche Techniken dabei benutzt werden, c) um
Insider–Material zu erlangen, d) um Direkt–Informationen über die Mitglieder
sammeln zu können und e) um ALL diese Informationen publizieren zu können.
Vielleicht verstehen Sie den Vergleich vom Forscher bei den Wilden Stämmen im
Dschungel besser?
Ich machte von Beginn an klar, dass meine Haltung gegenüber ALLEN
O.T.O.– und F.S.–Gruppen eine kritische ist und ich NIEMALS vorhatte, mich
persönlich mit Okkultismus zu befassen. Mein Kontakt zur Okkultur, so auch die
Anhäufung der von Ihnen angesprochenen Titel, Ämter und Würden, geschah EINZIG
zum Zwecke der Dokumentation und Publikation.[19]
Frage:
Entwerfen Sie mit Ihrer Feldforschung eine Art Philosophie des
Ausgegrenztseins?
Antwort:
Ihre Frage ist der Evidenz aufs Knie gesetzt. Eines meiner
Themen scheint die Entfremdung/Alienation innerhalb der Gesellschaft zu sein.
Es gibt verschiedene Alien–Diskurse: popkulturell,
wissenschaftlich und paranoid–parareligiös–esoterisch. Alle drei nähren,
umzingeln und vergiften einander. Es geht um geborgte Legitimation: während man
sich von den Deplatziertheiten (Pop), Peinlichkeiten (Esoterik), Steifheiten
(Wissenschaftlichkeit) des je beliehenen Fremd–Diskurses distanziert, glaubt
man, die Inhalte konvertieren zu können: "die reden übers selbe,
also ist es wirklich." Sind die Alien–Fantasien aus dem Munde von
Okkultisten dieselben, wie die aus dem Munde von Abductees, schwarzen
Freejazzern, Hip–Hoppern oder Science Fiction–Lesern?
Auch im Okkultismus tummeln sich codierte Ausgrenzungsgeschichten
um Unterdrückung und Rassifizierungen (Ma'at, Lovecraft). Das Interesse
an Ikonographie, Präsenz, Penetranz und Verbreitung der Figur ALIEN (z.B.
EXORIAL, Aiwaz, Abramelins Dämönchen, Lam, etc.) führt zur
Aktualität von Aleister Crowleys Thelema. Je nach Interessenlage kann
das Alien heutzutage jedoch alles sein, ein Virus, der eigene Körper, ein
Objekt der Abwehr, der Identifikation, ein Kritiker, eine andere Religion, Choronzon.
Doch so unterschiedlich die Codierung auch ausfallen mag, an der Figur des
Alien bündelt sich zunehmend die Auseinandersetzung um Motive, welche die
Geistesgeschichte von Anfang an beschäftigt hat: die Beziehungen zwischen Ich
und Anderem, Alterität und Selbstbezug: eine Begriffsfolie, die sich über alle
komplizierten Verhältnisse wie auch Körper/Schmerz, Mehrheiten/Minderheiten,
Rassismus/Sexismus etc. stülpen lässt.
Wann und weshalb werden die Aliens zu bewunderten Freunden/Engeln
von da draussen? Natürlich dann, wenn man mit der richtigen Dröhnung
(Droge, Yoga, soap opera) erstmals selber eine Pflanze, ein Wasserfall
oder Lucifer werden kann.
Frage:
Und welche 3 Bücher, ausser Ihren eigenen, können Sie empfehlen,
um Ihren Ansatz zum Verständnis der Okkultur besser zu begreifen?
Antwort:
·
Salvador Dalí: "Unabhängigkeitserklärung der Phantasie und
Erklärung der Rechte des Menschen auf seine Verrücktheit", Rogner und
Bernhard, München 1974
·
Alfred Bader und Leo Navratil: "Zwischen Wahn und
Wirklichkeit", Verlag Bucher, Luzern und Frankfurt 1976
·
Alle Bücher der Ethnopsychologen Fritz Morgenthaler und Mario
Erdheim. Alle Dokumentarfilme der österreichischen Filmemacherin Elisabeth T. Spira.
Und selbstverständlich das Gesamtwerk David Bowie, des
reichsten Dreigroschen–Gnostikers der Neuzeit, der 1974 die herrliche Zeile
kreierte: "you're dancing where the dogs decay, defecating ecstasy."[20]
Ende der Ekstase
ENDNOTEN
[1] Urversion in: " GNOSTIKA" 2;3 vom
Juli 1998, Sinzheim 1998.
[3] Besonders deutlich wird die reaktionäre
Haltung im Bericht über die "First National Conference" des Caliphats
im Tanzsaal des Hotel Hiltons in Akron, vom 15.8.97: "How many of us,
when we joined the O.T.O., imagined over a hundred Initiates [162]
dancing and drinking in formal evening–wear beneath two–ton chandeliers to
big–band, disco and rock? The O.T.O. had come of age that evening." Magical Link 1, Texas 1997, 13. Hier scheint
der Okkultismus die Hypothese zu spiegeln, dass dessen Ideologie ein rein
narzisstisches Aufrechterhalten des gesellschaftlichen Status Quo ist, um die
Aufmerksamkeit von Minderwertigkeitsgefühlen abzulenken.
[4]"... society; of which we are a microcosm ...," David Scriven, USA–X° des Caliphats,
Email vom 11.9.96. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 fürchtet
William Breeze (internationaler Chef des amerikanischen O.T.O.) öffentlich um
die Religionsfreiheit: "OTO International renews its commitment to
supporting those governments with the will to defeat the forces of superstitious
totalitarianism that threaten freedom. But we must be mindful that the human
rights we defend include freedom of speech and dissent, even –– need I say
especially? –– among our own members", publiziert auf
groups.yahoo.com/group/Aiwaz–Thelema und auf
http://pluto.beseen.com/boardroom/w/54403 im September 2001. David Scriven ruft zu Blutspenden auf. Der 11.
September wird von ehemaligen Mitgliedern benützt, um Breeze zu denunzieren,
die an die US–Behörde schreiben: "Dear Sir, Here is a representative of
the Caliphate (Bin Laden? Khalifa?;
Al Quada? Terrorism in the United States?; Plots?; Plans?; Plans to take out
the Whitehouse?) in Chicago; the Sears Tower????. It's really fucking nuts that
he's one of the moderators of the #thelema chatroom on IRC... I hope the Secret
Service get him ASAP. I have heard rumours that he's doing money laundering to
send money to the forces of the Taliban. I think he's a CRIMINAL! I think he
might be a TERRORIST! We should have the NSA investigate this group: Ordo
Templi Orientis. They assume the name of Saladin and they have a man they call
Caliph. Their goal is the institution and dominion of the Caliphate the world
over... and HERE is their Chicago rep! Please look into it, for the good of the
USA. Sincerely yours, Pad. Amentii AiwazThelema.org Aum Ha Encampment," publiziert zum Beispiel auf
groups.yahoo.com/group/Aiwaz–Thelema/message/5641 am 28. November 2001.
[5] Auf
dem okkult–akademischen Parkett könnte man
ja auf den Körpersäften ausrutschen.
[6] " GNOSTIKA" 46 vom Dezember 2010, Sinzheim 2010, 9.
[7] http://www.ipetitions.com/petition/ritmanlibrary/: "It is
widely known that the Bibliotheca Philosophica Hermetica in Amsterdam, founded
by J.R. Ritman, was in great danger in the 1990s, when the ING bank took
possession of the collection and threatened to sell it. Fortunately, the Dutch
government intervened: the BPH was put on the list of protected Dutch heritage,
and the State eventually acquired over 40% of it. The books remained at the
same physical location, integrated with the rest of the collection, and the
government would eventually acquire all of it. As part of this process, there
were great plans for further expansion. Largely due to the financial crisis and
a change of government this was taking somewhat longer than originally
anticipated, but nobody doubted that the library was safe. Last week this
turned out to be incorrect. An extremely valuable medieval manuscript owned by
the BPH (The Grail of Rochefoucauld) was put on sale at Sotheby’s, and this
triggered a reaction from the Friesland Bank, which took possession of the
library, that had apparently been brought in as collateral, in order to get
back a 15 million euro loan from mr Ritman. At present the BPH is closed, and
intense negotiations are going on behind closed doors. It is impossible at this
moment to predict the outcome, but there is no doubt that the situation is
extremely serious. There is a very real possibility that the Friesland bank
will try to sell at least the ca. 60% of the library that is still owned by mr
Ritman, and nobody knows what implications this will have for the rest of the
collection and the BPH as a whole, including its staff. The brand–new
government of the Netherlands has announced a program of radical financial
cuts in the culture section and elsewhere, which makes a renewed intervention
from that side highly unlikely." Erfasst
am 26.4.2011.
[10] PierLuigi Zoccatelli von C.E.S.N.U.R. und der
politisch rechtsorientierten Alleanza Catholica verschickt am 19.10. 1997 an
über 200 Cybercitizens die Behauptung, er habe meine neue Email Adresse
herausgefunden, die er als pirkey@hotmail angibt. Angehängt an diese Falschmeldung
ist eine gefälschte Email mit meinem Namen, in der ich ankündige,
einkommende Emails zwar zu lesen, aber nicht zu beantworten. Zoccatelli ist
Kopf der Band Rosemary's Baby. Sein eigenes curriculum vitae erwähnt
seine okkulte Phase nicht. Alberto M.K (Hg).: Ricerchi Studi Babalon T.O.P.Y.
Italy–Access Point Files, Booklet, 2007, erhältlich unter www.sottomondo.com.
–– Im deutschen nicht mehr existierenden Aleister Crowley–Forum werden mehrmals
messages mit meinem Namen publiziert, ebenso im Aleister Crowley Message Board
der S.O.T.O.–Gruppe um David Bersson.
[11]
http://members.xoom.com/horuskings/peter_koenig.html, erstellt im Juni 1998.
Der Besitzer der Seite, dessen Name ich niemals erfahren habe, will sogar ein
von mir erstelltes "Monthly editorial: 'Peter Koenig's comments on the
world as he sees it, specifically in terms of his concerns and conflicts.' 5–10
paragraphs – once a month," also eine Art früher blog. horuskings@starmail.com,
16.6.1998.
[12] Eine besonders amüsante sei hier reproduziert:
"I AM a crazy man. I was a professional soldier, i was an Intelligence Officer here in Brazil. I tortured, maimed and killed more men & women you can count on the fingers
and toes of all your family hands & feet. I've killed almost anything that
walks, fly, swims, rolls or breath... [...] I fighted in all Africa and in El Salvador, Nicaragua, Guatemala and a few other nasty places here in Latin America – and I killed
a lot of snub people like you. Them, you talk in this tone to me, the next time
you have a .45 slug up to your guts, or face, or balls – or at it all!
[...] it'll be EASY to take a ticket to Germany and kick your butt 'till is
starts to bleed and you are begging to die, your old S.O.B.! [...] I am
not talking about MAGIC, nor bullshit... I am talking about you facing a
hardened son of a bitch like me, deadly crazy, who does not have anything more
to lost. Gotcha? I hope so. Treat me carefully, Herr Koenig. Treat me well, and
I'll treat you like a humble servant. Treat me bad, and you may die. SOON! You
bet! I was jailed, have taken six bullets in the body, a few
knife–wounds/stabs, grenade–frags, and so on. May I fear you? Or anyone?
BULLSHIT! To die'll be freedom! My honour is called fidelity. For my friends,
all that I can, even my unworthy life, the life of a bad & mad man. For my
enemies, I hope to get a chance to grab'em with me to go to Hell. Any bets? Do
you want to take this trip with me? Uh? Take care of your long thong! Before
calling me CRAZY, take your nasty long thong and stick it up your ass! It'll
hurt a lot LESS than if I do it myself. I am not kidding, Sir! I don't give a
damm to anyone's life or health – only for my friends. Can you still call me
CRAZY, old fart? I hope not, Sir! Still, with my best regards. Still, your
humble servant, Abrahão – but do not try to play my game, or you're DEAD MEET!
Be advised! I hope to hear from you soon, with better words thru your mouth. A
Brazilian is not a German: here we are bad, evil, terrible, hardened, cruel.
Life is cheap for us. My own, or yours. I hope you put your mind at easy, them
I'll aplogise. Or, you can spect me anytime, anywhere, as a shadow from
nowhere... Take care! 120 kgs. –not too fat to kick your ass 'till you are
shitting blood. 1,80 – not too tall, but tall enough to cut–off your peck and
stick it into your big mouth. Ticket to Germany – US$ 750,00 – not too
expensive. False Russian Passport (or Ukranian, or anyone) – US$ 200,00/US$
300,00 – worth every cent. To pleasure to chop the ears & balls & eyes
of any scumbag on my way – allways too cheap. If I get caught, I know the
prisons in Germany are more clean and with a better launch than in any 3–stars
restaurant in Brazil. Hence, nothing for me to loose – for you, a little bit
of things you surelly do not use more... Wait for me, Sir. This year. From
nowhere. At anytime. I'll take along Maercello Motta's letters to stick it up
your stinking ass, fag. Some foes are so small, so cretine, so affeminated,
that we become ashamed to fight with. You are such a person, and I'll give you
an exception to this rule," Mehrere Emails im Juni 2001 von José
Roberto Romeiro Abrahão. Dazu Marcelo Santos: "He was made XVIº
[O.T.O.A.] in 1993 or so. A couple of years later, they asked him to take a
naked photo with his ass upwards and send it to them, so that they could send
the Loa to copulate with him and give him a high initiation. He found it somehow weird and resigned," Email vom 4.1.2000.
[13] Die beteiligten Akademiker bepinselten sich
gegenseitig ihre Bäuche und liebäugelten angestrengt mit der spärlich
erschienenen Presse. Ein Phänomen, dem ich vorallem bei C.E.S.N.U.R.–Kongressen
begegnet bin.
[14]L'Eucharistie.
Faksimile in König: Der Grosse Theodor Reuss Reader (München 1997); Transkript
in Naylor/König: O.T.O. Rituals and Sexmagick (Thames 1999). In 1804, the Parisian doctor Bernard–Raymond
Fabré–Palaprat (1773–1838) founded an Order of Templars. Eventually he
consecrated the catholic priest Ferdinan–François Châtel (1795–1875) a bishop
who then founded many Orders and Churches. One of his followers was the poet
Joséphin Péladan (1858–1918) with his Ordre de la Rose–Croix du Temple et du Graal. This rosicrucian order mergerd with Encausse's compilation of
Orders which was called Independent Group of Esoteric Studies, especially
in Belgium under the name KVMRIS. One of the leaders of KVMRIS was Chevalier Le
Clément de Saint–Marcq who published in 1906 the booklet
"L'Eucharistie" which was considered by Theodor Reuss to describe the
ultimate secret of the O.T.O., i.e. the consumption of sperm. In circa 1893,
Péladan invented the Lamen that later was used by Reuss as the O.T.O. Lamen and
still is in use today.
[15] Der Hauptgrund, weshalb die Stadt Palermo die Kosten
des Kongresses übernimmt, ist der Versuch, das zerfallene Bauernhüttlein, das
in den 1920er Jahren Crowleys Abtei Thelema gewesen ist und nun einem Mario Russo gehört,
an einen Käufer zu bringen, damit Palermo zur Touristenattraktion wird. Viele Thelemiten
verehren dieses Hüttlein und steigen nachts durch die Fenster, um die
abfallenden Farben der Wandmalereien, meist pornographischer Natur, zu
bewundern oder abzukratzen. Diese
Begeisterung wird jedoch nicht von allen geteilt. So Paul Feazy, Moderator von
lasthal.com: "Preservation
of the Abbey will inevitably result in higher profile of the most unacceptable
aspects of Crowley's self–indulgence and, as someone committed to giving the
man's creative work the profile it deserves, I see only controversy and
negativity resulting," auf
lashtal.com/nuke/PNphpBB2–viewtopic–t–4627.phtml, 29.9.2010.
[16] William Heidrick weiss folgende Anekdote
über Meltons Besuch einer Gnostischen Messe in der SF Bay Area, Melton brachte
drei Moonies als Gäste mit: "Isaac and Sally stood up and declared with
some gusto that they would refuse to do the Mass unless cunnilingus and
fellatio were a part of it," Heidrick in hollyfeld.org, 1.8.1996.
[17] Manfred Ach: "Under Cover. 20 Jahre A.R.W.",
München 1995.
[18]My Own Three Penny Opera. Archevêque Primate of the Ecclesia
Gnostica Catholica (Succession Ambelain), Grand Secretary and 90°, 95° Memphis
Misraim, XI°, 90°, 95° (SS) Memphis Misraim, XVI° Ordo Templi
Orientis Antiqua, Choronzon Club, XI°, Hierophant (97°) Memphis
Misraim until own resignation (still valid), Honorary member and
Representative of Fraternitas Rosicruciana Antiqua (Peru), Legate of
F.R.A. and O.T.O. Cuba/Florida), Recognition of Mysteria Maxima Mediterranea
in Italy, Representative of F.R.A. (Colombia), Comendador of F.R.A. (Spain),
Representative of QBLH, XI°, National Grandmaster O.T.O.A. and
Comendadore F.R.A., Exposidor de la Gnosis and Frater Senior of Ordo
Argenteum Astrum, X° O.T.O., 33°, 90°, 96° MM, All degrees 0°–IX° and
Bishop of Ordo Templi Orientis Foundation, IX° of O.T.O. Brazil,
O.T.O.–FLH, and Superieur Inconnu of Martinism, 0° Caliphate
[bezahlte Mitgliedschaft], 1° Caliphate [bezahlte Mitgliedschaft], 12°
A.A.S.R. und Fraternitas Saturni: Rechte, Stuhlmeister der F.S. zu
installieren, 18° Gradus Pentalphae Fraternitas Saturni, Kreuz der Sonnenlegion
der Fraternitas Saturni, Neophyt Ordo Saturni [bezahlte
Mitgliedschaft], 8° Ordo Saturni [bezahlte Mitgliedschaft], Obispo de la
Santa Iglesia Gnóstica Joanita y la Santa Iglesia Gnóstica de la
Stma. Muerte [mit dem O.T.O.–Lamen], X° Ordo Santísima Muerte [mit dem
O.T.O.–Lamen], 33°, 90°, 96°, 97° Grand Maître Memphis–Misraïm,
Chevalier Bienfaisant, Maître Elu, Ordre de la Rose–Croix (Ambelain,
Mauer), Superieur Inconnu des Elus Cohen (Martinism), todos os
graus e no oficio de Comendador F.R.A. succession Parsival Krumm–Heller.
[19] Auszug aus Andreas Huettl und Peter-R. König, SATAN - Jünger, Jäger und Justiz, 390: Ich setze mich für niemanden persönlich, eine
Gruppe oder einen Glauben ein. Falls Menschen an Satan glauben und man
ihnen das vorwirft, sollen sie sich selber verteidigen. Ich spreche und
schreibe nur über das Themengebiet, auf dem ich forsche. Das sind hauptsächlich
der O.T.O. und seine verwandten Gruppen und Kirchen. Dabei steht das Ergebnis
nicht von vornherein fest; die Erkenntnisse können sich wandeln, können
revidiert, verworfen werden. Sehen Sie, ich halte es mit Sigmund Freud, der mit
"gleichschwebender Aufmerksamkeit" an den psychoanalytischen
Prozess heranging. So bekomme ich häufig Dinge zu hören, deren Bedeutung erst
nachträglich erkannt wird. Lassen Sie mich eine negative Abgrenzung vornehmen.
Was ich nicht sein will: Ein Experte, der keine Beweise braucht. Der das
Objekt seines Interesses längst kreiert, EHE er damit beginnt, seine Umwelt
danach abzusuchen. Am Wettlauf um die Enthüllung der größtmöglichen Bestialität
nehme ich nicht teil. Um es mit Lessing zu sagen: Wenn Hinkende um die Wette
rennen, ist der Sieger nicht automatisch ein guter Läufer. Wenn sich Experten
auf König beziehen, sinnentstellend Häppchen herausgreifen und alles auf den
Kopf stellen, […] hat das dann Bedeutung für meine Arbeit? Diese Leute haben
niemals die Handbücher des O.T.O. gelesen, sie haben die tausendfältigen
Diskussionen in den unzählbaren Internetforen nicht studiert, in denen Thelemiten
jeglicher Couleur die Schriften Crowleys diskutieren, sie haben auch nicht
realisiert, wie die verschiedenen thelemitischen Ausrichtungen zum Thema
Satanismus stehen. Warum stürzen sich die Sekten– und Satanismusexperten
denn überhaupt auf Crowley und seine Anhänger? Ganz einfach: Weil er publiziert
hat. Weil ein paar wenige seiner Schriften einfach in den Buchhandlungen oder
übers Internet zu finden sind. Crowley und seine Anhänger sind die einfachsten
Ziele. Überall sind die Adressen der verschiedenen O.T.O.–Gruppen zu finden. Im
Internet, in Büchern, im Crowley–Tarot–Deck, in Vereinsregistern. Und so lassen
sich natürlich Crowley und seine Anhänger sehr einfach wie eine Sau durch die
Gassen der Medien und Akademien jagen – die okkulten Akademiker in einem
Ganzkörperkondom als Mechanismus zur Unterdrückung von Bewusstheit.
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