Ordo Templi Orientis Phänomen — Peter-Robert König — 1996 Gnostika

Ordo Templi Orientis
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Erstpublikation in "Gnostika" 1, 1996

A.A.G.W.
Lothar von Kübelstrasse 1
D 76547 Sinzheim

Never Trust an Occultist




"Konzept O.T.O. Phänomen"




Meine beiden Bücher Ein Leben für die Rose" und "Abramelin & Co." sind die _einzigen, in denen ich Analysen vornehme und nicht mehr rein dokumentarisch die Historie des O.T.O.-Phänomens ablichte. Auf diese beiden Bücher trifft der Oberbegriff "O.T.O.-Phänomen" eher zu, als der irreführende Begriff "O.T.O.-Historie", den ich ja absichtlich _nicht gewählt habe. Der Begriff "Phänomen" scheint mir mehr miteinbeziehen zu können, als die "wissenschaftliche" Reduzierung auf Daten und Fakten (was ich in meinem Hauptwerk "Das O.T.O.-Phänomen") augenscheinlich vorgenommen habe. Die "Historie" wird da zum "Phänomen", wo der Grenzbereich des Erfassbaren in Mythologisierung und Gegenwartsereignisse hineinreicht. Mein rituelles Zitieren (das "die Leute/Organisationen selber sprechen lassen") wird mit meinen Werken ab dem "Abramelin"-Buch 1:1 konsequent weitergeführt: wo bislang diese Fremdstimmen noch durch mich (den Autor/Koordinator) gesprochen haben, wird von nun an meine eigene Stimme völlig schweigen! Indem ich somit als so-scheinender "Besessener" publiziere, gewinne ich "absolute Distanz".

Worauf ich auch noch hinweisen möchte, ist die Tatsache, dass ich mithilfe meiner Kapitel-Titel (von Musikstücken) meinen Büchern eine Art von Meta-Struktur gebe, die ich nicht explizit in einem Vorwort erkläre. In der Rolle als Ethno-Psychologe wende ich das Konzept des "Strukturalismus" von Claude Levi-Strauss an. Dessen Titel, wie "Das Rohe und das Gekochte" haben mich zu der unausgesprochenen Möglichkeit inspiriert, dass Buchpassagen eine Art von Liedern anstimmen, die zu einer unhörbaren Melodie aufspielen. Am meisten verwende ich Zitate von David Bowie, der ebenfalls sehr dem Okkultismus zugetan ist und dessen "künstlerische" Biographie genau dieselbe fiebrige Leere und Orientierungslosigkeit ausdrückt, wie sie den meisten Okkultisten als Motivation ihres Lebens dient. Alles ist Pose!

Diesem komplexen und komplizierten und nur für sehr aufmerksame und "gebildete" Leser spürbaren Versuch, meinen Büchern (dem Thema entsprechend) Weite und Tiefe zu geben, halte ich zwischen den Zeilen und auch mit Kapitel-Titeln den Vergleich des O.T.O.-Phänomens mit/zu "soap operas" entgegen. [Dies wurde übrigens sehr gut von W.Frietsch in seiner O.T.O.-Rezension in: Manfred Ach: "Under Cover", München 1995 erfasst.] Meine Vorliebe für "trash" zeigt sich in meinen Lieblingsfilmen, die von John Waters, Pier Paolo Pasolini oder Rainer Werner Fassbinder sind. Von hier nähren sich meine Hieroglyphen. Vielleicht ist das alles nur für die wenigsten Leser spürbar, zumindest für mich selber kriegen so die "nackten" Zahlen, Daten und Faken "Leben". Und schliesslich haben meine Recherchen ja 1985 aus diesem Grunde bgonnen: um _mir _selber das Phänomen er- und begreifbar zu machen. Hier spiegelt sich auch meine Arbeitsweise wieder, die derjenigen von Frank Zappa ähnelt: genau recherchierte und "erfasste" Versatzstücke werden spontan zu einem "künstlerischen" Ganzen zusammengefasst [siehe dazu die Rezension von H.T. Hakl in "Aries" 29, 1997, Hrsg. Antoine Faivre, 23, avenue de Bretteville, F 92200 Neuilly-Sur-Seine.]. Erst mein Gesamtwerk deutet auf das "O.T.O.-Phänomen" hin! In diesem Sinne ist meine Arbeit nicht wissenschaftlich, sondern intuitiv-künstlerisch. Auf diese Weise entlarve ich den Okkultismus ebenso wie die übliche akademische Haltung als Pose (siehe oben).

In meinem "Abramelin"-Buch wird man die Frage finden, was denn Okkultismus zu leisten vermag. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was _ich denn hierzu beitrage. Nun, wenn überhaupt, dann kann man mich als sog. "Human User Interface" zwischen "historischem" Artefakt und dem heutigen "Benutzer" sehen; als Interface, das Anliegen und Kraft und anderem in soziale Praktiken des Alltags (mit der Sprache von Anweisungen), aber auch Urteile und Werte (die Wahl der Zitate in Wechselwirkung mit der Projizierung des Betroffenen — verkleidet in sog. wissenschaftlicher Pose) in reflexive innerliche Bewegungen der Betroffenen und Interessierten hineinbringt. Somit halte ich die Bereiche Gebrauch, Erscheinung, Umwelt und Lebensform zusammen. Da mein "Abramelin & Co." sich mit Visionen auseinandersetzt, habe ich versucht, okkulte Erscheinungen als Ausdrucksformen von "Design" (OHNE dieses Wort je zu verwenden) zu analysieren. Ich glaube, mit meinen Ansichten in diesen Büchern der Analyse dieser Art von Okkultismus eine neue Interpretationsmöglichkeit gegeben zu haben. Auf einer bestimmten Ebene ist die Sucht nach Visionen (ausgelöst durch okkulte Techniken, wie Yoga, Sexualmagie, Drogen, Meditationen etc.) für mich gleichbedeutend wie die Sucht nach "soap operas": das sich Ausliefern an libidinös vorbeifliessende Bilder, die auseinanderfallendes Ich auflösen und auf religiöse Artefakte koagulieren sollen und wollen - und dabei aber keine Kohärenz, sondern nur Selbstauflösung und Identitätsverlust erzeugen: im besten Fall Identifikation mit einem charismatischen Star (Crowley, Oscar R. Schlag oder David Bowie, z.B.). Die Bewusstseinserweiterung und/oder -veränderung, die ein Crowley versprechen könnte, wird von der Spiessigkeit/resp. Engstirnigkeit von Mitgliedern des organisierten Okkultismus (z.B. O.T.O.) zunichte gemacht. Nur sehr wenige haben ein positives Ziel erreicht: z.B. Michael Staley, Linda Falorio. Auch die endlose Suche eines Claas Hoffmann (alle Personen in: "Abramelin & Co."), die aber gnostische Selbstreflexion auslöst, ist nicht so bedrängend wie diejenige der meisten O.T.O.-Mitglieder (siehe dazu meine Analysen in: "Ein Leben für die Rose", ab Seite 100).

© P.R. König

Erstpublikation in "Gnostika" 1, 1996, A.A.G.W., Lothar von Kübelstrasse 1, D 76547 Sinzheim

 

       Reuss' Memphis Misraim Emblem       

one of Reuss' O.T.O. seals       


 





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