Heinrich Traenker - Ritual I der Agape

Ritual I der Agape
Heinrich Tränker
O.H.O. of the O.T.O. in Germany
Pansophia
Logos pneumaticos
Logos spermaticos




Die Ordensstruktur der Pansophie






Heinrich Tränker

Liebesmahl einer Pansophischen Rosen-Kreuz-Loge


Nach einer Verordnung des Collegium Pansophicum vom 21. Dezember 1930 allen Pansophischen Logen zum Gebrauch übergeben.


Ritual I der Agape




Die Abhaltung des Liebesmahles erfordert:

1 goldene Schale, mit Salz gefüllt.
1 Weinglas in Kelchform.
1 Phiole mit Rotwein.
1 Silber-Tablett mit Brot-Scheibchen.
1 Wischtuch zum Kelch abwischen.
7 brennende Lichte, davon 4 auf die Ecken des Meistertisches, - dazwischen die Gefäße. Zunächst dem Meister steht das Salz, rechts das Brot, dann links das Weinglas, zuoberst die Phiole. 3 Lichte brennen auf dem Redner-Altar. Der Bruder Redner hält sich bei den Brr.'. und Schw.'. in der Kette mit auf.


I. OPFERUNG

Br.1.Aufseher: Den alten Ritual-Gesetzen gehorsam, frage ich die Brüder und Schwestern des Pansophischen Lebens und unseres Meisters Christian Rosencreutz, wer mit mir willens sei, in Ruhe, Ernst und Frieden am Liebesmahle Anteil zu nehmen ?
Ihr Schweigen und Bleiben ist die Zustimmung das große magische Liebesmahl zur Ehre des Ewigen, - gelobt sei Er - abzuhalten. - Nehmen Sie bitte Ihre Plätze ein.


(Alles geht auf die Plätze und wartet stehend auf den Meister vom Stuhl, der einige Minuten später erscheint und der das Salzfaß mitbringt. -)
Sobald der Meister die Tür zur Loge öffnet, spricht er den Weihespruch der Brüder vom Rosenkreuz:

Mstr.v.St.: "Sub umbra alarum tuarum - oJehova"

Alle Sprechen: Wir setzen alle unsere Hoffnung auf Ihn!

Mstr.v.St.: nimmt seinen Platz ein, alle anderen setzen sich ebenfalls und er schlägt drei und zwei Schläge, und fragt: "Bruder 2. Aufseher! Warum sind wir hier versammelt?"

Br.2.Aufseher: "Um den Leib mit Speise und Trank zu versehen! Um die Seele mit erbaulichem Unterricht zu ergötzen! Um im Geiste uns alle Zeichen brüderlichster Liebe zu geben!"

Mst.v.St.: Ein Schlag. "So laßt uns denn eintreten in den großen Tempel der Liebe und unseren Willen tun."

Br.1.Aufseher: "So geschehe es in diesem Grade unseres heiligen Werkes, in dem sich alle Brüder und Schwestern solange mit den Händen halten, und die Bruderkette bilden, bis die Loge geschlossen wird und ein strenges Stillschweigen bewahren."

Br.2.Aufseher: (Sieht nach, ob alles richtig gemacht ist, kehrt dann zum Meister zurück und spricht:) "Alles in Ordnung und Erwartung, ehrwürdiger Meister!"

Mstr.v.St.: Ein Schlag. "Ewige Barmherzigkeit, Du hast kein Geschöpf geschaffen, ohne es mit Nahrung zu versehen. Gib uns heute unser tägliches Brot, damit der Leib bei Kräften erhalten werde. Du, Ewigkeit, segne uns dieses Brot! Wir bitten auch demütig gib uns heute die Nahrung unserer Seelen, welche ist Liebe, Friede und Freude ohne Unterlaß.- So segne uns dieses Salz! - Und noch mehr spende uns Deinen Segen zum pansophischen Wachstume unseres Geistes, damit in uns erweckt werde die Kraft Deines Wortes und Deines Geistes! - Nur Dich loben wir, nur Dir allein die Ehre, Du bist das Ewige und allein Mächtige in uns! So segne uns diesen Wein! Amen!"

Br.1.Aufseher: "In der Nacht, da der Großmeister von Nazareth, Christus, um sein göttliches Recht zu beweisen, verraten, wegen seiner Liebe zur Wahrheit verfolgt, um seiner Freiheit willen gefangen und des geistigen Lebens wegen zum Tode verurteilt ward, — versammelte er seine Schüler, um dies Liebesfest zu feiern, was uns auf sehr verschiedene Arten überliefert worden ist. - Es soll ein Zeichen sein unserer Gemeinsamkeit, einer heiligen Vereinigung. - Untersuche daher jeder zuerst sein Herz, ob die Liebe darin herrscht, und dann, ob er, dem Großmeister folgend, ebenso bereit ist, sein ganzes Leben für seine Brüder, für den Geist des reinen Menschentums, hinzugeben? Ist das nun euer fester Wille, so haltet die Opferung zu Eurem Gedächtnis!"

Br.2.Aufseher: "So sei auch Dank unseren ehrwürdigen Meistern im Orden Christian Rosencreutz, welche uns diese Mysterienfeier zum Erlebnis der Grundstufe des Magnum Opum verordnet haben, damit harmonischer Gleichklang alle Herzen vereine, die ebenfalls denselben Weg zum heiligsten Ordenstempel des ersten Punktes pilgern!" -

Br.1.Aufseher: "Nun bitten wir alle vereint unseren ehrwürdigen Meister vom Stuhl um die symbolische Nahrung für Leib, Seele und Geist und seines heiligen Amtes zu walten."

Mstr.v.St.: Ein Schlag. - "Sei es so zu Eurer Erleuchtung! - Das ist der Wille des großen PAN: Wir alle haben die eine große Aufgabe erhalten: Alles geliebt zu haben, damit wir den ganzen Logos für den ALL-GEIST erretten. Alles gelassen zu haben, damit wir nach nichts mehr Verlangen und Begehren tragen. Alles durchdrungen zu haben, damit wir kein einziges Geschöpf mehr hassen und verachten können. Und zum immerwährenden Selbstgedenken, daß diese unsere Pflichten in uns zum tätigen Leben erwacht sind und wir aller unserer heiligen Meister der großen Bruderschaft gedenken als unserer Führer und Lehrer: bringen wir Dir, Vater PAN, diese Gabe von Brot dar, den äußeren Leib des Christos, als Logos anthropos; und diese Gabe von Salz, den Seelenleib des Christos, als Logos pneumaticos; und diese Gabe von Wein, das Geist-Leben des Christos, als Logos spermaticos.
Nun nehmet, esset und trinket zur Erinnerung des Bundes unverbrüchlicher Liebe und Treue des Ewigen mit uns und allen unseren Brüdern!"


(Nun ißt er zuerst ein Stück Brot, auf welches ein wenig Salz gestreut wird, trinkt darauf einen Schluck Wein und reicht alles dem ersten Aufseher, der ebenso verfährt, und dieser reicht es dem zweiten Aufseher und dieser dann alles dem nächstsitzenden Bruder oder Schwester, bis alle Anwesenden durch sind; der letzte reicht es zurück dem zweiten Aufseher, der es auf den Tisch stellt.)
Ist alles beendet, so schlägt der Mstr.v.St. einen Schlag und spricht: "Würdiger Erster und Zweiter Aufseher! Sind Sie bereit, mir auf meine Frage zu antworten?"

Br.1.und 2.Aufseher: "Wir wünschen, richtige Antwort zu geben!"


II. BELEHRUNG

Mstr.v.St.: Ein Schlag. "Bruder 1. und 2. Aufseher! Versuchen Sie alle beide in belehremden Dialog mir zu erklären: Woraus sind eigentlich alle Dinge entstanden?"

(Der Br.1.Aufseher fragt und der Br.2.Aufseher antwortet.)

Frage: Aus was sind alle Dinge entsprungen?

Antwort: Aus dem Chaos.

Frage: Was war das Chaos?

Antw.: Es war in der All-Licht-Welt oder Pan-Augia ein finsterer unförmlicher Klumpen, welches aus Wasser und Feuer bestand und durch das kabbalistische Wort Haschamajm angedeutet wird. Aus diesem Klumpen sind durch das allmächtige Wort alle Dinge dieser Welt erschaffen worden. Diese war die erste Materia, in welcher alle Formen und Gestalten in ihrer Kraft erhalten und nachher durch den Willen des großen PAN geoffenbart worden sind.

Frage: Wie ist das zugegangen?

Antw.: Der Geist des Einen, Ewigen schwebte auf dem Wasser und hat durch seine lebendig machende Kraft das Chaos beseelt, das Licht von der Finsternis geschieden, das Leere erfüllt, das Finstere erleuchtet, das Vermischte von einander gesondert, das Rohe mit seiner göttlichen Wärme zeitig gemacht, das Unfruchtbare geschwängert und das Ungeordnete in Ordnung gebracht.

Frage: Was entstand aus der Scheidung des Chaos, der Pan-Augia?

Antw.: Es sind sieben Hierarchien der Engel, welche in Legionen eingeteilt werden, als die Cherubimen, Seraphimen, Thronen, Herrschaften, Fürstentümer, Mächten und Kräften, welche lauter reine Geister sind, die aus Licht erschaffen und das Glück haben, die Gottheit in ihrer Herrlichkeit zu sehen, zu leben und "ihren Willen zu tun.

Frage: Was ist die panpsychische Welt?

Antw.: Die sieben Planeten und alle Sterne des Firmaments.

Frage: Was ist die Sonne?

Antw.: Sie ist der allerreinste und vollkommenste Körper, welcher aus dem Lichte gezogen wurde und daher fähig ist, das erschaffene Licht, wie es aus seinem Zentrum ausfließt, durch seine Vermittlung zu erhalten und es den übrigen Gestirnen und Dingen mitzuteilen.

Frage: Was ist denn der Mond?

Antw.: Der Mond ist ein Planet, welcher seinen Körper aus dem Allerreinsten des Abgrundes erhalten hat, sein Licht von der Sonne empfängt, dasselbe mit seiner eigenen Essenz korporisieret und es dann nach und nach wieder den unteren Dingen mitteilt.

Frage: Woher empfangen die anderen Planeten ihr Licht?

Antw.: Die übrigen Planeten und Gestirne erhalten alle ihr Licht von der Sonne, als dem Generalempfänger des erschaffnen Lichtes. Dagegen werfen die anderen Gestirne von der Essenz ihrer Körper solches nach ihrer Ordnung der Sonne beständig wieder zu, daher sie in ihrer Macht und in ihrem Glänze erhalten wird, ihre Strahlen von sich wirft, die Luft damit erfüllt und durch dieselbe den sublunarischen Körpern zusendet.

Frage: Was ist die pankosmische Welt?

Antw.: Der feste Körper, welchen der große PAN bei der Scheidung des Chaos als dem gröbsten Teile von dem Reinsten geschieden hat.

Frage: Ist denn dieses Weltgebäude sogleich in seine vollkommene Fassung gesetzt worden?

Antw.: Nein! - Sondern der Ewige erschuf erstlich aus seinem kräftigen Worte den Geist, nach der kabbalistischen Version Ruach genannt.

Frage: Warum zuerst den Ruach?

Antw.: Weil der Geist sowohl in der Gottheit als in den Geschöpfen das Grund-Wesen und der Ur-stoff aller Dinge ist.

Frage: Was ordnete Gott mit diesem Geist bei der Grundlegung dieser Welt?

Antw.: Der Allmächtige ließ diesen von sich ausgehenden Geist den Mittelpunkt des Welt-Gebäudes suchen, sich daselbst setzen und zusammenziehen, in welchem Mittelpunkte er noch mehrere Wesen aus sich gebären und sodann aus dem Mittelpunkte seiner Herrschaft sich in eine gehörige circumsphärische Weite ausdehnen könnte.

Frage: War diese Zentralzusammenziehung nötig?

Antw.: Allerdings, - denn wir sehen es ja mit Augen, daß ohne Zusammenziehung eine Konzentration, noch jetzt keine Sache, weder Tier noch Kraut oder Metalle werden könnten und folglich wäre auch dieses Welt-Gebäude nicht an das Licht gekommen.

Frage: Waren denn noch andere Wesen zu diesem Welt-Gebäude nötig?

Antw.: Ja! - Denn ein einfacher subtiler Geist hätte die Vielheit und Mannigfaltigkeit dieses Kosmos nicht machen können, mithin mußte der allgemeine Universal-Geist durch die Zentralzusammenziehung noch mehrere Wesen zur Mannigfaltigkeit dieser Welt machen.

Frage: Was für ein anderes Wesen machte der Geist durch die gedachte Zusammenziehung?

Antw.: Eine zweite Art seines Wesens, welche wir Seele nennen.

Frage: Wie wird diese Seele von den kabbalistischen Weisen genannt?

Antw.: Nephesch, d.h. ein abgenommener Zweig, weil die Seele als astral aus dem allgemeinen Weltgeiste genommen wurde.

Frage: Wie ging diese Abzweigung vor sich?

Antw.: In der zusammenziehenden Bewegung nahm der Geist durch den Zusammendruck seines Wesens einen Teil seines Wesens von sich selbst ab und zog es mithin noch etwas dichter zusammen, als sein Wesen selbst war. Dieses vom Geiste abzweigende oder abgesonderte, emanierte Wesen bekam folglich auch eine andere Kraft oder Bewegung.

Frage: War die Seele mit ihrer zusammenziehenden Kraft genügend, den großen Weltbau darzustellen?

Antw.: Nein! - Denn, obgleich die gedachte Seele ein dichteres Wesen als der Geist an sich empfing, - so war sie doch noch gar zu geistig, unsichtbar und einfach, mithin zur Mannigfaltigkeit dieses großen Weltgebäudes noch nicht zulänglich und folglich war noch ein drittes Wesen notwendig.

Frage: Was war dieses für ein Wesen?

Antw.: Ein Leib, d.i. die Erde, als der gröbste Teil von dem reinsten Lichte geschieden, um sich vervielfältigen zu können, wie es die drei Reiche der Natur täglich beweisen. Die Seele ist also nur ein verändertes Wesen des Geistes und der Leib ein verändertes und dichteres Wesen der Seele. Daher wird immer des Leibes, also der körperlich-materiellen Schöpfung, nur im Sinne der Nephesch gedacht.

Frage: Was war also auch auf Erden im Anfange?

Antw.: ein Tohu-Va-Bohu, - ein Chaos, ein finsterer, unförmlicher Klumpen.

Frage: Was hat dieses Chaos mit unserer Verbrüderung des Kreuzes und der Rose zu tun?

Antw.: Es ist das große Geheimnis im Mysterium des ersten Punktes und der Baustein, den die Bauleute entworfen haben.

Frage: Erkläre mir das deutlicher!

Antw.: Man hat mir für dieses Mal verboten, darüber etwas weiteres auszusagen!


III: Danksagung

Mstr.v.St.: Ein Schlag. "Würdige und geliebte Brüder und Schwestern! Wir haben nun unsern sterblichen Leib gesättigt, auch unseren Geist mit nützlichem Ordens-Unterricht beschäftigt, was bleibt noch zu tun übrig?"

Br.2.Aufseher: "Unserem Nächsten ein Werk der Barmherzigkeit zu erweisen und dem ewigen Baumeister aller Welten für seine unzähligen Wohltaten Dank abzustatten."

Mst.v.St.: "Laßt uns daher beides vollbringen! Dank sei Dir, Vater des Lichts! Wir sind durch Deinen Segen heute gesättigt worden nach Leib, Seele und Geist und sagen dafür allen Dank. Unser Herz soll Dich preisen, unser Mund soll Dich loben, unsere Hände sollen Liebe und Segen ausbreiten auf alle Deine Geschöpfe!"

Alle B.Br.: (sprechen, indem sie aufgestanden sind:) "Lobet den Herrn, alle Völker, denn Himmel und Erde ist seiner Herrlichkeit voll! Amen!"

Mstr.v.St: "Geht hin in Frieden! Gesegnet sei die neue Verbindung die wir geknüpft haben! - Segen über alle, welche bewährt bleiben im Kampfe mit sich selbst! -Glückseligkeit allen Wesen im All! - Jo - PAN!"
Ich schließe die feierliche Agape der Pansophischen R + C Großloge «Zum hütenden Greif» Orient Berlin..."






Photographien von Heinrich Traenker und seinem Freund Walter Studinski.



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